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Samstag, 03 September 2016 09:29

Teil 718: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (30- 34)

Teil 718: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (30- 34)
Wir möchten uns diesmal mit den Versen 30 bis 34 der Sure Rom, Sure 30, befassen. Im Vers 30 heißt es:

(30: 30- 34)

 

فَأَقِمْ وَجْهَكَ لِلدِّينِ حَنِيفًا ۚ فِطْرَتَ اللَّـهِ الَّتِي فَطَرَ النَّاسَ عَلَيْهَا ۚ لَا تَبْدِيلَ لِخَلْقِ اللَّـهِ ۚ ذَٰلِكَ الدِّينُ الْقَيِّمُ وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لَا يَعْلَمُونَ

„So richte dein Antlitz in aufrichtiger Weise auf den Glauben; (dies entspricht) der natürlichen Veranlagung, mit der Gott die Menschen geschaffen hat. Es gibt keine Veränderung an Gottes Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Allein die meisten Menschen wissen es nicht.“ (30: 30)

 

Der Heilige Koran hat  in der Sure Rom vor diesem Vers mehrere Zeichen für die Existenz Gottes, Sein Wissen und Seine Macht angeführt, die in der natürlichen Umgebung des Menschen  liegen.  im Vers 30 dieser Sure 30  macht er nun auf ein Zeichen aufmerksam, das im Menschen selber existiert und ihm zur Gotterkenntnis verhilft. Es ist die natürliche Veranlagung des Menschen – die Fitra– . Auch sie zeugt für die Existenz des Einen mächtigen Schöpfers.

 

Gott ruft in diesem Vers den Propheten und indirekt damit auch  alle seine Anhänger auf, dass sie sich nicht nur äußerlich sondern auch innerlich der Lehre Gottes zuwenden und sich von jeglicher Abweichung davon fernhalten.  Zweifelsohne war es Gott, der die  Himmelslehren herabgesandt hat. Leider werden und wurden  diese  Lehren von den Menschen  verfälscht und sind von dem wahren Weg abgewichen. Jedoch blieb der Islam unverfälscht und es heißt  im Vers 30 der Sure 30: „Das ist der beständige Glaube.“

 Der Islam bleibt fest bestehen. Er steht mit der natürlichen Veranlagung des Menschen im Einklang. Die Gott gegebene natürliche Veranlagung (Fitra) ändert sich nicht und ist jederzeit und allerorts die gleiche. Was Gott für das Wohl und ewigeGlück der Menschen herabgesandt hat,  ist ebenso beständig und manifestiert sich in der Lehre des Islams,   der jüngsten und  letzten der Himmelsreligionen.   Allerdings sind zahlreiche Menschen sich dessen nicht bewusst. Anstatt sich dem Islam anzuschließen, wenden sie sich Lehren zu, die von Menschen gemacht wurden und jede ihre  Mängel aufweist, oder sie richten sich nach Religionen, die sie vom geraden Weg abbringen und ihnen nicht weiterhelfen.

 

Es sind mehrere Punkte, die wir im Zusammenhang mit dem Vers 30 der Sure Rom anführen möchten.

 

Erstens: Gott hat das natürliche Wesen des Menschen so erschaffen, dass der Mensch  dem Recht und der Wahrheit innerlich zugeneigt ist und die Unwahrheit ablehnt.  Die Himmelsreligion baut auf Recht und Wahrheit auf und die Zuneigung zu ihr ist in der natürlichen Veranlagung des Menschen verankert.

Zweitens: Die natürliche Veranlagung muss beachtet und darf nicht vergessen werden. Die Religion basiert auf dem natürlichen Grundwesen des Menschen. Aber wir müssen ihre Lehren und Gebote befolgen, damit wir sie verinnerlichen und festigen.

Drittens: Die Schöpfung des Menschen steht  mit der Gesetzesordnung Gottes  im Einklang – denn beide stammen aus ein und derselben  Quelle und es gibt keine Widersprüchlichkeit zwischen ihnen.

 

Die nächsten beiden Verse lauten:


مُنِيبِينَ إِلَيْهِ وَاتَّقُوهُ وَأَقِيمُوا الصَّلَاةَ وَلَا تَكُونُوا مِنَ الْمُشْرِكِينَ

„Wendet (auch ihr) euch zu Ihm und fürchtet Ihn und verrichtet das Gebet und seid nicht unter den Götzendienern.“ (30: 31)



مِنَ الَّذِينَ فَرَّقُوا دِينَهُمْ وَكَانُوا شِيَعًا ۖكُلُّ حِزْبٍ بِمَا لَدَيْهِمْ فَرِحُونَ

„Von denen, die ihren Glauben gespalten haben und zu Parteien geworden sind - jede Partei freut sich über das, was sie selbst hat.“ (30: 32)

 

Wir sagten, dass die Religion Gottes mit der Neigung, die dem Menschen in seine natürliche Veranlagung hineingelegt wurde, konform geht. Es besteht jedoch ständig die Gefahr, dass der Mensch die Religion  vergisst oder von ihr abweicht. Wir werden daher  im Vers 31 aufgerufen in einem solchen Fall uns erneut Gott zuzuwenden und zu der natürlichen Veranlagung zurückzukehren, in welcher der Glaube an den Einen Gott verankert ist. Der Vers 31 der Sure 30 legt uns zur Wahrung der Religion mehrere Dinge ans Herz: die Gottesfürchtigkeit und die Angst vor Sünde und die Aufrechterhaltung der Beziehung zu Gott in Form des Ritualgebetes und der Preisung Gottes. Wenn derMensch diese Dinge richtig beachtet, werden sein Glauben und sein Handeln vomSchirk (dem Götzentum) reinbleiben.

 

Dann verweist der nächste Vers 32 auf die Folgen von Götzentum, nämlich die Spaltung der menschlichen Gesellschaft in verschiedene Gruppen, wobei jede Gruppe sich an dem erfreut, was sie Gott beigesellt hat und von dem sie sich Wohl und Glück erhofft.

 

Wenn aber alle Menschen sich um die Achse des Ein-Gott-Glaubens vereinen würden, gäbe  es keinen Widerspruch und Konflikt mehr und es würden Einheit und Einmütigkeit unter den Menschen  herrschen.

 

Wir können uns also merken:

Erstens: Die natürliche Neigung zur Religion entfaltet sich im Menschen und trägt Früchte, wenn er sich Gott zuwendet, Sünden bereut, gottesfürchtig handelt und das Gebet verrichtet.

Zweitens:  Tauhid (der Glaube an den Einen Gott) führt zur Einheit und Einmütigkeit unter den Menschen, aber Götzentum treibt die Menschen auseinander und hat die Spaltung in verschiedene Gruppen zur Folge.

Drittens: Die Spaltung in der Gesellschaft ist ein Anzeiger  für die Abwendung von der Linie des Tauhid und dafür, dass die Menschen Gott Teilhaber zur Seite stellen und Götzen anbeten.

 

Es folgen Vers 33 und 34 der Sure Rom (Sure 30):

 
وَإِذَا مَسَّ النَّاسَ ضُرٌّ دَعَوْا رَبَّهُم مُّنِيبِينَ إِلَيْهِ ثُمَّ إِذَا أَذَاقَهُم مِّنْهُ رَحْمَةً إِذَا فَرِيقٌ مِّنْهُم بِرَبِّهِمْ يُشْرِكُونَ  

„Und wenn die Menschen ein Schaden trifft, dann rufen sie ihren Herrn an und wenden sich reumütig zu Ihm; hernach aber, wenn Er sie dann von Seiner Barmherzigkeit kosten lässt, siehe, dann stellen einige von ihnen ihrem Herrn Götter zur Seite“ (30: 33)

 
لِيَكْفُرُوا بِمَا آتَيْنَاهُمْ ۚفَتَمَتَّعُوا فَسَوْفَ تَعْلَمُونَ

„und verleugnen somit das, was Wir ihnen gegeben haben. Ergötzt euch denn (eine Weile), bald werdet ihr (zu) wissen (bekommen, was mit euch geschieht).“ (30: 34)

 

An dieser Stelle in der Sure Rom wird auf ein typisches Verhalten der Menschen hingewiesen, nämlich dass sie sich in großer Not, wo niemand ihnen zu helfen vermag,  Gott zuwenden und Ihn um Hilfe  anflehen.  In diesem Moment  kehrt der Mensch wieder zu Gott, den er vergessen hat, zurück und fleht zu Ihm um Beistand. Aber nachdem sich Gott ihm gnädig zugewandt  und sich seiner erbarmt hat, ist der Mensch undankbar und verfällt wieder der Oberflächlichkeit. Er schreibt die Rettung aus der Not irgendwelchen Faktoren  zu und vergisst Gott, den Erschaffer und Verwalter allen Seins,  erneut. Wenn diese Undankbarkeit anhält, muss der Mensch mit üblen Folgen rechnen. Selbst wenn er noch in den Genuss von weltlichen Freuden kommen sollte, so erwartet ihn letztendlich kein guter  Ausgang.

 

Wir können uns einprägen:

Erstens: Ein Teil der Menschen gedenkt Gottes nur bei Engpässen und in der Not. Er denkt, dass er Gott nur in der Not braucht und dass er Ihn nicht braucht,  wenn es ihm gut geht.

Zweitens: Wenn der Mensch in Not und große Schwierigkeiten gerät, weichen die Schleier der Oberflächlichkeit beiseite und er kehrt zu seiner Fitra – seiner wahren  Gott zugewandten Natur -  zurück.

Drittens: Die Liebe zu Genuss  und Komfort verleitet den Menschen dazu, Gott zu vergessen und undankbar zu werden.

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