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Dienstag, 12 Juli 2016 07:52

Teil 715: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (20- 22)

Teil 715: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (20- 22)
In diesem Teil schließen Sie mit dem Inhalt der Verse 20 bis 22 der Sure Rom Bekanntschaft. Im Vers 20 dieser Sure, die im Koran als Sure 30 aufgeführt wird, heißt es:

(30: 20- 22)



وَمِنْ آيَاتِهِ أَنْ خَلَقَكُم مِّن تُرَابٍ ثُمَّ إِذَا أَنتُم بَشَرٌ تَنتَشِرُونَ

„Und unter Seinen Zeichen (der Macht)  ist dies, dass Er euch aus (lebloser) Erde erschuf; Hierauf waret ihr Menschen,  die sich (auf der Erde) ausbreiteten." (30: 20)


Im letzten Teil haben wir aufgrund des Verses 19 dieser Sure auf die Macht Gottes, das Tote zu beleben und das Lebendige sterben zu lassen , hingewiesen. Der Vers 20 und die darauffolgenden machen auf die Schöpfungsmacht Gottes aufmerksam. Zunächst heißt es, dass der Ursprung von uns Menschen, die wir heute auf der ganzen Welt verteilt leben, leblose Erde gewesen ist.  Dieser Vers kann sowohl – wie in anderen Koranversen - als ein Fingerzeig für die Erschaffung des ersten Menschen aus Erde verstanden werden,   als auch ein Hinweis auf die Nahrung des Menschen sein, die direkt und indirekt aus der Erde stammt, so dass sich sagen lässt, dass der Mensch aus Erde hervorgeht.

Wenn der Mensch näher über den Ursprung seiner Erschaffung und sein Leben nachdenkt, wird ihm klar, dass Gott – der Schöpfer der Welt -   aus dem leblosen Boden, die feinsten lebenden Zellen in unserem Körper  entstehen ließ, wie die Gehirnzellen, denen   alle Fortschritte des Menschen in der Technik und Wissenschaft zu verdanken sind.  Erde, die weder handelt, noch fühlt, noch wahrnimmt, wird also auf wunderbare Weise zu lebenden Zellen, durch die der Mensch fühlen, handeln und wahrnehmen kann. Dies ist in der Tat ein gewaltiges  Wunder!

Wir lernen:

Erstens: Die Selbsterkenntnis ist ein einleitender Schritt für die Gotterkenntnis. Der Mensch ist eines der anschaulichsten Geschöpfe des Herrn auf der Erde.

Zweitens:  Wir Menschen stammen alle aus der Erde und wir kehren zu ihr zurück. Wir sollten also jeglichen unbegründeten Stolz ablegen und niemals hochmütig werden.

Im Vers 21 der Sure Rom steht nun weiter:


وَمِنْ آيَاتِهِ أَنْ خَلَقَ لَكُم مِّنْ أَنفُسِكُمْ أَزْوَاجًا لِّتَسْكُنُوا إِلَيْهَا وَجَعَلَ بَيْنَكُم مَّوَدَّةً وَرَحْمَةً ۚ إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَآيَاتٍ لِّقَوْمٍ يَتَفَكَّرُونَ

„Und unter Seinen Zeichen ist dies, dass Er Gattinnen für euch aus euch selber schuf, auf dass ihr Frieden bei ihnen finden möget; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Hierin liegen wahrlich Zeichen für ein Volk, das nachdenkt. (30: 21)


Nachdem der Vers 20 von der  Erschaffung des Menschen  spricht,  erinnert Vers 21 an ein weiteres großes Zeichen, nämlich dass  Gott für jeden Menschen einen Partner vom anderen Geschlecht  bestimmt hat, der ihm im Leben zur Seite steht und bei dem er zur Ruhe findet. Ihre Liebe zueinander  lässt sie ein Leben lang zusammenbleiben. Durch ihr Bündnis ergänzen sie einander und wird ihr Leben schön.  Außerdem ist die Vermehrung des Menschengeschlechts die  wichtigste Frucht dieses Bündnisses.  Das Ehebündnis ist der feste Ausgangspunkt für die Bildung der Gesellschaft und eine feste Basis für die Übernahme von Aufgaben in ihr.

Wir können dieser Stelle im Koran entnehmen:

Erstens: Frau und Mann sind aus dem gleichen Urstoff (d.h. die Frau ist nicht, wie einige fälschlich denken, ein niedrigeres Geschöpf als der Mann)

Zweitens: Gemäß Islam ist eine Familie dann gut und geeignet, wenn die Ehepartner einander Ruhe und Zufriedenheit bereiten.

Drittens:  Güte und Liebe  ist ein schönes Geschenk an Eheleute. Sie lassen  ihr Bündnis beständig sein.

Viertens:  Genauso wie die Liebe zum Ehebündnis führt, erfordert auch das Weiterbestehen  gemeinsamen Lebens Liebe und  Barmherzigkeit.

Der dritte Vers, den wir heute noch besprechen ist der Vers 22 der Sure 30 (Sure Rom). In diesem heißt es:



وَمِنْ آيَاتِهِ خَلْقُ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ وَاخْتِلَافُ أَلْسِنَتِكُمْ وَأَلْوَانِكُمْ ۚ إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَآيَاتٍ لِّلْعَالِمِينَ

„Und unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden." (30: 22)


Die Erschaffung der Himmel und der Erde wird im Vers 22 direkt im Anschluss an die Erschaffung des Menschen genannt. Der Mensch soll sowohl über sich selber nachdenken als auch der Welt um sich herum  nachdenklich begegnen.

Trotzdem es heute Satelliten und sehr moderne Teleskope gibt, konnte  der Mensch noch nicht sehr weit in das All mit all seinen Sonnensystemen und Milchstraßen vordringen. Aber er bekennt, wie gewaltig dieser Weltraum ist.

Die  Erde weist ebenso eine Fülle von wunderbaren Dingen auf, von denen der Mensch viele noch gar nicht kennt.  In ihrer Tiefe liegen zahlreiche Schätze wie Öl und Gas und Erze und in der Tiefe der Ozeane und Meere gibt es noch viele unbekannte Lebewesen. Und alles kann der Mensch nutzen.

Auf all dies macht der Vers 22 zu Beginn aufmerksam und danach kehrt er wieder zu dem Zeichen „Mensch" zurück und verweist auf zwei wichtige Eigenschaften der Menschen , nämlich ihre verschiedenen Sprachen und Dialekte und ihre verschiedenen Hautfarben, die ein wichtiges Merkmal für ihre Unterscheidung voneinander sind.

Man sollte sich einmal vor Augen halten,  was passieren würde,  wenn alle Menschen gleich aussähen. Wie könnten sie sich gegenseitig unterscheiden und erkennen?  Wie könnte ein Kind seine Eltern unter den tausenden von gleichaltrigen Männern und Frauen, die alle gleich aussehen, wiederfinden?  Wie könnten Eheleute einander wiedererkennen?

Die Unterschiede der Gesichter und in der Stimme und der Sprache sind die besten Anhaltspunkte, damit die Menschen voneinander unterschieden werden können.  Stellen Sie sich vor, wie eintönig es wäre, wenn in einer Stadt alle Autos die gleiche Farbe hätten und von der gleichen Marke wären.  Wie langweilig wäre erst recht das Leben in einer Gesellschaft in der alle gleich aussehen würden.

Wir können uns einprägen:

Erstens: Die Naturwissenschaften verhelfen dem Menschen zu einer besseren Nutzung der Natur. Sie sollen ihm aber auch bei der Entfaltung seines Glaubens an den Allmächtigen und Allweisen Schöpfer helfen.

Zweitens: Für die Gelehrten ist die Abwechslung in den Ethnien, Hautfarben und Sprachen ein Zeichen für die Größe des Herrn.  Aber Ignoranten missbrauchen diese Unterschiede, um andere zu erniedrigen oder zu verspotten und sich einander gegenüber aufzuspielen.

Drittens: Jede Sprache ist wertvoll. Deshalb darf niemand andere Völker wegen ihrer Sprache erniedrigen oder sich über sie lustig machen.

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