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Dienstag, 12 Juli 2016 07:34

Teil 713: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (9- 13)

Teil 713: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (9- 13)
Wie Sie wissen haben wir mit der Besprechung der Sure 30, Sure Rom, begonnen.  Heute wollen wir einige Erläuterungen zu den Versen 9 und 13 dieser Sure geben. Hier nun die Verse 9 und 10:

(30: 9- 13)


أَوَلَمْ يَسِيرُوا فِي الْأَرْضِ فَيَنظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الَّذِينَ مِن قَبْلِهِمْ ۚ كَانُوا أَشَدَّ مِنْهُمْ قُوَّةً وَأَثَارُوا الْأَرْضَ وَعَمَرُوهَا أَكْثَرَ مِمَّا عَمَرُوهَا وَجَاءَتْهُمْ رُسُلُهُم بِالْبَيِّنَاتِ ۖ فَمَا كَانَ اللَّـهُ لِيَظْلِمَهُمْ وَلَـٰكِن كَانُوا أَنفُسَهُمْ يَظْلِمُونَ

„Sind sie denn nicht im Lande umhergezogen, so dass sie schauen konnten, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Jene waren noch mächtiger als sie, und sie bebauten das Land und bevölkerten es mehr, als diese es bevölkert haben. Und ihre Gesandten kamen mit den klaren Beweisen zu ihnen. Und nicht Gott wollte ihnen Unrecht antun, sondern sie taten sich selbst Unrecht an." (30: 9)


 ثُمَّ كَانَ عَاقِبَةَ الَّذِينَ أَسَاءُوا السُّوأَىٰ أَن كَذَّبُوا بِآيَاتِ اللَّـهِ وَكَانُوا بِهَا يَسْتَهْزِئُونَ

„Und dann war das Ende derer, die Übles begingen,   dass sie die Zeichen Allahs verwarfen und über sie zu spotten pflegten." (30: 10)


Wir sagten im letzten Programm, dass Gott diejenigen, die nicht über die Erschaffung von Himmel und Erde nachdenken, tadelt und sie auffordert über die Daseinsordnung nachzudenken, damit sie ihren Zweck erkennen und wissen, dass diese Ordnung aufgrund von Recht und Gerechtigkeit aufgestellt wurde.

In der obigen Koranstelle  werden diese Leute auf die Geschichte der Vorfahren aufmerksam gemacht und gefragt, warum sie keine Lehre daraus ziehen.  Warum lassen sie sich auf ihren Reisen beim Anblick der  Ruinenstätten früherer Völker nicht belehren?  Diese Vorfahren  besaßen fruchtbare Äcker und ertragreiche Plantagen und waren reich. Aber weil sie die Wahrheit leugneten und hässliche Dinge taten, wurden sie vernichtet und nur noch Ruinen erinnern an sie. Ihre Vernichtung war das Resultat des Unrechtes, welches sie begingen und sich selber antaten.

Gemäß Islam ist weder das Unrecht, das man anderen antut rechtfertigbar, noch das Unrecht, das man sich selber zufügt.  Im Gegensatz zum Humanismus, der erklärt, dass der Mensch, solange er anderen nicht schadet,  tun kann was er will, darf er gemäß Islam darüber hinaus auch  sich selber nicht schaden.  Dabei besteht der größte Schaden, den der Mensch sich selber zufügen kann darin, dass er seine Vernunft und sein Gewissen mit Füßen tritt und die Wahrheit, die er mit seinem Gewissen und seiner Vernunft wahrnimmt,  leugnet.

Wir entnehmen der obigen Koranstelle:

Erstens: Der Heilige Koran hebt hervor, dass man an historische Plätze reisen soll, um sich über die Geschichte der Vorfahren zu informieren und aus ihrem Schicksal eine Lehre zu ziehen.

Zweitens: Die geschichtlichen Wandlungen  sind bestimmten Regeln unterworfen  und man kann aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen.

Drittens:  Das Wohl und Glück der Völker  wird noch nicht  durch Macht und materielle Entwicklung erreicht. Die Grundlage für wahres Glück sind der Glaube an Gott und die Befolgung der Propheten Gottes.

Viertens: Das beharrliche Festhalten an Sünden und ihre Wiederholung bereiten dem Menschen ein schlechtes Ende und bringen ihn schließlich dazu, dass er die Wahrheit leugnet und über sie spottet.

Es folgen die Verse 11 bis 13 der Sure Rom:



اللَّـهُ يَبْدَأُ الْخَلْقَ ثُمَّ يُعِيدُهُ ثُمَّ إِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

„Gott bringt die Schöpfung hervor; sodann lässt er sie wiederholen; dann werdet ihr zu Ihm zurückgebracht." (30: 11)



وَيَوْمَ تَقُومُ السَّاعَةُ يُبْلِسُ الْمُجْرِمُونَ

„Und an dem Tage, da die Stunde herankommt, werden die Schuldigen von Verzweiflung überwältigt sein." (30: 12)



وَلَمْ يَكُن لَّهُم مِّن شُرَكَائِهِمْ شُفَعَاءُ وَكَانُوا بِشُرَكَائِهِمْ كَافِرِينَ

„Denn keiner von ihren Partnern (ihren Götzen) wird ihr Fürsprecher sein; und sie werden ihre Partner verleugnen." (30: 13)

Gemäß Koraninhalt geht mit dem Tod nur das Leben des Menschen in dieser Welt zu Ende und ist das Grab die Pforte zu einer anderen Welt. Es ist ähnlich wie mit der Geburt des Menschen. Mit seiner Geburt wird sein Leben im Mutterleib beendet und sie ist die Pforte, durch die er die diesseitige Welt betritt.

In der obigen Koranstelle werden die Götzenanbeter gemahnt:   Die Erschaffung und der Tod in dieser Welt liegen nicht bei euch. Ihr seid auf die Welt gekommen, weil Gott es wollte und weil Er es will, werdet ihr diese Welt wieder verlassen. Euer neues Leben im Jenseits liegt ebenso außerhalb eurer Willenskraft. Aber ihr werdet dort – ob ihr wollt oder nicht – wieder erscheinen. Also  sorgt dafür, dass ihr dann nicht mit leeren Händen erscheint und dass ihr dort nicht eure Taten im Leben bereuen müsst.  Hofft also nicht auf Leute und Dinge im Leben, die euch dort überhaupt nichts nützen.   Ihr werdet dort feststellen, dass diejenigen, von denen ihr glaubtet,  dass sie für euch am Jüngsten Tag ein gutes Wort einlegen können, euch dort überhaupt nichts nützen und euch nicht retten können.

Die Götzenanbeter denken, ihre Götzen könnten für sie Fürsprache vor Gottes Jüngstem Gericht einlegen, aber sie werden sich im Jenseits bewusst, dass diese toten Gegenstände weder einen Einfluss auf ihr diesseitiges Leben hatten noch auf ihr jenseitiges Leben haben können und nichts taugen. Sie werden resigniert feststellen, dass ihre Götzen keine Fürsprache für sie einlegen können und tief bekümmert sein. Denn sie können nicht auf Gottes Gnade hoffen, weil sie im Leben die Propheten derartig bekämpft haben, dass sie alle Hoffnung auf die göttliche Barmherzigkeit im Jenseits aufgeben müssen.

Wir sehen:

Erstens: Der Beginn der Daseinsordnung liegt bei Gott und alles kehrt zu ihm zurück.  Wer das vergisst, handelt sich große Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit für die Zukunft ein.

Zweitens:  Die Trunkenheit der Sünder im diesseitigen Leben sollte uns nicht verleiten, denn ihnen steht eine sehr traurige Situation im Jenseits bevor.

Drittens:  Im Jenseits wird sich eine grundlose Liebe  wie die Liebe zu Götzen in Abscheu verwandeln und die vermeintlichen Fürsprecher werden gehasst werden.

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