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Dienstag, 12 Juli 2016 07:14

Teil 712: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (1- 8)

Teil 712: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (1- 8)
Wir eröffnen heute den Kommentar zu einer neuen Sure. Es ist die Sure Rom (Sure 30). Ihr geht wie bei 113 von 114 Koransuren der Passus: bismillahir rahman-ir rahim – „Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Gütigen" -  voraus. Dann heißt es in den Versen 1 bis 5 wie folgt:

(30: 1- 8)


الم

„Alif Lam Mim." (30: 1)




غُلِبَتِ الرُّومُ

Die (Ost)römer sind (von den Iranern) besiegt worden" (30: 2)



فِي أَدْنَى الْأَرْضِ وَهُم مِّن بَعْدِ غَلَبِهِمْ سَيَغْلِبُونَ

„in dem nahegelegenen Land (zu den Arabern), doch sie werden nach ihrer Niederlage siegen" (30: 3)



فِي بِضْعِ سِنِينَ ۗ لِلَّـهِ الْأَمْرُ مِن قَبْلُ وَمِن بَعْدُ ۚ وَيَوْمَئِذٍ يَفْرَحُ الْمُؤْمِنُونَ

„in wenigen Jahren - Allahs ist die Herrschaft vorher und nachher -, und an jenem Tage werden sich die Gläubigen freuen" (30: 4)



بِنَصْرِ اللَّـهِ ۚ يَنصُرُ مَن يَشَاءُ ۖ وَهُوَ الْعَزِيزُ الرَّحِيمُ

„über Allahs Hilfe. Er hilft, wem Er will; und Er ist der Allmächtige, der Barmherzige." (30: 5)

Der Geschichte ist zu entnehmen, dass lange Zeit Konflikte und Kriege zwischen dem Römischen und dem Persischen Reich herrschten. Als der Prophet in Mekka war, brach wieder zwischen den beiden Reichen Krieg aus, und zwar  in der Nachbarschaft von Hedschas – dem nordwestlichen Gebiet der Arabischen Insel, wo auch  Mekka und Medina liegen. Bei den Gefechten erlitten die Römer eine Niederlage. Doch Gott ließ Seinen Propheten wissen, dass die Römer beim nächsten Mal siegen werden. Als diese Voraussage im Koran sich bewahrheitete, waren die Gläubigen sich  sicher, dass auch sie – wie verheißen – die Götzendiener besiegen werden. Denn alles liegt in Gottes Hand und Er hilft, wem Er will, lässt ihn erstarken und ihm seine Barmherzigkeit und Gnade zukommen.

Wir können uns Folgendes einprägen:

Erstens: Die Mitteilungen über das Verborgene und Voraussagen im Koran gehören zu den Beweisen dafür, dass dieses himmlische Buch ein Wunder ist.

Zweitens: Wir dürfen nicht wegen Niederlagen resignieren, sondern sollten immer auf die Hilfe Gottes hoffen.

Drittens:  Gott handelt weise.  Wenn die Gläubigen eine Niederlage erleiden oder siegen, so verbirgt sich dahinter immer eine göttliche Weisheit. Die Gläubigen müssen nur ihren Verpflichtungen nachkommen.  Welches Resultat sich daraus ergibt, liegt letztendlich in Gottes Hand und nicht in ihrer.

Es folgen die Verse 6 und 7 der Sure Rom:



وَعْدَ اللَّـهِ ۖ لَا يُخْلِفُ اللَّـهُ وَعْدَهُ وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لَا يَعْلَمُونَ

„(Das ist) die Verheißung Allahs - Allah bricht Seine Verheißung niemals -allein die meisten Menschen wissen  es nicht." (30: 6)




يَعْلَمُونَ ظَاهِرًا مِّنَ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا وَهُمْ عَنِ الْآخِرَةِ هُمْ غَافِلُونَ

„Sie kennen nur die Außenseite des diesseitigen Lebens; das (Leben im) Jenseits aber beachten sie gar nicht." (30: 7)

Aus den  ersten Versen der Sure Rom, Sure 30,  schöpften die Gläubigen Hoffnung auf den Sieg über die Götzendiener und in den darauffolgenden beiden Versen wird den Menschen verkündet: Zweifelt nicht an den Verheißungen Gottes! Sie gehen immer in Erfüllung.

Diejenigen, die nicht an Gott glauben oder deren Gottesglaube brüchig ist, vertrauen nicht auf Gottes Verheißungen.  Sie sind sich nicht der Macht, des Wissens und der Weisheit Gottes bewusst und sehen nur die äußeren materiellen Faktoren und Ursachen. Mit diesen Faktoren  versuchen  sie Erfolge  und Niederlagen zu erklären. Da sie das Jenseitige und Verborgene  übergehen, sehen sie alles nur durch die Brille des Weltlichen. Sie beschränken ihre Sicht darauf und versperren sich selber den Weg zur Wahrheit der Welten.

Wir können zu dieser Stelle im Koran noch anmerken:

Erstens: Wenn jemand seine Versprechungen nicht einhält, liegt es normalerweise daran, dass er sie bereut oder gar nicht erfüllen kann und aus Unwissenheit etwas versprochen hat. Gott aber ist absolut rein von solchen Fehlern.

Zweitens: Die Hinwendung zum Leben und die Hoffnung auf  materielle Faktoren lassen den Menschen oberflächlich denken.

Drittens: Wenn jemand das Jenseits ignoriert,  liegt es daran, dass er der Außenseite des Lebens  zu viel Aufmerksamkeit widmet und auf Äußerlichkeiten hofft.

Wir schließen die heutige Ausführung über den Koran mit dem Vers 8 der Sure Rom:



أَوَلَمْ يَتَفَكَّرُوا فِي أَنفُسِهِم ۗ مَّا خَلَقَ اللَّـهُ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ وَمَا بَيْنَهُمَا إِلَّا بِالْحَقِّ وَأَجَلٍ مُّسَمًّى ۗ وَإِنَّ كَثِيرًا مِّنَ النَّاسِ بِلِقَاءِ رَبِّهِمْ لَكَافِرُونَ

„Haben sie sich denn über sich selbst keine Gedanken gemacht? Allah hat die Himmel und die Erde und das, was zwischen beiden ist, nur in gerechter Weise und für eine bestimmte Frist geschaffen. Doch wahrlich, viele der Menschen glauben nicht an die Begegnung mit ihrem Herrn." (30: 8)

Wie viele andere Verse spornt auch der Vers 8 der Sure 30 die Menschen zum Nachdenken über die Daseinsordnung an. Gott will, dass die Menschen sich an ihren Verstand wenden. Wer hat denn in Wirklichkeit Himmel und Erde erschaffen? Erfolgte diese Erschaffung ziellos? Gibt es keinen konkreten Beginn und kein konkretes Ende für die Welt? Ist denn die Meinung glaubwürdig, dass das gewaltige Dasein mit all seinen Erscheinungen, von denen der Mensch nur eine ist, nicht aufgrund von Planung und Verstand verwaltet wird, während doch der Mensch selber seine Angelegenheiten aufgrund von Überlegung und Vernunft  plant und regelt?

Ergibt es einen Sinn,  dass das Leben von uns Menschen hier in dieser Welt für immer zu Ende gehen soll  und es keine andere Welt mehr gibt?

Viele sind allerdings tatsächlich der Ansicht, dass es kein Jenseits und Jüngstes Gericht gibt, und sie hoffen nur auf das Glück im hiesigen Leben.  Sie denken, dass sie sich  auf diese Weise sorglos den Freuden und Genüssen des Diesseits widmen können.  Aber wer nachdenkt, gelangt zu der Erkenntnis, dass die Daseinsordnung einem vernünftigen Ziel dient und dass die Schöpfung einer konkreten festen Ordnung gehorcht, welche von der Weisheit ihres Erschaffers zeugt.

Im Zusammenhang mit dem obigen Vers können wir noch Folgendes sagen:

Erstens:  Der Islam regt die Menschen zum Nachdenken über die Daseinsordnung an, damit ihr Glaube auf Wissen und Erkenntnis der Wahrheit aufbaut.

Zweitens: Die Schöpfung hat ein Ziel und gehorcht einem Zeitplan.

Drittens: Niemand lehnt das Jenseits auf der Basis von logischen Argumenten ab, sondern nur weil er auf eine Weise am  Diesseits hängt, als ob es beständig wäre.

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