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Freitag, 03 Juni 2016 09:41

Teil 711: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (67- 69)

Teil 711: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (67- 69)
In diesem Teil möchten wir die  letzten 3 Verse der Sure 29, Sure Ankabut besprechen. Im Vers 67 heißt es:

(29: 67- 69)

أَوَلَمْ يَرَوْا أَنَّا جَعَلْنَا حَرَمًا آمِنًا وَيُتَخَطَّفُ النَّاسُ مِنْ حَوْلِهِمْ ۚ أَفَبِالْبَاطِلِ يُؤْمِنُونَ وَبِنِعْمَةِ اللَّـهِ يَكْفُرُونَ

„Haben sie denn nicht gesehen, dass Wir (die Stadt Mekka) ein sicheres Schutzgebiet gemacht haben, während die (anderen) Menschen in ihrer Umgebung hinweggerissen werden? Wollen sie da noch an (etwas) Falsches glauben und die Huld Allahs leugnen?" (29: 67)

In einer Zeit, in der unter den arabischen Beduinen Raubüberfälle  üblich waren und die verschiedenen Volksstämme sich gegenseitig angriffen und einige bei diesen Angriffen starben oder gefangen genommen wurden, hatte Gott die Stadt Mekka zu einem sicheren Ort werden lassen. Ihre Bewohner wurden geachtet und niemand wagte es, die Stadt anzugreifen. Als zum Beispiel im 6. Jahrhundert nach Christus die schwer bewaffneten Heerscharen von Abraha, welche Kriegselefanten mitführten,  Mekka erobern wollten,  wurden sie durch ein göttliches Wunder vernichtend geschlagen.

Der obige Vers der Sure Ankabut fragt nun die Götzenanbetern von Mekka, warum sie trotz dieses großen Segens, der ihnen zuteilwurde und der Sicherheit, die sie genießen, Götzen anbeten und sich nicht Gott, dem Einen,  sondern falschen Göttern zuwenden. War dies nicht Undankbarkeit gegenüber Gottes Huld?

Wir können uns merken:

Erstens: Sicherheit ist eines der großen Geschenke Gottes. Durch Enthaltung von jeder Art von Götzentum und Unglauben sollte der Mensch sich für diese große Gottesgabe dankbar zeigen.

Zweitens:  Die Erinnerung an die göttlichen Segnungen ist eine gute Grundlage für die Einladung zum Glauben an den Einen Gott.

Es folgt die Besprechung des Verses 68 der Sure 29:


وَمَنْ أَظْلَمُ مِمَّنِ افْتَرَىٰ عَلَى اللَّـهِ كَذِبًا أَوْ كَذَّبَ بِالْحَقِّ لَمَّا جَاءَهُ ۚ أَلَيْسَ فِي جَهَنَّمَ مَثْوًى لِّلْكَافِرِينَ

„Und wer ist ungerechter als jener, der eine Lüge gegen Allah erdichtet oder die Wahrheit verwirft, wenn sie zu ihm kommt?  Ist nicht für die Ungläubigen Quartier in der Hölle (bereit)?" (29: 68)


In der Menschensprache  ist im Zusammenhang mit den sozialen Beziehungen von Unrecht und Ungerechtigkeit  die Rede, d.h. einer der das Recht anderer verletzt, handelt ungerecht. Auch in der religiösen Terminologie wird diese Art von Unrecht scharf verurteilt, aber laut Religion gibt es noch eine schlimmere Art von Unrecht und Frevel, die zugleich Ursache für viele andere Formen der Ungerechtigkeit ist.  Wenn der Mensch einen Götzen als Teilhaber neben Gott stellt, so begeht er ein Unrecht gegenüber Gott, denn es gibt nichts, was mit Gott auf einer Stufe stehen könnte.  Auch hat jemand, der die Gesandten Gottes als Lügner verleumdet und ihre Botschaft negiert, ein Unrecht begangen. Er ist ungerecht zu  diese auserwählten Menschen. Denn er lässt deren   großen unermüdlichen Anstrengungen  für die Rechtleitung der Menschheit außer Acht und ist  undankbar gegenüber diesem großen Segen.  Es leuchtet ein, dass wenn bereits jemand, der  einem normalen Menschen Unrecht antut, dafür am Jüngsten Tag bestraft wird, erst recht und noch härter das Unrecht  gegenüber  Gott und den Propheten vergolten werden wird.

Das Unrecht des Götzentums kann in verschiedenen Formen auftreten:  zum einen in der Anbetung von Götzen und zum anderen auch in Form der Vergötterung von Macht und Einfluss, Gelüsten, des Geldes usw.  Also laufen auch Gottgläubige Gefahr, einer Art Götzendienst zu verfallen. Sie müssen sich daher innerlich von der Liebe zu Dingen, die den Menschen von Gott fernhalten, befreien.

Wir lernen:

Erstens: Das größte Unrecht ist das kultureller Art, bei dem  das Wort Gottes und die Wahrheit  geleugnet und unterdrückt und anstelle dessen die Lüge verbreitet wird. Ein ungerechter Mensch, der die Wahrheit leugnet, wird sich ihr natürlich auch nicht beugen.

Zweitens: Es ist eine Art Fälschung der Religion, ihr nach eigenem Geschmack irgendetwas  hinzufügen. Damit wird Gott eine Lüge zugeschrieben. Wir müssen den Lehren der Religion folgen und nicht die Religion unseren Gedanken und Wünschen und Vorlieben unterwerfen.

Es folgt der Vers 69 der Sure 29:


 وَالَّذِينَ جَاهَدُوا فِينَا لَنَهْدِيَنَّهُمْ سُبُلَنَا ۚ وَإِنَّ اللَّـهَ لَمَعَ الْمُحْسِنِينَ

„Und diejenigen, die  sich für Unsere Sache einsetzen -  - Wir werden sie gewiss auf Unseren Wegen leiten. Wahrlich, Allah ist mit denen, die Gutes tun." . (29: 69)


Dieser Vers, mit dem die Sure Ankabut schließt, verweist auf das Mühen in der Sache Gottes. Dazu gehört sowohl der Kampf gegen die Feinde als auch die Anstrengung um  Verbreitung der Religion Gottes.

In der Islamischen Terminologie bedeutet Dschihad der Kampf gegen den äußeren und den inneren Feind. Ein gläubiger Mensch muss sich gegen die Feinde der Religion Gottes wehren und bereit sein, sein Leben dafür einzusetzen. Er muss aber auch mit seinem Ego kämpfen und sich gegen unzulässige Wünsche wehren. Der Vers 69 unterstreicht den Kampf für Gottes Sache und Gott zuliebe. Nicht selten bekämpfen Leute die Feinde Gottes, aber es geht ihnen dabei nur darum, sich einen Namen zu machen und an einige weltliche Vorteile zu gelangen. Wichtiger als der Dschihad selber ist also die Motivation zum Dschihad. Jedes Mühen für Gottes Sache muss aus aufrichtiger Gottesliebe heraus erfolgen. Wenn das Motiv nicht aufrichtig ist, dann ist es nichts wert beim Kampf das Leben zu verlieren, sondern im Gegenteil ein Schaden.

Wenn jedoch jemand sich Gott zuliebe  für die Sache Gottes einsetzt, wird Gott ihn rechtleiten und unterstützen.  Natürlich gibt es viele Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem Weg zum Ziel und manchmal ist es schwierig zu erkennen, wie man diese Probleme überwinden kann. Also verspricht Gott,  dass er auch dann in Engpässen den Weg weisen wird und seinen Beistand zur Überwindung der Hindernisse schickt.

Wir entnehmen dieser Koranstelle:

Erstens: Gott schickt nicht nur die allgemeine Rechtleitung, die alle einen Nutzen bringt, sondern denjenigen, die sich in aufrichtiger Gottergebenheit besonders für Seine Sache einsetzen, lässt er noch ganz besondere Rechtleitung zukommen. Den ersten Schritt dazu muss jedoch der Mensch selber tun.

Zweitens: Wenn wir etwas mit dem aufrichtigen Motiv, es nur für Gott zu tun, beginnen, wird Gott uns auf dem Weg zum Erfolg Wegweisung geben und nicht alleine lassen.

Drittens: Wenn jemand etwas für die Sache Gottes tut und seine Anstrengungen auf diesen Weg konzentriert, nimmt Gott ihn an der Hand und schickt ihm Beistand bis er ans Ziel gelangt.

Nach Abschluss der Sure 29, Sure Ankabut, werden wir beim nächsten Mal – so Gott will – die Besprechung der nächsten Sure beginnen, nämlich der Sure Rom.

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