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Freitag, 03 Juni 2016 09:40

Teil 710: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (62- 66)

Teil 710: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (62- 66)
Wir besprechen weiter die Sure 29, Sure Ankabut, die insgesamt 69 Verse hat. Der Vers 62 lautet:

(29: 62- 66)


اللَّـهُ يَبْسُطُ الرِّزْقَ لِمَن يَشَاءُ مِنْ عِبَادِهِ وَيَقْدِرُ لَهُ ۚ إِنَّ اللَّـهَ بِكُلِّ شَيْءٍ عَلِيمٌ

„Allah erweitert und beschränkt die Mittel zum Unterhalt dem von Seinen Dienern, den Er will. Wahrlich, Allah besitzt die volle Kenntnis von allen Dingen." (29: 62)


Wir sagten beim letzten Mal, dass die Muslime in Mekka von den Götzendienern schlecht behandelt wurden. Sie wurden von diesen für mehrere Jahre Handels- und Wirtschaftssanktionen unterworfen.  Dennoch wollten einige von ihnen lieber in ihrer Heimatstadt bleiben und nicht von dort wegziehen.  Aber der Koran  mahnt sie, dass sie nicht wegen Erwerbsverlust und Unterhaltsproblemen ihren Glauben aufgeben dürfen,  sondern,  wenn nötig, auswandern sollten. Sie sollen an ihrem Glauben festhalten und wissen, dass Gott – wie der Vers 62 der Sure Ankabut bekräftigt –über das tägliche Brot bestimmt.

Wir können uns merken:

Erstens: Es ist unsere Pflicht nach Lebensunterhalt zu streben. Aber unser Einkommen können wir selber nicht bestimmen. Gott verfügt in Seiner Weisheit darüber.

Zweitens: Die Unterschiede der Menschen hinsichtlich ihres Unterhaltes und der irdischen Gaben basieren wie die Unterschiede im  Menschen selber,  hinsichtlich Intelligenz und Fähigkeiten, auf der Weisheit Gottes. Diese Unterschiede sind übrigens für die  menschliche Gesellschaft von Nutzen.

Es folgen die Verse 63 und 64 der Sure Ankabut, Sure 29:


وَلَئِن سَأَلْتَهُم مَّن نَّزَّلَ مِنَ السَّمَاءِ مَاءً فَأَحْيَا بِهِ الْأَرْضَ مِن بَعْدِ مَوْتِهَا لَيَقُولُنَّ اللَّـهُ ۚ قُلِ الْحَمْدُ لِلَّـهِ ۚ بَلْ أَكْثَرُهُمْ لَا يَعْقِلُونَ

"Und wenn du sie fragst: 'Wer sendet Wasser vom Himmel nieder und belebt damit die Erde nach ihrem Tod?' - dann werden sie gewiss sagen: 'Allah.' Sprich: 'Aller Preis gebührt Allah.' Jedoch die meisten von ihnen begreifen es nicht." (29: 63)



وَمَا هَـٰذِهِ الْحَيَاةُ الدُّنْيَا إِلَّا لَهْوٌ وَلَعِبٌ ۚ وَإِنَّ الدَّارَ الْآخِرَةَ لَهِيَ الْحَيَوَانُ ۚ لَوْ كَانُوا يَعْلَمُونَ

„Dieses irdische Leben ist nichts als ein Zeitvertreib und ein Spiel; die Wohnstatt des Jenseits aber - das ist das eigentliche Leben, wenn sie es nur wüssten!" (29: 64)


Das Leben und der Unterhalt des Menschen hängen vom Regen ab. Wenn in einem Gebiet lange Zeit kein Regen fällt, dann kommt es zu einer Dürrezeit. Pflanzen  und Tieren gehen ein und die Menschen sind einer Hungersnot unterworfen.

Selbst die Götzenanbeter von Mekka waren laut Vers 63 der Überzeugung, dass Gott es ist, der den Regen auf die Erde herabschickt, obwohl sie ansonsten der Ansicht waren, dass es neben Gott Teilhaber gäbe, die ihnen im Leben weiterhelfen. Wenn nun schon die Götzenanbeter überzeugt sind, dass Gott den segensreichen Regen schickt, wieso machen sich dann die Gläubigen hinsichtlich ihres täglichen Brotes Sorgen und sind nicht bereit, für die Sache Gottes auszuwandern?

Sie wissen doch, dass das wahre Leben und der wahre Segen im Jenseits liegen. Auf diese Wahrheit weist der Vers 64 hin und erinnert daran, dass das irdische Leben in Wirklichkeit Zeitvertreib und  Spiel ist.

Kinder beschäftigen sich mit Spielzeug und Erwachsene mit größeren Dingen wie Autos, einer Wohnung, einem Wirtschaftsunternehmen usw.  Beim Spiel der Kinder wird einer der König und ein anderer sein Wezir, einer Arzt und der andere Patient, einer Mutter und der andere das Kind. Wenn das  Spiel zu Ende ist,  liegt fest, dass alle diese Titel künstlich und reine Phantasie waren.

Im Erwachsenenalter erreicht jemand möglicherweise einen Titel und eine Position in der Gesellschaft. Aber wenn sein Leben zu Ende geht, merkt er, dass alles unbeständig war und er sein Leben in Rollen wie diesen verspielt hat. Wo sind die Könige, die in der Geschichte so viele Ansprüche gestellt haben? Wo sind die Befehlshaber der großen Kriege? Die Zeit, in der sie gespielt haben, ist offensichtlich abgelaufen und jetzt sind einige andere mit ähnlichen Spielen  beschäftigt.

Wir möchten noch vier Punkte anführen:

Erstens: Die Gotterkenntnis ist eine Angelegenheit der Fitra – der von Gott verliehenen edlen Ur-Natur. Auch diejenigen, die auf dem Irrweg geraten sind, bekennen  sich zur Wahrheit, wenn die Patina der Sünde und Abweichung auf ihrem Herzen weggewischt wird.

Zweitens:  Viele schlummern  und sind nicht bereit über ihren Ursprung und ihren Ausgang und den Ursprung der Welt und ihren Ausgang nachzudenken.

Drittens: Der Mensch beginnt die Welt unmäßig zu lieben und  vertieft sich in die Unterhaltung mit materiellen Dingen, wenn er nicht an das Jenseits denkt und sich nicht darüber informiert.

Viertens: Das eigentliche Leben ist erst im Jenseits. Dort kommt jeder an den wahren Platz zu stehen. Dort ist die Qual kein Unrecht  und es wird das Recht keines Menschen  verletzt.

Wir sollten uns abschließend den Versen 65 und 66 der Sure 29 zuwenden:


فَإِذَا رَكِبُوا فِي الْفُلْكِ دَعَوُا اللَّـهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ فَلَمَّا نَجَّاهُمْ إِلَى الْبَرِّ إِذَا هُمْ يُشْرِكُونَ

„Und wenn sie ein Schiff besteigen (und dies in  einen Sturm gerät), dann rufen sie Allah an - aus reinem Glauben heraus (und denken nur an Ihn). Bringt Er sie dann aber heil ans Land, siehe, dann stellen sie (Ihm) Götter zur Seite" (29: 65)



لِيَكْفُرُوا بِمَا آتَيْنَاهُمْ وَلِيَتَمَتَّعُوا ۖ فَسَوْفَ يَعْلَمُونَ

„und leugnen somit das, was Wir ihnen beschert haben, und ergötzen sich (am flüchtigen Leben). Bald aber werden sie es erfahren!" (29: 66)

In Fortsetzung der vorherigen Verse, die auf die Zeichen für Gottes Macht aufmerksam machen und den Menschen wachrütteln sollen,  erinnert auch der Vers 65 daran, dass der Mensch, wenn er in Gefahr gerät und auf niemanden mehr hofft,  nur Gott um Hilfe bittet. Wen ruft ihr denn, wenn ihr auf einem Schiff in Seenot geraten seid, und zu ertrinken droht?  Wen bittet ihr denn um Hilfe, wenn das Flugzeug, in dem ihr  sitzt, abzustürzen droht?  Nur Gott der Allmächtige kann in diesem Moment noch den Menschen vor dem herannahenden Tod retten.

Der Mensch sucht automatisch im Leben bei seiner Familie, Verwandten oder Freunden und auch irgendwelchen stofflichen Faktoren  Halt und versucht sich bei Schwierigkeiten mit ihnen zu helfen. Deshalb vergisst er Gott. Aber wenn er in Lebensgefahr gerät und niemand und nichts ihm helfen kann, ruft er nur noch Gott.  Doch eigenartigerweise vergisst derselbe Mensch schnell wieder Gott, nachdem er von Ihm gerettet wurde und beschäftigt sich wieder intensiv mit seinem materiellen Leben und den Freuden des Lebens, ohne Gott noch für seine Gaben zu danken.

Wir lernen:

Erstens: Der Staub der Vergesslichkeit legt sich schnell über die edle Ur-Natur des Menschen – Fitra – aber bei gefährlichen Erlebnissen zerreißt dieser Staubschleier  und die Gott suchende Natur des Menschen erwacht.

Zweitens: Ein aufrichtiges Bittgebet wird erhört. Auch das aufrichtige Gebet eines Nicht-Gläubigen kann erhört werden.

Drittens:  Es ist undankbar gegenüber Gott und Undank gegenüber seinen Segensgaben, Ihm Götzen zur Seite zu stellen. Unterdessen ist es ein Art Dank für die göttlichen Gaben, nur Gott anzubeten.

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