Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Freitag, 03 Juni 2016 09:40

Teil 709: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (56- 61)

Teil 709: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (56- 61)
Wir setzen die Besprechung der Sure 29 fort. Im Vers 56 und 57 heißt es:

(29: 56- 61)


يَا عِبَادِيَ الَّذِينَ آمَنُوا إِنَّ أَرْضِي وَاسِعَةٌ فَإِيَّايَ فَاعْبُدُونِ

„O Meine Diener, die ihr glaubt, Meine Erde ist weit. Darum verehrt nur Mich." (29: 56)


كُلُّ نَفْسٍ ذَائِقَةُ الْمَوْتِ ۖ ثُمَّ إِلَيْنَا تُرْجَعُونَ

„Jede Seele wird den Tod kosten; zu Uns werdet ihr dann zurückgebracht." (29: 57)


Eines der interessanten Gebote des Islams ist das Gebot auszuwandern, wenn dies für die  Wahrung des Glaubens notwendig ist. Zu Beginn des Islams standen die Muslime in Mekka sehr unter dem Druck der Götzendiener  und konnten nicht frei ihren religiösen Pflichten nachkommen.  Daher sind der Prophet und die wahren Gläubigen aus dieser heiligen Stadt  nach Medina ausgewandert  und haben sich in Medina (das vorher Yathrib hieß) niedergelassen.

Der Vers 56 der Sure Ankabut verweist auf eine generelle Regel nämlich, dass die Liebe zur Heimat nicht zum  Hindernis für die Entfaltung des Glaubens und  der Anbetung Gottes werden darf. Der nächste  Vers 57 mahnt daraufhin, dass keiner für immer auf der irdischen Welt bleibt. Es sollte also  niemand im Leben nur nach Reichtum und nach Wahrung seiner Position streben. Wenn ein Gläubiger darauf achtet, dass das Jenseits die ewige Bleibe ist, dann wird er niemals maßlos seine Stadt und Heimat lieben und sich an sie fesseln.

Wir können uns merken:

Erstens: Bei der Wahl unseres Wohnortes sollten wir ernsthaft darauf achten, dass unser Glauben bewahrt bleibt.

Zweitens:  Es ist Pflicht der Gläubigen, wenn nötig, der Religion zuliebe an einen anderen Ort zu ziehen (Hidschra).

Drittens:  Wer wegen seiner Liebe zu einer Stadt oder einer Region, zu Abweichungen von der Religion verleitet wird, der kann sich dafür am Jüngsten Tag nicht entschuldigen.

Viertens: Niemand kann dem Tod ausweichen. Wir sollen als im Leben die Zeit nach dem Tod miteinkalkulieren und für sie planen.

Wir betrachten nun  die Verse 58 und 59 der Sure Ankabut und zwar heißt es dort:


وَالَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَنُبَوِّئَنَّهُم مِّنَ الْجَنَّةِ غُرَفًا تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا ۚ نِعْمَ أَجْرُ الْعَامِلِينَ

Und jene, die glauben und gute Werke tun, beherbergen Wir in den oberen Gemächern des Paradieses, durch das Bäche fließen. Darin verweilen sie auf immerdar. Herrlich ist der Lohn derjenigen, die wohltätig sind, " (29: 58)



الَّذِينَ صَبَرُوا وَعَلَىٰ رَبِّهِمْ يَتَوَكَّلُونَ

„die da standhaft sind und auf ihren Herrn vertrauen..." (29: 59)

In dem Vers 58  verheißt Gott denen, die zur Wahrung des Glaubens Härten auf sich nehmen und wenn nötig aus ihrer Heimat auswandern, dass ihnen im Paradies die besten Wohnstätten beschert werden und sie großen Segen erhalten.

In diesem und dem darauffolgenden Vers 59 werden  drei wichtige Eigenschaften der Gläubigen, durch die sie an den göttlichen Segen gelangen, genannt, nämlich dass sie  rechtschaffen handeln, standhaft bleiben und auf Gott vertrauen.  Es wird wieder daran erinnert, dass der Glauben nichts wert ist, solange er nicht mit rechtschaffenen Werken einhergeht. Rechtschaffenes Handeln trägt aber ohne Ausdauer und Standhaftigkeit keine Früchte und Standhaftigkeit ist ohne das Vertrauen in Gott nicht von langer Dauer.

Wir können an dieser Koranstelle sehen:

Erstens: Glauben und gute Werke sind die Voraussetzungen, die für das Erreichen des Paradieses und der paradiesischen Gaben notwendig sind.

Zweitens:  Was die Gläubigen im irdischen Leben wegen der Wahrung ihres Glaubens aus der Hand geben, wird Gott im Jenseits mit viel Besserem begleichen.

Drittens:  Geduld und Standhaftigkeit sind das Geheimnis der Überwindung von Schwierigkeiten und der Erzielung von Erfolg in den verschiedenen Phasen des Lebens. Es liegt auf der Hand, dass gläubige Menschen, die immer den Schikanen und Beleidigungen der Feinde ausgesetzt sind, mehr als die anderen standhaft bleiben müssen.

Wir setzen unsere Erläuterungen zur Sure 29 mit dem Vers 60 dieser Sure fort:


وَكَأَيِّن مِّن دَابَّةٍ لَّا تَحْمِلُ رِزْقَهَا اللَّـهُ يَرْزُقُهَا وَإِيَّاكُمْ ۚ وَهُوَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ

„Und wie viele Tiere gibt es, die nicht ihre Versorgung zu beschaffen vermögen.  Allah versorgt sie und euch. Und Er ist der Allhörende, der Allwissende." (29: 60)

Im Anschluss an  das Gebot, falls nötig zur Wahrung des Glaubens auszuwandern, werden die Gläubigen im Vers 60 getröstet. Sie sollen sich nicht fürchten wenn sie wegen der Auswanderung ihre Arbeit oder ihren Erwerb verlieren und wegen des Lebensunterhaltes Problemen begegnen. Wenn es notwendig ist, dann wandert aus und wisset, dass Gott das tägliche Brot schickt. Gott wird euch nicht vergessen. Er versorgt doch alle Lebewesen. Selbst Tiere die keine Nahrung speichern können und jeden Tag nach Nahrung suchen müssen, lässt er nicht leer ausgehen. Der Mensch ist nicht weniger als solche Tiere es sind. Wenn er sich Mühe gibt, kann er sich seinen Unterhalt verdienen.

Der Verlust der Arbeit und des Erwerbes, der für den Auswanderer entsteht, lässt sich nach der Hidschra wieder gut machen, aber es lässt sich nicht wieder gutmachen, wenn der Mensch in der Heimat bleibt und sich den Abgöttern und dem Frevel und Unrecht unterwirft.  Durch Götzenanbetung, Unglauben und Frevel wird der Mensch aus der Bahn der Menschlichkeit geworfen.

Wir können uns merken:

Erstens: Diejenigen, die Gott zuliebe ihre Heimat verlassen, sollten keine Befürchtungen wegen ihrer Versorgung hegen und sie sollten nicht aus Angst vor dem Verlust ihres Einkommens, das Gebot der Hidschra ignorieren.

Zweitens: Ein gläubiger Mensch vertraut immer auf Gott und wird nicht seine Pflichten versäumen, weil er Angst um den Verlust seines Unterhaltes hat.

Drittens: Gott ist der Schöpfer des Daseins.  Er hat die Versorgung  aller Tiere und des Menschen vorgesehen."

Wir beenden unsere heutigen Ausführungen mit dem  Vers 61 der Sure 29:


وَلَئِن سَأَلْتَهُم مَّنْ خَلَقَ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ وَسَخَّرَ الشَّمْسَ وَالْقَمَرَ لَيَقُولُنَّ اللَّـهُ ۖ فَأَنَّىٰ يُؤْفَكُونَ

"Und wenn du sie (die Teilhaber neben Gott stellen)  fragst: 'Wer hat die Himmel und die Erde geschaffen und euch die Sonne und den Mond dienstbar gemacht? '- dann werden sie gewiss sagen: 'Gott'. Wieso lassen sie sich dann (von Gott) abwenden?" (29: 61)


Die Götzendiener von Mekka glaubten daran, dass Gott die Welt erschaffen hat. Doch meinten sie die Sonne, der Mond und die Sterne oder irgendwelche Götzen würden ihre Angelegenheiten regeln. Sie erkannten also Gott als Schöpfer an, aber nicht als Herr der Welten. Ihrer Ansicht nach lag daher auch ihre Versorgung und ihr Schicksal nicht in Gottes Hand.

Erstaunlicherweise denken auch  heute viele Menschen genauso. Sie betrachten Gott zwar als ihren Schöpfer aber sie erkennen ihn nicht als den Herrn der Welten und den Gesetzgeber an und richten sich nicht nach Seinen Geboten. Sie glauben der Mensch brauche Gott im Leben nicht und könne ungestört so entscheiden und handeln wie er will.

Wir können uns wie folgt einprägen:

Erstens: Bei der Debatte über den Glauben können wir bei den gemeinsamen Punkten  ansetzen. Zum Beispiel teilten die Muslime und die  Götzendiener von Mekka den Glauben daran, dass Gott der Schöpfer ist.

Zweitens: Die Abwendung von Recht und Wahrheit ist eine allgemeine Gefahr und es ist eine Art Abwendung von Gott, wenn wir Ihn  nur als den Schöpfer und nicht als den Herrn der Welt  anerkennen.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren