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Sonntag, 24 April 2016 05:32

Teil 705: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (36- 40)

Teil 705: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (36- 40)
Wir setzen unsere Kurzexegese bei den Versen 36 und 37 der Sure 29, Sure Ankabut, fort. Dort lesen wir:

(29: 36- 40)


وَإِلَىٰ مَدْيَنَ أَخَاهُمْ شُعَيْبًا فَقَالَ يَا قَوْمِ اعْبُدُوا اللَّـهَ وَارْجُوا الْيَوْمَ الْآخِرَ وَلَا تَعْثَوْا فِي الْأَرْضِ مُفْسِدِينَ

"Und zu Madyan (entsandten Wir) ihren Bruder Schuaib, der sagte: 'O mein Volk, dient Allah und achtet auf den Jüngsten Tag und treibt nicht euer Unwesen auf Erden,  indem ihr Unheil stiftet.'" (29: 36)


فَكَذَّبُوهُ فَأَخَذَتْهُمُ الرَّجْفَةُ فَأَصْبَحُوا فِي دَارِهِمْ جَاثِمِينَ

"Jedoch sie erklärten ihn für einen Lügner. Da erfasste sie ein heftiges Beben, und sie lagen in ihren Wohnungen auf dem Boden." (29: 37)

Im letzten Teil haben Sie erfahren, wie es dem Volk des Lot erging. Die eben zitierten Verse handeln von der Aussendung von Schuaib zu seinem Volk. Auch Schuaib hat wie die anderen Gesandten Gottes sein Volk aufgerufen, nur den Einen Gott anzubeten und an das Jüngste Gericht und Jenseits zu glauben. Er mahnte sie, dass Sünde und Gott-Ungehorsam zu Unheil auf der Erde führen  und Ungerechtigkeit und Frevel in der Gesellschaft zur Folge haben. Wie viele andere Völker in der Vergangenheit hat auch das Volk des Schuaib seinen Propheten der Lüge bezichtigt. Sie achteten nicht auf die Mahnungen und Wegweisungen Schuaibs, der es gut mit ihnen meinte und sie wie seine Brüder behandelte.

Der Koran lässt uns wissen, dass dieses Volk wegen seiner Ablehnung und Sünden die göttliche Strafe im Diesseits erfuhr und von einem schweren Erdbeben vernichtet wurde.

 

Die obige Koranstelle verweist unter anderem noch auf drei Dinge:

Erstens: Die zwei wichtigsten Dinge, zu denen die Propheten als erstes herbeigerufen haben,  sind Tauhid – der Glaube an den Einen Gott – sowie Maad – der Glaube an die  Rückkehr zu Gott und das Jenseits.

Zweitens: Die Propheten verhielten sich brüderlich und freundschaftlich und nicht machtbestrebt oder überheblich zu ihren Mitmenschen.

Drittens: Ein einmaliges Sündigen führt noch nicht zum göttlichen Strafgericht. Die Strafe erfolgt erst, wenn jemand bewusst und aus Trotz gegenüber der Wahrheit an einer Sünde festhält.

 

Es folgt der Vers 38 der Sure Ankabut, nämlich:


وَعَادًا وَثَمُودَ وَقَد تَّبَيَّنَ لَكُم مِّن مَّسَاكِنِهِمْ ۖ وَزَيَّنَ لَهُمُ الشَّيْطَانُ أَعْمَالَهُمْ فَصَدَّهُمْ عَنِ السَّبِيلِ وَكَانُوا مُسْتَبْصِرِينَ

„Und  (Wir vernichteten ebenso) die 'Ad und die Thamud; und dies ist wahrlich aus ihren (zerstörten) Wohnstätten für euch klar ersichtlich. Und Satan ließ ihnen ihre Werke im schönsten Licht erscheinen und hielt sie von dem (rechten) Weg ab, obwohl sie einsichtig waren." (29: 38)

 

Dieser Vers liefert den Hinweis auf die Völker 'Ad und Thamud, mit deren Rechtleitung die Propheten Hud und Saleh beauftragt worden waren. Diese beiden Völkern, über deren Geschichte in weiteren Versen geschrieben steht, haben ebenso ihre Propheten als Lügner bezeichnet und sich bewusst gegen ihre Gebote gestellt.

Der Koran wendet sich  im Vers 38 an die  Bewohnern von Mekka zurzeit des Propheten des Islams und es heißt: Diese beiden Völker – die 'Ad und Thamud  haben auch die göttliche Strafe erlebt und die Ruinen ihrer Städte liegen doch im Süden und Norden von Mekka auf dem Weg nach Jemen und nach Schaam (früheres Syrien). Ihr kommt häufig an diesen Stadtruinen vorbei,  aber ihr zieht keine Lehre aus ihrem Anblick.

Dann wird noch im Vers 38 gesagt, dass diese beiden Völker bestraft wurden, weil sie Satan befolgten, der ihnen ihre Taten beschönigte. Die 'Ad und Thamud ließen sich durch weltliche Verlockungen von Satan auf Abwege  führen, obwohl ihnen alle Mittel zur Verfügung standen um die Wahrheit zu erkennen, nämlich  die Vernunft und die  angeborene Ur-Natur (Fitra)in ihrem Innern und der Aufruf  der Propheten von außen.

 

Wir lernen aus dem Vers 38 der Sure Ankabut:

Erstens: Die Spuren alter Völker, die lehrreich für die  nachfolgenden Generationen sind, müssen erhalten bleiben.

Zweitens: Satan versteht sich darauf, Hässliches  ins schöne Licht zu rücken. Dinge, die der Mensch aufgrund seiner Vernunft und seiner Gott gegebenen Ur-Natur als hässlich empfindet, werden von Satan als schön und attraktiv hingestellt.  Zum Beispiel lässt Satan schlechten Eigenschaften wie Eigendünkel, Überlegenheitsbestrebungen und wegen  Reichtum und Macht empfundenen Stolz im schönsten Licht erscheinen.

 

In den beiden nächsten Versen 39 und 40 der Sure Ankabut, mit deren Besprechung wir diese Folge abschließen, lesen wir wie folgt:

 وَقَارُونَ وَفِرْعَوْنَ وَهَامَانَ ۖ وَلَقَدْ جَاءَهُم مُّوسَىٰ بِالْبَيِّنَاتِ فَاسْتَكْبَرُوا فِي الْأَرْضِ وَمَا كَانُوا سَابِقِينَ

„Und (Wir vernichteten) Korah und Pharao und Haman. Und Moses kam wahrlich mit deutlichen Beweisen zu ihnen, doch sie betrugen sich hochmütig  auf Erden; (Uns) aber konnten sie nicht entrinnen." (29: 39)


فَكُلًّا أَخَذْنَا بِذَنبِهِ ۖ فَمِنْهُم مَّنْ أَرْسَلْنَا عَلَيْهِ حَاصِبًا وَمِنْهُم مَّنْ أَخَذَتْهُ الصَّيْحَةُ وَمِنْهُم مَّنْ خَسَفْنَا بِهِ الْأَرْضَ وَمِنْهُم مَّنْ أَغْرَقْنَا ۚ وَمَا كَانَ اللَّـهُ لِيَظْلِمَهُمْ وَلَـٰكِن كَانُوا أَنفُسَهُمْ يَظْلِمُونَ

„So erfassten Wir einen jeden in seiner Sünde; es waren unter ihnen welche, gegen die Wir einen Sandsturm schickten, und welche, die der Schrei ereilte, und welche, die  Wir in die Erde versinken ließen, und welche, die Wir ertrinken ließen. Und nicht Allah wollte ihnen Unrecht tun, sondern sie taten sich selbst Unrecht." (29: 40)

 

Nach dem Hinweis auf den Untergang einiger sündigen Völker wird im Vers 39 der Sure 29 auch auf das schlimme Ende einiger einzelnen Personen in der Geschichte aufmerksam gemacht, die arrogante Herrenmenschen und Widersacher waren, wie Korah (Arabisch: Qarun), Pharao ( Arabisch: Fer'un) und Haman.

Korah bildete sich  wegen seines großen Reichtums etwas ein,  während  der Pharao aufgrund seiner Macht zum größten Widersacher Gottes geworden war und sein Wesir Haman sich an seinen Verbrechen mitbeteiligte.

Alle drei waren von Moses gemahnt und gewarnt worden. Er hatte ihnen deutliche Beweise erbracht. Dennoch wollten sie sich nicht der Wahrheit und dem Recht beugen und nicht von ihrem falschen Weg ablassen. Sie lehnten sich gegen diesen großen Propheten Gottes auf und wollten ihn verdrängen. Diese drei Frevler  dachten, sie kämen gegen den Willen Gottes an.

Aber Gott wollte, dass Korah von der Erde verschluckt wird und dass Pharao und Haman im Nil ertrinken.

 

Im Vers 40 werden verschiedene Strafen Gottes im diesseitigen Leben, die in anderen Versen des Korans noch näher beschrieben stehen, genannt. Das Volk 'Ad wurde durch einen Sand- und Kieselsturm vernichtet, der sieben Tage unentwegt tobte. Die Thamud wurden durch Blitz und Erdbeben hinweggetilgt. Andere Frevler versanken in der Erde oder ertranken im Wasser. Dies waren ihre Strafen im Diesseits.

Wir sehen:

Erstens: Arroganz und Überlegenheitsbestrebungen führen zur Vernichtung. Durch Macht und Reichtum und andere Möglichkeiten können schlechte Menschen sich nicht vor der Vernichtung retten.

Zweitens: Gottes Macht steht über allen Mächten. Diejenigen, die sich gegen die Lehre Gottes und ihre Anhänger stellen, sollen nicht denken, sie könnten etwas gegen die  Macht Gottes unternehmen.

Drittens: Gott straft nicht immer auf dieselbe Weise. Er kann frevlerische Menschen in jeder beliebigen Form bestrafen.

Viertens: Das Schicksal eines jeden hängt von seinen Taten ab.

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