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Dienstag, 19 April 2016 08:13

Teil 702: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (24- 26)

Teil 702: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (24- 26)
Diesmal besprechen wir einzeln die Verse 24, 25 und 26 der Sure 29, Sure Ankabut. Im Vers 24 heißt es wie folgt:

(29: 24- 26)


فَمَا كَانَ جَوَابَ قَوْمِهِ إِلَّا أَن قَالُوا اقْتُلُوهُ أَوْ حَرِّقُوهُ فَأَنجَاهُ اللَّـهُ مِنَ النَّارِ ۚ إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَآيَاتٍ لِّقَوْمٍ يُؤْمِنُونَ

"Die Antwort seines Volkes waren nur die Worte: 'Erschlagt ihn (Abraham) oder verbrennt ihn.' Doch Allah errettete ihn aus dem Feuer. Hierin liegen wahrlich Zeichen für Leute, die glauben." (29: 24)

In der Sure 29 wird im Vers 15 und 16 zunächst auf das Wirken von  Nuh (Noah) verwiesen und danach handeln mehrere Verse von  Ibrahim (Abraham), der die Götzendiener aufrief, sich -  anstatt den Götzen -   Gott zuzuwenden und an das Jenseits zu denken.  Der obige Vers 24 der Sure Ankabut gibt die Reaktion der anderen wieder, und zwar haben jene, die keine richtige Antwort auf die einleuchtenden Argumente des Propheten Abrahams hatten, mit Gewalt reagiert. Wie alle Unterdrücker auf der Welt forderten sie eine harte Maßnahme gegen den Propheten. Um ihn loszuwerden,  schlugen sie seine Hinrichtung,  zum Beispiel durch Verbrennen  auf dem Scheiterhaufen, vor.

Schließlich fassten sie laut den Versen 68 bis 70 der Sure Anbiya (21) den Entschluss, ein großes Feuer anzuzünden und Abraham hineinzustoßen. Nun heißt es im oben genannten Vers 24 der Sure 29, dass Gott den Propheten Abraham aus dem Feuer rettete. Auf Befehl Gottes wurde – wie es an einer anderen Stelle im Koran steht -  das Feuer für Abraham kalt und harmlos und Abraham nahm keinerlei Schaden. Dies erklärt  Gott im Vers 24 als  ein Zeichen für die Gläubigen dafür, dass die Macht Gottes über allen anderen materiellen und scheinbaren  Mächten zu stehen kommt.

Wir können uns zum  obigen Vers merken:

Erstens: Die Feinde der Religion Gottes bekämpfen mit Schikanen, Folterungen, Mord und Hinrichtung den Glauben. Sie wollen nichts von der Wahrheit wissen, sondern ihre Macht und Pracht und ihren Reichtum wahren.

Zweitens:  Auch wenn die Gläubigen nur gering in der Zahl sind, ist dies kein Argument, gegenüber den Herrenmächten und den Unterdrückern kleinbeizugeben. Abraham war ganz alleine, aber dennoch hat er gegenüber den Abergläubigen und den Gottesleugnern standgehalten, und Gott schickte ihm Beistand.

Drittens: Gottes Wille herrscht über alle Ursachen. Er lässt Ursachen entstehen und hebt sie wieder auf.  Gott  gibt dem Feuer die Macht, Dinge zu verbrennen, und nimmt ihm diese Macht, wenn immer Er will.

Wir wenden uns dem nächsten Vers zu, nämlich Vers 25 der Sure 29:


وَقَالَ إِنَّمَا اتَّخَذْتُم مِّن دُونِ اللَّـهِ أَوْثَانًا مَّوَدَّةَ بَيْنِكُمْ فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا ۖ ثُمَّ يَوْمَ الْقِيَامَةِ يَكْفُرُ بَعْضُكُم بِبَعْضٍ وَيَلْعَنُ بَعْضُكُم بَعْضًا وَمَأْوَاكُمُ النَّارُ وَمَا لَكُم مِّن نَّاصِرِينَ

"Und er (Abraham)  sagte:'Ihr (Götzendiener) habt euch nur Götzen statt Allah genommen, um die Beziehung zueinander im irdischen Leben zu pflegen. Dann aber, am Tage der Auferstehung, werdet ihr einander verleugnen und verfluchen. Und eure Bleibe  wird das Feuer sein; und ihr werdet keine Helfer finden.'" (29: 25)

Nach seiner Rettung aus dem Feuer, setzte Abraham seinen Aufruf zur Religion Gottes fort und warnte erneut vor dem Götzendienst.  Wie die Geschichte bezeugt, war jeder Volksstamm auf seinen  eigenen Götzen stolz. Für sie war ihr Götze Wahrzeichen für ihre Identität. Die Anbetung eines gemeinsamen Götzen verband die Mitglieder eines Stammes miteinander. Außerdem ehrten sie nach ihrer Ansicht durch diesen Götzendienst ihre Vorfahren, die das gleiche getan hatten. Aber Prophet Abraham mahnte sie, dass durch Götzenanbetung entstandene Verbindungen zu den Vorfahren und zwischen den Mitgliedern eines Stammes im Jenseits auseinanderbrechen werden. Vor Gott  wird jeder versuchen, andere für seine Sünden verantwortlich zu machen, und ihnen die Götzenanbetung vorwerfen. Diejenigen, die Untertanen waren, werden die Anführer ihrer Gesellschaft verwünschen und sagen, dass sie an ihrem Irrglauben schuld sind. Keiner wird bereit sein, die Verantwortung für diesen gewaltigen Irrtum auf sich zu nehmen.  Abraham mahnt die Götzenanbeter: Eure Vorfahren, deren Götzenanbetung ihr weiterpflegt und meint sie dadurch zu achten, werden euch am Jüngsten Tag dafür verantwortlich machen, dass ihr nicht nachgedacht und unüberlegt den falschen Weg, den sie gegangen sind,  fortgesetzt habt.

Diese Stelle im Koran lehrt uns:

Erstens: Die Achse der Einheit und Identität einer Gesellschaft muss korrekt und logisch sein.  Sie darf nicht wie bei den Polytheisten,  in den Götzen bestehen, durch die diese sich innerhalb der Stammesgemeinschaft miteinander und mit ihren Vorvätern verbunden fühlen.

Zweitens:  Vernunft und Logik müssen über die Gefühle des Menschen zu stehen kommen. Es darf nicht umgekehrt sein, nämlich dass emotionale Bindungen darüber bestimmen, wie der Mensch denkt und an was er glaubt.

Drittens:  Diesseitige Freundschaften, die  aus falschen Gründen entstehen, werden im Jenseits nicht nur nichts nützen, sondern sogar in Feindschaft und Abscheu verwandelt.

Vers 26 der Sure Ankabut, Sure 29, sagt Folgendes aus:


فَآمَنَ لَهُ لُوطٌ ۘ وَقَالَ إِنِّي مُهَاجِرٌ إِلَىٰ رَبِّي ۖ إِنَّهُ هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

"Da glaubte Lot ihm; und (Abraham) sagte: 'Ich werde zu meinem Herrn auswandern; Er ist der Allmächtige, der Allweise.'" (29: 26)

Prophet Abraham hatte unversehrt die Flammen des großen Feuers, das Nimrud und seine Leute für ihn angezündet hatten, verlassen.  Der erste, der sich zu seiner Prophetschaft bekannte und sein Helfer wurde, war Lot(Lut), der später auch zum Gesandten Gottes auserwählt wurde und die Lehre Abrahams unter den Menschen verkündete.

Als Abraham sah, dass sich außer Lot kein anderer zur Religion  Gottes bekennt, obwohl sie das gewaltige Wunder erlebt hatten, erklärte er, dass er seine Heimat und die Heimat seiner Väter verlassen werde und Gott zuliebe auswandert. Er wollte die Menschen in anderen Gebieten zur Religion Gottes einladen.     Dank dieser Hidschra, nämlich der Auswanderung zur Wahrung der Religion,  war Abraham vor den Schikanen der Leute in seiner Stadt sicher und gelangte außerdem an die Möglichkeit, seinen  Prophetenauftrag fortzusetzen und die Lehre von der Anbetung nur des Einen Gottes an anderen Orten weiterzuverbreiten.

Wir sehen eine Parallele zu der Hidschra des Propheten des Islams.  Prophet Mohammad (der Segen Gottes sei auf ihm und Friede seinem Hause) wurde einerseits durch seine Hidschra von Mekka nach Medina aus der Klemme befreit und andererseits konnte  er die Einwohner von Medina zum Islam einladen.

Aufgrund der Koranstelle 29:26 möchten wir noch auf folgende zwei Punkte hinweisen:

Erstens: Die Propheten sind nicht wie jene Machthaber, die versuchen sich gegenseitig zu vernichten, um ihre  Macht zu steigern.  Im Gegensatz zu ihnen,  ist den Propheten daran gelegen, sich gegenseitig zu stärken und die  Lehre Gottes zu verbreiten. So bekannte sich  Lot zur Prophetschaft Abrahams und unterstützte ihn.

Zweitens: Gottesfreunde sind nicht an einen Ort gebunden und wenn nötig, verlassen sie ihre Heimat.

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