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Dienstag, 19 April 2016 08:11

Teil 699: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (8- 13)

Teil 699: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (8- 13)
Wir setzen die Besprechung der Sure 29, Sure Ankabut, bei den Versen 8 und 9 fort. In diesen Versen heißt es:

(29: 8- 13)


وَوَصَّيْنَا الْإِنسَانَ بِوَالِدَيْهِ حُسْنًا ۖ وَإِن جَاهَدَاكَ لِتُشْرِكَ بِي مَا لَيْسَ لَكَ بِهِ عِلْمٌ فَلَا تُطِعْهُمَا ۚ إِلَيَّ مَرْجِعُكُمْ فَأُنَبِّئُكُم بِمَا كُنتُمْ تَعْمَلُونَ

„Und Wir haben dem Menschen anempfohlen, seinen Eltern Gutes zu tun. Doch wenn diese beiden (die Eltern)  dich zwingen wollen, Mir das zur Seite zu stellen, wovon du keine Kenntnis hast, so gehorche ihnen nicht. Zu Mir werdet ihr heimkehren, (und) dann will Ich euch verkünden, was ihr getan habt." (29: 8)


وَالَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَنُدْخِلَنَّهُمْ فِي الصَّالِحِينَ

„Und jene, die glauben und gute Werke tun - wahrlich, Wir werden sie unter den Rechtschaffenen einreihen." (29: 9)

In den Anfängen des Islams hatten sich einige junge Menschen dem Propheten angeschlossen und waren Muslim geworden. Sie hatten sich von der Götzenanbetung abgewandt.  Ihre Eltern verlangten von ihnen, dass sie sich wieder vom Islam lossagen und Götzendienst betreiben. Eine Mutter hatte sogar einen Hungerstreik begonnen, um ihren Sohn emotional unter Druck zu setzen. Dennoch ließen sich die Kinder dieser Eltern nicht mehr von ihrem Islambekenntnis abbringen.

Im Vers 8 der Sure Ankabut wendet sich Gott an diese junge Menschen und alle, die in einer ungläubigen Familie leben. Er  erklärt ihnen, dass die Wahrung der Religion höher zu stehen kommt, als  die Pflicht, die  Eltern zufriedenzustellen, und niemand wegen seiner Gefühle die Religion aufgeben darf. Allerdings heißt es in diesem Vers auch, dass der Respekt vor den Eltern gewahrt werden muss und die Kinder- soweit es in ihren Kräften steht-  ihre Eltern gut behandeln müssen.

Der darauffolgende Vers richtet sich daraufhin an alle in der Familie, ob die Eltern oder die Kinder, denn es heißt dort, dass alles was der Mensch im  diesseitigen Leben tut, registriert wird und jeder einmal dafür Rede und Antwort stehen muss. Es wird gesagt, dass  nur diejenigen am Jüngsten Tag zu den Rechtschaffenen  gereiht werden, die im Leben geglaubt und rechtschaffen gehandelt haben.

Wir können uns an dieser Stelle drei Dinge merken:

Erstens: Es ist eine menschliche Pflicht, den Eltern Gutes zu tun. Wir müssen ihnen  Dienste erweisen und sie achten, ob sie Muslime sind oder nicht.

Zweitens:  Die Einladung zum Götzentum ist eine Einladung zu einer Sache, die nicht auf Wissen basiert.  Götzenanbetung kann sich weder auf die Vernunft noch auf Wissen stützen.

Drittens: Kinder müssen die Freiheit haben, den rechten Weg zu wählen. Die Eltern können ihre Kinder nicht auf den Weg zwingen, den sie selber gehen.

Die nächsten beiden Verse, die Verse 10 und 11 der Sure 29, lauten:


وَمِنَ النَّاسِ مَن يَقُولُ آمَنَّا بِاللَّـهِ فَإِذَا أُوذِيَ فِي اللَّـهِ جَعَلَ فِتْنَةَ النَّاسِ كَعَذَابِ اللَّـهِ وَلَئِن جَاءَ نَصْرٌ مِّن رَّبِّكَ لَيَقُولُنَّ إِنَّا كُنَّا مَعَكُمْ ۚ أَوَلَيْسَ اللَّـهُ بِأَعْلَمَ بِمَا فِي صُدُورِ الْعَالَمِينَ

"Und unter den Menschen sind manche, die sagen: 'Wir glauben an Allah', doch wenn sie für Allahs Sache Ungemach erleiden müssen, betrachten sie die Anfeindung von Menschen als der Strafe Allahs gleich. Kommt aber Hilfe von deinem Herrn, dann sagen sie gewiss: 'In der Tat! Wir waren mit euch'. Ist es nicht Allah, der am besten weiß, was in den Herzen aller Geschöpfe ist?" (29: 10)


وَلَيَعْلَمَنَّ اللَّـهُ الَّذِينَ آمَنُوا وَلَيَعْلَمَنَّ الْمُنَافِقِينَ

„Und Allah wird sicherlich die erkennen, die glauben, und Er wird sicherlich  (auch) die Heuchler erkennen." (29: 11)

In diesen beiden Versen spricht Gott von einer anderen Gruppe von Gläubigen, nämlich denjenigen, die nur dann gläubig sind, wenn es ihnen gut geht und -  falls sie wegen ihres Glaubens Probleme und Härten ertragen müssen -  von ihm ablassen und auch die anderen Gläubigen nicht mehr unterstützen.  Wenn aber die Schwierigkeiten vorbei sind und die Gläubigen wieder erstarkt sind, dann behaupten sie Partner der Gläubigen zu sein und sagen: Wir haben euch immer unterstützt, also haben wir auch Teil an eurem Erfolg.

Im nächsten Vers mahnt Gott, dass er bei jedem Menschen genau darüber im Bilde ist, was in ihm vorgeht und ob er bereit ist, für die Wahrung des Glaubens alles zu riskieren oder aber bei der geringsten  Ungemach von seinem Glauben ablässt.

Wir sehen:

Erstens: Bei einigen ist der Glauben nur ein Lippenbekenntnis. Wir sollten also nicht jedem vertrauen, der behauptet gläubig zu sein, denn erst bei Schwierigkeiten und Härten zeigt  sich, ob jemand wirklich gläubig ist.

Zweitens: Manchmal muss man einen Preis für das Glaubensbekenntnis oder die Wahrung des Glaubens zahlen. Wahrhaftige Gläubige nehmen Härten auf ihrem Glaubensweg in Kauf und ertragen sie.

Drittens: Heuchler sind Opportunisten. Bei Schwierigkeiten und Gefahren suchen sie das Weite und bei Erfolgen stellen sie sich als Helfer und Unterstützer der Gläubigen vor, um Vorteile zu genießen.

Es folgen die Verse 12 und 13 der Sure Ankabut, Sure 29:


وَقَالَ الَّذِينَ كَفَرُوا لِلَّذِينَ آمَنُوا اتَّبِعُوا سَبِيلَنَا وَلْنَحْمِلْ خَطَايَاكُمْ وَمَا هُم بِحَامِلِينَ مِنْ خَطَايَاهُم مِّن شَيْءٍ ۖ إِنَّهُمْ لَكَاذِبُونَ

„Und die Ungläubigen sagen zu denen, die glauben: 'Wenn ihr unserem Weg folgt, so wollen wir eure Sünden tragen.' Sie werden aber nichts von ihren Sünden tragen können. Sie sind gewiss Lügner." (29: 12)


وَلَيَحْمِلُنَّ أَثْقَالَهُمْ وَأَثْقَالًا مَّعَ أَثْقَالِهِمْ ۖ وَلَيُسْأَلُنَّ يَوْمَ الْقِيَامَةِ عَمَّا كَانُوا يَفْتَرُونَ

„Aber sie sollen wahrlich ihre eigenen Lasten tragen und (noch) Lasten zu ihren Lasten dazu. Und sie werden gewiss am Tage der Auferstehung über das befragt werden, was sie (über Gott und den Propheten) erdichtet haben." (29: 13)

Die Götzenanbeter waren bestrebt, die Gläubigen von ihrem Glauben abzubringen und sie für den Götzenglauben zurückzugewinnen. Sie sagten zum Beispiel zu ihnen:  Kehrt doch auf unseren Weg, der der Weg unserer Väter ist, zurück und wendet euch vom Propheten ab! Sollte das keine Sünde sein, so machen wir uns nicht schuldig. Aber wenn es Sünde sein sollte, dann werden wir dafür geradestehen und euch trifft keine Schuld.

Aber Gott erklärt, dass sie lügen, denn die Vergeltung, ob Lohn oder Strafe, liegt in Gottes Hand und keiner bestimmt darüber. Keiner kann die Strafe eines Sünders übernehmen. Gott macht den Götzendiener  klar:  Wenn sie mit ihrer  Lüge jemanden vom richtigen Weg abbringen, so dass er den Glauben an Gott wieder aufgibt,  wird sowohl  derjenige, der wieder ungläubig wurde, als auch derjenige, der ihn auf den falschen Weg geführt hat, bestraft werden.  Letzterer lädt sich  dadurch sogar zusätzliche Sündenlast auf.

Wir können uns folgende Punkte einprägen:

Erstens: Die Feinde des Glaubens  lassen die Gläubigen nicht in Ruhe. Manchmal schikanieren und quälen sie sie und manchmal machen sie ihnen falsche Versprechungen. In jedem Fall wollen sie die Gläubigen dazu verleiten, dass sie den Weg des Unglaubens und des Götzentums einschlagen.

Zweitens: Gemäß der Islamischen Weltanschauung kann niemand die Sündenlast eines anderen übernehmen oder versprechen: Ich stehe für deine Sünde gerade

Drittens:  Jemand, der andere auf den Irrweg führt, ist an deren Sünde mitbeteiligt und ist für die Sünden desjenigen, der durch ihn  vom rechten Weg abkam, verantwortlich. Allerdings wird dadurch die Sündenlast dessen,  der sich auf Abwege führen ließ, nicht weniger.

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