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Dienstag, 19 April 2016 08:06

Teil 698: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (1- 7)

Teil 698: Sure Ankabut (Die Spinne) Verse (1- 7)
In Namen Gottes des Allbarmherzigen, des Gütigen.  Diese Worte gehen 113 von 114 Koransuren voraus und so auch der  Sure 29, Sure Ankabut, deren Besprechung wir hiermit beginnen. In den ersten 3 Versen diese Sure steht:

(29: 1- 7)


الم

„Alif Lam Mim" (29: 1)


أَحَسِبَ النَّاسُ أَن يُتْرَكُوا أَن يَقُولُوا آمَنَّا وَهُمْ لَا يُفْتَنُونَ

"Meinen die Menschen, sie würden in Ruhe gelassen (und sich selbst überlassen) werden, wenn sie bloß sagten: 'Wir glauben', und meinen sie, sie würden nicht auf die Probe gestellt?" (29: 2)


وَلَقَدْ فَتَنَّا الَّذِينَ مِن قَبْلِهِمْ ۖ فَلَيَعْلَمَنَّ اللَّـهُ الَّذِينَ صَدَقُوا وَلَيَعْلَمَنَّ الْكَاذِبِينَ

„Und Wir stellten doch die auf die Probe, die vor ihnen waren.  Also wird Allah gewiss die erkennen, die wahrhaftig sind (wenn sie sagen, sie würden glauben), und gewiss wird Er die Lügner erkennen." (29: 3)

Wie es bei einigen anderen Suren der Fall ist, wird  auch die Sure Ankabut nach einem Tier benannt, welches innerhalb der Sure vorkommt. Und zwar heißt es im Vers 41 dieser Sure: „Das Gleichnis derer, die sich Helfer außer Allah nehmen, ist wie das Gleichnis von der Spinne, die sich ein Haus macht; und das gebrechlichste der Häuser ist gewiss das Haus der Spinne - wenn sie es nur begreifen würden!"

Die Sure Ankabut gehört zu den 29 Suren im Heiligen Koran die mit  Siglen beginnen. Sie wissen ja inzwischen, dass diese Einzelbuchstaben eine verborgene Bedeutung haben. Sie erinnern aber auch daran, dass der Koran ein göttliches Wunder aus diesen einfachen Einzelbuchstaben des Alphabetes ist. Wer will, kann versuchen, selber ein solches Buch aus diesen einfachen Buchstaben herzustellen und der Menschheit  vorlegen.

Dann wird im zweiten und dritten Vers der Sure 29 auf eine uralte göttliche Regel hingewiesen, die für alle Menschen - die Geschichte hindurch -  gilt und zwar die Regel, dass sie auf die Probe gestellt werden. Sie werden auf die Probe gestellt, damit sich zeigt, ob sie es ernst meinen, wenn sie sagen, dass sie glauben. Durch diese Prüfungen werden diejenigen die wahrhaftig im Glauben sind, von denen, die dies nur behaupten, unterschieden.

Es gibt immer Leute, die sich für Gläubige und  Gott ergeben halten, aber rasch ihren Glauben verlieren, wenn sie wegen der Religion in Schwierigkeiten geraten.   In dem Moment stellt sich heraus, dass manch einer  anders war und dachte, als es den Anschein hatte. Außerdem  sind einige von Anfang an gar nicht gläubig, sondern nur Heuchler und weil sie in einer muslimischen Gesellschaft lebten, haben sie zur Wahrung ihrer Interessen nur so getan, als ob sie Muslime wäre. In kritischen Situationen wird jedoch ihre Heuchelei offensichtlich.

Wir können den einleitenden Versen der Sure Ankabut entnehmen:

Erstens: Durch ein bloßes Lippenbekenntnis entsteht noch kein Glaube. Wahrer Glaube zeigt sich in kritischen Situationen. Ob jemand gläubig ist, zeigt sich an Taten,  die beweisen, dass  er bereit ist, für die Wahrung seines Glaubens jedes Opfer auf sich zu nehmen.

Zweitens: Es ist eine feste göttliche Vorgehensweise, die Menschen auf die Probe zu stellen;  jeden auf seine Art: die Reichen mit ihrem Vermögen und die Armen mit ihren Entbehrungen, die Mächtigen mit ihrer Macht und die Unterlegenen mit ihrer Schwäche.

Wir wenden uns den  Versen 4 und 5 der Sure 29 zu:


أَمْ حَسِبَ الَّذِينَ يَعْمَلُونَ السَّيِّئَاتِ أَن يَسْبِقُونَا ۚ سَاءَ مَا يَحْكُمُونَ 

„Oder meinen die Übeltäter etwa, dass sie Uns zuvorkommen und der Vergeltung entrinnen können? Wie falsch sie urteilen!" (29: 4)


مَن كَانَ يَرْجُو لِقَاءَ اللَّـهِ فَإِنَّ أَجَلَ اللَّـهِ لَآتٍ ۚ وَهُوَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ

„Wer mit Allahs Begegnung rechnet, (der soll wissen, dass) Allahs angesetzte Frist sicher abläuft. Und Er ist der Allhörende, der Allwissende." (29: 5)

Nachdem Gott vorher auf Seinen allgemeinen Brauch, die Gläubigen auf ihre  Wahrhaftigkeit zu prüfen, hingewiesen hat, werden in den nächsten beiden soeben genannten Versen sowohl die Ungläubigen als auch die Gläubigen angesprochen. Diejenigen, die den Glauben ablehnen, werden vor der Illusion gewarnt,  der göttlichen Strafe entkommen und gegen Gottes Allmacht etwas ausrichten zu können. Ihre schlechten Taten in Form von  Ungehorsam gegenüber dem Allmächtigen und Schikanieren der Gläubigen werden sämtlich in ihrem „Arbeitszeugnis" – der Akte ihrer Taten – registriert und vor dem Jüngsten Gericht verrechnet und bestraft werden.

Aber diejenigen, die an Gott und das Jüngste Gericht glauben und auf das Paradies hoffen, sollen nach besten Kräften  Gott dienen und  ihren Glauben nicht aufgeben, auch wenn die Feinde sie unter Druck setzen oder sie Probleme haben.  Sie sollen ihren Glauben wahren, denn die Verheißung Gottes über die Auferstehung von den Toten und das Jenseits sind wahr. Am Jüngsten Tag werden die Schleier des Materiellen beiseite weichen und alle Wahrheiten werden offenbar.

Wir können uns also vergegenwärtigen:

Erstens: Das Begehen einer Sünde und deren Wiederholung wirken   sich nachteilig auf die Einstellung des Menschen aus. Durch schlechte Taten verstrickt sich der Mensch in falsche Vorstellungen über Gott und die Daseinsordnung.

Zweitens:  Sünder sollten sich nichts darauf einbilden, wenn Gott ihnen eine Frist einräumt, denn diese Frist wird ablaufen und dann folgt das Jüngste Gericht und das Jenseits.  Die Rechtschaffenen aber sollten geduldig und standhaft bleiben, denn die Verheißung Gottes wird in Erfüllung gehen.

Wir möchten uns nun noch die Verse 6 und 7 der Sure 29 anschauen. Dort spricht Gott:


وَمَن جَاهَدَ فَإِنَّمَا يُجَاهِدُ لِنَفْسِهِ ۚ إِنَّ اللَّـهَ لَغَنِيٌّ عَنِ الْعَالَمِينَ

„Und wer sich (um Gottes Sache) bemüht, bemüht sich zu seinem eigenen Vorteil, denn Allah ist auf niemanden von allen Welten angewiesen." (29: 6)



وَالَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَنُكَفِّرَنَّ عَنْهُمْ سَيِّئَاتِهِمْ وَلَنَجْزِيَنَّهُمْ أَحْسَنَ الَّذِي كَانُوا يَعْمَلُونَ

„Und jene, die glauben und gute Werke tun - wahrlich, Wir werden ihre schlechten Taten tilgen  und ihnen ihre besten Taten (besser als das, was sie getan haben)  vergelten." (29: 7)

Wer gläubig ist, bleibt nicht passiv und zieht sich nicht  aus der Gesellschaft zurück. Er muss sich aktiv für den Islam und die Muslime einsetzen und, wenn es nötig wird, die Religion gegenüber den Feinden verteidigen. Ein gläubiger Mensch muss also um Gottes Sache bemüht sein. Aber Gott ist natürlich für den Schutz Seiner Religion nicht auf diese Anstrengungen der Gläubigen angewiesen. Die  Anstrengung der Gläubigen für die Sache Gottes gereicht ihnen selber zum Vorteil.  Gott verheißt diesen Menschen seine besondere Gnade – Er verzeiht sowohl ihre Sünden als dass er ihre guten Werken mit dem besten und viel höherem Lohn erwidert.

Wir  können dieser Stelle im Koran entnehmen:

Erstens:  Mit dem Mühen um die Sache Gottes ist nicht nur der bewaffnete Kampf gegen den Feind gemeint, sondern jegliche Anstrengung und Art von Dschihad – ob nun die Bemühung um Selbstveredlung  - der Dschihad mit dem Ego also – oder die Vereitelung der feindlichen Verschwörungen im Bereich der Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie alle sind Dschihad – also Anstrengungen für die Sache Gottes,  und es ist klar, dass sie für die Muslime vorteilhaft sind.

Zweitens: Wenn wir uns auf dem Wege Gottes anstrengen, so  wird Gott uns unsere Versäumnisse und Fehler verzeihen und unsere Mühen auf beste Weise belohnen.

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