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Dienstag, 23 Februar 2016 04:41

Die große Rückkehr (7)

Die große Rückkehr (7)
  Wir sagten, dass die Welt selber nicht das Ziel ist, sondern ein Acker auf dem der Mensch Saatgut streut und von dem er in einer anderen Welt erntet.

Imam Ali (a) sagt daher: Die Welt ist ein Durchgang und keine Bleibe (Nahdsch-ul Balagha- Weisheit 133) … Im diesseitigen Leben ist somit ein Mittel sehen, um das Kapital rechtschaffener Werke  und religiösen Wissen anzuhäufen, um es in der jenseitigen Welt nutzen zu können.  Wir möchten heute  darüber sprechen wie wichtig das Leben ist, damit der Mensch an  die Ideale im Jenseits gelangt. 

Das  Weltliche  wird unterschiedlich gedeutet. Manchmal lobt der Heilige Koran diese Welt und manchmal tadelt er sie.  In einigen Versen wird das Leben in ihr als Spiel und Unterhaltung oder als geringwertige Ware und als Unbeständiges bezeichnet. Aber andere Versen sprechen von dem Diesseits als etwas Gutes und als Segen. Ein deutliches und wichtiges Merkmal dieser Welt, sind Besitz und Reichtum, welches der Koran als Mittel zur Festigung und Stärkung der Gesellschaft erklärt und gleichzeitig warnt, dass man Eigentum  nicht denen überlassen soll, die keinen Verstand besitzen (siehe Sure 4, Vers 5). Es fragt sich also ob hier zwischen  den verschiedenen Versen ein Widerspruch über das irdische Leben vorliegt.     Das Himmelsbuch aber sagt ausdrücklich im Vers 82 der Sure 4, dass zahlreiche Widersprüche in ihm zu finden wäre, wenn es nicht von Gott käme.  Wie ist es möglich, dass der Koran an mehreren Stellen das irdische Leben als gut und Segen bezeichnet und an anderer Stelle als Spiel und Unterhaltung?

Wir begegnen aber im Koran noch einer dritten Gruppe von Versen, die diese unterschiedlichen Benennungen des Diesseits begründen und ihre Betrachtung führt zu dem Schluss, dass die Welt nicht von sich aus, sondern dass die Liebe zu ihr schlecht ist.

 

Das Wort Dunja hat verschiedene Bedeutungen, und die häufigste Bedeutung ist „näher“ und „niedriger“.  Dunja im Sinne von näher bedeutet also dass uns das Leben im Diesseits näher ist als das  im Jenseits und „niedriger“ bedeutet, dass es im Vergleich zum Jenseits auf niedrigerer Stufe steht.  Aber deswegen darf das irdische Leben noch nicht getadelt werden.

Der Gott sagt selber im Vers 7 der Sure 32

 

„Der alles gut gemacht hat, was Er erschuf. …“

 

Gemäß dieses Heiligen Verses gehört also Donja – das Diesseits, zu den großen Schöpfungswerken Gottes und ist gut. Wir haben auch zahlreiche Überlieferungen, denen entnommen werden kann, dass die irdische Welt der Ort ist, auf der die göttliche Offenbarung herabgesandt wird und dass sie der Ort ist an dem die Freunde Gottes durch ihre guten Werke einen Handel mit Gott betreiben. Wenn die Welt nicht wäre, dann könnte der Mensch sich auch keinen Proviant für das Jenseits anlegen.  Für die Gläubigen ist das Leben ein außerordentlich großer Segen, weil in ihm das Fundament für das Glück in der Ewigkeit gelegt wird.  In einer Überlieferung steht, dass Imam Ali (a) als jemand ohne richtiges Diesseitsverständnis das Leben auf der Erde tadelte, diesem sagte:  „ Wahrlich, das Diesseits ist eine Stätte der Aufrichtigkeit für den, der aufrichtig zu ihm ist, es ist eine Stätte des Wohlbefindens für den, der es versteht; eine Stätte des Reichtums, der davon Wegzehrung nimmt (für das Jenseits) und eine Stätte der Mahnung für den, der sich davon mahnen lässt. Es ist die Stätte der Niederwerfung für die, die Allah lieben. Es ist der Gebetsplatz der Engel Allahs, der Ort, an dem die Offenbarung Allahs niederkam und der Marktplatz für die Allah Nahestehenden [auliya]. Sie erwarben darin die Barmherzigkeit und gewannen darin das Paradies.

Nahdsch-ul Balaghah Weisheit 131

 

Imam Sadschad (a) zitiert ein Wort von Jesus (gegrüßt sei er) an seine Jünger, nämlich dass sie die Welt nur als Brücke betrachten sollen und sich nicht daran aufhalten sollen sie zu reparieren.

Weder kann jemand die er überqueren muss zerstören und weder ist es sinnvoll auf ihr ein Haus zu bauen. Einige beschäftigt der Gedanke , das Leben auszukosten so sehr, dass sie um jeden Preis dieses Ziel erreichen wollen, während  eine andere Gruppe davon überzeugt ist, dass die vergängliche Welt einem Ziel dient  und sie bereiten sich auf dieses Ziel vor. Sie nutzen das diesseitige Leben und handeln im Leben in der Absicht, an die hohen jenseitigen Ziele zu gelangen und daher handeln sie überlegt und gezielt.

Der Heilige Koran veranschaulicht  in den Versen 200 bis 202 der Sure 2  was aus denen wird, die das Weltliche liebten und denen, die sich ein gutes Leben im Jenseits wünschen, werden wird:

 

"… Denn unter den Menschen sind welche, die sagen: `Unser Herr, gib uns (Gutes) in dieser Welt.` Doch haben sie nicht im Jenseits Anteil (am Guten)."

 

"Und unter ihnen sind manche, die sagen: `Unser Herr, gib uns in dieser Welt Gutes und im Jenseits Gutes und verschone uns vor der Strafe des Feuers!`"

„Diesen wird ein Anteil von dem (gewährt), was sie erworben haben; und Allah ist schnell im Abrechnen.“

 

Imam Ali (a) teilt die Menschen in Bezug auf das Diesseits gemäß  Weisheit 269 im Nahdsch-ul Balagha   in zwei Gruppen von Wirkenden ein. Zu der einen gehört „Derjenige, der im Diesseits für das Diesseits gewirkt hat, und den sein Diesseits so beschäftigt hat, dass es ihn von seinem Jenseits abhielt. Er fürchtet die Armut für seine Hinterbliebenen, doch fühlt sich selbst davor sicher. So braucht er sein Leben auf für den Nutzen anderer.

Und es gibt im Leben eine andere Gruppe zu denen derjenige gehört, der  im Diesseits für das gewirkt hat, was danach kommt, und so bekommt  er das, was ihm im Diesseits zusteht, ohne dass er tätig wurde. So sicherte er sich beide Anteile zusammen und gelangte in den Besitz der beiden Heimstätten (Diesseits und Jenseits) insgesamt und wurde ein Angesehener bei Allah, dem Allah kein Anliegen verweigert, um das er Ihn bittet.“

Abu Ya`fur Ein Schüler Imam Sadiqs (gegrüßet sei er) berichtet, wie er zum Imam sagte, dass er das Diesseits gerne habe. Da fragte der Imam zurück, wozu ihm das Diesseits diene.  Da antwortete ihm Abu Ya`fur: „Damit ich heirate, auf Hadschreise gehe, meine Familie ernähre, mich um meine Brüder kümmere und Spenden machen.“ Da beruhigte in  der Imam, dies  sei  kein Streben nach dem Diesseits sondern ein Streben nach dem Jenseits sei (Bihar ul Anwar, Bd. 37)

Das Diesseits ist die Einleitung zur Reise ins Jenseits. Das Jenseits folgt mit seiner Endlosigkeit im Anschluss an die endliche Welt. Wir müssen das Diesseits schätzen, denn in diesem kurzen Leben im Diesseits können wir das unbegrenzte Glück im Jenseits erwerben. Aber wenn wir an dieser Welt hängen, wird es uns das daran hindern einen Proviant für das Jenseits anzulegen.  In einem solchen Fall trägt der Menschen großen Schaden davon.

Ein Anhänger des Propheten sah ihn zu Hause auf einer Strohmatte sitzen und fragte er den Prophet Gottes, warum er nicht die Strohmatte gegen einen Teppich eintauscht. Da erklärte ihm der Prophet: Die Geschichte von mir und dem Diesseits ist die Geschichte eines Reiters , der unter der Mittagssonne auf dem Weg zum Ziel unterwegs ist, einen Baum sieht und dort  anhält, aber nach einer kurzen Rast, diese Stelle wieder verlässt, wenn er nicht mehr müde ist.“ (Bihar al Anwar, Bd.70)

Die Propheten Gottes haben, nach dem Glauben an die Einheit Gottes ,als zweites immer zum Jenseitsglauben aufgerufen. Das Leben im Jenseits ist das eigentliche Leben des Menschen. Im Koran heißt es: 

 

“… die Wohnstatt des Jenseits aber - das ist das eigentliche Leben, wenn sie(die Götzendiener) es nur wüssten! Sure 29, Vers 64)

 

Imam Ali (a) sagt inWeisheit 64: „Die Leute, die dem Diesseits anhängen, sind wie Reisende, die irgendwo hingetragen werden, während sie schlafen.“

Wer also am Diesseits hängt,  dem wird erst beim Sterben bewusst, dass die Welt nicht seine eigentliche Heimstätte  war und er die ganze Zeit auf Reisen  gewesen ist.  Wenn der Mensch dies vorher einsieht, so versteht er, dass man das kurze Leben im Diesseits nicht vergeuden darf, sondern so viel das Leben nutzt, wie es nötig ist und seine wichtigsten Anstrengungen darauf richten soll, Dinge zu tun, mit denen Gott einverstanden ist und die Ihn zufriedenstellen, so dass er durch diese Werke an das ewige Wohl gelangt. 

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