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Freitag, 12 Februar 2016 08:37

Teil 695: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (79- 82)

Teil 695: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (79- 82)
Wir beginnen unseren heutigen Teil aus der Reihe „In Richtung Licht" mit den Versen 79 und 80 der Sure Qasas, Sure 28. Dort heißt es:

(28: 79- 82)


فَخَرَجَ عَلَىٰ قَوْمِهِ فِي زِينَتِهِ ۖ قَالَ الَّذِينَ يُرِيدُونَ الْحَيَاةَ الدُّنْيَا يَا لَيْتَ لَنَا مِثْلَ مَا أُوتِيَ قَارُونُ إِنَّهُ لَذُو حَظٍّ عَظِيمٍ

"So ging er (Korah)  denn (eines Tages) in seinem Schmuck hinaus zu seinem Volk. Jene nun, die nach dem Leben in dieser Welt begierig waren, sagten: 'O wenn wir doch das gleiche (von den Schätzen dieser Welt) besäßen wie das, was Korah gegeben wurde! Er hat wahrlich großes Glück'." (28: 79)


وَقَالَ الَّذِينَ أُوتُوا الْعِلْمَ وَيْلَكُمْ ثَوَابُ اللَّـهِ خَيْرٌ لِّمَنْ آمَنَ وَعَمِلَ صَالِحًا وَلَا يُلَقَّاهَا إِلَّا الصَّابِرُونَ

"Die aber, denen Wissen zuteil geworden war, sagten: 'Wehe euch, Allahs Lohn ist besser  (als das was Korah besitzt) für den, der glaubt und gute Werke tut; und keiner wird ihn (Allahs Lohn) erlangen außer den Geduldigen'." (28: 80)


Wir sagten, dass Korah anfangs ein Anhänger Moses war, aber  hochmütig und ein Widersacher des Propheten Gottes wurde, nachdem er an großen Reichtum angehäuft hatte.

Die obige Stelle im Koran verweist auf ein hässliches Verhalten des Korahs, und zwar spielte er sich mit seinem Reichtum gegenüber den anderen auf und gab damit an. Es ist ein hässliches Verhalten, das wir auch heute leider noch oft beobachten und das sich in verschiedenen Formen präsentiert: Die Wohlhabenden  bauen sich luxuriöse Villen oder kutschieren in Luxuslimousinen durch die Straßen oder halten kostspielige verschwenderische  Feste ab, um mit ihrem Reichtum zu prahlen. Solche Dinge sind typisch für selbstsüchtige und eingebildete Reiche.  Diese Angeberei gibt einigen anderen das Gefühl arm und erbärmlich zu sein und sie denken, dass diese Wohlhabenden das höchste Glück erreicht hätten. Aber kluge und verständige Menschen sind sich darüber bewusst, dass Reichtum alleine nicht glücklich macht.  Oftmals haben reiche Leute seelische oder familiäre Probleme und ihr Reichtum bereitet ihnen mehr Ärger und Schwierigkeiten als Freude.

Wir können uns gestützt auf die Koranstelle 28: 78 und 79 folgende Dinge vor Augen führen:

Erstens:  Während Reichtum an sich nichts Schlechtes ist, gilt jedoch Angeberei und das Schwelgen im Luxus, durch das andere sich herabgesetzt fühlen, als  äußerst verwerflich.

Zweitens:  Es färbt  auf die Kultur einer Gesellschaft ab und verändert ihre Werteordnung, wenn ihre Verwalter dem Luxus verfallen und wie Qarun (Korah) werden. Auf diese Weise wird in der Allgemeinheit  die Liebe zum Luxus gesteigert.

Drittens: kurzsichtige und unkluge Menschen träumen davon in weltlichen Genüssen zu schwelgen.  Aber verständige Menschen begehen diesen Irrtum nicht.

Viertens: Aller Reichtum auf Erden ist ein Nichts gegenüber dem Paradies, das Gott für die Rechtschaffenen als Lohn bereithält. Verständige, weitsichtige  Menschen sollten also die anderen vor der Liebe zum Weltlichen und der Vergötterung weltlichen Besitzes warnen.

Die beiden nächsten Verse der Sure 28, Sure Qasas, die wir betrachten wollen, sind die Verse 81 und 82:



فَخَسَفْنَا بِهِ وَبِدَارِهِ الْأَرْضَ فَمَا كَانَ لَهُ مِن فِئَةٍ يَنصُرُونَهُ مِن دُونِ اللَّـهِ وَمَا كَانَ مِنَ الْمُنتَصِرِينَ

„Dann ließen Wir ihn von der Erde verschlingen, und (auch) sein Haus; und er hatte keine Schar, die ihm gegen Allah helfen konnte, noch konnte er sich (selbst) retten." (28: 81)



وَأَصْبَحَ الَّذِينَ تَمَنَّوْا مَكَانَهُ بِالْأَمْسِ يَقُولُونَ وَيْكَأَنَّ اللَّـهَ يَبْسُطُ الرِّزْقَ لِمَن يَشَاءُ مِنْ عِبَادِهِ وَيَقْدِرُ ۖ لَوْلَا أَن مَّنَّ اللَّـهُ عَلَيْنَا لَخَسَفَ بِنَا ۖ وَيْكَأَنَّهُ لَا يُفْلِحُ الْكَافِرُونَ

„Und jene, die sich noch tags zuvor an seine Stelle gewünscht hatten, sagten: 'Ah sieh! Es ist wahrlich Allah, der denen von Seinen Dienern die Mittel zum Unterhalt erweitert und beschränkt, denen Er will. Wäre uns Allah nicht gnädig gewesen, hätte Er uns (von der Erde) verschlingen lassen. Ah sieh! Den Ungläubigen wird es nicht wohlergehen'." (28: 82)


Korah trieb sein frevelhaftes  Verhalten derartig auf die Spitze, dass Gott ein Beben schickte und ihn die Erde  mitsamt seinem  Palast und seinen Gärten und alle seinen Schätze verschluckte, so dass  keine Spur mehr von ihm zurückblieb. Korah hatte diese Strafe auf sich gezogen, weil er mit seinem Reichtum angegeben und die anderen herabgesetzt hatte. Er hatte  sich Moses, dem Gesandten Gottes, widersetzt und gedacht, er brauche nichts mehr für das Glück im Jenseits zu tun.

Der Koran berichtet an anderen Stellen von einigen Völkern, die wegen ihrer Sünden und ihrem Unglauben, durch ein Erdbeben vernichtet wurden. Aber  in diesem Koranvers heißt es, dass nur Korah und sein Palast von dem Erdbeben betroffen waren und die anderen verschont blieben.  Dieses Ereignis erinnert außerdem an Pharao, der sich einbildete, dass ganz Ägypten und der Nil ihm gehört, aber letztendlich in den Fluten dieses Flusses ertrank und alle seine Macht null und nichtig wurde.

Dass Korah als einziger vom Erdboden verschluckt wurde, während die anderen verschont blieben, war ein göttliches Wunder. Dieses Wunder rüttelte die anderen wach und gemäß Vers 82 sahen diejenigen, die sich vorher gewünscht hatten, so reich wie Korah zu sein,  ein, dass es Gott ist, der aufgrund seiner Weisheit den Unterhalt unter den Menschen  verteilt  und entsprechend dieser Zuteilung auch Erwartungen an sie stellt, zum Beispiel an die Reichen, dass sie damit nicht geizen und  gute Werke und etwas für ihr Jenseits tun, wie es im Vers 77 derselben Sure steht.

Wir sehen an diesen Versen der Sure 28:

Erstens: Dreistigkeit gegenüber Gott, Überheblichkeit und Angeberei  haben schließlich nichts anderes zur Folge als Schmach und Vernichtung.

Zweitens: Jemand mag auch noch so reich sein: Es wird ihn nicht vor dem Zorn und der Strafe Gottes retten.

Drittens: Wir sollten nie überstürzt urteilen.  Diejenigen, die beim Anblick des Reichtums von Korah wünschten, genauso viel zu besitzen, waren angesichts seines schlimmen Ausgangs froh, nicht an seiner Stelle gewesen zu sein.

Viertens: Anstatt uns zu wünschen, so reich wie andere zu sein, sollten wir mit dem zufrieden sein, was Gott uns zukommen lässt und uns bewusstwerden: Oftmals ist es gar nicht zu unserem Wohl, an alle unsere Wünsche im irdischen Leben zu gelangen.

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