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Dienstag, 02 Februar 2016 10:31

Die große Rückkehr (4)

Die große Rückkehr (4)
  Wir sind bei einem Thema angelangt, dem vielleicht viele lieber aus dem Weg gehen. Es gehört jedoch automatisch zu dem Thema der Rückkehr zu Gott und muss geklärt werden.

 

Der Tod gilt allgemein für alle Lebewesen. So gut wie täglich hören wir vom Tod oder sind manchmal sogar Zeuge dieser Erscheinung.

Viele von denen,  die das weltliche Leben sehr lieben, versuchen es voll  auszukosten, weil sie  denken,  dass der Tod die absolute Vernichtung bedeutet und es danach kein neues Leben mehr gibt. Daher haben sie Angst vor dem Tod und ergreifen vor allem, was an ihn erinnert, die Flucht. Gott aber ruft diesen Menschen im Vers 78 der Sure 4 (Nisa) folgende Tatsache ins Gedächtnis: 

„"Wo auch immer ihr seid, der Tod ereilt euch doch, und wäret ihr in hohen Burgen…“

Der Islam lehrt, dass der Tod nicht Vernichtung bedeutet, sondern ganz im Gegenteil das Tor zu einem neuen Leben – zum ewigen Leben ist. Wenn der Mensch stirbt, dann geht nur das Leben in dieser Welt zu Ende und er betritt eine andere Welt und beginnt ein neues Leben.  Es ist ähnlich wie wenn ein Kind zur Welt kommt. Beim Verlassen des Mutterleibes beginnt es ein neues Leben in einer viel größeren und besseren Umgebung, als der vorherigen.  Im Mutterleib wurde es über den Mutterkuchen und die Nabelschnur ernährt. Aber nach der Geburt nimmt der Mensch über den Mund Nahrung auf.  In der Zeit, in dem der Mensch noch in der Gebärmutter verbringt ,werden alle seine Anlagen, wie  das Atmungssystem und die Körperglieder, das Gehör und das Sehsystem, der Tast- und Geschmacksinn herangebildet . Aber er kann diese Ausstattungen des Körpers vor seiner Geburt in dieser engen Umgebung gar nicht nutzen, sondern erst in dem Leben nach der Geburt.

Im Vergleich zu der jenseitigen Welt lässt sich die diesseitige mit einem Uterus vergleichen, indem die besonderen seelisch-geistigen Eigenschaften des Menschen für die nachfolgende Welt entsprechen herangebildet und die Qualität seines Lebens im Jenseits festgelegt werden.  Wenn der Mensch mit all dem geistigen und seelischen Potential, das er besitzt nicht in die jenseitige Welt geführt würde, so wäre es  genauso als wenn alle Kinder nach all den Vorbereitungen auf eine neue Umgebung schließlich den  engen Raum im Mutterleib doch nicht  verlassen und gleich dort zugrunde gehen würden.   Das würde bedeuten, dass alle seine körperliche Ausstattung – wie das Seh- und Hörsystem, der Tastsinn und sein Geruchssinn , das Gehirn und sein Nervensystem, die Lunge der Magen usw. umsonst erschaffen worden wäre.  Es hieße, dass sie ohne irgendwann genutzt zu werden direkt der Vernichtung preisgegeben sein würden.

Im Vers 115  der Sure  23 (die Gläubigen) heißt es aber:

"Glaubt ihr denn, Wir hätten euch (mit all diesen Fähigkeiten und Möglichkeiten)  in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?"   

 

Der Tod ist eine der geheimnisvollen Wahrheiten des Daseins. Es ist eine persönliche Erfahrung, durch die die Beziehungen zu Diesseits abgebrochen werden. Wer diese Erfahrung gemacht hat, kann sie nicht mehr den anderen mitteilen. 

                                

Wissenschaftler haben aus der Sicht ihres jeweiligen Faches sich mit dem Thema Tod auseinandergesetzt und dazu geäußert. Die  Biologen sagen, dass mit dem Tod die Tätigkeit von Hirn, Herz und der 5 körpersinne abbricht, der Körper abkühlt  und austrocknet.

Sie sprechen normalerweise nicht davon, dass etwas namens Geist oder Seele während des Todes aus dem Körper weicht.  Auch die Vertreter der Humanwissenschaften halten entsprechend ihrem Fach eine Erklärung und Definition für den Tod bereit.  Einige Philosophen führen den Tod darauf zurück, dass sich der Geist oder Seele für immer vom Körper trennt, weil das natürliche Körpersystem gestört  oder zerstört ist.   Sie ziehen als Vergleich zum  Entweichen von Geist oder Seele  aus dem Körper beim  Tod  das Beispiel von  jemandem heran, der gezwungen ist sein Haus zu verlassen, weil es zerstört wurde, und wo anders Schutz suchen muss. 

Doch das Himmelsbuch Koran unterbreitet eine andere Definition vom Tod.

                                 

Im Heiligen Koran wird der Tod mit dem Wort Tawaffa bezeichnet. Das arabische Wort Tawaffa bedeutet „sich etwas als Ganzes nehmen.“  Wenn dieses Wort von Gott für den Tod verwendet wird, so geht es darauf zurück, dass die Seele des Menschen vollständig in Empfang genommen und in die endgültige Welt gebracht wird. Im Vers 42 der Sure 39 (die Gruppen) steht:

„Allah nimmt die Seelen (der Menschen) zur Zeit ihres Sterbens vollständig (zu Sich) …“ 

 

Koranexegeten betrachten aufgrund dieses Verses die Seele als den wichtigsten Teil des Menschen. Diese Seele ist sein eigentliches „Ich“. Es ist das was seine wahre Persönlichkeit  bildet und nicht sein stofflicher Körper! Denn Gott sagt, Er werde, wenn der Mensch stirbt seine  Seele vollständig entgegennehmen, während doch der Leib des Menschen noch auf dieser Welt bleibt und langsam zerstört wird.  Also wird die Seinswahrheit des Menschen, die der Koran mit „Nafs“ oder „Ruh“ (Seele) bezeichnet nicht zerstört sondern aus der materiellen natürlichen Welt in die Andere Welt – die Ewigkeit herübergebracht. Imam Sadiq (gegrüßet sei er) sagt, dass der Mensch  als Wesen für das Diesseits und das Jenseits geschaffen wurde.

Und fährt fort:  „Wenn Gott beide Wesensstufen zusammenfügt,  entsteht das Leben des Menschen auf der Erde … und wenn Gott zwischen diesen beiden Stufen trennt, kommt es durch den Tod zu dieser Trennung und das jenseitige Wesen des Menschen kehrt zum Himmel zurück. Das Leben ist also auf der Erde und der Tod im Himmel, weil nämlich beim Tod zwischen dem toten stofflichen Körper und der Seele getrennt und die Seele zum Himmel zurückgebracht wird, während der Körper auf der Erde bleibt. Denn der Körper gehört zur  Stufe (und ist von der Beschaffenheit) dieser Welt.“  (aus Bihar ul Anwar, Band 6)

Der Tod ist der letzte Schritt im  weltlichen Leben und der erste Schritt in die jenseitige Welt. Der Tod  ereignet sich zu seiner festgesetzten Zeit, die nur Gott kennt.  Im Vers 2 der Sure 6 heißt es darüber:

„Er ist es, Der euch aus Lehm erschaffen hat, und dann bestimmte Er (euch allen) eine (Lebens-) Frist. Und eine weitere Frist ist Ihm bekannt. …!“

 

Gemäß diesem Koranvers gibt es zwei Arten von Lebensfristen. Eine natürliche, die festliegt, genannt  Adschal Mahtum (sichere Frist). Dieser Todeszeitpunkt wird weder verzögert noch vorweggenommen. Er ist festgelegt.  Davon wird Adschal Mualaq (die Frist in der Schwebe)  unterschieden, nämlich eine suspendierte Frist, die zum Beispiel bei einem frühzeitigen Tod aufgrund eines Missgeschickes wie ein Unglückoder eine tödliche  Erkrankung, abläuft.

Es lässt sich am Beispiel einer Petroleumleuchte veranschaulichen, was gemeint ist. Nehmen wir an, wir zünden eine solche Lampe an, in der eine bestimmte Menge Petroleum ist.  Es sind zwei Möglichkeiten für das Erlöschen der Lampe vorstellbar, nämlich:

Entweder sie leuchtet so lange bis das ganze Petroleum verbraucht ist und sie auf natürliche Weise erlischt; oder:.

Sie erlischt,   bevor das Petroleum verbraucht ist, weil jemand sie ausmacht oder durch einen anderen externen Faktor

Noch ein weiteres Beispiel zur Veranschaulichung :

Die Früchte an einem Baum fallen jede zu ihrer eigenen bestimmten Zeit herunter, nämlich dann wenn sie völlig reif sind. Ähnlich verhält es sich mit dem sicheren Tod. Aber manchmal werden die Früchte vor der völligen Reife gepflückt oder ein Sturm reißt sie vom Baum ab.  Der Adschal Mualaq – der vorzeitige Tod tritt auf ähnliche Weise  ein. 

 Beide Arten des Todes geschehen weil Gott es so will.    

Der Mensch wirkt jedoch durch sein  willentliches Verhalten auf die Festlegung der Art des Todes ein. 

Die meisten Tode ereignen sich frühzeitig  nach Ablauf der in Schwebe befindlichen Frist, d.h. eine Reihe von Faktoren verursachen, dass der Tod sich früher ereignet als zu dem Zeitpunkt des natürlichen Todes. Zum Beispiel wenn jemand nicht richtig auf seine körperliche Gesundheit achtet und sich falsch ernährt, durch Vergiftung oder durch Aderverkalkung und ähnliches. Möglicherweise hätte er länger gelebt, wenn er besser auf seine Gesundheit geachtet hatte.

Aber gemäß den islamischen Überlieferungen gibt es auch andere Faktoren, die das Leben des Menschen verkürzen wie zum Beispiel, die Missachtung der Rechte von Vater und Mutter und schlechte Behandlung der Eltern, der Abbruch der freundlichen und hilfsbereiten Beziehung zu der Familie, oder Unterdrückung und Unrecht gegenüber anderen.  Imam Sadiq (a) sagt über die Wirkung von Sünden und den Mangel an Gottesfürchtigkeit auf den frühzeitigen Tod:

„Die Zahl derer die wegen ihrer Sünden (früher) sterben ist größer als die Zahl derer die sterben, weil ihr Leben zu Ende gegangen ist“ Imam Sadiq sagt aber auch gleichzeitig: „und die Zahl derer, die wegen Wohltaten und rechtschaffenen Werken   ihr Leben lange werden lassen, ist größer( Bihar ul Anwar,Bd.5).

Die  Handlungen  des Menschen wirken sich jedoch wohlgemerkt auf die suspendierte und nicht auf die sichere natürliche Lebensfrist aus.

 

 

 

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