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Dienstag, 26 Januar 2016 08:36

Die große Rückkehr (3)

Die große Rückkehr (3)
    In diesem Teil wollen wir über die ausgesprochen positive Wirkung des Jenseitsglaubens auf das Leben sprechen.

 

Wir haben im ersten und zweiten Teil über die Gründe für den Glauben an das Jenseits und eine Wiederbelebung nach dem Tod gesprochen. Wir sagten; dass der Jenseitsglaube der Gott gegebenen Natur des Menschen und der Vernunft entspricht.

In einigen Gesellschaften wird die Religion als eine Privatangelegenheit betrachtet.  Unterdessen hat der Glaube an Gott und das Ewige Leben unbestreitbar  einen Einfluss  auf die Gesellschaft. Erst durch diesen Glauben erhält das Leben einen Sinn und ein Ziel und einen besonderen ordnenden Rahmen. Jemand der an die Rückkehr zu Gott glaubt, der ist einfach völlig  anders zur Daseinswelt eingestellt als jemand  , der das Jenseits leugnet und sein Handeln und Verhalten, und sogar seine Handelsmotive sind  sehr verschieden.  Der Mensch, der an das Jenseits glaubt, betrachtet das Leben im Diesseits als Vorstufe für das Jenseits – als einen Acker, auf dem er säen muss, um im ewigen Leben Früchte zu ernten.  Aus diesem Blickwinkel gesehen  dienen alle Dinge im Leben als Mittel zur Vervollkommnung des Menschen und sein Leben wird angefüllt mit Hoffnung und Eifer.

 

Die Liebe zum Weltlichen und zu materieller Pracht  ist einer der wichtigsten Auslöser von Stress und Besorgnis.  Die Auseinandersetzung mit den Angelegenheiten des Lebens sorgt von sich aus für Sorgen und negative Gedanken und raubt dem Menschen seine Ruhe.  Die Liebe zu dem vergänglichen Leben  stimmt den Menschen oftmals wegen vorhandener Probleme traurig, beunruhigt ihn manchmal  wegen seiner Ungewissheit über die Zukunft und manchmal quält ihn  der Gedanke an  die Misserfolge in der Vergangenheit.

Der Prophet Gottes unterstreicht: „Die Liebe zum Leben vermehrt den Kummer“ Imam  Ali (a) sagt ebenso:“… jeder der vom Leben begeistert ist, dessen Herz wird von drei Dingen beherrscht:  Kummer, der nicht nachgibt, Begierde , die ihn nicht  in Ruhe lässt, und Wünsche, die er nicht erreicht.“

 

Aber der Glaube an die Wiedererweckung von den Toten  ist die Hoffnung auf einen sicheren Hafen, das rettende Ufer an dem das Schiff des Lebens anlegt.  Denn der Glaube ans Jenseits  trocknet die Hoffnungslosigkeit, welche eine Pest für die Seele des Menschen ist, an den Wurzeln aus. Der Jenseitsgläubige  erwartet ein Leben nach dem Tod, in dem viele seiner schönsten Wünsche erfüllt werden.  So werden gemäß dem Koranversen in jener Welt absoluter Friede und völlige Sicherheit  herrschen (siehe Sure 6, Vers 127)  und außerdem wird das jenseitige Leben und Glück ewig währen,  wie Gott (im Vers 39, der Sure 40) verheißt.  

 

Der Glaube an die Rückkehr zu Gott und das Ewige Leben gibt dem irdischen Leben nicht nur Richtung und Sinn sondern hat auch eine tiefe erzieherische Wirkung auf den Menschen.  Dieser Glaube schenkt dem Menschen Tapferkeit und Mut. Er macht ihn derartig mutig, dass er auch unter sehr harten und gefährlichen Bedingungen dennoch nie gegenüber denen, die Unrecht begehen, kapituliert.

Die Überzeugung von der  Auferstehung von den Toten löst einen gewaltigen Wandel in Geist und Seele des Menschen aus.

Dieser ist so groß, dass er es ihm leicht fällt, die Härten zu ertragen, die auf ihn bei der Erfüllung seiner Pflichten zukommen und ihnen sogar entgegen geht. Er beugt sich niemals dem Unrecht, denn er ist fest davon überzeugt, dass die jede gute oder schlechte Tat vergolten wird.  Einem anschaulichen Beispiel für diesen  Glauben und Wandel begegnen wir bei den Magiern zu Hofe des Pharaos.  Angesichts des überzeugenden Wunders, das Moses (gegrüßet sei er) vorführte, bekannten sie sich furchtlos zu Gott und der Lehre Moses.

 

Das war für Pharao ein großer Schlag, denn er hatte ihnen versprochen, sie zu seinen nahen Vertrauten zu machen , falls sie Moses mit ihren Zaubertricks in den Schatten stellen.   Daher drohte Pharao den Zauberern an, sie auf schwerste Art zu bestrafen, aber sie  antworteten ihm gemäß Sure 20, Verse 72 und 73:   

"… `Wir werden dich den klaren Zeichen des Beweises, die zu uns gekommen sind, und unserem Schöpfer nicht vorziehen.  Gebiete, was du gebieten magst: du kannst ja doch nur über dieses irdische Leben gebieten.`"

"`Wir glauben an unseren Herrn, auf dass Er uns unsere Sünden und die Zauberei, zu der du uns genötigt hast, vergebe. Allah ist der Beste und der Beständigste.`"

 

Im Menschen existieren eine Reihe von Trieben wie der Geschlechtstrieb, der Machttrieb, der Trieb nach Anhäufung von Reichtum. Wenn diese Triebe nicht kontrolliert und klar beschränkt werden, verursachen sie ein Chaos,  zerstören die Grundlage des Lebens und bereiten der Ruhe und Sicherheit ein Ende.  Der Glaube an Gott und an die Rückkehr zu Ihm und die Abrechnung über die Taten sind wichtige Größen,  die ein solches Dilemma verhindern. Sie vermögen  die Triebbedürfnisse des Menschen in ein vernünftiges Gleichgewicht und unter Kontrolle zu bringen und sie in die von Gott gewünschte Bahn zu lenken.

Wer an Maad – die Rückkehr zu Gott glaubt und an das Leben nach dem Tod und sich gewiss ist, dass alle seine Taten und sein gesamtes Verhalten und sogar seine Absichten haargenau beobachtet werden, der handelt nicht schamlos und tollkühn im Leben. Ihm ist nämlich bewusst, dass alle seine Taten registriert werden und nicht nur das: Ihm ist klar, dass die Lebensqualität nach der Auferstehung von den Toten von seinen Taten abhängt.

Wenn der Koran Begebenheiten in der Geschichte schildert, wird oft der erzieherische Effekt des Jenseitsglaubens offensichtlich. Dieser Glaube rettet den Menschen in kritischen Situationen.  In dem Bericht aus dem Leben von Prophet Yusuf (Josef) wird eine solche kritische Situation geschildert: Zuleicha (Zuleika) , die Gemahlin eines hohen Beamten des Pharaos,  will ihren Sklaven, den schönen Jüngling Yusuf verführen, doch Yusuf, lässt sich nicht zum Ehebruch verleiten. Über die Kraft, die Yusuf vor dieser schweren Sünde rettete, lässt  der Koran ihn selber sprechen. Er zitiert ihn in der Sure 12 die nach ihm benannt ist, im Vers 23,  wie folgt:

„Er sagte: `Ich suche Zuflucht bei Allah Er ist mein Herr. Er hat mich (in eurem Haus) gut aufgenommen. Den Frevlern wird es (im Jenseits) nicht wohl ergehen .`“

 

Yusuf  (gegrüßet sei er) haben  zwei starke Kräfte von der Sünde abgehalten: Erstens der Glaube daran, dass Gott der Herr ist und der Glaube an die Rückkehr zum Herrn.

Wäre  Yusuf nicht davon überzeugt gewesen, dass es ein Jenseits gibt, so hätte ihn nichts von der Sünde gerettet.

Doch der Glaube ans Jenseits vermag noch mehr zu leisten. Er erzieht die Einzelnen und verbessert die Gemeinschaften in Richtung des Guten. Daher haben alle Religionen göttlichen Ursprungs diesen Glauben genutzt um die Menschen in einer Gesellschaft seelisch zu veredeln.  

Der Glaube an das Leben nach dem Tod und die ins Jenseits hineinreichende Wirkung von Taten ist ein starkes Hindernis gegenüber Verstößen. Dieser Glaube  kann viel besser als gewöhnliche Strafen und Gerichtsprozesse verdorbene Menschen rechtschaffen machen und viel stärker als gewöhnliche Anreize und Belohnungen  rechtschaffene Menschen anspornen. 

Beim Jüngsten Gericht kann niemand Revision einlegen, noch Beziehungen spielen lassen oder den Richter hinters Licht führen. 

Der Jenseitsglaube trägt wesentlich zur  allgemeinen  Moral bei.  Imam Ali hat daher seine Gouverneure angehalten, niemals Gott zu vergessen und  die Rückkehr zu Ihm und das Jüngste Gericht immer im Auge zu behalten, damit sie den moralischen Grundsätzen treubleiben.  Er bezeichnet das Unrecht an den Menschen (gemäß Brief 26 im Nahdsch-ul Balagha) als schlimmstes Mitbringsel in das Jenseits und warnt seine Beamten, jedem seinen Anteil zu geben, da sie ansonsten am Tag der Auferstehung zu denen gehören werden, die die meisten Feinde haben.

Imam Ali (a)  empfiehlt seinem Befehlshaber Malek Aschtar in Ägypten (gemäß Brief 53) sehr oft an die Rückkehr zum Allmächtigen zu denken, damit er das Richtige tut und kein Unrecht begeht. 

Durch den Glauben an das Jenseits erhalten einige hohe moralische Werte einen Sinn, wie Großzügigkeit, Selbstverzicht und Opferbereitschaft.  Diese guten Eigenschaften werden vom Glauben an das Leben im Jenseits genährt.  Der Glaube an die Auferstehung von den Toten, erweckt im Menschen Verantwortungsgefühl gegenüber  den Bedürftigen.  Der Koran weist auf den Zusammenhang zwischen der Leugnung des Jenseits und dem Absterben menschlicher Gefühle hin.  Ein Mensch, der nicht an das Jenseits glaubt, kann so hartherzig werden, dass er kein Mitleid mehr verspürt, selbst nicht mit Waisenkindern und Hungernden: 

Wir lesen in Sure Ma`un – Sure 107: 1 bis 3

Hast du den gesehen, der das Gericht leugnet?

„ Das ist der, der (erbarmungslos) die Waise wegstößt“

-„ und nicht zur Speisung des Armen anspornt.“

Wer an die große Rückkehr glaubt, der wird sich nach besten Kräften darum  bemühen, Gottes Gebote zu befolgen,  den Menschen zu helfen und sich vor Sünden zu hüten. Auf diese Weise wird er eine helle ewige Zukunft für sich aufbauen.

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