Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Dienstag, 19 Januar 2016 03:35

Die große Rückkehr (2)

Die große Rückkehr (2)
  Wir haben davon gesprochen, dass jeder Mensch den Wunsch nach Ewigkeit hegt und dieses Verlangen logischerweise beantwortet werden muss.

Nun möchten wir uns fragen, ob und wie  dieses  natürliche Gefühl durch den Verstand logisch nachvollziehbar ist.  Ist die Rückkehr  überhaupt möglich?  Wir möchten heute auch einige Beispiele für die  Wiederbelebung nach dem Tod bringen.

Der Heilige Koran lädt den Menschen laufend ausdrücklich zum Nachdenken ein. Er  lobt Nachdenken, Vernunft und Weitsicht. Der große zeitgenössische Korankommentator Allameh Tabatabai schreibt, dass mehr als 300 Mal in Versen des Korans zur gedanklichen Vertiefung aufgerufen wird. Zu den Themen, über die der Mensch laut Koran besonders gründlich nachdenken soll, gehört Maad –die Rückkehr zu Gott, das Leben im Jenseits.

Alle Religionslehren himmlischen Ursprungs beinhalten den Glauben an die Auferstehung von den Toten und das Jenseits. Dieses Prinzip zählt  zu den Grundpfeilern ihrer Glaubenslehre.  Aber es gab und gibt auch Leute, die ein Leben nach dem Tod strikt dementieren. Allerdings konnten sie niemals einen festen wissenschaftlichen Grund für ihre Ansicht vorlegen.  Sie sagen nur:  Wie ist es denn möglich, dass ein Toter, der verwest und dessen einzelne Teilchen verstreut sind, wieder lebendig werden soll? Es sind Leute, die die Allmacht Gottes vergessen. Ihnen ist nicht klar, dass Gott das gesamte Dasein mit all seinen wunderbaren Erscheinungen erschaffen hat. Er ist daher mit Gewissheit auch dazu fähig nach dem Tod neues Leben hervorzubringen. Die Vernunft gebietet zudem, dass  es sogar viel einfacher ist, die zerstreuten Teilchen eines Geschöpfes wieder einzusammeln und zu vereinen, als aus dem Nichts  etwas ins Dasein zu rufen, wie es bei der Schöpfung geschah. 

Zum Beispiel ist es doch für jemanden, der eine industrielle Anlage selber erfunden und gebaut hat, sehr einfach diese erneut aus ihren Montagebestandteilen aufzubauen. 

 

Eigentlich kann sich der Mensch eine Wiederbelebung doch gut vorstellen, denn er begegnet ihr jedes Jahr im Frühling in der Natur.

                              

Im Winter wirken die Gärten wie stille Friedhöfe, in denen es kein Leben und kein Grünen gibt und diese Reglosigkeit und Starre dauert bis zum Frühling an. Aber im Frühling werden die Toten von Gestern zu neuem Leben erweckt. Es  kommt plötzlich Bewegung in die abgestorbene Erde und neues Leben  in die Pflanzenwelt.  Diese Szenen vom Tod und der Wiederbelebung haben die Menschen jedes Jahr vor Augen. Aber viele ziehen aus diesem anschaulichen hinreißenden Schauspiel in der Natur keine Lehre. Sie  gehen teilnahmslos und unberührt daran vorbei.

 

Gott hat schon einmal dem Menschen Leben gegeben, warum sollte Er es, wie gesagt, nicht ein zweites Mal tun können? An einer Stelle im Vers 29 der Sure 7 (Araf)  lesen wir : „…Wie Er euch ins Dasein gebracht hat, so werdet ihr (zu Ihm) zurückkehren.“

In anderen Versen wird das Leben nach dem Tod mit dem Wiedererwachen der Natur verglichen:

Siehe Verse 8 bis 11 der Sure Qaf (Sure 50): „Und vom Himmel senden Wir Wasser hernieder, das voll des Segens ist, und bringen damit Gärten und Korn zum Ernten hervor… und Wir beleben damit ein totes Land. So wird die Auferstehung sein.“

 

Im Vers 9 der Sure 35 ( Fatir) bringt Gott für diejenigen, die nicht an das Leben im Jenseits glauben wollen,  Analogiebeweise aus dem hiesigen Leben, und es heißt dort:

„Und Allah ist es, der die Winde sendet, die das Gewölk hochtreiben. Dann treiben Wir es über eine tote Stadt und beleben damit die Erde nach ihrem Tode. Ebenso wird es bei der Auferstehung der (Toten) sein.“

 

Der Heilige Koran zieht  im Zusammenhang mit der Wiederbelebung der Toten, auch die  Veränderungen auf der Welt zum Vergleich heran.  Genauso wie der Beginn der Schöpfung aufgrund einer Reihe von Gesetzen erfolgte, wird auch im Jenseits aufgrund einiger genauer Entwicklungen der Körper des Menschen wieder seine ursprüngliche Form annehmen . Der Mensch wird in den Versen 5 bis 8 der Sure 86 (Tariq)  auf diesen Punkt aufmerksam gemacht, denn es heißt dort:

 „Darum soll der Mensch denn bedenken, woraus er erschaffen ist!“

„ Erschaffen wurde er aus einer herausschießenden Flüssigkeit“ 

„die zwischen den Lenden und den Rippen hervorkommt.“

„ Wahrlich, Er (Gott) hat die Macht, ihn (nach seinem Tod) zurückzubringen“

 

Diese Koranstelle ruft den Menschen als Erstes auf, über seine erstaunliche Entstehung nachzudenken, damit ihm klar wird, dass der Schöpfer  auch die verstreuten Reste und Teilchen seines Körpers  nach dem Tod wieder zusammensetzen kann.

 

 Der Koran bringt einen rationalen Vergleich nahe: Jemand der eine Tat einmal durchgeführt hat,   kann sie auch wiederholen.

 

Der Heilige Koran führt auch einige konkrete historische Beispiele für die Wiederbelebung an,  die alle für die Auferstehung von den Toten  sprechen. Ein Beispiel ist die Geschichte des Propheten Uzair.  Sie wird im Vers 259 der Sure 2 (Baqara) gebracht.

Uzair auf seinem Reittier an den Ruinen eines Ortes vorbei, an dem die sterblichen Überreste ihrer Bewohner und Menschengebeine herumlagen. Der Tod dieser Menschen lag offensichtlich schon lange zurück. Uzair wurde nachdenklich und dachte: Wie wird Gott diese verwesten Körper wieder zum Leben erwecken? Er stellte sich diese Fragen aber nicht aus Skepsis am Jenseits.

In dem Moment ließ Gott den Uzair sterben und erweckte ihn erst 100  Jahre später wieder zum Leben. Er fragte ihn: „Wie lange hast du an diesem Ort geweilt?“  Uzair dachte, es sei nur kurz gewesen und antwortete: „Einen Tag. Vielleicht auch weniger!“  Aber da erfuhr er, dass er ein Jahrhundert lang an diesem Ort tot auf der Erde gelegen hatte. Daraufhin wurde er aufgefordert,  auf seinen Proviant zu schauen. Dieser hatte, weil Gott es so wollte, keinerlei Veränderung erfahren. Im Gegenteil dazu war aber von seinem Reittier nach den 100 Jahren nur noch ein zerstörter Kadaver übriggeblieben.  Aber Gott forderte Uzair auf: „Und betrachte die Knochen, wie Wir sie zusammensetzen und dann mit Fleisch bekleiden!“

Uzair wurde erstaunt Zeuge, wie Gott sein Reittier wieder ins Leben zurückholte. Da rief er: „Ich weiß (jetzt), dass Allah zu allem die Macht hat."    

 

Auch in einer vom Koran geschilderten Begebenheit aus dem Leben des Propheten Ibrahim (Abraham- gegrüßet sei er) haben wir ein konkretes Beispiel der Wiederbelebung von den Toten vor  uns. Der Vers 260 der Sure 2 berichtet zusammenfassend davon.

                                     

Einmal sah Abraham am Ufer eines Flusses die Reste einiger Tierkadaver,  über die sich Raubtiere und Raubvögel hergemacht hatten.  Da wurde er nachdenklich und dachte: Wenn einmal mit der Leiche des Menschen das Gleiche passiert und die Tiere von ihr fressen und seine Reste  in alle Richtungen verteilt werden, wie wird Gott dann am Jüngsten Tag diese Teile wieder einsammeln und ihn von den Toten erwecken? Abraham bat daher Gott: „ O Herr: Zeige mir, wie Du die Toten wieder lebendig werden lässt!“                         

Da  erreichte ihn der Ruf:  "Glaubst du denn nicht?"

Und Abraham  antwortete: „Doch! Aber (ich frage,) um mein Herz zu beruhigen."

Abraham war natürlich bereits aufgrund logischer Überlegung zu der Gewissheit gelangt,  dass der Mensch nach dem Tod wieder zu Gott zurückkehrt (Maad), aber  er bat darum, ein Beispiel erleben zu dürfen, um den Gipfel der Gewissheit zu erreichen.

Gott erhörte seine Bitte und gebot ihm:  "Nimm dir vier Vögel und schlachte sie. Dann lege auf jeden Berg einige Teile davon. Hierauf rufe sie. Sie werden eilends zu dir kommen.“

Gemäß der Überlieferung handelte es sich bei diesen vier Vögeln um einen Pfau, einen Hahn, eine Taube und einen Raben. Jeder dieser Vögel war Sinnbild für bestimmte Eigenschaften: Der Pfau für Schönheit und Stolz, der Hahn für Triebhaftigkeit, die Taube für Verspieltheit und der Rabe für langfristige Wünsche.

Abraham schlachtete die Tiere und zerlegte sie. Er vermischte die Fleischstücke und verteilte sie auf mehrere Anhöhen .Dann rief er, wie Gott es geheißen hatte, die Vögel zu sich herbei. Da wurde er Zeuge eines großartigen Geschehens: Die verschiedenen Fleischstücke und Knochen, die er miteinander vermengt hatte und auf verschiedene Berge verteilt hatte, vereinigten sich vor seinen erstaunten Augen  wieder zu dem, was sie vorher gewesen waren – und der Pfau und Hahn, die Taube und der Rabe  kamen zu ihm herbeigeflogen.

So steht es im Vers 260 der Sure 2 geschrieben und dieser Vers endet mit folgenden Worten an Abraham:

„Und wisse, dass Allah Allmächtig und Allweise ist!"

                                  

Die Wiedererweckung  von den Toten ist in der Tat eine Kleinigkeit für Gott, den Allmächtigen, dessen Tun auf Seiner  Allweisheit beruht. 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren