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Dienstag, 12 Januar 2016 19:28

Die große Rückkehr (1)

Die große Rückkehr   (1)
  Was wird aus uns nach dem Tod?  Das ist eine der dringendsten Fragen die der Mensch sich stellt.

Ist das Leben nur auf  diese Zeitspanne von der Geburt bis zum Ableben beschränkt, oder erwartet den Menschen nach diesem irdischen Leben ein ewiges Morgen? Verbirgt sich hinter all diesem Eintreffen und Abschiednehmen, diesem Entstehen und Vergehen eine Absicht Gottes?

Es gibt eine wichtige Wahrheit namens Maad. Damit ist im Islam die Auferstehung  nach dem Tod am Jüngsten Tag gemeint.  Nach dem Aufruf zum Glauben an Tauhid ist nichts so sehr vom Koran hervorgehoben worden wie dieses Maad – die Rückkehr zu Gott. In dieser neuen Serie, die wir mit „die große Rückkehr“ überschrieben haben, sprechen wir über das Leben bis zum Tod, die Zwischenwelt und Auferstehung, das Buch der Taten, die Siraat (Brücke)  und Misaan (Waage), die Rückkehr des Körpers und der Seele.  Wir begründen die Möglichkeit der Rückkehr zu Gott und überhaupt ihr Erfordernis und besprechen weitere Dinge. Gegenstand unseres ersten Teiles ist das Verlangen des Menschen nach Ewigkeit als ein Beweiszeichen  für das Leben nach dem Tod.

                                      

Es ist seit jeher einer der größten Wünsche des Menschen gewesen ewig zu leben. Kaum jemand kann in Wirklichkeit leugnen, dass er  den Tod im Sinne einer völligen Vernichtung  fürchtet.  Das menschliche Verlangen nach ewiger Existenz  beobachten wir überall in der Geschichte.  Die antiken Grabstätten zeugen davon, dass damals die Menschen  an ein Leben nach dem Tod glaubten. Sie trafen Vorkehrungen, in der Hoffnung, ihren Verstorbenen in der anderen Welt ein angenehmes Leben zu bereiten.  Vor dreitausend Jahren glaubten die Griechen an ein Leben nach dem Tod. Sie legten den Verstorbenen Essen mit ins Grab, um sie schon einmal fürs Erste in der neuen Welt nach dem Tod zu versorgen.  Im alten Mexiko war es üblich dass der Hofnarr mit dem König begraben wurde, damit er durch seine Späße den König den Kummer im Grab vertreibt.  Auch in Asien und Afrika gab es ähnliche Sitten.

Die Bemühungen von Gelehrten ein  Elixier für ewige Jugend zu finden, sind ebenso Hinweis auf den Wunsch nach Unsterblichkeit. 

Das Verlangen nach ewiger Existenz ist Teil des menschlichen Wesens.

                              

 Der Mensch verspürt mal Vitalität im Leben, mal fühlt er sich fremd in dieser Welt.  Wenn  Arbeitsalltag und Freizeitvergnügen beendet sind, empfindet er eine gewisse Leere in sich.  Selbst ein hoher Lebensstandard kann ihn nicht völlig ausfüllen, denn immer wieder taucht in ihm die Frage auf: Wozu lebe ich überhaupt? Wozu wurde ich erschaffen?

In Wahrheit wird ihm in diesen Momenten  diese weite Welt mit ihren vielen Möglichkeiten irgendwie zu eng. Seinen Körper empfindet er als Käfig und die Welt als Kerker.  Dieses Gefühl und sein natürliches Sehnen nach Unvergänglichkeit sind der Ausgangspunkt für den Glauben des Menschen, dass eine Zeit kommen müsste,  in der er völlig zufrieden  und an alle seine Wünsche gelangt ist.

 

 Für jedes innere Bedürfnis des Menschen gibt es eine Erwiderung außerhalb von ihm. Zum Beispiel gibt es Wasser, mit dem  er seinen Durst stillt und  wenn er hungrig ist, kann er Nahrung zu sich nehmen, um satt zu werden.  Auch das  Gefühl des Menschen in dieser Welt fremd zu sein, wird erwidert, und zwar  durch die Verheißung von der Rückkehr zu seinem Herrn, dem Barmherzigen und Gnädigen.

                                          

Der amerikanische Psychologe Norman Vincent schreibt im Zusammenhang mit diesem natürlichen Verlangen des Menschen und dem Ewigen Leben: „Es besteht nicht der geringste Zweifel am ewigen Leben und ich bin davon überzeugt. In Wahrheit ist das natürliche Gefühl für das Ewige Leben in sich einer der wichtigsten Beweise, welche uns in Richtung dieser Wahrheit drängen.  Wenn Gott der Höchsterhabene möchte, dass wir eine Wahrheit erkennen, streut er zunächst das Saatkorn dazu in unser Herz. Das Verlangen des Menschen nach Unvergänglichkeit und Ewig-Sein ist so groß, dass es absolut inakzeptabel ist, dass dieser Wunsch nicht erfüllt werden sollte.“

Die islamische Philosophie sagt das Gleiche, nämlich:

Der Wunsch nach Ewigkeit, der in der Gott gegebenen Natur aller Menschen (der Fitra) vorhanden ist, ist in sich einer der besten Beweise für die Existenz des Lebens nach dem Tod. Wo wenn Gott den Menschen in Richtung einer Wahrheit lenken will, gibt er seinen natürlichen Trieben oder seiner Fitra einen auslösenden Faktor bei.  Wegen dieser weisen Vorkehrung verlangt es jeden innerlich nach dem Ewigen Leben. Diese Empfindung ist sogar so fest verwurzelt, dass es den Glauben an ein ewiges Leben bereits in den ältesten Epochen der Geschichte gegeben hat und dass diese Überzeugung  auch heute weiterhin  lebendig ist.

 

Der bekannte französische Schriftsteller Victor Hugo sagt: „Ehrlich gesagt: Sollte der Mensch denken, dass der Tod die Vernichtung bedeutet und diesem Leben absolutes Nichts folgt,  hat das Leben keinerlei Wert mehr für ihn. Was das Leben des Menschen  angenehm macht und ihm   Freude bei seinem Tun beschert, sein Herz erwärmt und seinen Horizont erweitert, ist das, was er durch Offenbarungen und die Religion erhalten hat.   Nämlich der Glaube an die Ewige Welt, der Glaube an die Beständigkeit des Menschen, der Glaube daran, dass:  Du, o Mensch, nicht vergänglich bist sondern bleiben wirst. Du bist größer als diese Welt. Diese Welt ist für dich ein kleines vorübergehendes Nest. Diese Welt ist nur eine Wiege, für deine Kindheit.  Die prächtige und größere Ära ist eine andere.“  

Ein erneutes Leben des Menschen nach dem Tod wird auch von der Wissenschaft und Technologie nicht  für unmöglich erklärt.

Chemische  Elemente gehen durch Reaktionen nicht verloren. Es ereignen sich nur Wandlungen. Fällt ein Wassertropfen zu Boden, so verdampft er und wird zu aufsteigendem Dunst  und beim Abbrennen einer Kerze verstreuen sich die verbrannten Teilchen im Raum.  Wenn sich mit besonderen Hilfsmitteln die verstreuten Teile wieder vereinen lassen und die gleiche Verbindung eingehen, gelangen wir wieder an das Ausgangsmaterial.

 

Der Körper des Menschen wird nach seinem Tod in seine Bestandteile zerlegt, erfährt Verwandlungen und wird wieder zu Staub.  Die Wissenschaftler  haben inzwischen Erkenntnisse erzielt, die die Möglichkeit eines neuen Lebens  bestätigen. Zum Beispiel weiß man inzwischen, dass die Stammzellen des Menschen nach dem Tod eine Weile weiterleben. Auch haben Physiker mit besonderen Geräten die Tonwellen rekonstruieren können, die in der Vergangenheit von Handwerkern bei der Arbeit erzeugt wurden.

Gott der Allmächtige ist zweifelsohne in der Lage den Körper des Menschen aus seinen verstreuten Staubteilchen zu rekonstruieren.   

Der Glaube an ein Leben nach dem  Tod und eine Belohnung und Bestrafung für Taten, trägt bedeutend zur seelischen Beruhigung und zu Ruhe und  Sicherheit in der Gesellschaft bei.  Wenn der Mensch nicht an das Leben nach dem Tod glaubt und  der Tod für ihn das Ende allen Lebens ist,  ergibt dieses Leben keinen Sinn mehr  für ihn und er wird Ziellosigkeit empfinden und Sinnleere  und denken:  „Was wird schließlich aus all meinen Anstrengungen im Leben?“

Mag sein, dass viele Menschen in den Industrieländern,  sich ständig zu unterhalten versuchen, damit sie sich von dem Gedanken der Sinnlosigkeit und Ziellosigkeit ablenken können.  Wer sein Leben auf diesen kurzen Aufenthalt auf der Erde beschränkt sieht, denkt, dass nach dem Ablauf dieses Lebens nur das Nichts auf ihn wartet.  Aber wer sich sicher darüber ist, dass es eine ideale Wohnstätte im kommenden Leben gibt, die in nichts mit der hiesigen vergleichbar ist,  dem wird eine tiefe innere Ruhe beschert.  In dieser idealen ewigen Wohnstätte wird es keine  Engstirnigkeit,  keinen Geiz und Hass , keine Eifersucht und keine Unsicherheit,  keine Ungerechtigkeit und keine Verbrechen und Nöte mehr geben, sondern nur Frieden und Glück.

Wer an das Jenseits glaubt, der glaubt daran, dass das Leben nicht nur aus dem irdischen Dasein besteht. Er weiß, dass dieses irdische Leben im Vergleich zu dem Leben in der kommenden Welt sogar sehr kurz ist.

Der Koran spricht im Vers 64, Sure Ankabut: (29)

„Dieses irdische Leben ist nichts als ein Zeitvertreib und ein Spiel; die Wohnstatt des Jenseits aber - das ist das eigentliche Leben, wenn sie es nur wüssten!“

Durch den Jenseitsglauben erhält das Leben ein Ziel. Der Jenseitsgläubige weiß, dass Gott ihn nicht ohne Zweck erschaffen hat. Er weiß, dass er bald zu Ihm zurückkehrt. Gott spricht in der Sure Mumenin, Vers 115 (Sure 23)

"Glaubtet ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?"

Der Jenseitsgläubige  betrachtet sein Leben als Vorbereitung auf eine andere Wohnstätte. Das Leben ist für ihn der Acker für die Jenseitige Welt.

 

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