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Freitag, 11 März 2016 06:11

Teil 690: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (56- 58)

Teil 690: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (56- 58)
Wir haben die Sure 28, Sure Qasas bis zum Vers 56 gesprochen. Heute behandeln wir drei weitere Verse und beginnen mit Vers 56. In diesem heißt es:

(28: 56- 58) 


إِنَّكَ لَا تَهْدِي مَنْ أَحْبَبْتَ وَلَـٰكِنَّ اللَّـهَ يَهْدِي مَن يَشَاءُ ۚ وَهُوَ أَعْلَمُ بِالْمُهْتَدِينَ

„Wahrlich, du kannst nicht jedem, den du liebst, den Weg weisen; Allah aber weist dem den Weg, dem Er will; und Er kennt die Rechtgeleiteten am besten." (28 56)

Die Götzendiener zur Zeit des Propheten haben, wie Sie wissen,  allgemein nicht von ihrem Polytheismus abgelassen und den Islam abgelehnt. Es gab aber Christen, wie zum Beispiel die Gesandten des Negus von Abessinien, die sich zu Prophet Mohammad (Gottes Segen sei auf ihm) bekannten, nachdem sie die Koranverse gehört hatten.  Sie sagten: Er ist jener, dessen Kommen Christus verheißen hat.

Aus dem Vers 56 geht nun die allgemeine Regel hervor, dass die Aufgabe aller Propheten nur darin bestand, die göttliche Offenbarung mitzuteilen und die Menschen zur Anbetung nur des Einen Gottes aufzurufen. Kein Prophet ist daran schuld, wenn jemand seine Botschaft nicht akzeptiert. Ein Prophet Gottes   hat nur den Auftrag, den rechten Weg zu zeigen, aber er  hat keinen Einfluss darauf, dass jemand diesen Weg geht.

Der Prophet möchte, dass alle Menschen glauben und den Einen Gott anbeten.  Aber deswegen hat er nicht das Recht, die Menschen auf diesen Weg zu zwingen. Er könnte sie ohnehin nur zu einer äußeren Befolgung des rechten Weges aber nicht zur inneren Überzeugung zwingen.

Nur Gott lenkt die Herzen. Wer sich nach der Wahrheit sehnt und der Rechtleitung  würdig ist, den beglückt Er mit dem Glauben.

Viele Verwandte des Propheten glaubten nicht an seine Berufung und machten sich nicht vom Götzentum frei,  während fremde Menschen aus den Reihen der Juden und Christen den Propheten des Islams anerkannten und Muslim wurden.

Wir sind auch in der Sure Yunus, der Sure 10,  einem Vers begegnet, der die  Aussage enthält, dass der Glaube nicht aufgezwungen werden kann. Dort heißt es  nämlich im  Vers 43:

...(O Prophet) Kannst du den Blinden den Weg weisen, obwohl sie nicht (mit dem inneren Auge) sehen?"

Wir entnehmen dem Vers 56 der Sure Qasas:

Erstens: Die Propheten wurden nicht ausgesandt, um die Menschen zum Glauben zu zwingen, sondern ihre Aufgabe hat in der Verkündigung der  göttlichen Botschaft bestanden. Gottes Wille  bestimmt darüber, ob jemand den Glauben annimmt oder nicht.

Zweitens: Gott entscheidet gemäß Seines Allwissens und Seiner Allweisheit. Er beglückt den mit der Rechtleitung, der sich dafür eignet, und Er weiß, wer dieser
Rechtleitung würdig ist.

Wir wenden uns dem nächsten Vers in der Sure Qasas zu. Es ist Vers 57, in dem wie folgt steht:


وَقَالُوا إِن نَّتَّبِعِ الْهُدَىٰ مَعَكَ نُتَخَطَّفْ مِنْ أَرْضِنَا ۚ أَوَلَمْ نُمَكِّن لَّهُمْ حَرَمًا آمِنًا يُجْبَىٰ إِلَيْهِ ثَمَرَاتُ كُلِّ شَيْءٍ رِّزْقًا مِّن لَّدُنَّا وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَهُمْ لَا يَعْلَمُونَ

"Und sie (die Götzendiener von Mekka)  sagten: 'Wenn wir zusammen mit dir der Führung (des Korans)  folgten, so würden wir von unserem Land weggerissen (und obdachlos) werden.' Haben Wir denn kein sicheres Schutzgebiet errichtet, zu dem die Früchte aller Art gebracht werden als Versorgung von Uns? Jedoch die meisten von ihnen wissen nicht." (28: 57)


In diesem Vers sind Einwohner von Mekka gemeint,  denen bewusst geworden war, dass der Koran göttliche Offenbarung und Mohammad (s)  der Prophet Gottes ist. Dennoch waren sie nicht bereit, dies zu bekennen, denn sie befürchteten persönliche Vorteile zu verlieren. Sie machten daher Ausreden und sagten: Die Mächtigen von Mekka werden uns aus unseren Häusern und der Stadt vertreiben und wir werden in Not geraten.

Aber der Koran macht sie darauf aufmerksam, dass die Allmacht Gottes unendlich weit über der Macht des in Mekka herrschenden Qureisch-Stammes steht. Er fragt sie: Ist es nicht Gott, der all den Segen nach Mekka geschickt hat und in dieser Stadt Sicherheit herrschen lässt. Hat Er da etwa nicht die Macht, euch vor den Götzenanbetern zu schützen?

Anfangs sind  die Muslime von den mächtigen Götzenanbetern in Mekka unter Druck gesetzt worden und wurden von diesen bekämpft.  Dennoch wollte Gott, dass die junge islamische Gemeinde immer mehr erstarkt, und die Gläubigen  schließlich so mächtig werden, dass sie Mekka aus der Hand der Götzendiener befreien.

Die obige Stelle im Koran enthält unter anderen folgenden Hinweis:

Erstens: Es gibt viele, die  die Wahrheit des Glaubens erkennen, aber weil sie nicht ihre materiellen Vergnügen oder persönlichen Vorteile aufgeben wollen, sind sie nicht zum Glaubensbekenntnis bereit.

Zweitens: Sicherheit ist sehr wichtig für eine Gesellschaft. Wenn Sicherheit und Frieden herrschen, kann die Wirtschaft aufblühen und können die Menschen  durch Arbeit und Gewerbe  nach Unterhalt und den Gottesgaben streben.

Es folgt Vers 58 der Sure 28:


وَكَمْ أَهْلَكْنَا مِن قَرْيَةٍ بَطِرَتْ مَعِيشَتَهَا ۖ فَتِلْكَ مَسَاكِنُهُمْ لَمْ تُسْكَن مِّن بَعْدِهِمْ إِلَّا قَلِيلًا ۖ وَكُنَّا نَحْنُ الْوَارِثِينَ

„Und (die Bevölkerung) so manche(r)  Gebiete haben Wir vernichtet, die (sich) wegen ihrer Fülle des Unterhalts (rühmten und) aufsässig wurden! Und dort stehen ihre Wohnstätten, die nach ihnen nicht bewohnt worden sind - mit Ausnahme einiger weniger. Und Wir wurden die Erben." (28: 58)


Während es in dem vorherigen Vers um wankelmütige Götzendiener in Mekka geht, die ihres bequemen Lebens zuliebe nicht bereit waren, sich zum Islam zu bekennen, werden sie im Vers 58 an die Geschichte einiger früherer Völker erinnert, die so sehr über ihren Reichtum und ihr gutes Leben frohlockten, dass sie  undankbar und aufsässig wurden und  ihren Untergang heraufbeschworen.  Diejenigen, die aus Furcht vor dem Verlust ihrer irdischen Freuden, sich nicht zur Wahrheit bekennen, sollten sich einmal die Frage stellen: Kann das weltliche Wohlleben ein Garant dafür sein, dass man vor einer verdienten göttlichen Strafe in Sicherheit ist?

Die Handelskarawanen aus  Mekka  nach Schaam (damaliges Großsyrien) passierten die ehemaligen Wohngebiete der  Völker Ad  und Thamud. Diese Völker waren wegen ihres Unglaubens von Gott bestraft worden und von ihren Wohnstätten waren nur noch Ruinen verblieben.  Doch die  Mekkaner ließ der Anblick dieser historischen Spuren göttlicher Bestrafung unberührt. Sie zogen keine Lehre daraus.

Wir sehen:

Erstens: Wohlstand und Reichtum bedeuten nicht unbedingt Glück. Oftmals machen sie die  Menschen stolz und rebellisch gegenüber Gott, so dass sie sich die Vernichtung einhandeln.

Zweitens: Die Spuren der früheren Kulturen und Völker  sind lehrreich für die Menschheit.  Daher müssen sie für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben und geschützt werden.

Drittens: Die Welt ist vergänglich und kurzlebig. Wir sollen nicht nur das heutige glanzvolle Leben der Reichen sehen. Werden wir uns bewusst, dass sie auch einmal von allem Besitz Abschied nehmen und die Welt verlassen müssen!

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