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Freitag, 26 Februar 2016 06:10

Teil 689: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (51- 55)

Teil 689: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (51- 55)
­­­­Wir befassen uns heute mit den Versen 51 bis 55 der Sure 28, Sure Qasas, und eröffnen unsere Kurzexegese bei den Versen 51 und 52 dieser Sure. Dort heißt es:

(28: 51- 55)
 

وَلَقَدْ وَصَّلْنَا لَهُمُ الْقَوْلَ لَعَلَّهُمْ يَتَذَكَّرُونَ

„Wir haben ihnen in der Tat das Wort (den Koran) in aufeinanderfolgenden Abschnitten herabgesandt, damit sie sich vielleicht  ermahnen lassen." (28: 51)


الَّذِينَ آتَيْنَاهُمُ الْكِتَابَ مِن قَبْلِهِ هُم بِهِ يُؤْمِنُونَ

„Diejenigen, denen Wir die Schrift zuvor gegeben haben, glauben (an den Koran)." (28: 52)


Diese Stelle verweist darauf, dass der Koran aufeinanderfolgend herabgesandt wurde, damit er vielleicht eine Wirkung auf die Götzendiener hat.  Allerdings ließen sich diese nicht warnen. Während sie die Wahrheit ablehnten, bekannten sich dahingegen  einige Juden und Christen, die an einen  anderen Propheten Gottes und sein Buch glaubten, sofort zum Propheten des Islams, als ihnen seine Rechtmäßigkeit bewusst wurde.

Die Geschichte überliefert zum Beispiel, dass einige Priester vom Negus (dem König) von Abessinien nach Mekka geschickt worden waren, damit sie sich mit der Religion Mohammads (Segen sei auf ihm und seinem Hause)  vertraut machen.  Sie hörten die einladenden Worte des Propheten Gottes, bekannten sich zu seiner Botschaft  und wurden selber zu Verkündern des Islams.

Wir können uns merken:

Erstens:  Die charakterliche Heranformung von Menschen ist schrittweise möglich, durch Mahnung und Wegweisung, aber nicht durch Zwang.

Zweitens: Die himmlischen Bücher und die Großen der göttlichen Religionen streben alle dasselbe Ziel an.

Drittens:  Die aufrichtigen  Schriftbesitzer glauben an den Propheten des Islams und an seine Lehre. Sie  halten nicht aus blindem Eifer an ihrer vorherigen Überzeugungen fest.

Wir besprechen jetzt die Verse 53 und 54 der Sure 28:


وَإِذَا يُتْلَىٰ عَلَيْهِمْ قَالُوا آمَنَّا بِهِ إِنَّهُ الْحَقُّ مِن رَّبِّنَا إِنَّا كُنَّا مِن قَبْلِهِ مُسْلِمِينَ

"Und wenn er (der Koran) ihnen verlesen wird, dann sagen sie: 'Wir glauben daran. Wahrlich, es (dieses Wort) ist die Wahrheit von unserem Herrn; wir hatten uns (Ihm) schon vordem ergeben.'" (28: 53)


أُولَـٰئِكَ يُؤْتَوْنَ أَجْرَهُم مَّرَّتَيْنِ بِمَا صَبَرُوا وَيَدْرَءُونَ بِالْحَسَنَةِ السَّيِّئَةَ وَمِمَّا رَزَقْنَاهُمْ يُنفِقُونَ

„Diese werden ihren Lohn zweimal erhalten, weil sie geduldig waren und das Böse durch das Gute abwehrten und von dem spendeten, was Wir ihnen gegeben hatten." (28: 54)


Über die Schriftbesitzer, die sich gemäß Vers 52 zum Islam bekannten, heißt es, dass sie sich   Recht und Wahrheit beugten, und wenn der Prophet ihnen die Koranverse verlas, sagten sie: Wir sind davon überzeugt, dass diese Worte von Gott kommen, genauso wie wir vorher an unseren Propheten geglaubt haben.

Der Koran verheißt ihnen deswegen in Vers 54 doppelte Belohnung: einmal wegen ihres Glaubens an die vorherige Himmelschrift und den vorherigen Propheten und zum zweiten wegen ihres Glaubens an den Propheten des Islams und sein Buch.

Daraufhin nennt Gott eine wichtige Eigenschaft dieser geläuterten Gläubigen und sagt: Sie erwidern Schlechtes mit Guten.  Zum Beispiel erwidern sie hässliche Rede mit guten Worten und bleiben hässlichem, feindseligem Verhalten gegenüber geduldig und freundlich.  Außerdem spenden sie den Bedürftigen und vergessen die anderen nicht.

Wir sehen:

Erstens: Die Freunde der Wahrheit suchen nach ihr. Es spielt für sie keine Rolle, wer die Wahrheit in welcher Sprache spricht und von welchem Volk er abstammt. Es geht ihnen um Recht und Wahrheit selber. Diese sind für sie wichtig.  Die Wahrheit und das Recht muss man akzeptieren, unabhängig davon, wer sie spricht.

Zweitens: Die Wahrheit zu akzeptieren, erfordert Geduld und Standhaftigkeit gegenüber allen Problemen und aller Gegnerschaft.

Drittens: Bei allen Beziehungen mit anderen sind Nachsicht und Vergebung ein wichtiger Grundsatz. Noch höher wird es eingestuft, wenn wir denen Gutes tun, die uns schlecht behandeln.

Im Vers 55 heißt es daraufhin weiter:


وَإِذَا سَمِعُوا اللَّغْوَ أَعْرَضُوا عَنْهُ وَقَالُوا لَنَا أَعْمَالُنَا وَلَكُمْ أَعْمَالُكُمْ سَلَامٌ عَلَيْكُمْ لَا نَبْتَغِي الْجَاهِلِينَ

"Und wenn sie leeres Gerede hören, so wenden sie sich davon ab und sagen: 'Für uns (seien) unsere Taten und für euch (seien) eure Taten. Friede sei auf euch! Wir suchen keine Unwissenden (und wollen nicht mit ihnen verkehren).'" (28: 55)


Im Anschluss an die vorherigen beiden Verse wird ein Beispiel für Geduld gegenüber hässlichem Gerede und Verhalten beschrieben: Wahre Gläubige  begegnen leerem hässlichem Gerede nicht mit gleichem. Sie verhalten sich nachsichtig, sprechen friedlich und höflich und sagen:  Wenn unser Weg falsch ist, dann werden wir die Folgen in Kauf nehmen müssen und nicht ihr, und wenn eurer Weg und Verhalten nicht richtig ist, so kommen die Folgen auf euch selber zurück und nicht auf uns.  Also lasst uns ihm Guten auseinander gehen. Wir möchten nicht aus Unwissenheit handeln. Auch wenn ihr uns nicht gut behandelt haben solltet, wir  werden es euch nicht mit gleichem heimzahlen.

Wir können aus dieser Stelle im Koran entnehmen:

Erstens: Der Glaube an Gott setzt voraus, dass man sich leerem und hässlichem Gerede enthält.  Wenn andere uns herabsetzen oder verspotten,  sollten wir nicht auf die gleiche Weise reagieren. Ein wahrer Gläubiger hütet sich vor leerem Gerede.

Zweitens:  Der Verzicht auf das Unnütze und Unsinnige, ob nun beim Sprechen, Hören, Sehen oder im Umgang mit anderen, ist eine gute Eigenschaft. Sie wird von allen göttlichen Religionen gelobt.

Drittens: Wenn wir wissen dass es nichts nützt, das Schlechte zu verwehren (nahy anil-munkar) so müssen wir uns zumindest von dem Munkar, dem Verwerflichen, abwenden. Wir müssen uns von dem, der Verwerfliches tut, abwenden,  damit er merkt, dass wir nicht mit seinem Verhalten einverstanden sind und uns nicht daran beteiligen.

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