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Mittwoch, 13 Januar 2016 13:08

Teil 684: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (29- 32)

Teil 684: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (29- 32)
Liebe Hörerfreunde! Wir möchten in diesem Teil vier weitere Verse der Sure 28, Sure Qasas, besprechen und beginnen mit dem Vers 29 dieser Sure. Dort steht sinngemäß folgendes:

(28: 29- 32)



فَلَمَّا قَضَىٰ مُوسَى الْأَجَلَ وَسَارَ بِأَهْلِهِ آنَسَ مِن جَانِبِ الطُّورِ نَارًا قَالَ لِأَهْلِهِ امْكُثُوا إِنِّي آنَسْتُ نَارًا لَّعَلِّي آتِيكُم مِّنْهَا بِخَبَرٍ أَوْ جَذْوَةٍ مِّنَ النَّارِ لَعَلَّكُمْ تَصْطَلُونَ

"Als Moses nun die Frist (gemäß Vereinbarung mit Schuaib)  erfüllt hatte und mit seinen Angehörigen (nach Ägypten)  auszog, gewahrte er an der Seite des Berges ein Feuer. Er sagte zu seinen Angehörigen: 'Bleibt hier, ich habe ein Feuer wahrgenommen; vielleicht kann ich euch eine Nachricht von dort bringen oder eine Feuersglut, so dass ihr euch wärmen könnt.'" (28: 29)


Moses hatte eine der Töchter des Propheten Schuaib geheiratet. Er hatte mit Schuaib vereinbart, mindestens 8 oder auch 10 Jahre als Hirt für ihn zu arbeiten. Gemäß dem Vers 29 hatte Moses die vereinbarte Frist erfüllt. Nach 10 Jahren entschloss er sich, mit seiner Familie in seine Heimat Ägypten zurückzukehren.  Bis dorthin war es ein weiter und gefährlicher Weg. Als sie in Schaam (früheres Syrien) angelangten, verirrten sie sich in der Nacht. Sie hofften jemanden zu finden, den sie nach dem Weg fragen können. Da sah Moses in der Ferne am Berghang ein Feuer. Er dachte, sicher kennt derjenige, der das Feuer angezündet hat, den Weg und kann uns weiterhelfen. Außerdem könnte ich mir in dieser kalten dunklen Nacht auch eine Fackel an seinem Feuer anzünden und meiner Familie bringen, damit sie sich etwas aufwärmen kann.

Wir können uns, gestützt auf diesen Koranvers, merken:

Erstens: Der Mann muss sich um seine Familie kümmern und  für seine Frau und Kinder besorgen, was sie brauchen. Seine Familie soll ihm bei der Behebung von Problemen helfen.

Zweitens: Die Liebe zum Heimatland ist etwas Natürliches. Jeder hat das Recht in sein Heimatland zurückzukehren, auch wenn er jahrelang nicht dort gewesen ist.

Drittens: Moses durfte jahrelang im Palast leben und danach hat er 10 Jahre lang in der Steppe Schafe hüten müssen. So gewöhnte er sich das bequeme Leben im Palast ab und wurde für die Zukunft und seinen schwierigen Auftrag mit Geduld und Ausdauer ausgerüstet.

Wir gehen zum Vers 30 über. Dort heißt es:


فَلَمَّا أَتَاهَا نُودِيَ مِن شَاطِئِ الْوَادِ الْأَيْمَنِ فِي الْبُقْعَةِ الْمُبَارَكَةِ مِنَ الشَّجَرَةِ أَن يَا مُوسَىٰ إِنِّي أَنَا اللَّـهُ رَبُّ الْعَالَمِينَ

"Und als er zu ihm (dem Feuer) kam, da  hörte er von der rechten Seite des Tales am gesegneten Ort aus dem Baum rufen: 'O Moses, wahrlich, Ich bin Gott, der Herr der Welten'." (28: 30)

Laut Überlieferung bemerkte Moses schnell, dass das Feuer, welches  er aus der Ferne gesehen hatte, etwas Besonderes war, denn es flammte nicht aus einem dürren, sondern aus einem grünen frischen Baum hervor.  Die Flammen verbreiteten strahlendes Licht, ohne heiß zu sein und etwas zu verbrennen. Erstaunt war  Moses dies gerade gewahr geworden, als sich plötzlich eine Stimme erhob und sprach:  „O Moses, wahrlich, Ich bin Gott, der Herr der Welten." Es war also Gott gewesen, der ihn herbeikommen ließ:  Gott der Schöpfer und Herr über alle Welten und ihre Bewohner.

Moses wurde unmittelbar von Gott angesprochen. Dafür erhielt er den besonderen Beinamen Kalimullah – „derjenige, der mit Gott gesprochen hat".

Wir sehen am Vers 30 der Sure 28:

Erstens: In der religiösen Kultur sind alle Orte, die Gott auserwählt hat, heilig:  auch Berge und Täler können daher heilige Orte sein.

Zweitens: Moses war eigentlich zum Berg „Tur" gegangen, um etwas Feuer für seine Familie zu besorgen und sich nach dem Weg zu erkundigen. Unterdessen wurde er jedoch dort mit der Rechtleitung der Menschen beauftragt. Es kommt also darauf an, dass wir uns im Leben anstrengen, so wie Moses, der um die Fürsorge seiner Familie bemüht war. Das Resultat  unserer Anstrengung ist aber nicht in unserer Hand.

Es folgt nun die Besprechung von Vers 31 und 32. Diese lauten:


وَأَنْ أَلْقِ عَصَاكَ ۖ فَلَمَّا رَآهَا تَهْتَزُّ كَأَنَّهَا جَانٌّ وَلَّىٰ مُدْبِرًا وَلَمْ يُعَقِّبْ ۚ يَا مُوسَىٰ أَقْبِلْ وَلَا تَخَفْ ۖ إِنَّكَ مِنَ الْآمِنِينَ 

„'Und wirf deinen Stock hin.'" Als er ihn (den Stock) sich regen sah, als wäre er eine Schlange, wandte er sich zur Flucht und schaute nicht zurück. (Da hörte er den Ruf: ) 'O Moses, tritt vor und fürchte dich nicht; denn du gehörst zu denen, die in Sicherheit sind.'" (28: 31)


اسْلُكْ يَدَكَ فِي جَيْبِكَ تَخْرُجْ بَيْضَاءَ مِنْ غَيْرِ سُوءٍ وَاضْمُمْ إِلَيْكَ جَنَاحَكَ مِنَ الرَّهْبِ ۖ فَذَانِكَ بُرْهَانَانِ مِن رَّبِّكَ إِلَىٰ فِرْعَوْنَ وَمَلَئِهِ ۚ إِنَّهُمْ كَانُوا قَوْمًا فَاسِقِينَ

"Steck deine Hand in deinen Hemdschlitz; sie wird ohne Übel weiß hervorkommen; und zieh deinen Arm an dich (an deine Brust), um die Ängstlichkeit von dir zu jagen. Das sollen zwei Beweise von deinem Herrn für Pharao und seine Vornehmen sein; denn sie sind ein frevelndes Volk.'" (28: 32)

Moses war natürlich beim Anblick des ungewöhnlichen Feuers im Baum und beim Erschallen eines Rufes, wie er ihn nie zuvor gehört hatte, sehr verwirrt. Was sollte dies bedeuten?

Um Seinen Gesandten vollends davon zu überzeugen, dass das, was er sieht und hört, von Ihm kommt, führte Gott  Moses  zwei Wunder vor Augen. Zum einen verwandelte er seinen Hirtenstab in eine Schlange und zum anderen ließ er seine Hand weiß erstrahlen.

Durch diese beiden Wunder wurde Moses davon überzeugt, dass die Worte, die er gehört hatte, wahr sind. Daraufhin beauftragte Gott ihn, mit diesen beiden Wundern ausgerüstet, nach Ägypten zurückzukehren. Als  erstes sollte er den Palast des Pharaos betreten, wo er jahrelang gelebt hatte. Er sollte  den Tyrannen zum Glauben an den Einen Gott aufrufen und ihn davon abbringen, dass er den Israeliten weiterhin Leid zufügt.

Folgendes können wir aus der obigen Stelle in der Sure 28 lernen:

Erstens: Erst derjenige kann andere rechtleiten, der selber von der Richtigkeit seines Weges überzeugt ist.

Zweitens: Für die  grundlegende Reformierung einer Gesellschaft muss bei den Ursprüngen für Unrecht und Verdorbenheit angesetzt werden.

Drittens: Angst und Meidung von Gefahren ist typisch für den Menschen und darin unterscheiden sich auch die Propheten nicht von den anderen.

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