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Dienstag, 12 Januar 2016 13:01

Teil 683: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (26- 28)

Teil 683: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (26- 28)
Wir setzen unsere Kurzexegese bei dem Vers 26 der Sure 28, Sure Qasas fort. In dieser Stelle im Koran heißt es:

(28: 26- 28)



قَالَتْ إِحْدَاهُمَا يَا أَبَتِ اسْتَأْجِرْهُ ۖ إِنَّ خَيْرَ مَنِ اسْتَأْجَرْتَ الْقَوِيُّ الْأَمِينُ

"Da sagte eine der beiden (Töchter des Schuaib): 'Mein Vater! Stell ihn in deinen Dienst ein; denn der beste Mann, den du einstellen kannst, ist wahrlich der, der stark und ehrlich ist.'" (28: 26)

Wie Sie im letzten Teil erfahren haben, hatte Moses den Töchtern von Schuaib geholfen, ihre Herde zu tränken. Schuaib hatte Moses in sein Haus eingeladen, um ihn für seine Mühe zu entlohnen. Nun heißt es an dieser Stelle im Koran, dass  die Tochter von Schuaib, welche dieser zu Moses schickte, ihrem Vater einen Vorschlag machte. Sie schlug ihm vor, Moses als Hirten einzustellen. Die Tochter des Schuaibs verwies dabei auf zwei Eigenschaften Moses, nämlich seine Körperkraft und seine Ehrlichkeit und Anständigkeit.  Dass Moses stark genug war, hatte er bewiesen, als er  alle Schafe tränkte, und dafür immer wieder den schweren Wasserbottich aus dem Brunnen hochgezogen hatte. Außerdem hatte Moses  gezeigt, wie anständig er war. Als ihn die Tochter  zum Hause von Schuaib führen sollte, sagte er,  dass er ihr vorangehen möchte. Sie sollte ihm folgen und wenn immer nötig, ihm sagen, wo es langgeht.  Wäre das junge Mädchen Moses vorweggegangen, um ihm den Weg zu zeigen, hätte Moses es unweigerlich ständig vor Augen gehabt und das hatte er vermeiden wollen.

Wir können uns merken:

Erstens:  Kinder, ob Söhne oder Töchter, haben das Recht den älteren Mitgliedern in der Familie unter logischer Begründung eine Meinung, die sie für richtig halten, zu unterbreiten.

Zweitens: Für eine Arbeit muss man die Leute wählen, die am geeignetsten dafür sind.

Drittens: Wenn jemandem eine Verantwortung übertragen werden soll, müssen zwei Bedingungen vorliegen, nämlich die notwendigen Fähigkeiten und Vertrauenswürdigkeit.

Es folgen die Verse 27 und 28 der Sure 28:


قَالَ إِنِّي أُرِيدُ أَنْ أُنكِحَكَ إِحْدَى ابْنَتَيَّ هَاتَيْنِ عَلَىٰ أَن تَأْجُرَنِي ثَمَانِيَ حِجَجٍ ۖ فَإِنْ أَتْمَمْتَ عَشْرًا فَمِنْ عِندِكَ ۖ وَمَا أُرِيدُ أَنْ أَشُقَّ عَلَيْكَ ۚ سَتَجِدُنِي إِن شَاءَ اللَّـهُ مِنَ الصَّالِحِينَ

"Er (Schuaib) sagte (zu Moses): 'Ich will dir eine von diesen meinen beiden Töchtern zur Frau geben unter der Bedingung, dass du dich mir auf acht Jahre zum Dienst verpflichtest. Willst du dann zehn (Jahre) vollenden, so bleibt es dir überlassen. Ich möchte aber nicht hart zu dir sein; du wirst in mir, so Gott will, einen rechtschaffenen (Mann) finden'." (28: 27)


قَالَ ذَٰلِكَ بَيْنِي وَبَيْنَكَ ۖ أَيَّمَا الْأَجَلَيْنِ قَضَيْتُ فَلَا عُدْوَانَ عَلَيَّ ۖ وَاللَّـهُ عَلَىٰ مَا نَقُولُ وَكِيلٌ

„Er (Moses) sagte: 'Das sei zwischen mir und dir (abgemacht). Welche der beiden Fristen ich auch erfülle - es soll mich kein Vorwurf treffen; und Gott ist Zeuge dessen, was wir sagen'." (28: 28)


Der Prophet Schuaib  nahm den Vorschlag seiner Tochter, Moses als Hirten einzustellen, an. Aber er wollte einerseits nicht, dass ein lediger Mann in seinem Haus lebt, derweil er zwei junge Töchter hat. Daher bot er Moses die Ehe mit einer  seiner Töchter an.  Aber da er auch andererseits nicht wollte, dass  die Versorgung der Schafe liegenbleibt,  vereinbarte er mit Moses, dass er nach der Heirat mindestens 8 Jahre für ihn arbeitet. Er wollte damit vermeiden,  dass Moses nach der Heirat fortzieht. Dann hätte der gealterte Prophet  nur noch eine Tochter im Hause gehabt, und diese hätte ganz alleine die Schafe zur Weide und Tränke bringen müssen.  Also bedingte sich Schuaib für die Heirat aus, dass Moses mehrere Jahre lang seine Schafsherde hütet.

Auf diese Weise gelangte Moses  einerseits an eine Unterkunft und Unterhalt und konnte eine Familie gründen,  und andererseits brauchten die Töchter von Schuaib nicht mehr die Schafe auf die Weide und zur Tränke bringen und konnten in Sicherheit zu Hause bleiben.

Es ist zu beachten, dass die ausbedingten 8 Jahre, in denen Moses die Schafe hüten sollte, ob dies nun als Morgengabe oder als Heiratsbedingung galt, zugunsten der Tochter von Schuaib war. Sie hatte zusammen mit ihrer Schwester wegen des hohen Alters ihres Vaters jeden Tag die Schafe ins Freie bringen müssen. So war es ihr nur lieb, dass sie jemanden heiratet, der diese Verantwortung übernimmt und sie von der schweren Aufgabe befreit. Schuaib hat auch zugleich gemäß Vers 27 dem Moses versichert, dass er nicht streng mit ihm umgehen und ihn nicht zu sehr belasten will. Schuaib fragte Moses nach seiner Meinung und Moses nahm das Angebot, die Tochter des Schuaibs zu heiraten unter der Bedingung, dass er als Hirte für ihn arbeitet, an. Er sagte: Ich werde 8 Jahre bleiben und die Schafe hüten und wenn ich möchte noch zwei Jahre anhängen.

Wir können uns merken:

Erstens: Wenn ein junger Mann anständig und ehrlich ist, ist nichts dagegen einzuwenden, dass der Vater oder die Angehörigen eines Mädchens ihm eine Ehe mit diesem Mädchen vorschlagen.

Zweitens: Für gesunde Bedingungen in einer  geschlechtlich gemischten Umgebung ist die Ehe von größerer Bedeutung als die Arbeitstätigkeit.

Drittens: Bei der  Festlegung der Morgengabe für ein heiratswilliges Mädchen,  darf man nicht den angehenden Bräutigam überfordern, sondern man soll darauf achten, was überhaupt in seinen Kräften steht.

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