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Sonntag, 20 Dezember 2015 09:51

Teil 682: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (22- 25)

Teil 682: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (22- 25)
Im Rahmen der Besprechung der Sure 28 sind wir letztes Mal beim Vers 21 angelangt. Die Verse 22 und 23 dieser Sure, der Sure Qasas, lauten wie folgt:

(28: 22- 25)


وَلَمَّا تَوَجَّهَ تِلْقَاءَ مَدْيَنَ قَالَ عَسَىٰ رَبِّي أَن يَهْدِيَنِي سَوَاءَ السَّبِيلِ

„Und als er sich in Richtung Madyan begab, sagte er: 'Ich hoffe, mein Herr wird mich auf den rechten Weg leiten.'" (28: 22)


وَلَمَّا وَرَدَ مَاءَ مَدْيَنَ وَجَدَ عَلَيْهِ أُمَّةً مِّنَ النَّاسِ يَسْقُونَ وَوَجَدَ مِن دُونِهِمُ امْرَأَتَيْنِ تَذُودَانِ ۖ قَالَ مَا خَطْبُكُمَا ۖ قَالَتَا لَا نَسْقِي حَتَّىٰ يُصْدِرَ الرِّعَاءُ ۖ وَأَبُونَا شَيْخٌ كَبِيرٌ

„Als er zum Wasser(brunnen)  von Madyan kam, fand er dort eine Schar von Leuten, die (ihr Vieh) tränkten. Und neben ihnen fand er zwei Frauen, die (ihre Schafen von dem Brunnen) zurückhielten. Er sagte: 'Was ist mit euch?' Sie sagten: 'Wir können (unser Vieh) nicht eher tränken, als bis die Hirten (ihre Herden) fortgetrieben haben, und (wir haben sie selber hierher gebracht, denn) unser Vater ist ein hochbetagter Greis.'" (28: 23)


Wir sagten beim letzten Mal, dass einer aus dem Palast des Pharaos zu Moses gelaufen kam und ihm sagte, dass die Vornehmen von Ägypten ihn töten wollen. Er riet Moses,  so bald wie möglich die Stadt zu verlassen. Wir entnehmen dem Vers 22, dass Moses nicht nur die Stadt sondern Ägypten, wo Pharao herrschte, verließ. Er floh in Richtung  Madyan, südlich von Schaam (Syrien).

Der Weg war nicht gefahrlos. Es konnte sein, dass er festgenommen wird oder sich verirrt. Also bat er Gott, dass er ihn den rechten Weg leitet.

In Madyan angekommen, sah er am Stadtrand  Hirten, die ihre Schafsherden an den Brunnen gebracht hatten, um sie zu tränken.  Moses war müde von dem weiten Weg und ging zum Brunnen, um sich den Staub vom Gesicht zu waschen. Da bemerkte er zwei Frauen, die ihre Herde zum Brunnen gebracht hatten, aber sich im Abseits hielten und achtgaben, dass ihre Schafe sich nicht unter die Herden der anderen mischen. Moses wunderte sich  und fragte sie, was sie an diesem Brunnen machen und weshalb sie ihre Schafe zurückhalten. Da sagten sie: Unser Vater ist  schon betagt  und wir müssen selber die Schafe zur Weide bringen. Weil  wir uns nicht unter die Männer mischen wollen,  warten wir ab, bis sie ihre Schafe getränkt haben und wieder weggehen. Danach werden wir auch unsere Schafe zum Brunnen bringen.

Ausgehend von dem Inhalt der  Verse 22  und 23 der Sure 28 können wir uns Folgendes merken:

Erstens: Die Bereitschaft zum Verlassen der Heimat gehört zum Leben von großen Reformern. Sie nehmen diese Härten auf sich, um sich für die auf späteren Schwierigkeiten mit Geduld zu wappnen und sich auf die  Zukunft vorzubereiten.

Zweitens:  Ein Bittgebet hat dann einen Sinn, wenn wir selber auch etwas unternehmen. Beten allein  genügt nicht.

Drittens: Es ist eine Tugend, dass Frauen den  Abstand zu fremden Männern wahren, zum Beispiel am Arbeitsplatz. (Die Töchter des Schuaib, die in dieser Sure gemeint sind, haben ihre Schafe nicht getränkt, solange die Männer am Brunnen waren. Sie haben  lieber gewartet bis diese weggingen)

Viertens: Wenn nötig müssen die Töchter eines Propheten Gottes Schafe hüten. Aber betteln gehen würden sie nie.

In den nächsten beiden   Versen, nämlich Vers 24 und 25 der Sure Qasas, steht Folgendes:


فَسَقَىٰ لَهُمَا ثُمَّ تَوَلَّىٰ إِلَى الظِّلِّ فَقَالَ رَبِّ إِنِّي لِمَا أَنزَلْتَ إِلَيَّ مِنْ خَيْرٍ فَقِيرٌ

"Da tränkte er (Moses) (ihre Herde) für sie. Dann zog er sich in den Schatten zurück und sagte: 'Mein Herr, ich bedarf des Guten, was immer es (auch) sei, das Du auf mich herabsenden magst.'" (28: 24)


فَجَاءَتْهُ إِحْدَاهُمَا تَمْشِي عَلَى اسْتِحْيَاءٍ قَالَتْ إِنَّ أَبِي يَدْعُوكَ لِيَجْزِيَكَ أَجْرَ مَا سَقَيْتَ لَنَا ۚ فَلَمَّا جَاءَهُ وَقَصَّ عَلَيْهِ الْقَصَصَ قَالَ لَا تَخَفْ ۖ نَجَوْتَ مِنَ الْقَوْمِ الظَّالِمِينَ

"Und eine der beiden (Frauen) kam verschämt zu ihm her. Sie sagte: 'Siehe, mein Vater lädt dich ein, damit er dich dafür belohnen kann, dass du unser Vieh getränkt hast.' Als er nun zu ihm (dem Propheten Schuaib) kam und ihm seine Geschichte erzählte, sagte er: 'Fürchte dich nicht; du bist dem ungerechten Volk entronnen.'" (28: 25)


Moses war vor dem Pharao und seinen Soldaten  aus Ägypten geflüchtet und müde von dem weiten Weg in Madyan angelangt. Doch als er die beiden Frauen am Brunnen sah, vergaß er für einen Augenblick seine eigenen Schwierigkeiten, und brachte ihre Schafe an die Wasserstelle.

Als er die Tiere am Brunnen getränkt hatte, zog er sich, ohne einen Lohn dafür zu verlangen,  in den Schatten eines Baumes zurück um  auszuruhen. Moses  hatte Hunger und brauchte etwas zu essen. Aber in Madyan kannte ihn keiner, so dass er als Gast bei ihm hätte einkehren oder um eine Mahlzeit hätte bitten können. Daher betete er zu Gott, er möge ihm – wie auch immer – helfen, damit er seinen Hunger stillen kann und ein Obdach findet.

Inzwischen waren die Töchter des Schuaib wieder nach Hause zurückgekehrt. Ihr Vater wunderte sich, dass sie früher als sonst zurückkamen und fragte: Habt ihr denn die Schafe nicht getränkt? Seine Töchter erzählten, dass ein junger Mann ihnen geholfen hatte. Da sagte Hadhrate Schuaib: Geht ihn holen und ladet ihn ein, damit ich  ihn angemessen belohne und mich dankbar zeige.

Also ging eine der beiden Frauen zu Moses und sagte zurückhaltend und schamhaft: Mein Vater hat euch zu sich eingeladen, damit er euch für eure Mühe lohnt.

Moses spürte an dem sittsamen Verhalten dieser jungen Frau, dass sie aus einer edlen Familie kommt. Ihr Vater schien ein dankbarer Mensch zu sein, der seinen Dienst nicht unerwidert lassen wollte. Also folgte Moses der Einladung und bald stellte sich heraus, dass seine Vermutung stimmte.

So kam es zur Begegnung zwischen  Moses und Hadhrat-e Schuaib, einem der Gesandten Gottes. Moses erzählte ihm, warum er aus Ägypten geflohen und nach Madyan gekommen war.   Schuaib beruhigte ihn und sagte: Gott hat dich vor den Unterdrückern gerettet. Er sagte, er könne so lange er möchte,  sein Gast sein.

Wir möchten zu dieser Stelle in der Sure 28 noch Folgendes anmerken:

Erstens: Wir sollten, auch wenn wir selber Schwierigkeiten haben, nicht die Probleme der anderen vergessen und ihnen so gut wir können helfen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten sind.

Zweitens: Wir sollten Gott bitten, dass er unsere Probleme löst und unsere Bedürfnisse stillt, damit er die Voraussetzung zur Beseitigung von Problemen, auf eine Weise, wie es uns zum Wohl gereicht, herstellt.

Drittens: Laut Lehre der Propheten ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Frau in der Gesellschaft erscheint. Es wird nur vorausgesetzt, dass sie sich anständig und sittsam verhält und der nötige Abstand zwischen fremden Männern und Frauen bewahrt wird.

Viertens: Wir sollten für den Dienst anderer dankbar sein und uns auf angemessene Weise  dafür erkenntlich zeigen.

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