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Donnerstag, 03 Dezember 2015 14:30

Teil 681: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (18- 21)

Teil 681: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (18- 21)
In einem weiteren Teil unserer Koranreihe werfen wir einen Blick auf die Verse 18 bis 21 der Sure Qasas (Sure 28). Die Verse 18 und 19 lauten:

(28: 18- 21)


فَأَصْبَحَ فِي الْمَدِينَةِ خَائِفًا يَتَرَقَّبُ فَإِذَا الَّذِي اسْتَنصَرَهُ بِالْأَمْسِ يَسْتَصْرِخُهُ ۚ قَالَ لَهُ مُوسَىٰ إِنَّكَ لَغَوِيٌّ مُّبِينٌ

"Danach wurde er (Moses)  in der Stadt furchtsam (und war) auf der Hut; auf einmal schrie wieder  jener, der ihn zuvor um Hilfe gerufen hatte, nach ihm um Beistand. Da sagte Moses zu ihm: 'Du bist offensichtlich auf dem falschen Weg'." (28: 18)



فَلَمَّا أَنْ أَرَادَ أَن يَبْطِشَ بِالَّذِي هُوَ عَدُوٌّ لَّهُمَا قَالَ يَا مُوسَىٰ أَتُرِيدُ أَن تَقْتُلَنِي كَمَا قَتَلْتَ نَفْسًا بِالْأَمْسِ ۖ إِن تُرِيدُ إِلَّا أَن تَكُونَ جَبَّارًا فِي الْأَرْضِ وَمَا تُرِيدُ أَن تَكُونَ مِنَ الْمُصْلِحِينَ

"Und als er sich (dann doch) entschloss, Hand an den Mann zu legen, der ihnen beiden feind war, sagte dieser: 'O Moses, willst du mich töten, so wie du gestern einen Menschen getötet hast?  Du hast (anscheinend) nichts anderes im Sinn, als Gewalttaten im Land zu verüben und du willst kein Friedensstifter sein'." (28: 19)


Moses war, wie gesagt, ein junger Mann geworden. Er war nicht mehr nur im Palast des Pharao geblieben, sondern hatte sich auch  unters Volk begeben. Zu jener Zeit  wurden die Israeliten immer noch  von den Leuten des Pharaos und den Ägyptern brutal unterdrückt. Als Moses in der Stadt sah, wie einer aus seinem Volke, den  Kindern Israels, von einem Ägypter verprügelt wird, eilte er ihm zur Hilfe um ihn zu verteidigen. Er versetzte dem Angreifer einen Hieb und, ohne es zu wollen, erschlug er ihn.  Die Verse  18  und 19 berichten darüber, was danach geschah.

Moses kehrte nicht mehr in den Palast zurück. Er hielt sich in der Stadt versteckt. Es bestand die Gefahr, dass die Soldaten des Pharao ihn festnehmen und davor fürchtete er sich. Am nächsten Tag sah er den gleichen Israeliten wieder mit einem Ägypter in einen Streit verwickelt. Wieder rief dieser den Moses herbei, damit er ihm hilft. Aber Moses kritisierte ihn und sagte, es sei unklug von ihm, sich  jeden Tag mit einem Ägypter anzulegen. Dadurch brachte dieser Mann sich und  andere Israeliten nur  in Gefahr und machte den Israeliten das Leben nur noch schwerer, anstatt etwas zu verbessern. Aber wie auch immer: Diesem Israeliten geschah Unrecht und er wurde von einem  gewalttätigen Ägypter  bedroht. Deshalb wollte Moses ihn nicht im Stich lassen.

Der junge Moses  versetzte dem Angreifer diesmal keinen Hieb sondern packte ihn, um zu verhindern, dass er weiter auf sein Opfer einschlägt.

Folgende drei Merkpunkte können wir zu dieser Stelle im Koran anführen:

Erstens: Der Kampf gegen den Feind darf nicht planlos erfolgen.  Man darf nicht durch sinnloses Verhalten für sich selber und die anderen Schwierigkeiten hervorrufen.

Zweitens: Wir müssen unsere Freunde auf ihre Fehler aufmerksam machen, dürfen sie aber  nicht wegen dieses Fehlers gegenüber einem Feind alleine lassen, der ihnen ein Unrecht antut.

Drittens: Man muss sich entschieden und nach besten Kräften gegen den Feind stellen.


Wir wenden uns den nächsten beiden Versen zu, um zu erfahren,  wie es weiter ging. In den Versen 20 und 21 heißt es:


وَجَاءَ رَجُلٌ مِّنْ أَقْصَى الْمَدِينَةِ يَسْعَىٰ قَالَ يَا مُوسَىٰ إِنَّ الْمَلَأَ يَأْتَمِرُونَ بِكَ لِيَقْتُلُوكَ فَاخْرُجْ إِنِّي لَكَ مِنَ النَّاصِحِينَ

"Da kam ein Mann vom äußersten Ende der Stadt (zu ihm) herbeigelaufen. Er sagte: 'O Moses, die Vornehmen beraten sich gegen dich, um dich zu töten. Darum mach dich  (schnell aus der  Stadt)  fort; denn ich bin dir ein ehrlicher Ratgeber!'" (28: 20)


فَخَرَجَ مِنْهَا خَائِفًا يَتَرَقَّبُ ۖ قَالَ رَبِّ نَجِّنِي مِنَ الْقَوْمِ الظَّالِمِينَ

"Da verließ er (Moses) ängstlich um sich blickend die Stadt.   Er sagte: 'Mein Herr, rette mich vor dem ungerechten Volk .'" (28: 21)


Der Pharao hatte erfahren, was sich in der Stadt zugetragen hatte.  Ein Sklave aus dem Volk der Kinder Israels  war zwei Tage hintereinander mit einem Ägypter in Streit geraten, und Moses hatte ihm beide Male geholfen. Er hatte den Israeliten   gerettet und den beiden Unterdrückern das Handwerk gelegt. Das konnte keiner am Hofe des Pharaos dulden. Deshalb waren sie einstimmig dafür, dass Moses getötet werden muss, damit niemand mehr wagt, sich gegen die Ägypter zu stellen.

Aber bevor die Soldaten des Pharaos den Befehl ausführen konnten,  erfuhr einer aus der Familie des Pharaos von der Geschichte. Er kam schnell in die Stadt geeilt und sagte Moses, welche Entscheidung über ihn gefällt worden war, damit er rasch aus der Stadt flieht.

Gemäß Überlieferungen und Geschichtsbeschreibungen hieß dieser Mann, der Moses warnte, Hezqil (Hesekiel). Nachdem Moses  später von Gott zum Propheten ernannt worden war, bekannte sich Hezqil  zu ihm und wurde als der „gläubige Mann aus der Familie des Pharao" bekannt.  Auch er lebte, wie Asia, die Gemahlin des Pharaos, im Palast. Wie sie lehnte auch er das pharaonische System ab und hoffte auf eine Revolution gegen den Tyrannen.  Als er von dem Vorgehen Moses erfuhr, spürte er, dass dieser den Mut und die Fähigkeit besitzt, den Pharao zu bekämpfen. Also riet er ihm, sich vorläufig  einmal  in Sicherheit zu bringen.

Moses nahm die Nachricht ernst. Er verließ die Stadt. Jeden Augenblick konnte ihm etwas passieren, also war er in Furcht und bat Gott, dass Er ihm hilft, damit er Ägypten sicher verlassen kann und vor dem Übel der Unterdrücker sicher ist.

Wieder können wir uns mehrere Dinge einprägen, nämlich:

Erstens: Es ist nicht erlaubt, den Unterdrückern und  Frevlern zu helfen. Dahingegen ist es positiv zu bewerten, wenn jemand in ein tyrannisches System in der Absicht eindringt,  etwas für die Unterdrückten zu tun und Unrecht an ihnen  zu verhindern.

Zweitens: Wenn wir Gott zuliebe handeln, dann hilft uns Gott bei Gefahren und schützt uns.

Drittens: Eine rechtzeitige Benachrichtigung und schnelles Handeln können manchmal das Schicksal eines ganzen Volkes zum Guten hin ändern. Wenn  Hezqil, der rechtschaffene Mann  aus der Verwandtschaft des Pharaos, nicht rechtzeitig dem Moses Bescheid gesagt hätte und Moses nicht geflüchtet wäre, dann wäre Moses, der angehende Retter der Israeliten  vielleicht von den Soldaten des Pharaos getötet worden.

Viertens:  Auch unter  Palastbewohnern kann sich jemand befinden, der Recht und Wahrheit liebt, und wie oft gibt es umgekehrt  unter den Bewohnern von Elendshütten Leute, die den Irrweg gehen. Es ist also nicht ausschlaggebend,  wo und unter welchen Lebensbedingungen  jemand lebt. Ausschlaggebend ist, ob jemand auf der Seite des Rechts oder des Unrechts steht.

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