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Sonntag, 15 November 2015 13:37

Teil 679: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (9- 13)

Teil 679: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (9- 13)
Wir setzen unsere Kurzexegese bei dem Vers 9 der Sure 28 (Sure Qasas) fort. An dieser Stelle heißt es:

(28: 9- 13)


وَقَالَتِ امْرَأَتُ فِرْعَوْنَ قُرَّتُ عَيْنٍ لِّي وَلَكَ ۖ لَا تَقْتُلُوهُ عَسَىٰ أَن يَنفَعَنَا أَوْ نَتَّخِذَهُ وَلَدًا وَهُمْ لَا يَشْعُرُونَ

"Und die Frau des Pharao sagte: ""(Er ist) mir und dir eine Augenweide! Tötet ihn nicht. Vielleicht erweist er sich als nützlich für uns, oder wir nehmen ihn als Sohn an." Aber sie waren ahnungslos (und wussten nicht, wen sie in ihrem eigenen Hause großziehen werden)." (28: 9)


Wie aus dem vorherigen Vers 8 der Sure 28 hervorgeht,  sahen der Pharao und seine Gemahlin, die vor ihrem Palast am Nilufer saßen, eine Truhe über das Wasser daher treiben. Der Pharao ließ sie aus dem Wasser fischen und beim Öffnen erblickten  sie darin einen Säugling. Der Pharao hatte befohlen, dass in dem betreffenden Jahr jedes  Neugeborene der Israeliten getötet wird, wenn es ein Junge ist, und daher wollten seine Soldaten sogleich  diesen Befehl durchführen. Aber Asia, die Gemahlin des Pharaos, hielt sie zurück und wandte sich bittend an den Pharao.

Asia  sagte: „Dieser Säugling kann doch Segen in unser Haus bringen und wir können uns an ihm erfreuen! Lass ihn nicht töten! Wir haben keinen Sohn und wir können diesen Knaben wie unseren eigenen Sohn aufziehen. Dann kann er dein Thronfolger werden."  Mit ihren  gefühlvollen  Worten konnte Asia den Pharao dazu bewegen, dass er das Kind nicht töten lässt. Sie brachten es in den Palast.

Aber sie wussten nichts von der Vorsehung Gottes. Sie wussten nicht, dass Gott es so geplant hatte, dass der Pharao seinen  zukünftigen Feind selber am Leben lässt und  dass seine grausame Präventivmaßnahme, die Neugeborenen der Israeliten umzubringen, nichts nützt.

Wir lernen also:

Erstens: Eine Frau kann die Geschichte und das Schicksal eines Volkes ändern. Die Gemahlin des Pharaos verhinderte die Ermordung von Moses und führte damit indirekt zur Rettung der Kinder Israels aus der Fuchtel des Pharaos und seines Systems. Sie gab der Geschichte einen anderen Verlauf.

Zweitens: Die Herzen sind in der Hand Gottes. Wenn Gott will, kann er auch die härtesten Herzen weich stimmen. So hat Gott auch das Herz des grausamen Pharaos weich gestimmt und ihn dazu gebracht, das Neugeborene bei sich aufzunehmen, obwohl er zuvor die Ermordung aller   männlichen Neugeborenen der Israeliten angeordnet hatte.

In den beiden nächsten Versen 10 und 11 der Sure 28  heißt es nun über den Zustand und das Verhalten der Mutter von Moses:



وَأَصْبَحَ فُؤَادُ أُمِّ مُوسَىٰ فَارِغًا ۖ إِن كَادَتْ لَتُبْدِي بِهِ لَوْلَا أَن رَّبَطْنَا عَلَىٰ قَلْبِهَا لِتَكُونَ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ

„Und das Herz von Moses' Mutter war (von jedem Gedanken außer dem Gedanken an ihr Kind) entleert. Fast hätte sie ihr Geheimnis preisgegeben, wenn Wir nicht ihr Herz gestärkt hätten, damit sie am Glauben (an die Verheißungen Gottes)  festhielte". (28: 10)



وَقَالَتْ لِأُخْتِهِ قُصِّيهِ ۖ فَبَصُرَتْ بِهِ عَن جُنُبٍ وَهُمْ لَا يَشْعُرُونَ

"Sie sagte zu seiner Schwester (der Schwester von Moses): 'Spüre ihm nach.' So beobachtete sie (die Schwester von Moses) ihn von weitem; und jene (die Leute von Pharao) ahnten nichts." (28: 11)


Die Mutter von Moses hatte ihr geliebtes Kind in der Truhe auf dem Nil ausgesetzt. Sie war voller Sorge und zutiefst beunruhigt. Beinahe hätte sie sich auf den Weg gemacht, um die Truhe mit ihrem Kind wieder aus dem Fluss herauszufischen.  Aber Gott, der sie durch eine Eingebung geheißen hatte, ihren Säugling auf dem Nil auszusetzen, festigte ihr Herz, damit sie völlig zuversichtlich wird und sich bei dem Gedanken beruhigt, dass das, was Gott ihr über ihren Moses verheißen hat, wahr werden wird.

Daher beherrschte sie sich und anstatt übereilt etwas zu tun, wodurch sie sich verrät, gab sie der Schwester von Moses den Auftrag, von weitem die Truhe auf dem Wasser zu beobachten, um zu sehen was passiert. Würde jemand sie aus dem Wasser fischen?

Die Schwester von Moses konnte unbemerkt beobachten, wie die Leute von Pharao die Truhe aus dem Wasser holten.  Wäre sie bemerkt worden, dann wäre es offensichtlich gewesen, dass zwischen dem Kind in der Truhe und ihr eine Verbindung besteht.  Aber keiner bemerkte sie.

Wir lernen aus dieser Stelle im Koran:

Erstens: Es ist ein besonderes Merkmal der gläubigen Menschen, dass sie ein wichtiges Geheimnis hüten können. Andererseits ist die   Enthüllung eines Geheimnisses meist ein Zeichen für schwachen Glauben, insbesondere wenn das Geheimnis an den  Feind der Religion verraten wird, der auf der Suche nach verdeckten Informationen über Kämpfer und Gottesfreunde ist, um sie zu vernichten.

Drittens:  Vertrauen auf Gott bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Obwohl die Mutter von Moses auf Gott vertraute, blieb sie nicht tatenlos. Sie hat  ihre Tochter damit beauftragt,  herauszufinden, was mit Moses passiert.

Wir wenden uns den Versen 12 und 13 der Sure Qasas zu:


وَحَرَّمْنَا عَلَيْهِ الْمَرَاضِعَ مِن قَبْلُ فَقَالَتْ هَلْ أَدُلُّكُمْ عَلَىٰ أَهْلِ بَيْتٍ يَكْفُلُونَهُ لَكُمْ وَهُمْ لَهُ نَاصِحُونَ

„Und vordem hatten Wir ihm die (Milch der)  stillenden Ammen verwehrt. Da sagte sie (die  Schwester von Moses): 'Soll ich euch eine Familie nennen, wo man ihn für euch aufziehen und ihm wohlgesinnt sein würde?'" (28: 12)


فَرَدَدْنَاهُ إِلَىٰ أُمِّهِ كَيْ تَقَرَّ عَيْنُهَا وَلَا تَحْزَنَ وَلِتَعْلَمَ أَنَّ وَعْدَ اللَّـهِ حَقٌّ وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَهُمْ لَا يَعْلَمُونَ

„Dann gaben Wir ihn (auf diese Weise) seiner Mutter zurück, damit ihr Auge mit Freude erfüllt würde und damit sie sich nicht grämte und damit sie wüsste, dass Gottes Verheißung wahr ist. Jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht." (28: 13)


Der Säugling war einige Stunden von seiner Mutter getrennt gewesen und nun war er wieder durstig und hungrig und begann zu weinen. Da befahl der Pharao, man solle eine  Amme herbeiholen.  Sie holten mehrere Ammen zum Stillen des Kindes herbei, aber Gott wollte, dass das Neugeborene sich von keinem dieser Frauen stillen lässt, obwohl es hungrig war.  Da wussten die Leute des Pharaos nicht, was sie tun sollten, damit das Kind gesättigt wird und nicht mehr weint.

In dem Moment trat die Schwester von Moses näher.  Sie stellte ihre Mutter, ohne ihren Namen zu nennen,  als gute  Amme für das Kind vor und sagte, sie sei sehr liebevoll,  könne den Säugling bestimmt beruhigen und sich zuhause bestens um ihn kümmern. Dabei vermied sie, irgendeinen Verdacht zu erwecken.

Die Leute des Pharaos waren wohl oder übel mit dem Vorschlag einverstanden. Sie ahnten ja nicht, dass sie den Säugling in die Arme seiner Mutter zurückbrachten.  Als sie sahen, dass sich das weinende Kind in den Armen der  Frau beruhigt hatte, waren sie froh, den Befehl des Pharaos endlich ausgeführt zu haben.

Wir können uns merken:

Erstens: Gegenüber dem Feind muss man klug und geschickt vorgehen.  (Die Schwester von Moses verschwieg den Namen seiner Mutter, damit die Leute des Pharaos keinen Verdacht schöpfen).

Zweitens:  Wir sollten auf die göttlichen Verheißungen über das Diesseits und Jenseits vertrauen. Es wäre falsch, Gottes Werk an den Kriterien der begrenzten materiellen Welt messen zu wollen.

Drittens: Die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist  etwas Schönes.   Frauen, die eine kinderlose Ehe wollen und denken, sie hätten dann ein  besseres  Leben,  haben sich  selber viel Freude vorenthalten.

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