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Sonntag, 01 November 2015 13:36

Teil 678: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (5- 8)

Teil 678: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (5- 8)
Sie lernen heute die Verse 5 bis 8 der Sure 28 kennen. In den Versen 5 und 6 dieser Sure, die Sure Qasas, offenbart Gott wie folgt:

(28: 5- 8)


 وَنُرِيدُ أَن نَّمُنَّ عَلَى الَّذِينَ اسْتُضْعِفُوا فِي الْأَرْضِ وَنَجْعَلَهُمْ أَئِمَّةً وَنَجْعَلَهُمُ الْوَارِثِينَ

„Und wir wollten denen, die im Lande als schwach erachtet worden waren, Huld erweisen und sie zu Führern (der Menschen)  machen und zu Erben (der Erde) einsetzen" (28: 5)


وَنُمَكِّنَ لَهُمْ فِي الْأَرْضِ وَنُرِيَ فِرْعَوْنَ وَهَامَانَ وَجُنُودَهُمَا مِنْهُم مَّا كَانُوا يَحْذَرُونَ

„und ihnen die Oberhand im Lande geben und Pharao und Haman und ihren Heerscharen durch sie (die Schwachen) das zeigen, was sie befürchteten." (28: 6)


Wie  gesagt, war Prophet Mussa (Moses) von Gott zum Pharao gesandt worden, damit er diesen davon abhält, die Israeliten weiter zu unterdrücken. Pharao hatte die Söhne Israels versklavt. Unter allen möglichen Vorwänden tötete er ihre Männer und Knaben und machte ihre  Frauen und Mädchen zu Leibeigenen.

Pharao dachte, er werde immer an der Macht bleiben und tun und lassen können, was er wolle. Er wusste nicht, was Gottes Wille war. Gottes Wille war es, was im Koran in den oben genannten Versen steht, nämlich den arroganten Unterdrückern ein schmachvolles Ende zu bereiten und die von ihnen  verachteten Untertanen  an die Macht zu bringen. Gottes Wille war es, diesen Untertanen  die Oberhand über Pharao und seine Leute zu geben.

Der Pharao und sein Minister Haman unterdrückten die  Bani Israel (Kinder Israels), aus Angst, sie  könnten rebellieren und seine Regierung stürzen. Pharao  setzte ihnen schwer zu, quälte sie  und tötete ihre jungen Revolutionäre. Aber Gott wollte, dass  genau das, wovor sich Pharao und seine Leute fürchteten,  eintrat.  Gottes Wille war, dass die Söhne Israels unter Anführung von Prophet Moses Pharao und seinen Herrscherapparat besiegen  und über deren Paläste und großen Reichtümer verfügen können.

Gottes Wille geschieht nicht ohne Grund. Wenn sich ein Volk aus dem Griff von Unterdrückern befreien will und Initiativen auf dem Weg zu diesem Ziel ergreift, so wird Gott diesem Volk Beistand schicken und  ihm zum Sieg über diese Gewaltherrscher verhelfen. Es ist die ganze Geschichte über unumstößlicher Gottesbrauch gewesen, dass jedes Volk sein Schicksal durch sein eigenes Vorgehen bestimmt und dass sich nichts am Schicksal von Völkern ändern wird, solange sie sich nicht selber  dazu entschließen und  dementsprechend Initiativen ergreifen.

Gemäß der Islamischen Überlieferung wird ein Nachkommen des Propheten des Islams, nämlich Imam Mahdi (möge Gott sein Kommen beschleunigen)  in der Endzeit in Erscheinung treten, die Unterdrücker besiegen und die Unterdrückten an die Macht bringen, damit in Ost und West Gerechtigkeit herrschen.

Wir können uns aufgrund der obigen Stelle im Koran merken:

Erstens:  Gott will, dass die unterdrückerischen Regimes abgeschafft werden und die Unterdrückten an die Macht gelangen.

Zweitens: Willkürregimes halten die einsatzfähigen Kräfte im Volke schwach und erniedrigen sie, damit es für sie einfach ist, das gesamte  Volk zu beherrschen.

Drittens: Die Zukunft der Welt gehört den Unterdrückten. Gott hat es ihnen verheißen, damit sie hoffnungsfroh und unermüdlich danach streben, diese Zukunft zu erreichen.

Viertens: Frevelnde, unterdrückerische Gewaltmächte handeln sich nicht nur die jenseitige Verdammnis ein, sondern sie sind auch im Diesseits nicht vor dem Zorn Gottes sicher und werden von Hand der Gläubigen Schmach erfahren.


Es folgen die Verse 7 und 8 der Sure Qasas:



وَأَوْحَيْنَا إِلَىٰ أُمِّ مُوسَىٰ أَنْ أَرْضِعِيهِ ۖ فَإِذَا خِفْتِ عَلَيْهِ فَأَلْقِيهِ فِي الْيَمِّ وَلَا تَخَافِي وَلَا تَحْزَنِي ۖ إِنَّا رَادُّوهُ إِلَيْكِ وَجَاعِلُوهُ مِنَ الْمُرْسَلِينَ

"Und Wir gaben der Mutter von Moses ein: 'Stille ihn; und wenn du (wegen der Soldaten Pharaos) für ihn fürchtest, so (lege ihn in eine Truhe und ) setze  ihn auf den Fluss   und fürchte dich nicht (wegen Ausführung dieser Anweisung) und betrübe dich nicht (wegen der Trennung von ihm); denn Wir werden ihn dir wiedergeben und ihn zu einem Gesandten machen.'" (28: 7)


فَالْتَقَطَهُ آلُ فِرْعَوْنَ لِيَكُونَ لَهُمْ عَدُوًّا وَحَزَنًا ۗ إِنَّ فِرْعَوْنَ وَهَامَانَ وَجُنُودَهُمَا كَانُوا خَاطِئِينَ

"Und die Angehörigen Pharaos lasen ihn (auf dem Fluss) auf, so dass er (Moses ) ihnen schließlich   zum Feind wurde und Kummer verursachte; denn Pharao und Haman und ihre Heerscharen waren Missetäter." (28: 8)


Diese Koranverse, die von der Geburt des Moses und von dem was danach geschah, berichten, veranschaulichen exemplarisch  den vorher erwähnten Brauch Gottes, die Schwachen über die Unterdrücker siegen zu lassen.

Die  Tempelpriester hatten Pharao prophezeit: In diesem Jahr wird unter den Israeliten ein Kind geboren, welches dich einmal stürzen wird. Also befahl Pharao, jeden neugeborenen Knaben unter den Söhnen Israels zu töten und mit niemandem  Mitleid zu haben.  Tatsächlich kam in dem gleichen Jahr Moses zur Welt und Gott teilte seiner Mutter durch Eingebung mit, das Neugeborene zu stillen und dann in einer Truhe auf dem Nil auszusetzen. Er versprach ihr, dass Kind zu schützen. Moses Mutter folgte der göttlichen Weisung. Aber die Trennung von ihrem Kind machte sie sehr traurig und sehr besorgt wegen seines Schicksals.

Unterdessen saß der Pharao mit seiner Gemahlin gerade am Ufer des Nils vor ihrem Palast, als sie eine Truhe im Wasser vorbeitreiben sahen. Der Pharao ließ die Truhe aus dem Wasser holen, und als sie hineinschauten, sahen sie ein niedliches Kind darin liegen. Da wusste Pharao nicht was er tun sollte. Auf der einen Seite hatte er ja befohlen, alle männlichen Neugeborenen der Israeliten zu töten und es war klar, dass es sich bei diesem Säugling, der auf dem Fluss ausgesetzt worden war, um ein Kind der Söhne Israels handelte, den seine Eltern vor dem Tod retten wollten. Auf der anderen Seite hatte der Pharao keine Söhne und seine Gemahlin, die edle Asia, bat ihn, dass sie das Kind groß ziehen.  Darüber lesen wir noch in dem darauffolgenden Vers 9.

Der Wille Gottes siegte; Er konnte die Mutter Moses dazu bringen, dass sie ihr geliebtes Kind auf dem Fluss aussetzt und er entflammte das Herz der Gemahlin des Pharaos in Liebe zu dem Säugling, dass sie Pharao davon abhalten konnte, ihn zu töten.  So kam es, dass Moses unter der Obhut  seines Feindes, des Pharaos, in Sicherheit  aufwachsen konnte, um später das üble Regime  zu stürzen.

Wir lernen aus  diesen Versen:

Erstens: In Engpässen ist Gott der beste Beschützer und Ratgeber der Gläubigen und zeigt uns Auswege.

Zweitens: Es besteht keine  Widersprüchlichkeit  zwischen den Hilfen aus dem Verborgenen und dem Einsatz von Mitteln, die zur Verfügung stehen. Wir müssen die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um unseren Pflichten nachzukommen und ebenso auf Gottes Beistand vertrauen (wie die Mutter von Moses: Sie legte das Kind in die Truhe, nachdem sie es gestillt hatte und vertraute auf Gott).

Drittens: Auch wenn wir die Weisheit und den Sinn vieler Gebote Gottes nicht kennen, sollten wir nichts versäumen diese Gebote zu befolgen, denn in den göttlichen Weisungen liegt mit Sicherheit eine Weisheit verborgen. Keine Weisung Gottes geschieht ohne Grund (Die Mutter von Moses befolgte den Befehl Gottes und schon bald darauf, wurde ersichtlich, welchen Sinn dieser Befehl hatte).

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