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Donnerstag, 15 Oktober 2015 13:29

Teil 677: Sure Qasas (Die Geschichten) Verse (1- 4)

Mit den Worten bismillahir rahman-ir rahim – Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Gütigen eröffnen wir eine neue Sure. Es ist die Sure 28. Die ersten drei Verse dieser Sure, die sich Sure Qasas nennt, sind wie folgt:

(28: 1- 4)


طسم

„Ta Sin Mim" (28: 1)


تِلْكَ آيَاتُ الْكِتَابِ الْمُبِينِ

„Das sind die Verse des deutlichen Buches." (28: 2)



نَتْلُو عَلَيْكَ مِن نَّبَإِ مُوسَىٰ وَفِرْعَوْنَ بِالْحَقِّ لِقَوْمٍ يُؤْمِنُونَ

„Wir verlesen dir (o Prophet) wahrheitsgemäß einen Teil der Geschichte von Moses und Pharao, für Leute, die glauben." (28: 3)

Die Sure Qasas, die nach der Sure Naml folgt, hat 88 Verse. Sie wurde dem Propheten vor seiner Auswanderung nach Medina in Mekka geoffenbart. Damals wurden er und die kleine Gemeinde der Gläubigen von den Götzendienern in Mekka  massiv unterdrückt.

Ungefähr die Hälfe dieser Sure ist dem Leben des Propheten Moses von seiner Geburt, Kindheit und Jugendzeit bis zu seiner Heirat und danach der Ernennung zum Gesandten Gottes gewidmet.

Wie 28 andere Suren beginnt auch die Sure Qasas mit Siglen, nämlich mehreren Einzelbuchstaben. Danach wird im Vers 2 sofort von dem klaren  Inhalt dieses Himmelsbuches gesprochen.  Wie wir bereits früher sagten, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass Gott das unvergängliche Wunder des Korans aus diesen einfachen Buchstaben des arabischen Alphabets, welchen allen Menschen zur Verfügung steht, schuf.   Wer will kann versuchen, mit diesen Buchstaben ähnliches hervorzurufen, d.h. ein Buch, dessen Verse  deutlich sind  und  die  Wahrheit von der Unwahrheit  und den geraden Weg klar vom  Irrweg trennen.

Gleich nach den ersten beiden Versen wird dann anhand des Beispiels von Prophet Moses darauf hingewiesen, dass Gott im Koran wahrheitsgemäß aus dem Leben der Propheten und über das Schicksal der Völker berichtet.  Die Gläubigen sollen wissen, dass es in der Geschichte rechtschaffene Menschen gegeben hat, die  ihrem Glauben zuliebe Bedrängnisse auf sich genommen haben und geduldig und  standhaft geblieben sind.

Wir können uns im Zusammenhang mit diesen Versen merken:

Erstens: Am  Vorgehen Gottes in der Vergangenheit lassen sich Gesetze ablesen. Also können wir und die zukünftigen Generationen aus der Geschichte früherer  Völker Lehren ziehen.

Zweitens: Die Propheten Gottes haben gegen Abgottregimes und Unterdrücker gekämpft. Das war ihre Art. Die Gläubigen müssen dem Weg der Propheten folgen und sich an ihnen ein Vorbild nehmen.

Drittens: Alle Begebenheiten, die im Koran sind, beruhen auf der Wahrheit. Es sind keine Phantasiegeschichten oder Märchen und sie enthalten nichts Unwahres.


Der nächste Vers der Sure Qasas, deren Titel mit „die Erzählung" übersetzt wird, ist Vers 4, in dem es heißt:


إِنَّ فِرْعَوْنَ عَلَا فِي الْأَرْضِ وَجَعَلَ أَهْلَهَا شِيَعًا يَسْتَضْعِفُ طَائِفَةً مِّنْهُمْ يُذَبِّحُ أَبْنَاءَهُمْ وَيَسْتَحْيِي نِسَاءَهُمْ ۚ إِنَّهُ كَانَ مِنَ الْمُفْسِدِينَ 

„Wahrlich, Pharao betrug sich hochmütig im Land und machte dessen Bewohner zu Parteien. Eine Gruppe davon pflegte er zu unterdrücken, indem er ihre Söhne erschlug und ihre Frauen leben ließ (um sie zu versklaven). Wahrlich, er war einer der Unheilstifter!" (28: 4)


Dieser Vers berichtet von dem Unheil des Pharaos.  Der Pharao wandte verschiedene Methoden an, um das Volk der Bani Israel (Kinder Israels) zu unterdrücken  und  zu beherrschen.  Er spaltete die Bevölkerung in verschiedene Gruppen, damit sie sich nicht gegen ihnen vereinen und sein Regime bekämpfen. Eine ähnliche Politik nach der Devise „Spalte und herrsche" betreiben übrigens auch heute noch einige Staaten. Zum Beispiel wenden Großmächte eine solche  Strategie  auf andere Länder und Völker an.

Pharao sorgte dafür, dass die Einheimischen in Ägypten in Wohlstand leben und er überließ ihnen die Regierungsposten. Aber die Bani Israel, die einmal in Ägypten  eingewandert waren, unterdrückte er. Er  stellte sie als Sklaven in den Dienst der Einheimischen. Sie mussten schwer arbeiten und hatten nichts vom Leben.

Als Pharao, dieser arrogante Widersacher, das Gefühl hatte, dass die Kinder Israels  ihm gefährlich werden könnten, befahl er, alle neugeborenen Knaben dieses Volkes zu töten.  Wenn eine Frau der Bani Israel ein Mädchen zur Welt brachte, ließ der Pharao es am Leben, aber auch nur deswegen, damit es einmal als Sklavin dient.

Durch seine mörderische Politik wollte der Pharao verhindern, dass die Zahl der männlichen Israeliten weiter wächst. Er fürchtete dass ihre Zahl so groß wird, dass  sie einen Aufstand gegen sein Regime verüben können.

Genau in dieser Zeit wurde Moses geboren. Auf Gottes Geheiß legte seine Mutter das Kind  in eine Truhe und vertraute es dem Nil an.

Zu diesem Vers 4 in der Sure Qasas (Sure 28) möchten wir noch wie folgt anmerken:

Erstens: Solange die Menschen zusammenhalten und sich nicht spalten, können  Gewaltregimes nicht über sie herrschen. Gerade deshalb streben die unterdrückerischen arroganten Machte laufend nach Zwietrachtstiftung unter den Völkern.

Zweitens: Eine gewisse Parallele zu dem Vorgehen Pharaos ist in einer heute noch  geläufigen Politik zu sehen, die auf verschiedene Weise betrieben wird. Sie besteht darin,  den Geist des Edelmutes und der Tapferkeit in den Männern zu töten, und Frauen und Mädchen unter dem schönen Slogan von der Freiheit der Frau auszunutzen.

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