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Mittwoch, 23 September 2015 07:51

Arabische Regimes mit Riad an der Spitze und im Fahrwasser der USA - gestern und heute –

Saddam Hussein und Fahad ibn Abd al-Aziz Saddam Hussein und Fahad ibn Abd al-Aziz
   Die USA hatten Jahre vor dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran keine großen Sorgen wegen der Situation Israels, weil sie zwei feste Stützen in der Region besaßen, nämlich Saudi Arabien und das Schah-Regime in Iran.

Diese traditionellen Verbündeten schützten die  Interessen Washingtons und Tel Avivs. Dann aber siegte die Islamische Revolution im Iran. Washington geriet in Sorge und steckte mit seiner  Besorgnis bewusst  die arabischen Staaten am Persischen Golf und die Nachbarstaaten Irans an. Die Gründe für ihre Besorgnis lagen auf der Hand. Der große Wandel im Iran war nämlich eine Herausforderung für die despotischen Systeme  und verlagerte das Machtgleichgewicht zugunsten der unterdrückten Völker in der Region.

Die USA befürchteten, revolutionäre Völker könnten sich ein Beispiel am Iran nehmen und die gewaltsamen Regimes in der Region gefährden.  Dafür gab es schon bald Anzeichen, zum Beispiel durch das breite Echo, welches die Ernennung des internationalen Tages zur Verteidigung von El-Quds fand.

            

Die saudischen Herrscher haben als traditionelle Verbündete der USA große Anstrengungen gemacht, um sich gegen diese Entwicklungen zu stemmen und eine Veränderung der politischen Strukturen in der Region zu verhindern- oder Umstrukturierungen der Vorstellung der USA von einem „neuen Nahen Osten“ anzupassen und die  Islamische Erwachungsbewegung zu verdrängen. Endziel dieser Bemühungen ist und war die Veränderung des Machtgleichgewichtes gemäß den amerikanischen- israelischen Kalkulationen.  In diesem Zusammenhang ist auch die damalige Unterstützung Saddams durch die Saudis  sowie zurzeit  eine offizielle Zusammenarbeit mit Israel zu erklären.

 

 Aus Dokumenten  geht hervor, dass  zwei Monate nach dem Sturz des Schah-Regimes im Februar 1979 mehrere geheime Treffen zwischen den Anführern der Baath-Partei in Bagdad stattfanden. In einem abschließenden  „streng geheimen“ Rundschreiben an alle Positionsträger der Partei  wurde betont,  dass der Iran nach dem Sturz der Monarchie und der Auflösung der bisherigen Organe, nicht mehr die bisherige Rolle weiterführen könne und der Irak der einzige Staat wäre,  der diese Lücke hinsichtlich der Herstellung von Sicherheit im Persischen Golf zu füllen imstande sei.  Dafür müsse geplant und sorgfältig und rasch vorgegangen werden. Weiter hieß es in diesem Rundschreiben, dass die Baath-Partei die Voraussetzungen für die Herstellung einer neuen geopolitischen Lage durch den Irak für geschaffen sieht. Damit der Westen diese neue Position Iraks akzeptiert, sei ein siegreicher Militärangriff auf Iran nötig. 

 Saddam traf sich in Riad  mit dem damaligen saudischen Monarchen Khalid  ibn Abd al-Aziz, um sich zu  vergewissern, dass die Saudis den Krieg unterstützen und ihre  finanziellen Versprechungen einhalten.  Die Saudis erhielten von Washington grünes Licht für diese Unterstützungen.  In ihren eigenen Berichten bestätigen sie,  dass der Gesandte Washingtons nämlich Bzrezinski, damaliger Berater für nationale Sicherheit des US-Präsidenten Carter, großes Interesse an einer Unterstützung der irakischen Pläne durch Saudi Arabien zeigte.

Also betrat auch Saudi Arabien als intervenierender Akteur in der Region den Schauplatz der Unterstützung für den Krieg Saddams gegen Iran. Aber es kalkulierte von Anfang an falsch,  und den gleichen  strategischen Fehler, nämlich die Investition in eine schwankende Schachfigur, die bald das Feld verlassen musste, beging auch Kuwait. Dafür musste es dann einige Jahre später büßen, weil Saddam auf sein Territorium vordrang.

                               

Riad hat durch seine Einmischung in Form der Unterstützung Iraks im Krieg gegen den Iran versucht, den USA und Israel zu demonstrieren, dass  es sozusagen die Islamische Revolution „eindämmen“ hilft.  Die Saudis dachten,  auf diese Weise könnten sie auch  eigene  politische  und wirtschaftliche   Krisen bewältigen.

Saudi Arabien  hat traditionell Einfluss auf die Politik einiger arabischer Länder und sich  immer den US-Zielen  in der Region angepasst. Dazu zählt auch die Strategie, Vertreterkriege gegen demokratische Systeme zu schüren.   Ob heute in Form der Kriegsschürung in Syrien oder des Angriffs auf Jemen oder  damals in Form der Unterstützung des Saddam-Regimes gegen die Islamische Republik Iran.

Saudi Arabien wiederholt auch jetzt diese  gescheiterte Politik in Form von Plänen zur Versöhnung mit Israel zum Nachteil von   Palästina und Änderung der Regierungsstrukturen in Jemen und Syrien durch Militärmacht und Geld.

Die  saudi-arabische Politik steht zum großen Teil  mit den Zielen des Westens, eine sichere Zone um das israelische Regime zu schaffen, im Einklang.  Entsprechende  Aktivitäten betrieben die Saudis  zurzeit des Krieges Saddams  gegen den Iran und betreiben sie auch jetzt  in der Region, indem sie erneut die Erwartungen der USA an die arabischen autoritären Regimes  erfüllen.

Dafür erhielt und erhält Saudi Arabien in großen Mengen alle  mögliche Kriegsrüstung von den Amerikanern. Zu der Nahost-Politik   Washingtons gehört  zudem seit mehr als 3 Jahrzehnten die Einrichtung  von amerikanischen Stützpunkten in Saudi Arabien, Kuwait, Bahrain und weiteren Regionalstaaten. Zum  Vorantreiben dieser Politik haben  die USA den arabischen Staaten in der Region und anderen Nachbarländern Irans Angst vor der Islamischen Republik eingejagt.

Die Propaganda der westlichen Medien hat in den letzten 3 Jahrzehnten erheblich zu dieser Iranophobie  beigetragen, weil sie   die Tatsachen der Islamischen Revolution  verdreht,  und den Gedanken verbreitet, dass  sie  entweder eingedämmt oder ganz ausgeschaltet  werden müsse.

                                  

Heute  liegt allerdings eine völlig  andere Situation vor als vor 30 Jahren, als die Offensive Saddams gegen den Iran im Gange war.  Washington kann nicht mehr die Tatsachen verdrehen.  Auch wenn die Arabischen Länder am Persischen Golf noch nicht  die Tatsachen richtig gedeutet haben, so müssten sie eigentlich  den Unterschied zu früher bemerkt haben. Die USA haben diesen Unterschied eingesehen,  so dass ihr Präsident  Obama im vergangenen Juli in einem Interview mit CNN , nach dem Nuklearverhandlungen Irans mit der G 5+1 in Wien, zugab, dass die USA in der Vergangenheit Fehler gegenüber Iran begangen haben, darunter den Fehler, Saddam im Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Dennoch versucht  Obama  weiter die negativen Gefühle der arabischen Staaten am Persischen Golf gegenüber Iran aufrecht zu erhalten, um diese bei günstiger Gelegenheit  als Hebel für seine Ziele in der Region einzusetzen.  Dies ist aus der Sicht der USA insbesondere in Bezug auf Saudi Arabien, welches heftig die Nuklearvereinbarung  mit Iran abgelehnt hat, von großer Bedeutung. Denn bei der  Zusammenarbeit dieses Landes mit den USA dreht es sich vor allen Dingen um  militärische und sicherheitsbezogenen Angelegenheiten.  

Gemäß einer Statistik, auf die auch im Bericht des US-Kongresses hingewiesen wurde, haben die USA von 2010 bis 2014  Militärausrüstung im Werte von circa 90 Milliarden Dollar an Saudi Arabien verkauft.

Durch die künstlich geschaffenen Spannungen konnten Frankreich und USA Rüstung im Werte von Milliarden von Dollar an die  Mitgliedsländer des Kooperationsrates der arabischen Anrainerstaaten am Persischen Golf loswerden. Jedes dieser arabischen Länder hat entsprechend seiner Beziehungen zu den Mächten außerhalb der Region, seine Tore für die Rüstungslieferungen aus dem Ausland geöffnet ohne eigentlich selber einen Nutzen aus der Entfachung  von Krisen in der Region zu ziehen.

                             

Nach dem Krieg gegen Iran griff Saddam Kuwait an. Daraufhin schalteten sich die USA gegen den Irak ein. Dies  zeigt, dass die USA ständig bestrebt sind, künstliche Krisen in der Region auszunutzen. Als die USA spürten, dass es Zeit für den Sturz Saddams ist, haben sie mit dem Geld und der Unterstützung der arabischen Regionalstaaten, insbesondere Saudi Arabien, den Diktator  entmachtet und den Irak besetzt. Diese Entwicklungen zeigen, dass es bei der US-Strategie vor allen Dingen um den Erhalt von Spannungen und künstlichen Krisen geht damit sie ihre Übergriffe mit der Parole von der Herstellung von Sicherheit im Nahen Osten rechtfertigen.   Das Ausmaß dieses Komplottes und des Projektes der Spaltung der Regionalsaaten wie Syrien, Irak und Jemen zeichnet sich noch deutlicher ab, nachdem diesbezügliche Entscheidungen im US-Kongress getroffen wurden.

                     

 Die USA versuchen unter den  arabischen Regionalstaaten Misstrauen gegen die Islamische Republik zu schüren. Auf diese Weise ersparen sie sich die hohen Kosten einer direkten militärischen Einmischung und nutzen diese Krisen für ihre eigenen Interessen aus, zum Beispiel für den Verkauf von Waffen in die Region im Werte von Milliarden von Dollar.

 

 

 

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