Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 11 Oktober 2015 13:26

Teil 676: Sure Naml (Die Ameise) Verse (89- 93)

Teil 676: Sure Naml (Die Ameise) Verse (89- 93)
Wir bringen die Besprechung der Sure Naml, Sure 27 zu Ende. In den Versen 89 und 90 dieser Sure heißt es:
(27: 89- 93)


مَن جَاءَ بِالْحَسَنَةِ فَلَهُ خَيْرٌ مِّنْهَا وَهُم مِّن فَزَعٍ يَوْمَئِذٍ آمِنُونَ

„Dem, der Gutes (voll)bringt, wird (im Jenseits, als Belohnung) Besseres als das zuteil sein, und sie werden vor dem Schrecken an jenem Tag sicher sein." (27: 89)


وَمَن جَاءَ بِالسَّيِّئَةِ فَكُبَّتْ وُجُوهُهُمْ فِي النَّارِ هَلْ تُجْزَوْنَ إِلَّا مَا كُنتُمْ تَعْمَلُونَ

„Diejenigen, die böse Taten (voll)bringen, werden kopfüber ins Höllenfeuer gestürzt. Wird euch etwa (für) etwas anderes vergolten als (für) das, was ihr (in euren Erdenleben) getan habt?" (27: 90)



Wir haben im letzten Teil vom Untergang der gesamten Welt gesprochen, welcher der Auferstehung von den Toten vorausgeht. Die darauffolgenden obigen Verse handeln vom Lohn- und Strafkonzept im Jenseits.


Die Menschen werden am Jüngsten Tag nach ihren Taten gefragt. Gott hat ihnen einen Willen und Verstand verliehen. Sie haben also aufgrund eigener Entscheidung gehandelt.

Im Diesseits werden die Menschen aber in Wirklichkeit nicht alle Resultate ihrer Handlungen erleben, sondern nur einen Teil davon. Das Diesseits reicht nicht für die vollständige Belohnung bzw. Bestrafung der Taten aus. Aber das Jenseits ist nicht wie das Diesseits zeitlich begrenzt, und jedem werden das vollständige Ergebnis seines Tuns und dessen Folgen zuteil und ihm wird seinem Tun entsprechend vergolten.

Gemäß dem Vers 89 wird jemand, der Gutes getan hat, sogar etwas Besseres als Belohnung erhalten, vorausgesetzt natürlich, dass er im Leben aus lauterer Absicht Gutes getan hat und nicht aus Heuchelei oder Stolz. Es gibt nämlich Faktoren, durch die gute Werke wieder vernichtet werden und nicht heil im Jenseits ankommen.

Wir sehen:

Erstens: Es ist wichtig ein gutes Werk vor dem Verderb durch Heuchelei, Hochmut und Sündigen zu bewahren, denn diese zerstören gute Werke, bevor sie das Jenseits erreichen.

Zweitens: Die Belohnung Gottes für gute Werke ist besser als diese Werke es sind, während die Strafe Gottes nicht über das Ausmaß der Sünden hinaus geht.


Es folgen die Verse 91 und 92 der Sure Naml:


إِنَّمَا أُمِرْتُ أَنْ أَعْبُدَ رَبَّ هَـٰذِهِ الْبَلْدَةِ الَّذِي حَرَّمَهَا وَلَهُ كُلُّ شَيْءٍ ۖ وَأُمِرْتُ أَنْ أَكُونَ مِنَ الْمُسْلِمِينَ

„'Wahrlich, mir ist nur befohlen worden, dem Herrn dieser Stadt zu dienen, die Er geheiligt hat, und Sein sind alle Dinge; und mir ist befohlen worden, einer der Gottergebenen zu sein'" (27: 91)


وَأَنْ أَتْلُوَ الْقُرْآنَ ۖ فَمَنِ اهْتَدَىٰ فَإِنَّمَا يَهْتَدِي لِنَفْسِهِ ۖ وَمَن ضَلَّ فَقُلْ إِنَّمَا أَنَا مِنَ الْمُنذِرِينَ

"'und den Koran (für die Menschen) zu verlesen.' Wer also dem rechten Weg folgt, der folgt ihm nur zu seinem eigenen Besten; (wenn) einer irregeht (der geht zu seinem eigenen Nachteil irre), so sprich (O Prophet, zu den Menschen): 'Ich bin nur einer der Warner.'" (27: 92)

Diese beiden Verse stehen zusammen mit Vers 93 am Ende der Sure Naml. Der Prophet soll den Götzendienern in Mekka sagen, dass er seine Aufgabe, die in der Verkündigung der göttlichen Verse und in Mahnung und gutem Rat bestand, erfüllt hat.

Die Götzendiener müssen nun selber entscheiden, welchen Weg sie wählen:

Entweder sie akzeptieren Gottes Wort und lassen sich rechtleiten oder sie lehnen die Wahrheit ab und setzen den Irrweg fort.

Der Prophet soll den Götzendienern abschließend sagen: „Ihr selber werdet in den Genuss der Vorzüge der Rechtleitung gelangen bzw. den Schaden des Irrwegs einstecken müssen. Wenn ihr weiter die Wahrheit leugnet, so wird es mir nicht schaden, weil ich meine Pflicht gegenüber Gott erfüllt habe. Ich beuge mich Seinem Befehl und bete nicht die steinernen und hölzernen Götzen, die ihr in der Kaaba aufgestellt habt, an. Ich diene dem Schöpfer der Kaaba und der Stadt Mekka. Ihm gehört nicht nur die Kaaba sondern die gesamte Daseinswelt.

Die Verse 91 und 92 der Sure Naml verweisen auf zwei verschiedene Pflichten des Propheten. Zum einen seine persönliche Pflicht, nämlich das Gott-Dienen und die Beachtung der göttlichen Gebote und Anweisungen. In dieser Beziehung ist der Prophet genauso wie die anderen Muslime. Seine zweite Pflicht ist die Pflicht als Prophet, die darin besteht, dass er die Verse Gottes verkünden und die Menschen mahnen und warnen muss. Der Prophet ist jedoch nicht wie ein Herrscher, dessen Befehle alle befolgen müssen.

Der Prophet geht allerdings als gutes Beispiel voran. Was er gebietet, führt er selber als erster aus. Wie jeder andere Muslim es tun sollte, wendet er die religiösen Lehren und die Gebote Gottes im Leben an.


Wir entnehmen diesen Versen:

Erstens: Die Propheten befolgen vollständig den Befehl Gottes. Sie sagen und tun nichts nach eigenem Belieben und Gutdünken.

Zweitens: Es ist die Aufgabe der Propheten und der Verkünder der Religion, den Menschen die klaren göttlichen Zeichen zu übermitteln, ob diese die Botschaft akzeptieren oder nicht, ob sie gläubig werden oder ungläubig bleiben. Wenn sie ungläubig bleiben, so ist es nicht die Schuld der Propheten.

Drittens: Der Mensch läuft immer Gefahr Gott zu vergessen. Deshalb ist es Pflicht der religiösen Führer, sie vor den Folgen unwürdiger Taten zu warnen.


Die Sure 27 schließt mit dem Vers 93:


 وَقُلِ الْحَمْدُ لِلَّـهِ سَيُرِيكُمْ آيَاتِهِ فَتَعْرِفُونَهَا ۚ وَمَا رَبُّكَ بِغَافِلٍ عَمَّا تَعْمَلُونَ

"Und (o Prophet) sprich: 'Aller Dank und Preis gebührt Gott; Er wird euch bald Seine Zeichen zeigen, und ihr werdet sie erkennen. ' Und dein Herr ist dessen nicht unachtsam, was ihr tut." (27: 93)


Die Sure 27 schließt also mit dem Lob- und Dankespreis für Gott. Dank gebührt Gott für den großen Segen des Korans, der die Menschen auf den rechten Weg zu Ihm führt. Auch dem Propheten ist dafür zu danken, dass er wie ein liebevoller Lehrer der Menschheit, sich für ihre Rechtleitung eingesetzt hat, um sie auf den Weg zum wahren Glück zu führen.

In dem Vers 93 werden viele Zeichen für die Macht, das Wissen und die Weisheit Gottes verheißen. In der Tat gibt es in den winzigsten Dingen auf der Erde und in den größten und entferntesten Himmelskörpern im Weltall zahllose Zeichen Gottes. Es kommt jedoch auf die Sichtweise des Menschen an.

Während ein Medizinprofessor eine Leber zerlegt, um seinen Studenten anschaulich ihre Beschaffenheit zu beschreiben, zerlegt ein Koch im Restaurant eine Leber in kleine Stücke, um sie zu grillen. Beide schneiden eine Leber in Stücke und scheinen dasselbe zu tun, aber ihre Sichtweise und ihre Absicht sind verschieden.
Wenn wir die Daseinsordnung als Gottes Schöpfung betrachten, dann werden wir in allem, was wir sehen, ein Zeichen für den Schöpfer der Welt erkennen. Aber wenn wir in der Daseinsordnung nur ziellose Natur sehen, werden wir nicht den Schöpfer erkennen. Diese Nichterkenntnis vom Schöpfer wirkt sich enorm auf Denken und Handeln des Menschen aus.

Wir können uns also merken:

Erstens: Die Herabsendung des Korans und die Aussendung des Erhabenen Propheten, sind beides großer Segen, für den wir dankbar sein müssen.

Zweitens: Was wir bisher von den göttlichen Zeichen wahrgenommen haben ist nur ein kleiner Teil. Bei wachsendem wissenschaftlichem Fortschritt werden neue Zeichen im Dasein für die Macht und Herrlichkeit Gottes für uns aufgedeckt werden.

Drittens: Wenn Gott uns eine Frist auf Erden einräumt, sollten wir nicht denken, dass er etwas übersieht und nicht bemerkt. Vielmehr müssen wir wissen, dass Gott über all unser Tun ständig im Bilde ist. Das schließt seine Göttlichkeit mit ein.

Mit Gottes Hilfe konnten wir Sie inzwischen mit 20 der insgesamt 30 Dschuz'(Groß-Abschnitte) des Heiligen Korans vertraut machen. Im nächsten Teil werden wir die Kurzexegese zu der Sure Qasas eröffnen.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren