Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Donnerstag, 24 September 2015 13:22

Teil 674: Sure Naml (Die Ameise) Verse (82- 85)

Teil 674: Sure Naml (Die Ameise) Verse (82- 85)
Wir möchten nun die Verse 82 bis 85 der Sure Naml, Sure 27, erläutern. In den Versen 82 und 83  dieser Sure steht Folgendes:

(27: 82- 85)

                    

وَإِذَا وَقَعَ الْقَوْلُ عَلَيْهِمْ أَخْرَجْنَا لَهُمْ دَابَّةً مِّنَ الْأَرْضِ تُكَلِّمُهُمْ أَنَّ النَّاسَ كَانُوا بِآيَاتِنَا لَا يُوقِنُونَ

„Und wenn (kurz vor dem Jüngsten Tag) jenes Wort  (die Verheißung der Strafe) in Erfüllung geht, dann werden Wir für sie ein Lebewesen aus der Erde hervorbringen, welches zu ihnen spricht, dass die Menschen nicht zuversichtlich an Unsere Zeichen glaubten." (27: 82)


وَيَوْمَ نَحْشُرُ مِن كُلِّ أُمَّةٍ فَوْجًا مِّمَّن يُكَذِّبُ بِآيَاتِنَا فَهُمْ يُوزَعُونَ

 „Und der Tag, wo Wir aus jedem Volk eine Schar derer versammeln werden, die Unsere Zeichen für Lüge erklärten; und sie sollen in Reih und Glied gehalten werden," (27: 83)

                                                                 

An dieser Stelle in der Sure 27 erfahren wir über die Endzeit. Gott wird eine Gruppe von  Verstorbenen wiederbeleben und aus der Erde hervorholen. Einer von ihnen wird zu den Leugnern des Jenseits und der Auferstehung über ihre  Halsstarrigkeit gegenüber Recht und Wahrheit sprechen. Die Leugner sind aber  trotz all der Zeichen und göttlichen Wunder nicht bereit, die Auferstehung nach dem Tode zu akzeptieren.

                               

Die Wiederbelebung von den Toten hat sich bislang   im Diesseits schon mehrmals auf Gottes Befehl  ereignet. Darauf weist der Koran an einigen Stellen hin. Zum Beispiel hat einer der Propheten Gott  gebeten, ihm den Tag der Auferstehung zu veranschaulichen. Gott ließ ihn sterben und erweckte ihn nach 100 Jahren wieder von den Toten. In der Sure 2, Baqara, Vers 259  wird  diese Geschichte wiedergegeben.  

 

 Ein weiteres Ereignis ist die Rückkehr eines unschuldigen Mordopfers ins Leben. Als die Israeliten seine Leiche mit dem Fleisch einer geopferten Kuh (Baqara) berührten, kehrte der Ermordete wieder auf Gottes Geheiß ins Leben zurück und nannte den Namen des Mörders.  Auf dieses Wunder wird im Vers 73 der Sure 2 (Baqara) hingewiesen.

Auch in den Versen 56 und 243  derselben Sure (2) ist eindeutig davon die Rede, dass Gott  Tote wieder ins Leben zurückgerufen hat. 

 

Gemäß dem geheimnisvollen Vers 82 und dem Vers 83 der Sure 27 wird sich anscheinend ähnliches in der Endzeit ereignen.   

Es scheint sich um die Rückkehr einiger Toten zu handeln. Doch der Koran nennt keine Namen.  Um diese Stelle besser zu verstehen, müssen wir uns an zuverlässige Überlieferungen wenden.

                                 

Das Wort „Dabbah", welches  im arabischen Original des Korans steht, bedeutet „Lebewesen". Es wird eigentlich  seltener auf Menschen angewandt.  Deshalb wird es beim obigen Vers auch in mehreren deutschen Übertragungen mit dem Wort „Tier" übersetzt.  Aber die Untersuchung der Koranverse, in denen dieses Wort  in Einzahl oder Mehrzahl vorkommt, zeigt, dass es eine  umfassendere Bedeutung hat und sich auch auf Menschen beziehen kann.  

 

Zum Beispiel kommt das Wort „Dabbah" im Vers  22 der Sure Anfal (Sure 8) vor. Dort heißt es:  

„Wahrlich, als die schlimmsten Dabbah gelten bei Gott die, welche taub sind (für die Wahrheit) und  stumm sind (wenn es darum geht, die Wahrheit zu sagen); die welche  ihren Verstand nicht einsetzen."   

Hier sind zweifelsohne mit „Dabbah" (Lebewesen) Menschen gemeint. Denn unter den Lebewesen haben nur Menschen einen Verstand. Allerdings benutzen  diese „Dabbah", die im Vers 22 der Sure 8 gemeint sind, ihren Verstand nicht, und werden daher mit Tauben und Stummen verglichen und getadelt.

 

Gemäß einigen Überlieferungen könnte das im Vers 82 genannte Lebewesen, welches aus der Erde kommt, um mit den Menschen zu sprechen, einer der großen Gottesfreunde oder eine andere große religiöse Persönlichkeit sein.  Es gibt einige Überlieferungen, die einen Hinweis darauf enthalten, dass es sich um  Imam Ali (gegrüßet sei er) handelt.

 

Im darauffolgenden Vers 83 ist von der Wiedererweckung einiger Gruppen die Rede. Laut Überlieferungen wird Gott in der Endzeit verschiedene Gruppen von Verstorbenen ins Leben zurückrufen. Eine Gruppe besteht aus rechtschaffenen Gläubigen. Sie werden  Zeuge der universalen Regierung Imam Mahdis (möge er bald erscheinen) sein und ihn unterstützen. Eine andere Gruppe bilden ehemalige  Anführer des Unglaubens und des Unrechts.  Sie sollen unter der Herrschaft des Weltenretters im  Diesseits verurteilt und bestraft werden.

 

Wir können uns, gestützt auf die Verse 82 und 83 der Sure Naml merken:

Erstens: Die Wiedererweckung von den Toten ereignet sich nicht nur am Jüngsten Tag, sondern ist in der Vergangenheit auch im Diesseits vorgekommen und es wird auch in Zukunft  im Diesseits  zu Fällen der Wiedererweckung kommen. Wer daran zweifelt, der zweifelt an Gottes Macht.

Zweitens: Ehemalige große Leitbilder des Glaubens und  Anführer des Unglaubens  werden die  Endzeit miterleben. Erstere werden geschätzt sein und letztere, die einmal mächtig waren und Frevel begingen, werden Schmach erfahren.

                                     

Wir wenden uns den Versen 84 und 85 der Sure Naml zu: 

   
حَتَّىٰ إِذَا جَاءُوا قَالَ أَكَذَّبْتُم بِآيَاتِي وَلَمْ تُحِيطُوا بِهَا عِلْمًا أَمَّاذَا كُنتُمْ تَعْمَلُونَ                                     

"bis Er  (Gott) sprechen wird, wenn sie (zur Abrechnung über ihre Taten) kommen: 'Habt ihr Meine Zeichen für Lüge erklärt, obwohl ihr sie nicht mit eurem Wissen erfasst habt? Oder was war es, was ihr (im Leben) tatet?'" (27: 84)


وَوَقَعَ الْقَوْلُ عَلَيْهِم بِمَا ظَلَمُوا فَهُمْ لَا يَنطِقُونَ

"Und der Befehl (zur Strafe) wird ihres Frevels wegen gegen sie ergehen, und sie werden nicht reden (und haben nichts zu erwidern)." (27: 85)

 

In dem Vers 83 wurde darauf hingewiesen, dass historische Anführer des Unglaubens und Frevels in der Endzeit ins Leben zurückgeholt werden.  Sie und eine Gruppe von Rechtschaffenen werden  noch vor dem Jüngsten Tag in einer seiner Vorbereitungsphasen von den Toten erweckt.

Laut Vers 84 werden die Anführer des Unglaubens nach ihrer Wiedererweckung gefragt, wieso sie die Zeichen in den Büchern Gottes und die Wunder, welche die Propheten erbrachten, dementiert haben, obwohl doch ihr begrenztes Wissen gar nicht zuließ, dass sie diese Zeichen leugnen.  Den Frevlern wird vor Augen geführt, dass sie aufgrund ihrer Leugnung der göttlichen Zeichen, viel Unrecht begangen haben.

Es leuchtet ein, dass diese Anführer des Unglaubens und Unrechts bei ihrer Wiederbelebung im Diesseits angesichts dieses Wunders nicht mehr die Wahrheit leugnen können. Sie können sich jedoch nicht mehr herausreden. Sie schweigen kleinlaut, denn es ist ihnen klar,  dass sie wegen ihres Frevels gegenüber den göttlichen Zeichen und den Gesandten Gottes, die göttliche Strafe erwartet.

 

Wir können uns anhand dieser Verse noch  merken:

Erstens: In der Endzeit wird ein Beispiel für das Geschehen am Jüngsten Tag in Erscheinung treten. Eine Gruppe der Guten und der Schlechten werden laut Überlieferungen, nachdem sie ins Leben zurückgeholt wurden, vor  einem  Gericht Gottes erscheinen  und in ihrer Gegenwart und der  Gegenwart eines Gottesmannes wird  über die Schlechten ein Urteil verhängt werden.

Zweitens: Auf der einen Seite sollten wird niemals etwas dementieren und ablehnen, wenn wir nicht das notwendige Wissen für ein Urteil besitzen, denn dies wird getadelt werden. Auf der anderen Seite sollten wir danach streben, unsere Überzeugungen durch Wissen und zuverlässige und klare Beweise und Argumente zu untermauern.

Drittens: Die Bestrafung der Unrechttuenden und Frevler ist gewiss. Sie werden vor Gottes Gericht keine Ausrede besitzen.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren