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Sonntag, 20 September 2015 13:55

Teil 673: Sure Naml (Die Ameise) Verse (76- 81)

Teil 673: Sure Naml (Die Ameise) Verse (76- 81)
Die Sure 27, Sure Naml , haben wir bereits bis zum Vers 75 erläutert. Wir setzen nun die Besprechung dieser Sure bei den Versen 76 bis 79 fort:­­­

(27: 76- 81)



إِنَّ هَـٰذَا الْقُرْ‌آنَ يَقُصُّ عَلَىٰ بَنِي إِسْرَ‌ائِيلَ أَكْثَرَ‌ الَّذِي هُمْ فِيهِ يَخْتَلِفُونَ

„Wahrlich, dieser Koran erklärt den Kindern Israels das meiste von dem, worüber sie uneins sind." (27: 76)



وَإِنَّهُ لَهُدًى وَرَ‌حْمَةٌ لِّلْمُؤْمِنِينَ

„Und er (der Koran)  ist wahrlich eine Führung und eine Barmherzigkeit für die Gläubigen." (27: 77)



إِنَّ رَ‌بَّكَ يَقْضِي بَيْنَهُم بِحُكْمِهِ ۚ وَهُوَ الْعَزِيزُ الْعَلِيمُ

 „Wahrlich, dein Herr wird zwischen ihnen durch Seinen Spruch entscheiden, und Er ist der Allmächtige, der Allwissende." (27: 78)



فَتَوَكَّلْ عَلَى اللَّـهِ ۖ إِنَّكَ عَلَى الْحَقِّ الْمُبِينِ

 „Vertraue also auf Gott; denn du verfährst nach der offenkundigen Wahrheit." (27: 79)

                     

Im letzten Teil ging es um die Götzendiener, die das Jenseits leugneten und unter verschiedenen Vorwänden sich über die Auferstehung der Toten und die göttliche Bestrafung bzw.  Belohnungen im Jenseits lustig machten. 

Aber die obigen Verse beziehen sich auf die Juden auf der Arabischen Halbinsel, die den Koran und Islam nicht anerkennen wollten.

Die Juden waren  untereinander hinsichtlich Jesus und des Retters in der Endzeit, der in der Thora verheißen wird, uneins. Ebenso ging ihre Meinung auch hinsichtlich der Gebote der Religion auseinander.  In der obigen Koranstelle verspricht Gott ihnen, dass diese Meinungsverschiedenheiten beigelegt werden, wenn sie den Koran als Himmelsbuch akzeptieren und den Aberglauben und die Verfälschungen, die sie nach Moses und Jesus (gegrüßet seien sie) in ihren Lehren vorgenommen hatten, aufgeben.  Es wird den Juden versprochen, dass ihnen danach  die wahre Religion vorliegt, die  von willkürlichen Hinzufügungen und falschen Ansichten frei ist.               

Dann heißt es an dieser Stelle in der Sure 27 weiter, gerichtet an den Propheten und die Gläubigen, dass sie auf Gott vertrauen  und gestützt auf sein Wissen und in Vertrauen auf seine Allmacht ihren Weg fortsetzen sollen, auch wenn  die Schriftbesitzer (Juden und Christen) sich gegen sie stellen. Der Prophet und die Gläubigen können sich sicher sein, dass sie im Recht sind und das Recht erhalten bleibt.

                             

Wir sehen:

Erstens:  Es ist ein Segen des Korans, dass er tiefe Meinungsverschiedenheiten beilegt. Der Koran vereint. Nicht nur die Muslime sondern auch die Schriftbesitzer können ihre Meinungsverschiedenheiten lösen, wenn sie ihn anerkennen und sich von seinem Inhalt leiten lassen. 

Zweitens: Rechtleitung ist eine der größten Segnungen Gottes. Gott hat der Menschheit aus Barmherzigkeit und Gnade Rechtleitung geschickt.

Drittens: Die Zufluchtssuche bei Gott gehört zu den Voraussetzungen für den Erfolg des Menschen. Aber sie ergibt nur für den Weg von Recht und Wahrheit einen Sinn und nicht für den Weg des Unrechts.

                                     

Es folgen die Verse 80 und 81 der Sure 27. Sie beinhalten Folgendes:

                    

إِنَّكَ لَا تُسْمِعُ الْمَوْتَىٰ وَلَا تُسْمِعُ الصُّمَّ الدُّعَاءَ إِذَا وَلَّوْا مُدْبِرِ‌ينَ

„Du kannst die Toten weder hörend machen, noch kannst du bewirken, dass die Tauben den Anruf hören, wenn sie (dir) den Rücken kehren, " (27: 80)



وَمَا أَنتَ بِهَادِي الْعُمْيِ عَن ضَلَالَتِهِمْ ۖ إِن تُسْمِعُ إِلَّا مَن يُؤْمِنُ بِآيَاتِنَا فَهُم مُّسْلِمُونَ

„noch kannst du die Blinden aus ihrem Irrtum leiten. Du kannst nur diejenigen hörend machen, die an Unsere Zeichen glauben und die sich (Recht und Wahrheit) ergeben." (27: 81)

                                              

Während vorher gesagt wurde, dass der Koran Führung und offenkundige Wahrheit ist, heißt es nun,  dass diejenigen, die den Koran ablehnen und Recht und Wahrheit nicht anerkennen, auf dem Herzen blind sind. Es liegt nicht am Koran selber, dass sie ihn nicht akzeptieren. Wer eigensinnig ist und blind das Falsche  nachahmt,   gleicht sogar einem Toten, auf den es keine Wirkung hat, wenn jemand mit ihm redet.

Ein solcher Mensch ähnelt ebenso   einem Lebenden,  der taub ist, nichts hört und seinen eigenen Weg geht. Wenn ein Tauber von hinten gerufen wird,  bemerkt er es nicht. Ohne sich umzublicken, geht er einfach weiter, auch wenn es die falsche Richtung ist.  

 

 Leider sind viele Nicht-Gläubige auf dem Herzen taub und blind  und haben sich selber alle Wege zur Wahrheit versperrt.  Sie haben sich selber die Möglichkeit genommen, die Wahrheit zu hören und zu sehen.   

                       

Es ist klar, dass nur diejenigen in den Genuss der Rechtleitung des Korans und des Propheten kommen können, die sich erstens der Wahrheit und dem Recht beugen und zweitens wirklich an die göttlichen Verszeichen glauben. Mit anderen Worten kann  jemand erst dann die Wegweisung des Korans nutzen, wenn ihn keine  Hindernisse von der Erkenntnis fernhalten und er nicht daran gehindert wird, sich der Wahrheit zu beugen.

Solche Hindernisse auf dem Weg der Erkenntnis sind meistens Ansichten und Einstellungen des Menschen, die ihn zu Vorurteilen verleiten und dazu bringen, dass er aufgrund des Nachahmens seiner Vorfahren oder aus Stammesstolz u.ä. nicht bereit ist, sich die Wahrheit anzuhören,  oder aber dass er zuhört, die Wahrheit jedoch  falsch deutet. 

Es liegt also nicht an der  Botschaft der Gottgesandten, wenn sie nicht akzeptiert wird, sondern an der Eigensinnigkeit und dem blinden Eifer ihrer Leugner.  Wenn das Herz des Menschen abgestorben ist und er nicht Recht und Wahrheit akzeptieren will, wird die Wahrheit auch keine Wirkung auf ihn haben.  Es ist wie wenn man eine Glühbirne, die durchgebrannt ist, an den Strom anschließen wollte. Eine solche Glühbirne wird niemals zu leuchten beginnen. 
                                  

Wir können uns merken:

Erstens: In der Terminologie des Korans wird sowohl vom Tod und Leben im üblichen Sinne nämlich in Bezug auf das stoffliche Leben gesprochen, als auch im Sinne des geistigen Todes und Lebens. Der Koran bezeichnet diejenigen, die das Wort Gottes nicht hören und auf die es keine Wirkung hat, als Tote, auch wenn sie nach außen hin am Leben sind.  Im Gegensatz zu dieser Gruppe von Menschen sind aber laut Koran diejenigen, die das Recht erkannten und auf dem Wege Gottes  zu Märtyrern wurden, am Leben und erhalten von Gott Unterhalt, auch wenn es für uns den Anschein hat, dass sie tot sind.

Zweitens: Es genügt nicht Ohren, Augen und Verstand zu besitzen. Wichtig ist es, Ergebenheit gegenüber Gott zu empfinden. Ohne Gottergebenheit  leugnet der Mensch sogar das, was er selber hört und sieht, oder  aber er deutet es falsch.

Ein Schlafender wacht auf, wenn er gerufen wird, aber ein Mensch der sich schlafend stellt, gibt keine Antwort, soviel man ihn auch ruft.

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