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Donnerstag, 10 September 2015 13:48

Teil 672: Sure Naml (Die Ameise) Verse (70- 75)

Teil 672: Sure Naml (Die Ameise) Verse (70- 75)
Wir  setzen die Besprechung der Sure Naml, Sure 27, bei den Versen 70 bis 72 fort:

(27: 70- 75)


وَلَا تَحْزَنْ عَلَيْهِمْ وَلَا تَكُن فِي ضَيْقٍ مِّمَّا يَمْكُرُ‌ونَ                                 

„(Prophet!) Sei ihretwegen nicht traurig, noch sei deswegen bedrängt, was sie an Ränken schmieden." (27: 70)



وَيَقُولُونَ مَتَىٰ هَـٰذَا الْوَعْدُ إِن كُنتُمْ صَادِقِينَ

 „Und sie sagen: 'Wann wird diese Verheißung (erfüllt werden), wenn ihr die Wahrheit redet?'" (27: 71)



قُلْ عَسَىٰ أَن يَكُونَ رَ‌دِفَ لَكُم بَعْضُ الَّذِي تَسْتَعْجِلُونَ

„Sprich: Vielleicht ist ein Teil von dem, was ihr zu beschleunigen trachtet, schon nahe herangekommen." (27: 72)

Im Vers 69 der Sure Naml, den wir beim letzten Mal anführten, werden die Gegner des Propheten aufgefordert, die verbliebenen Stätten der untergegangenen Kulturen aufzusuchen und aus der Geschichte ihrer Bewohner eine Lehre zu ziehen. Im Vers 70 wendet sich der Koran daraufhin an den Propheten und  sagt ihm, er soll nicht bekümmert sein, weil die Götzendiener an  ihrer eigensinnigen Ansicht festhalten  und die Wahrheit bekämpfen. Der Prophet hat ja seine Pflicht erfüllt und hat ihnen die Wahrheit verkündet. Außerdem hat   Gott  den Menschen Entscheidungsfreiheit verliehen und zwingt sie nicht zum Glauben.

Allerdings handelt es sich bei diesen Gegnern des Propheten um  Leute, die sowohl ungläubig bleiben, als auch die Verkündigung der Wahrheit zu verhindern versuchen und Intrigen gegen ihn begehen. Aber Gott wird ihre listigen Pläne vereiteln.  Der Prophet soll sich also deswegen nicht beunruhigen.                            

Die Gegner des Propheten machten sich über ihn und die Gläubigen lustig, und wenn er von Gottes Strafe sprach, dann spotteten  sie: Wieso tritt diese Strafe denn  nicht ein? Wir warten darauf!"

Gemäß dem Vers 72 soll der Prophet ihnen ausrichten: Beeilt euch nicht! Ihr werdet in Bälde das erleben, worüber ihr euch amüsiert!


Wir können uns merken:

Erstens: Das Mitleid für diejenigen, die auf dem Irrweg sind, hat seine Grenzen. Man sollte versuchen, ihnen den rechten Weg zu zeigen.  Wenn sie die Wahrheit erfahren haben,  aber dennoch darauf bestehen am Unrecht festzuhalten, dann sollten wir sie sich selbst überlassen und uns nicht mehr wegen ihnen grämen.

Zweitens: Wenn Gott den Leugnern und Frevlern eine Frist gewährt, sollten wir nicht denken, dass Er sie vergessen hätte.  Vielmehr werden sie früher oder später für ihr hässliches Tun bestraft werden.


Die nächsten drei Verse der Sure 27 lauten:



وَإِنَّ رَ‌بَّكَ لَذُو فَضْلٍ عَلَى النَّاسِ وَلَـٰكِنَّ أَكْثَرَ‌هُمْ لَا يَشْكُرُ‌ونَ

"Und wahrlich, dein Herr ist huldreich (und barmherzig) gegen die Menschen, doch die meisten von ihnen sind nicht dankbar." (27: 73)



وَإِنَّ رَ‌بَّكَ لَيَعْلَمُ مَا تُكِنُّ صُدُورُ‌هُمْ وَمَا يُعْلِنُونَ

„Und dein Herr kennt wohl, was sie im stillen in sich hegen und was sie kundtun." (27: 74)



وَمَا مِنْ غَائِبَةٍ فِي السَّمَاءِ وَالْأَرْ‌ضِ إِلَّا فِي كِتَابٍ مُّبِينٍ

„Und (es gibt) nichts Verborgenes im Himmel oder auf Erden, das nicht in einem deutlichen Buch (das bei Gott ist)  stünde." (27: 75)


Wenn die göttliche Strafe nicht sofort eintritt, so liegt es nicht daran, dass Gott sie nicht eintreten lassen kann oder es  vergisst, vielmehr ist Gott huldreich und barmherzig zu Seinen Geschöpfen. So steht es auch im Vers 73. Gott gewährt seinen Gegnern gnädig eine Frist zur reuevollen Umkehr. Doch die hartnäckigen Leugner geben leider nicht auf dieses große Entgegenkommen Gottes Acht. Sie sind undankbar und anstatt rechtschaffen zu werden, halten sie noch mehr an ihrem hässlichen Tun fest.

Vielleicht denken die Frevler auch, Gott würde sie nicht durchblicken und deshalb nicht gegen sie vorgehen. Möglicherweise  meinen sie, Gott würde nicht ihre gefährlichen Absichten kennen. Aber Gott kennt das Innere von allen Dingen und von allen Wesen.

Nichts bleibt Gott verborgen und sein Allwissen ist unendlich. In einem verborgenen Buch steht alles über Himmel und Erde deutlich verzeichnet.


Es lässt sich noch Folgendes sagen:

Erstens: Wir sollten die Frist, die Gott gewährt, zu schätzen wissen und sie nutzen, um Reue zu üben und schlechte Taten gut zu machen und uns zu ändern. Es wäre falsch wenn wir uns,  nur weil Gott die Bestrafung für unsere Sünden  aufgeschoben hat, einbilden,   es wäre nicht schlimm was wir tun, sondern sogar in Ordnung.

Zweitens: Gott kennt alle Dinge von innen und von außen: Das Verborgene in den Himmeln und auf der Erde, die heimlichen Taten des Menschen, den Zeitpunkt des Jüngsten Tages und alle anderen Geheimnisse. Auch überwacht Er das ganze Dasein. Bei  Ihm ist alles verzeichnet und von Ihm wird alles berechnet.

Drittens:  Wir müssen nicht nur unsere Handlungen und unser Verhalten zum Guten hin ändern, sondern auch unsere Absichten und Beweggründe. Anstatt dass wir also gegenüber anderen eine schlechte Absicht hegen,  sollten wir ihnen gutgesinnt sein. Denn Gott weiß, was in uns vorgeht und aufgrund dieses Wissens wird er uns von Seiner Gnade und Barmherzigkeit zukommen lassen bzw. uns von ihr ausschließen.   

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