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Sonntag, 06 September 2015 06:02

Teil 671: Sure Naml (Die Ameise) Verse (64- 69)

Teil 671: Sure Naml (Die Ameise) Verse (64- 69)
In diesem Teil unserer Kurzexegese erläutern wir die Verse 64 bis 69 der Sure Naml, Sure 27. Im Vers 64 dieser Sure heißt es:

(27: 64- 69)


أَمَّن يَبْدَأُ الْخَلْقَ ثُمَّ يُعِيدُهُ وَمَن يَرْزُقُكُم مِّنَ السَّمَاءِ وَالْأَرْضِ ۗ أَإِلَـٰهٌ مَّعَ اللَّـهِ ۚ قُلْ هَاتُوا بُرْهَانَكُمْ إِن كُنتُمْ صَادِقِينَ

"Wer ruft denn zum Beginn die Schöpfung hervor und wiederholt sie hierauf (am Jüngsten Tag), und wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde? Existiert wohl ein Gott neben Allah?" Sprich: Bringt euren Beweis herbei, wenn ihr wahrhaftig seid." (27: 64)

Schon in den vorhergehenden Versen wurden die Götzendiener angesprochen und gefragt, ob denn ihre falschen Götter besser seien oder der Eine Gott, der alles erschaffen hat und  alles im Himmel und auf Erden, von den kleinsten bis zu den größten Dingen, verwaltet? Der Vers 64 soll  wieder einen Denkanstoß in diese Richtung geben, denn es wird gefragt:  Wer es ist,   der nicht nur die gesamte Schöpfung beim ersten Mal hervorgerufen hat, sondern sie auch zu sich zurückruft und im Jenseits wiederholt, und der jedem  Lebewesen einen Weg bereitet hat,  seine Bedürfnisse zu decken und seinen Unterhalt von Ihm zu empfangen?

Die Polytheisten werden am Ende dieses Verses aufgefordert, Beweise und logische Argumente für ihre Ansicht vorzulegen, neben Gott wären noch andere Götter an der Schöpfung und der Planung des Daseins beteiligt.

Es ist charakteristisch für den Koran, dass er von seinen Gegnern Argumente und Beweise fordert.  Diese Forderung erfolgt in zahlreichen Versen. Genauso wie der Koran sein Wissen über den Ursprung der Schöpfung und die Auferstehung klar und logisch darlegt, erwartet er auch von seinen Gegnern dass sie logisch sprechen, sich nicht nach Vermutungen richten  und davon ablassen, die Gläubigen zu verspotten und zu beleidigen oder ihnen zu drohen.

Wir entnehmen diesem Vers:

Erstens: Wir müssen Gegnern gegenüber fair sein und akzeptieren, wenn sie logische Einwände haben. Wir dürfen logische Argumente nicht einfach ablehnen, weil sie von der Gegenseite kommen. Der Islam ist für Logik und Beweisführung. Wir sehen ja, dass er seine  Gegner auffordert, dass sie logisch argumentieren.

Zweitens:  Gott stellt unseren Unterhalt bereit und deckt unsere Bedürfnisse. Wir werden aus dem Himmel  mit Luft, Licht und Regen und von  der Erde in verschiedener Form mit Nahrung  und Kleidung versorgt.

Wir setzen unsere Kurzexegese mit den beiden Versen 65 und 66 der Sure Naml, Sure 27, fort:


قُل لَّا يَعْلَمُ مَن فِي السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ الْغَيْبَ إِلَّا اللَّـهُ ۚ وَمَا يَشْعُرُونَ أَيَّانَ يُبْعَثُونَ

"Sprich: "Niemand in den Himmeln und auf Erden kennt das Verborgene außer Gott; und sie wissen nicht, wann sie wiederauferweckt werden." (27: 65)



بَلِ ادَّارَكَ عِلْمُهُمْ فِي الْآخِرَةِ ۚ بَلْ هُمْ فِي شَكٍّ مِّنْهَا ۖ بَلْ هُم مِّنْهَا عَمُونَ

„Nein, ihr Wissen über das Jenseits hat gänzlich versagt; nein, sie befinden sich im Zweifel darüber; nein, sie sind ihm gegenüber blind. " (27: 66)

Da die Polytheisten nicht an das Jenseits und die Auferweckung nach dem Tode glaubten,  haben sie die Propheten immer gefragt, wann denn das Jüngste Gericht sein wird. Und weil die Propheten ihnen keine Antwort auf diese Frage geben konnten, behaupteten sie: Also seid auch ihr selber nicht sicher, dass es einen Jüngsten Tag geben wird!

An der obigen Stelle erklärt der Koran ihnen als Antwort auf solche Zweifel, dass das Wissen über einige Dinge nur bei Gott ist. Selbst die Engel oder die Propheten sind nicht über dieses Wissen im Bilde.

Wenn jemand nicht weiß, wann ein Ereignis eintritt, ist es  kein Beweis dafür, dass es nicht zu diesem Ereignis kommen wird. So weiß auch keiner von uns Menschen genau, wann er sterben wird. Dennoch ist er sich sicher, dass er eines Tages diese Welt verlässt und nicht dem Tod entrinnen kann.

Mit dem Jüngsten Gericht verhält es sich ähnlich. Das Jüngste Gericht ist ein Ereignis, das eintreten wird, aber von dem niemanden weiß, wann es soweit ist. Die Unkenntnis vom Zeitpunkt dieses Ereignisses ist kein Grund an dem Ereignis selber zu zweifeln, sie ist also  kein Gegenbeweis.

Wir sehen an dieser Stelle im Koran:

Erstens: Es gehört zu dem Programm der Leugner religiöser Überzeugungen, Zweifel an diesen Überzeugungen zu erregen, zum Beispiel Zweifel am Jenseitsglauben. Demgegenüber müssen die Muslime eine logische Antwort bereithalten.

Zweitens: Der Glaube ans Jenseits ist wie der Glaube an den Ursprung allen Seins, d.h.   ein Glauben an Verborgenes, welches der Mensch mit seinen fünf Sinnen nicht erfassen kann. Nur die Vernunft kann die logischen Beweisgründe für  die verborgenen Wahrheiten erschließen.

Wir betrachten nun drei weitere Verse der  Sure Naml, Sure 7, nämlich die Verse 67 bis 69: Dort heißt es:


وَقَالَ الَّذِينَ كَفَرُوا أَإِذَا كُنَّا تُرَابًا وَآبَاؤُنَا أَئِنَّا لَمُخْرَجُونَ

„Und jene, die ungläubig sind, sagen: 'Wie?! Wenn wir und unsere Väter zu Staub geworden sind, sollen wir dann wirklich wieder (vom Tode erweckt  und aus den Gräbern) hervorgebracht werden?'" (27: 67)


 لَقَدْ وُعِدْنَا هَـٰذَا نَحْنُ وَآبَاؤُنَا مِن قَبْلُ إِنْ هَـٰذَا إِلَّا أَسَاطِيرُ الْأَوَّلِينَ

"Verheißen wurde uns dies zuvor - uns und unseren Vätern; dies sind ja nur Fabeln der Früheren! '" (27: 68)


قُلْ سِيرُوا فِي الْأَرْضِ فَانظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الْمُجْرِمِينَ

"(O Prophet!) sprich: Reist auf der Erde umher und seht, wie der Ausgang der Sündigen war!" (27: 69)

Während vorher darauf hingewiesen wurde, dass einige den Jüngsten Tag deshalb leugneten, weil die Propheten nicht seinen Zeitpunkt verkündet haben,  heißt es nun in der obigen Stelle in der Sure Naml dass die Jenseitsleugner außerdem ihre Skepsis damit begründeten, dass ihre Vorfahren alle gestorben  und zu Staub geworden waren,  aber nicht von den Toten auferstanden sind, obwohl doch alle Propheten die Auferstehung von den Toten verheißen haben.  Sie zogen daher denn Schluss:  Auch wir werden sterben und zu Staub werden und nichts wird von uns übrigbleiben, so dass wir von den Toten auferweckt werden könnten.

Der Koran hat die Menschen  aber an anderer Stelle daran erinnert, dass Gott die Menschen  bei der Erschaffung aus Erde hervorgehen ließ, also können sie erneut nach dem Tod und nachdem sie zu Erde geworden sind, wieder ins Leben zurückgerufen werden und in einer neuen Welt in Erscheinung treten.

Die Leugner werden gemahnt, dass sie eventuell wegen ihrer Halsstarrigkeit gegenüber dem  verkündeten Wort Gottes ein ähnliches Schicksal erwartet  wie viele Völker vor ihnen. Einige von diesen Völkern, die noch auf Erden eine schwere Strafe erhielten,  haben ganz in der Nähe und in jüngerer Vergangenheit   gelebt. Die Leugner  werden in der obigen Koranstelle aufgerufen, die Geschichte zu betrachten, damit sie sehen, wie  es den unrechttuenden  Völkern erging.

Die obige Koranstelle gibt Anlass zu folgende Anmerkungen:

Erstens:  Es ist typisch für die Gegner der Religion Gottes, dass sie Himmelsbücher als Märchen bezeichnen. Das haben sie schon immer in der Geschichte getan. Auch heute gibt es bedauerlicherweise solche Leute, die aufgrund von Unwissenheit oder absichtlich das hohe Wissen, welches Gott den Menschen in Seinen Himmelsbüchern verkündet, als Märchen abtun.

Zweitens: Der Koran ruft die Menschen auf, die Geschichte zu studieren. Er möchte, dass sie sich an die historischen  Orte begeben,  um sich zu veranschaulichen, wie es den Frevlern erging. Die Betrachtung der Spuren von frevelnden Völkern  bringt den Menschen spirituell weiter und ist lehrreich für ihn.

Drittens: Die  Spuren der vergangenen Völker müssen zur  Belehrung der  nachfolgenden  Generationen bewahrt werden.

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