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Mittwoch, 24 Juni 2015 01:59

Die saudisch-israelische Zusammenarbeit beim Jemen-Krieg

Die saudisch-israelische Zusammenarbeit beim Jemen-Krieg
  Die Jemen-Offensive Saudi Arabiens ist nun schon seit dem 26. März dieses Jahres im Gange. Zu Beginn behauptete Riad diese Angriffe würden von einer Militärkoalition von 10 Ländern durchgeführt.

Aber schon nach wenigen Tagen stand fest, dass es in der Hauptsache die Saudis sind, die den Jemen angreifen.  Der Widerstand der Ansarullah, politischer  Gruppen und der Bevölkerung von Jemen gegenüber den Luftangriffen Saudi Arabiens  veranlassten einige Staatspolitiker und Analytiker von einem Scheitern der Jemen-Offensive Saudi Arabiens zu sprechen. Die Saudis hatten vergeblich auf Mitbeteiligung der Türkei und Pakistans gehofft und die  Unterstützung der acht anderen Länder war geringfügig. Also streckten sie hilfesuchend die Hand nach Israel aus. 

                      

Wie die Medien und sogar die Regierungspolitiker einiger Länder bekannt gaben, unterstützt Israel die Saudis bei ihrem Krieg gegen Jemen. Diese Unterstützung spielt sich in Form des Einsatzes  israelischer Kriegsflugzeuge und  Piloten und im nachrichtendienstlichen und Sicherheitsbereich ab.

 

Das Nachrichtenportal Veterans Today  , welches sich besonders auf militärische Angelegenheiten der USA konzentriert,  schrieb über die Teilnahme der israelischen Bomber im Jemen-Krieg: „Die beiden F 16 Kriegsflugzeuge, die im Juni in Jemen  abgestürzt sind, gehören Israel. Militärexperten in Jemen stellten bei Untersuchung der Flugzeugteile fest, dass diese Art von Bombern bislang an keines der arabischen Länder und auch nicht an Saudi Arabien geliefert worden ist.“  Gemäß dem Portal Veterans Today handelt es sich bei  der über Jemen abgestürzten F 16 wahrscheinlich um eines der 50 Kriegsflugzeuge, die zurzeit von US-Präsident Bill Clinton an Israel geliefert wurden.

Zu der Zusammenarbeit zwischen Riad und Tel Aviv gehört aber auch die Unterstützung während der Jemen-Offensive  im nachrichtendienstlichen Bereich.

Vor kurzem gaben Nachrichtenquellen bekannt, dass der saudische Kronprinz Mohammad Bin Najef in die vom zionistischen Regime besetzten Gebiete gereist ist, was für eine grundsätzliche Änderung der saudischen Israel-Politik spricht.  

Nun stellt sich die bedeutende Frage: wieso arbeitet Saudi Arabien, welches den Anspruch erhebt die Islamische Welt anzuführen und Gastgeber der Pilger zu den Heiligen Stätten in Mekka und Medina ist, im Krieg gegen ein muslimisches und zudem arabisches Land mit dem zionistischen Regime zusammen?

                               

Bei der Suche nach einer Antwort sind zwei Punkte besonders  zu beachten, nämlich dass Saudi Arabien eine ganz andere Identität aufweist als die Islamische Republik Iran, und dass der Westen als Vermittler zwischen dem zionistischen Regime und Saudi Arabien agiert. 

 

Saudi Arabien und die Islamische Republik Iran besitzen religiöse und kulturelle Gemeinsamkeiten, aber politisch gesehen bilden sie  einen Gegensatz. Saudi Arabien führt die Front der Kompromissler in der Nah-Ost Region an und die Islamische Republik Iran ist Bannerträger des Kampfes gegen die US-angeführte  Hegemonieordnung. Infolge ihrer Haltung  haben die Saudis in den letzten Jahren behauptet, Iran mische sich in Bahrain bzw. in Jemen ein.  

Diese haltlose Behauptung wurde von der Islamischen Republik Iran mehrmals  dementiert.

 

Obwohl die Saudis wissen, dass die Islamische Republik Iran gegen Israel ist, lassen sie sich bei der Jemen-Offensive von Tel Aviv helfen. Die Kooperationen zwischen Israel und Saudi Arabien wurden sogar auf die iranische Atomfrage ausgedehnt.  Die zionistische Zeitung Jerusalem Post schrieb, laut Bericht des  zweiten israelischen Fernsehkanals hätten  die arabischen Staatsleute  im Gespräch mit ihren europäischen Amtskollegen ihre Bereitschaft bekannt gegeben an einem Militärangriff Israels auf die iranischen Nuklearanlagen teilzunehmen.  In der Jerusalem Post hieß es weiter: Die Saudis haben bei Privattreffen mit den Europäern gesagt, sie seien bereit mit Israel bei einem Militärangriff auf Iran zusammenzuarbeiten, indem sie den israelischen Kriegsflugzeugen gestatten den Luftraum von Saudi Arabien zu benutzen.

                                   

Ein weiterer Grund für die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Israel und Saudi Arabien in den letzten Monaten und insbesondere im Krieg gegen Jemen, besteht darin, dass Riad und Tel Aviv beide Hauptbündnispartner des Westens im Nahen Osten sind.

Saudi Arabien führt in Vertretung des Westens Kriege im Nahen Osten durch. Unterdessen sind die Beziehungen Israels zu den westlichen Staaten insbesondere den USA sehr stark und  vorübergehende Meinungsverschiedenheiten können sie nicht gefährden. Yakov Hadas, ehemaliger stellvertretender  Generaldirektor der Abteilung Naher Osten und Friedensprozess im israelischen Außenministerium und zurzeit israelischer Botschafter in Deutschland schilderte  in einem Bericht die  Zunahme der Beziehungen des zionistischen Regimes zu den arabischen Anrainerstaaten am Persischen Golf. Er schrieb, die arabischen Länder in der Region  wären  in Kenntnis von den nahen Beziehungen zwischen Israel und den USA von der Rolle Israels überzeugt und seien sich sicher, dass sie sich auf Israel bei der Konfrontation mit Iran verlassen können.  Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten hat Saudi Arabien, welches nicht die Einwilligung zu einer Beteiligung am Jemen-Krieg von der Türkei und Pakistan erhalten konnte, einfach die militärische und nachrichtendienstliche Unterstützung Israels im Krieg gegen Jemen akzeptiert  und viele Mängel, darunter  den Mangel an Piloten beglichen.

                           

Und was verspricht das zionistische Regime  sich von der Zusammenarbeit mit Saudi Arabien gegen Jemen?  Es gibt zwei wichtige Gründe dafür: Zum einen strebt das Besatzerregime nach seiner Legitimation und zum anderen möchte es sich von Betitelungen wie Kindermörder und Verbrecher-Regime befreien. Es ist ein wichtiges Problem für Israel, dass es nicht vollständig von den muslimischen Ländern als ein legales Regime anerkannt wurde. Es gibt allerdings inoffizielle Beziehungen zwischen dem zionistischen Regime und einigen muslimischen Ländern und dieses Regime besaß sogar bis 2008 in Katar ein offizielles Handelsbüro. Aber keines der muslimischen Länder hat einen Botschafter in den israelisch besetzten Gebieten Palästinas oder pflegt offizielle Beziehungen zu dem Besatzerregime.  Saudi Arabien hat sogar zur Unterstützung des palästinensischen Volkes das Regime von Katar unter Druck gesetzt, damit es das israelische Handelsbüro in Doha schließt. Katar hat erst 2008 als Israel zum zweiten Mal einen Krieg gegen Gaza begann, dieses Büro geschlossen.

Nun versucht Tel Aviv durch  Zusammenarbeit mit Saudi Arabien in der iranischen Nuklearfrage und offizielle und konkrete Zusammenarbeit mit Riad im Krieg gegen Jemen an Legalität für sein Regime zu gelangen.

Durch die Zusammenarbeit im Jemenkrieg wollen sich die zionistischen Staatsleute  wie gesagt auch von negativen Betitelungen reinwaschen. Bei den Angriffen Israels auf Gaza im vergangenen Jahr sind viele Kinder und Frauen umgekommen oder verletzt worden.  In der Islamischen Welt wird Israel daher von den Medien als Kindermörder bezeichnet. Aber zurzeit heißt es in den israelischen Medien, dass Saudi-Arabien bei seinen  Angriffen auf Jemen zeigt, dass nicht nur Israel Kinder tötet.  Die zionistischen Medien erklären, wenn Saudi Arabien als ein muslimisches Land welches behauptet Zentrum und Anführer der islamischen Welt zu sein, bei seinen Angriffen auf den muslimischen Jemen Kinder tötet, verletzt und obdachlos macht, dann macht sich Israel doch viel weniger durch seine Angriffe  schuldig, weil es ja selber kein muslimisches Land ist. 

                                   

Die Saudis sind genauso wie Israel gegen den Iran und wie Israel Bündnispartner des Westens. Deshalb sind sie mit der Kooperation Israels bei Krisen, wie der Jemen-Offensive,  einverstanden. Allerdings berichteten schon  nach dem Krieg Israels gegen Gaza im Sommer 2014  einige israelische Befehlshaber davon , dass einige arabische Länder darunter Saudi Arabien  während dieses Krieges mit dem zionistischen Regime zusammengearbeitet haben. Doch beim Krieg Saudi Arabiens gegen Jemen wurde diese Zusammenarbeit offensichtlicher.  Dennoch scheinen die Kooperationen  zwischen Riad und Tel Aviv weniger strategischer Natur zu sein sondern eher handelt es sich um eine Annäherung aus Interessengründen.  

Kurz- und langfristig gesehen ist diese Zusammenarbeit mehr zu Gunsten Israels als zu Gunsten Saudi Arabiens.  Die militärische Unterstützung Tel Avivs wird weniger zum Sieg Saudi Arabiens bei diesem Krieg führen sondern eher Israel dabei helfen, sich als legitim hinzustellen und von seinen Verbrechen in Gaza und  in Libanon abzulenken. Saudi Arabien begeht einen strategischen Fehler, wenn es sich Israel nähert und es um Unterstützung im Krieg gegen das muslimische, arabische Nachbarland Jemen bittet. Denn das Besatzerregime hat seine eigenen Interessen und wird sich nicht in ein Freundesland der Islamischen Staaten  umwandeln.

 

 

 

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