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Mittwoch, 27 August 2014 09:43

Teil 609: Sure Nur (Licht) Verse 39- 42

Teil 609: Sure Nur (Licht) Verse 39- 42
Die Verse 39 bis 42 der Sure 24, Sure Nur, sind Gegenstand dieses Teiles unseres Koran-Kurzkommentars. In den Versen 39 und 40 steht:

(24: 39- 42)


وَالَّذِينَ كَفَرُوا أَعْمَالُهُمْ كَسَرَابٍ بِقِيعَةٍ يَحْسَبُهُ الظَّمْآنُ مَاءً حَتَّىٰ إِذَا جَاءَهُ لَمْ يَجِدْهُ شَيْئًا وَوَجَدَ اللَّـهَ عِندَهُ فَوَفَّاهُ حِسَابَهُ ۗ وَاللَّـهُ سَرِيعُ الْحِسَابِ

„Die Werke derjenigen, die  ungläubig sind,  sind wie eine Luftspiegelung in einer (dürren heißen) Ebene. Der Dürstende hält sie für Wasser bis er, wenn er dann dorthin kommt, sie als Nichts vorfindet. Aber er  findet Allah nahebei, der ihm seine Rechnung voll bezahlt; und Allah ist schnell im Abrechnen." (24: 39)



 أَوْ كَظُلُمَاتٍ فِي بَحْرٍ لُّجِّيٍّ يَغْشَاهُ مَوْجٌ مِّن فَوْقِهِ مَوْجٌ مِّن فَوْقِهِ سَحَابٌ ۚ ظُلُمَاتٌ بَعْضُهَا فَوْقَ بَعْضٍ إِذَا أَخْرَجَ يَدَهُ لَمْ يَكَدْ يَرَاهَا ۗ وَمَن لَّمْ يَجْعَلِ اللَّـهُ لَهُ نُورًا فَمَا لَهُ مِن نُّورٍ

„Oder (die Werke der Ungläubigen sind) wie Finsternisse in einem tiefen Meer, eine Woge bedeckt es, über ihr ist eine Woge, darüber ist eine Wolke: Finsternisse, eine über der anderen. Wenn (jemand in diesen Finsternissen versunken ist und) er seine Hand ausstreckt, kann er sie kaum sehen; und wem Allah kein Licht gibt - für den ist kein Licht." (24: 40)


Es wurde in den vorherigen Versen  von der göttlichen Rechtleitung und von denen gesprochen, die ihr folgen und dafür mit Wohl und Glück im Diesseits und Jenseits belohnt werden. In  den Versen 39 und 40  geht es im Vergleich dazu um die Lage der Ungläubigen. Während die Gläubigen an die Quelle der Rechtleitung gelangen und ihren Durst stillen,  sind die  Ungläubigen wie Wanderer in einer trockenen Ebene, die auf eine Luftspiegelung zustreben und schließlich verdursten.

Die Gläubigen empfangen ständig das Licht der göttlichen Rechtleitung und sie  werden von dem Licht, das im Lichtvers mit „Licht über Licht" beschrieben wird, gespeist.  Doch die Ungläubigen sinken immer mehr ins Dunkel herab. Über ihnen liegen mehrere Schichten der  Finsternis: „Finsternisse, eine über der anderen."

In diesen Versen Gottes werden zwei Gleichnisse für die Situation der Ungläubigen vorgelegt. Einmal werden die Ungläubigen mit einem Durstigen in einer Wüste verglichen, der vergeblich nach Wasser sucht. Zum anderen werden sie mit jemanden verglichen, der in einem tiefen Ozean mitten in Dunkelheit und tobende Wellen ausgesetzt ist und für den es keinen Weg der Rettung gibt.  Der erste stirbt daran, dass es kein Wasser gibt und der andere stirbt in Wassermassen. Der erste geht zugrunde, weil es keine Wolke gibt aus der Regen herabkommt,  und über dem zweiten hängt die Finsternis einer dunklen Wolkendecke. Der erste fällt auf ein scheinbares Licht herein und hält eine Luftspiegelung für eine Wasserstelle, und der zweite wird Opfer riesiger Wasserfluten.

Wir lernen:

Erstens: Die Werke der Ungläubigen mögen täuschend schön aussehen und als gut erscheinen, aber sie sind in Wirklichkeit hässlich und finster.

Zweitens:  Die hässlichen Taten der Ungläubigen bedecken sie wie ein schwarzer dunkler Schleier.  Mit jedem Versuch, Recht und Wahrheit zu bekämpfen, wird die Finsternis , welche die Ungläubigen bedeckt noch größer.

Drittens: Die guten Taten der Ungläubigen sind nur eine Luftspiegelung und ihre schlechten Taten sind Finsternis.

Viertens: Das Licht von Wissen und Vernunft reicht nicht aus, um den Menschen zu retten. Er kommt ohne das Licht des Glaubens nicht weiter.

Wir besprechen nun auch noch die Verse 41 und 42 der Sure Nur. Es heißt dort:


أَلَمْ تَرَ أَنَّ اللَّـهَ يُسَبِّحُ لَهُ مَن فِي السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ وَالطَّيْرُ صَافَّاتٍ ۖ كُلٌّ قَدْ عَلِمَ صَلَاتَهُ وَتَسْبِيحَهُ ۗ وَاللَّـهُ عَلِيمٌ بِمَا يَفْعَلُونَ

„Siehst du nicht, dass (alle) Allah preisen, die in den Himmeln und auf der Erde sind, und (auch) die Vögel mit ausgebreiteten Flügeln? Jeder kennt ja sein Gebet und seine eigene (Weise von) Lobpreisung (Gottes). Und Allah weiß Bescheid über das, was sie tun." (24: 41)



وَلِلَّـهِ مُلْكُ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ ۖ وَإِلَى اللَّـهِ الْمَصِيرُ

„Allah gehört die Herrschaft  der Himmel und der Erde, und zu Allah wird (für alle) die Heimkehr sein." (24: 42)

Nachdem die Lage der Gläubigen und der Ungläubigen zum Vergleich beschrieben wurde,  ist dem Vers 41 zu entnehmen, dass Gott nicht darauf angewiesen ist, dass der Mensch Ihn anbetet, denn das ganze Dasein preist Ihn, wie zum Beispiel die Vögel im Himmel.  Der Koran lehrt uns, dass alle Kreaturen,  von den Lebewesen bis zu den leblosen Dingen, Gott auf ihre Weise preisen, denn sie besitzen eine Art Bewusstsein. Sie kennen ihren Erschaffer und jedes preist  den Herrn auf seine Art.

An dieser und an anderen Stellen im Koran werden Vögel als konkretes  Beispiel für die Geschöpfe hervorgehoben. Sie werden vielleicht deshalb ausdrücklich genannt,  weil ihnen erstaunliche Fähigkeiten mitgegeben wurden  und sie ein deutliches Zeichen für den Einen Gott sind:  Die Vögel  überwinden mit ihrem beschaulichen Flug die Anziehungskraft der Erde.  Sie entfernen sich weit von ihrem Nest und finden es dennoch wieder.

Im Vers 41 ist nicht nur von der Lobpreisung sondern auch von dem Gebet aller Dinge die Rede. Und zwar ein bewusstes Beten. Dies zeigt das hohe Verständnis der Kreaturen und ihre Ergebenheit gegenüber ihrem Erschaffer  und Herrn.  Aber der Mensch kann diese Lobpreisungen in der Schöpfung nicht wahrnehmen. Diese Laudatio in der Schöpfung  können nur Propheten und die großen Gottesfreunde mit dem Herzen verspüren. Im Vers 44 der Sure 17 sagt Gott offen: „Ihr aber versteht ihre Lobpreisung nicht!"

Manche meinen, diese Lobpreisung der Dinge bestünde  darin, dass ihre Existenz in sich eine Lobpreisung Gottes darstellt und dafür zeugt, dass Gott von jedem Mangel frei ist und keinen Teilhaber hat.  Aber andere Verse scheinen dies nicht zu bestätigen. Insbesondere der Vers 41  der Sure 24. Dieser unterstreicht nämlich, dass alle Dinge nicht ungewollt sondern wissentlich und aufgrund von Bewusstsein Gott preisen .

Diese Koranstelle mahnt in Wahrheit den Menschen. Warum hat er  Gott vergessen und warum preist er ihn nicht,  obwohl doch alle Dinge im Himmel und auf der Erde mit der Lobpreisung Gottes beschäftigt sind?

Der Mensch sieht die zahlreichen Zeichen für die göttliche Größe im Himmel und auf Erde, aber er preist Ihn nicht und dankt ihm nicht für Seine Gaben und Segnungen und befolgt nicht Seine Gebote.

Zum Abschluss noch folgende Anmerkungen:

Erstens:   Alle Dinge im Dasein besitzen ein Bewusstsein und ihr Gebet und ihre Lobpreisung geschehen wissentlich.  Wir sollten nicht denken, dass etwas kein Bewusstsein hätte, und sollten uns nicht grundlos für etwas Besseres halten.

Zweitens: Jene Gebete und Lobpreisungen sind wertvoll , welche aufgrund von Wissen und Bewusstsein erfolgen. Der Betende sollte wissen, was er sagt und sich dessen bewusst sein, was er tut.

Drittens:  Es gibt in der Daseinsordnung einen Herrscher. Ihr Herrscher ist Gott. Das Dasein hat ein Ziel  und Himmel und Erde und ihre Einwohner bewegen sich auf dieses Ziel zu.

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