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Samstag, 23 August 2014 09:40

Teil 608: Sure Nur (Licht) Verse 35- 38

Teil 608: Sure Nur (Licht) Verse 35- 38
Wir besprechen nun die Vers 35 bis 38 der Sure 24, Sure Nur.  Im Vers 35 steht:

(24: 35- 38)


اللَّـهُ نُورُ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ ۚ مَثَلُ نُورِهِ كَمِشْكَاةٍ فِيهَا مِصْبَاحٌ ۖ الْمِصْبَاحُ فِي زُجَاجَةٍ ۖ الزُّجَاجَةُ كَأَنَّهَا كَوْكَبٌ دُرِّيٌّ يُوقَدُ مِن شَجَرَةٍ مُّبَارَكَةٍ زَيْتُونَةٍ لَّا شَرْقِيَّةٍ وَلَا غَرْبِيَّةٍ يَكَادُ زَيْتُهَا يُضِيءُ وَلَوْ لَمْ تَمْسَسْهُ نَارٌ ۚ نُّورٌ عَلَىٰ نُورٍ ۗ يَهْدِي اللَّـهُ لِنُورِهِ مَن يَشَاءُ ۚ وَيَضْرِبُ اللَّـهُ الْأَمْثَالَ لِلنَّاسِ ۗ وَاللَّـهُ بِكُلِّ شَيْءٍ عَلِيمٌ

„Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Das Gleichnis Seines Lichts ist wie eine Nische, worin sich eine helle Lampe befindet. Die Lampe ist in einem Glas. Das Glas ist gleichsam ein glitzernder Stern - angezündet von dem Öl eines gesegneten Baum Olivenölbaumes, weder vom Osten noch vom Westen, dessen Öl (so klar ist, dass es) beinah leuchten würde, auch wenn das Feuer es nicht berührte (und es angezündet würde). Licht über Licht. Allah leitet zu Seinem Licht, wen Er will. Und Allah prägt Gleichnisse für die Menschen, denn Allah kennt alle Dinge." (24: 35)

Dieser Vers in der Sure Nur wird „Lichtvers" genannt. Er stellt Gott als das Licht der Himmel und Erde vor. Gott hat  Himmel und Erde erschaffen und hat ihnen Licht gespendet. Gott wird in diesem Vers mit Licht verglichen.  Unter den materiellen Dingen , die der Mensch kennt und die er wahrnehmen kann, ist das Licht die feinste  Erscheinung. Licht ist Quelle von Schönheit und von guten Dingen und enthält nichts Schlechtes. Leben und Fortbestand der Pflanzen, Tiere und Menschen hängen vom Licht der Sonne ab und ohne Licht gibt es kein Leben.  Licht ist selber hell und  macht andere Dinge hell.  Das Gleichnis des Lichtes ist also sehr treffend.

Gott ist Licht und erhellt und ruft alles Dasein hervor.

Gott ist der Schöpfer des Daseins, und er erhält das Dasein. Er lenkt Himmel und Erde und alle Geschöpfe. In dem Vers 50 der Sure Taha (Sure 20) wird Moses zitiert, der zum Pharao sagt:  „Unser Herr ist derjenige, der allem seine Natur gegeben und (es) hierauf rechtgeleitet hat."

Im Lichtvers wird  die göttliche Rechtleitung mit einer Leuchte verglichen, die einem Haus Licht spendet und seine Bewohner von der Dunkelheit befreit. Diese Leuchte steht an einer geeigneten Stelle und ist von einer gläseren Haube umgeben, so dass sie nicht erlöschen kann und sie brennt mit edlem Öl. Diese Leuchte ist strahlend hell und geht nie aus. Die göttliche Rechtleitung  wurde den Menschen durch die Offenbarung und die Himmelsbücher  und die Propheten vermittelt. Sie kehrt in die Herzen der Gläubigen ein, erhellt sie und rettet sie aus dem Dunkel der Unwissenheit und des Unrechts. Im Vers 257 der Sure 2 heißt es daher:

„Er (Gott)  bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht."

Wir können uns merken:

Erstens: Das Dasein ist ein Lichtstrahl vom göttlichen Licht, welcher in der materiellen Welt zur Manifestation gelangte.

Zweitens: Die göttliche Rechtleitung lenkt sowohl Erde und Himmel zu einem bestimmten Ziel, als auch den Menschen. Sie lenkt den Menschen in Richtung der erstrebenswerten Vervollkommnung.

Drittens: Wahrer Glauben wird durch die Rechtleitung gewährleistet, die auf den rechten Weg führt und vor jeder Abweichung nach Ost und West bewahrt bleibt.

Im nächsten Vers, dem Vers 36 heißt es:


فِي بُيُوتٍ أَذِنَ اللَّـهُ أَن تُرْفَعَ وَيُذْكَرَ فِيهَا اسْمُهُ يُسَبِّحُ لَهُ فِيهَا بِالْغُدُوِّ وَالْآصَالِ

„(Dieses Licht der Rechtleitung gibt es ) in Häusern, für die Allah erlaubt hat, dass sie erhöht  werden und dass darin Sein Name genannt wird. Ihn preisen sie darin, am Morgen und am Abend," (24: 36)

Aus dem Vers 36 geht hervor, dass  die Leuchte der göttlichen Rechtleitung auf Erden Häuser erhellt, in denen Gläubige  das Gebet verrichten und Gott eingedenk sind. Diese Häuser hat Gott höher gestellt als andere und die Gläubigen müssen sie daher auch höher einstufen.   Natürlich gehören die Kaaba in Mekka und  die Moscheen und religiösen Stätten überall auf der Erde zu diesen besonderen Häusern.  Die Menschen sollen diese Orte aufsuchen, um göttliche Rechtleitung zu finden.

Wir sehen:

Erstens: Moscheen sollen sich durch ihr Aussehen von den anderen Häusern abheben.

Zweitens:  Jedes Haus ist wertvoll, in dem der Name Gottes genannt wird. Durch das Gedenken an Gott wird ein Haus besser als andere.

Wir besprechen  auch noch die Verse 37 und 38 der Sure Nur:


رِجَالٌ لَّا تُلْهِيهِمْ تِجَارَةٌ وَلَا بَيْعٌ عَن ذِكْرِ اللَّـهِ وَإِقَامِ الصَّلَاةِ وَإِيتَاءِ الزَّكَاةِ ۙ يَخَافُونَ يَوْمًا تَتَقَلَّبُ فِيهِ الْقُلُوبُ وَالْأَبْصَارُ 

„Männer, die weder Handel noch Kaufgeschäfte ablenken vom Gedenken Allahs, von der Verrichtung des Gebets und der Entrichtung der Zakat-Abgabe. Sie fürchten  einen Tag, an dem sich Herzen und Augen verdrehen werden," (24: 37)



لِيَجْزِيَهُمُ اللَّـهُ أَحْسَنَ مَا عَمِلُوا وَيَزِيدَهُم مِّن فَضْلِهِ ۗ وَاللَّـهُ يَرْزُقُ مَن يَشَاءُ بِغَيْرِ حِسَابٍ

„damit Allah ihnen das Beste von dem vergelte, was sie getan haben, und ihnen von Seiner Huld noch mehr gebe. Und Allah versorgt, wen Er will, ohne zu rechnen." (24: 38)

Gläubige Männer und Frauen nutzen die göttliche Rechtleitung. Sie geben sich Mühe um den Lebensunterhalt zu bestreiten und betreiben auch Handel, aber solche Beschäftigungen lenken sie nicht von den spirituellen  Dingen und den religiösen Pflichten ab. Sie denken an das endgültige Ergebnis ihres Lebens und vergessen nicht, dass sie vor dem Jüngsten Gericht erscheinen müssen und dort zur Verantwortung gezogen werden. Dies hält die Gläubigen entscheidend von Sünden ab und lässt sie gute Taten vollbringen.

Gott belohnt die Wohltätigen und Rechtschaffenen großzügig und straft die Schlechten gerecht. Er belohnt gute Taten bis zum 700fachen, aber schlechte Taten nur entsprechend dem Grad an Hässlichkeit.  Gott erweist den Rechtschaffenen die große Huld, dass er ihre unvollständigen Werke aufwertet und ihnen den vollen Lohn gibt. Ihre Versorgung und ihr Lohn ist im Jenseits so groß, dass es alle Erwartungen übersteigt. Gott beschenkt sie auf eine Weise, wie kein Weltenliebender  es sich vorstellen kann.

Gemäß Überlieferungen lässt ein guter Gottesdiener von der Arbeit ab und geht beten, sobald er den Gebetsruf hört. Außerdem lässt er sich beim Beten von nichts ablenken.

Wir können Folgendes dazulernen:

Erstens: Vermögen und materielle Güter besitzen eine große Anziehungskraft, und wenn der Mensch nicht achtgibt, wird er schnell durch sie von der Erinnerung an Gott abgehalten.

Zweitens: Handelsgeschäfte sind wertvoll, wenn sie mit dem Gebet und der Zakat-Abgabe und der Erinnerung an Gott einhergehen.  Gläubige Männer strengen sich für das irdische Leben an, ein Einkommen zu erzielen, aber sie vergessen deshalb nicht das Jenseits. Aber eine Betätigung als Händler und Geschäfsmann  ohne die Erinnerung an Gott, ist sinnlos und wertlos und führt zur Dekadenz. Es sind das Gott-Eingedenk-Sein und Gebet, welche Handel und Geschäft aufblühen lassen und das Wachstum der Gesellschaft herbeiführen.

Drittens: Am Jüngsten Tag wird sich alles verändern. Was im irdischen Leben Glanz besaß, wird niedrig und wertlos erscheinen und was im Leben  von den Menschen unbeachtet blieb, wird von Wert sein.

Viertens: Jemand, der aus Liebe zu Gott auf einen Handelsgewinn verzichtet, der ist an einen Gewinn gelangt, den Gott ihm  ohne zu rechnen gibt.

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