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Freitag, 22 August 2014 09:32

Teil 607: Sure Nur (Licht) Verse 32- 34

Teil 607: Sure Nur (Licht) Verse 32- 34
Wir setzen die Koranexegese bei dem Vers 32 der Sure 24, Sure Nur, fort: Dieser Vers beinhaltet Folgendes:

(24: 32- 34)


وَأَنكِحُوا الْأَيَامَىٰ مِنكُمْ وَالصَّالِحِينَ مِنْ عِبَادِكُمْ وَإِمَائِكُمْ ۚ إِن يَكُونُوا فُقَرَاءَ يُغْنِهِمُ اللَّـهُ مِن فَضْلِهِ ۗ وَاللَّـهُ وَاسِعٌ عَلِيمٌ

„Und verheiratet diejenigen von euch, die ledig sind, und die guten unter euren Sklaven, männliche wie weibliche. Wenn sie arm sind, so wird Allah sie durch Seine Huld reich machen; denn Allah ist Allumfassend, Allwissend." (24: 32)


In den vorhergehenden Versen wurde für die Wahrung des allgemeinen Anstands geboten, dass Frauen und Männer unerlaubte Blicke unterlassen und auf ein anständiges Sprechen und Verhalten achten.

In diesem Vers wird nun auf die Eheschließung hingewiesen. Die Ehe spielt eine grundlegende Rolle für eine gesunde Gesellschaft, die von moralischer Verdorbenheit freigehalten werden soll. Das sexuelle Bedürfnis ist ein Trieb, den Gott für den Erhalt der Menschheit durch die Fortpflanzung eingerichtet hat. Der natürliche und erlaubte Weg zur Befriedigung dieses Triebes erfolgt durch die Ehe.

Im Gegensatz zu einem Teil der christlichen Kirche, welcher den Sexualtrieb als tadelnswerte Neigung betrachtet und ihren Priestern und Mönchen nicht erlaubt, eine Ehe einzugehen, begrüßt der Islam das Heiraten und erklärt die Ehe zu einem Erfordernis.

Zu den allgemeinen Ausflüchten für die Nicht-Heirat und Nicht-Gründung einer Familie wird gerne das Argument der Armut und der fehlenden finanziellen Möglichkeiten herangezogen. Der Koran behandelt in diesem Vers ausdrücklich diese Ausrede. Er empfiehlt Eltern, dass sie ihre Töchter und Söhne im heiratsfähigen Alter verheiraten sollen. Sie sollen sich keine Sorgen darüber machen, dass sie finanzielle Schwierigkeiten haben könnten  und deshalb die Heirat verschieben.

Auch die Frauen und Männer, die als Diener in einem Haus tätig sind,  haben natürlich ein sexuelles Bedürfnis und wenn dieses nicht beachtet wird, kann es  für sie selber oder für die Familienmitglieder des Hauses, in dem sie arbeiten, problematisch werden. Deshalb empfiehlt Gott dem Hausherrn, auch daran zu denken, dass diese Menschen einen Ehepartner brauchen. Er soll sie diesbezüglich unterstützen.

Wir können im Zusammenhang mit dem Vers 32 anmerken:

Erstens: Die Verantwortungsträger einer Islamischen Staatsordnung müssen zur Vermeidung von Sexualverbrechen und Bekämpfung von Unzucht und Verdorbenheit günstige Voraussetzungen dafür schaffen, dass die jungen Leute heiraten können.

Zweitens: Die Ehe wird im Islam als etwas Wichtiges und Heiliges hervorgehoben.

Drittens: Gott hat versprochen, dass er diejenigen, die heiraten , finanziell versorgt. Eine Ehe bringt also Segen.  Armut darf kein Grund dafür sein, nicht zu heiraten.

Es folgt der Vers 33 der Sure Nur, Sure 24:



وَلْيَسْتَعْفِفِ الَّذِينَ لَا يَجِدُونَ نِكَاحًا حَتَّىٰ يُغْنِيَهُمُ اللَّـهُ مِن فَضْلِهِ ۗ وَالَّذِينَ يَبْتَغُونَ الْكِتَابَ مِمَّا مَلَكَتْ أَيْمَانُكُمْ فَكَاتِبُوهُمْ إِنْ عَلِمْتُمْ فِيهِمْ خَيْرًا ۖ وَآتُوهُم مِّن مَّالِ اللَّـهِ الَّذِي آتَاكُمْ ۚ وَلَا تُكْرِهُوا فَتَيَاتِكُمْ عَلَى الْبِغَاءِ إِنْ أَرَدْنَ تَحَصُّنًا لِّتَبْتَغُوا عَرَضَ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا ۚ وَمَن يُكْرِههُّنَّ فَإِنَّ اللَّـهَ مِن بَعْدِ إِكْرَاهِهِنَّ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

„Und diejenigen, die keine (Gelegenheit) zur Ehe finden, sollen sich keusch halten, bis Allah sie durch seine Huld reich macht. Und jene, die ihr von Rechts wegen besitzt - wenn welche von ihnen eine Freilassungsurkunde möchte (und sich freikaufen möchten) , (so) stellt sie ihnen aus, falls ihr von ihnen Gutes wisset; und gebt ihnen von Allahs Reichtum, den Er euch gegeben hat (damit sie sich freikaufen können). Und zwingt eure Sklavinnen nicht zur Unzucht , wenn sie ein ehrbares Leben führen wollen, nur um die Güter des irdischen Lebens zu erlangen. Zwingt sie aber einer , dann wird Allah gewiss nach ihrem erzwungenen Tun  Allvergebend und Barmherzig (zu ihnen) sein." (24: 33)

In diesem Vers heißt es: Wenn nun trotz aller Bemühungen nicht die Bedingungen für eine Heirat geschaffen werden können, dann darf das keine Ausrede dafür sein, eine Sünde zu begehen. Gott, der dem Menschen den Geschlechtstrieb mitgegeben hat, hat ihm auch die Fähigkeit  sich zu beherrschen verliehen.

Der Unterschied zwischen Mensch und Tier besteht darin, dass ein hungriges Tier sich nicht beherrschen kann und  es zur Befolgung seines Nahrungstriebes gezwungen ist. Jedoch der Mensch, der die gleiche Triebneigung und das Bedürfnis nach Nahrung hat, kann sich sogar, wenn er sehr durstig und hungrig ist, in der Kontrolle behalten, wie zum Beispiel im Monat Ramadan. In diesem Monat verzichten die Gläubigen mehrere Stunden lang auf Speis und Trank, um dem Gebot des Fastens nachzukommen.

Auch der Geschlechtstrieb kann den Menschen nicht zu einem Verstoß  gegen Gottes Gebot zwingen.

Als Zulaika, die Frau des ägyptischen Potiphar,den jungen Joseph verführen wollte, ist er geflohen und hat bei Gott Zuflucht gesucht. Obwohl er als junger Mann dem anderen Geschlecht zugeneigt war und außerdem Sklave der Zulaika war und ihr als solcher gehorchen musste, war Joseph nicht bereit, gegen des göttliche Verbot des Ehebruches zu verstoßen. Joseph blieb keusch und  Gott belohnte ihn  für seine Keuschheit indem er Ehre  und einen hohen Rang verlieh.

Im Vers 33 wurde denjenigen, die Leibeigene besaßen, zwei Empfehlungen gegeben. Ihnen wurde zum einen empfohlen,  dass sie Sklaven und Sklavinnen freilassen, falls dies zu ihrem Vorteil ist und sie selber ihr Leben verwalten können. Sie sollten sogar Leibeigene, die eine Freilassung wünschten, materiell unterstützen,  damit sie tatsächlich auf eigenen Füßen stehen können.

Außerdem werden die  Sklavenherren gemahnt,  weibliche Leibeigene  nicht zur Unzucht, zum Beispiel zur Prostitution, zu zwingen. Das ist verwerflich. Den Sklavinnen aber, die dazu genötigt wurden, verzeiht Gott.

Wir können uns merken:

Erstens: Wenn jemand ledig oder seine Frau nicht bei ihm ist, berechtigt ihn das nicht zur Sünde. Er muss standhaft den Anstand  bewahren und Selbstbeherrschung üben.

Zweitens: Wir müssen Untertanen gut behandeln und ihnen helfen. Es ist verwerflich, sie  aus Gewinnsucht zu unrechten Dingen zu zwingen.

Drittens: Die Gesetze, die der Islam erließ, zielten darauf ab, dass Sklaven freigelassen  wurden.  Zum Beispiel war ein Vertrag mit ihnen möglich,  durch den sie sich allmählich freikaufen konnten.

Viertens: Die Vermögensanhäufung auf unerlaubten Wegen ist nicht gestattet.

Sie hören nun den Vers 34 der Sure Nur:


 وَلَقَدْ أَنزَلْنَا إِلَيْكُمْ آيَاتٍ مُّبَيِّنَاتٍ وَمَثَلًا مِّنَ الَّذِينَ خَلَوْا مِن قَبْلِكُمْ وَمَوْعِظَةً لِّلْمُتَّقِينَ

„Und Wir haben euch doch deutliche Zeichen hinabgesandt und das Beispiel derer, die vor euch lebten, und eine Ermahnung für die Gottesfürchtigen." (24: 34)


Am Ende dieses Abschnitts der Sure Nur mit seinen Anweisungen für die Moral,  erklärt Gott dass die Verse, die er herabgeschickt hat, den  Weg, den die Gläubigen gehen sollen, verdeutlicht. Außerdem sollen sie aus der Geschichte der Vorfahren eine Lehre ziehen. Aber natürlich hören nur die Gottesfürchtigen auf die Mahnung des Korans. Die anderen  nutzen sie nicht.

Wir lernen:

Erstens: Der Koran ist ein Buch der Erleuchtung. Er mahnt die Menschen anhand der lehrreichen Beispiele aus der Geschichte.

Zweitens: Jeder braucht gute Mahnung. Sogar die Gottesfürchtigen.

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