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Mittwoch, 20 August 2014 09:17

Teil 605: Sure Nur (Licht) Verse 24- 29

Teil 605: Sure Nur (Licht) Verse 24- 29
Wir setzen die Erläuterungen zur Sure 24 bei dem Versen 24 und 25 fort. Und zwar beinhalten diese Folgendes:

(24: 24- 29)


 يَوْمَ تَشْهَدُ عَلَيْهِمْ أَلْسِنَتُهُمْ وَأَيْدِيهِمْ وَأَرْجُلُهُم بِمَا كَانُوا يَعْمَلُونَ

„Am Tag, da ihre Zungen und ihre Hände und ihre Füße gegen sie Zeugnis ablegen werden über das, was sie zu tun pflegten." (24: 24)



يَوْمَئِذٍ يُوَفِّيهِمُ اللَّـهُ دِينَهُمُ الْحَقَّ وَيَعْلَمُونَ أَنَّ اللَّـهَ هُوَ الْحَقُّ الْمُبِينُ

„An diesem Tage wird Gott ihnen die ihnen gebührende ungeminderte Strafe zukommen lassen, und sie werden erkennen, dass Gott die einleuchtende Wahrheit ist." (24: 25)


Aus den vorherigen Versen in dieser Sure war zu entnehmen, dass jemand, der im Leben andere verleumdet, im Jenseits in die Verdammnis gebracht wird. In den obigen Versen heißt es nun, dass vor dem Jüngsten Gericht nicht nur die Zunge sich zu den Sünden bekennt, sondern auch – weil Gott dies will -  die Gliedmaßen des Menschen ein Zeugnis darüber ablegen, was sie taten. Es ist als ob sie die Handlungen, die sie durchgeführt haben, registriert hätten und sie dann am Jüngsten Tag wiedergeben.

Der Sünder wird vor dem Gerechten Gerichtshof Gottes aufgrund dieser Zeugenaussagen, die entgegen seinem Willen durch seinen Körper erfolgen, verurteilt und er erhält genau die Strafe, die ihm gebührt, nicht mehr und nicht weniger.  Dann werden die Übeltäter die Wahrheit, die sie auf Erden geleugnet oder ignoriert haben, deutlich erkennen. Doch es nützt nichts mehr, denn sie können Versäumtes und schlechte Taten nicht mehr gutmachen.

Wir können uns einprägen:

Erstens: Am Jüngsten Tag sind die Bestandteile des Körpers nicht mehr in der Kontrolle des Menschen, sondern sie legen in vielen Fällen gegen ihn ein Zeugnis ab.

Zweitens:  Alles Dasein besitzt eine Art Bewusstsein und merkt etwas von dem, was in seiner Umgebung geschieht.

Drittens: Erst beim  Jüngsten Gericht und im Jenseits werden die Taten des Menschen, ob schlecht oder gut, vollständig vergolten.

Wir wenden uns dem Vers 26 dazu, der folgende Aussagen enthält:


الْخَبِيثَاتُ لِلْخَبِيثِينَ وَالْخَبِيثُونَ لِلْخَبِيثَاتِ ۖ وَالطَّيِّبَاتُ لِلطَّيِّبِينَ وَالطَّيِّبُونَ لِلطَّيِّبَاتِ ۚ أُولَـٰئِكَ مُبَرَّءُونَ مِمَّا يَقُولُونَ ۖ لَهُم مَّغْفِرَةٌ وَرِزْقٌ كَرِيمٌ

„Schlechte Frauen sind für schlechte Männer, und schlechte Männer sind für schlechte Frauen. Und gute Frauen sind für gute Männer , und gute Männer sind für gute Frauen. Frei  sind diese  (Lauteren) von dem, was sie (die Schlechten)  (über sie) reden. Für sie wird es Vergebung und ehrenvolle Versorgung geben." (24: 26)


In diesem Vers wird auf eine natürliche Regel hingewiesen, die auch das Religionsrecht (Scharia) bestätigt, nämlich dass der Mensch auf ganz natürliche Weise jemanden heiraten möchte, der wie er selber denkt. Lautere Menschen fühlen sich von selber zu einem lauteren Ehepartner hingezogen und schlechte Menschen zu einem schlechten.   Gemäß der Scharia erlaubt Gott nicht, dass die guten Menschen einen schlechten Ehepartner wählen und auf diese Weise besudelt werden, es sei denn die schlechten wären reuevoll auf den rechten Weg zurückgekehrt.

Es fällt auf, dass laut diesem Vers das wichtigste Kriterium für  die Wahl des Eheparternes seine Lauterkeit im Denken und Handeln darstellt. Das heißt ein geeigneter Ehepartner für einen Gläubigen soll rein sein von Götzentum und Aberglauben, rein sein von hässlicher Redensart und jeglichem verwerflichen Verhalten, das sich für einen Gläubigen nicht geziemt.

Natürlich erfahren solche lautere Menschen laut obigem Vers auch die göttliche Huld und eine ehrenvolle Versorgung von Gott. Gott hat die Eheschließung eingerichtet, damit die Anständigkeit bewahrt wird. Die Ehe  soll die Grundlage für das gemeinsame Leben sein.

Wir möchten noch wie folgt anmerken:

Erstens: Wir sollten neben äußerer Sauberkeit auch nach innerer Reinheit streben, damit wir im Leben und bei der Wahl des Ehepartners und von Freunden usw. uns nicht von den schlechten Menschen angezogen fühlen und von den guten Menschen Abstand nehmen.

Zweitens:  Wenn man  einmal  gute Kinder haben möchte, muss man einen guten Ehepartner wählen. Lautere Menschen müssen dafür planen und darauf achten, dass auch ihre Nachkommenschaft gute und lautere  Menschen werden.

Abschließend besprechen wir noch die Verse 27 bis 29 der  Sure Nur.


يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَدْخُلُوا بُيُوتًا غَيْرَ بُيُوتِكُمْ حَتَّىٰ تَسْتَأْنِسُوا وَتُسَلِّمُوا عَلَىٰ أَهْلِهَا ۚ ذَٰلِكُمْ خَيْرٌ لَّكُمْ لَعَلَّكُمْ تَذَكَّرُونَ

„Ihr Gläubigen, betretet nicht andere Häuser als die euren, bevor ihr um Erlaubnis gebeten und ihre Bewohner begrüßt habt. Das ist besser für euch, auf dass ihr achtsam seiet." (24: 27)



فَإِن لَّمْ تَجِدُوا فِيهَا أَحَدًا فَلَا تَدْخُلُوهَا حَتَّىٰ يُؤْذَنَ لَكُمْ ۖ وَإِن قِيلَ لَكُمُ ارْجِعُوا فَارْجِعُوا ۖ هُوَ أَزْكَىٰ لَكُمْ ۚ وَاللَّـهُ بِمَا تَعْمَلُونَ عَلِيمٌ

„Und wenn ihr niemanden darin findet, so tretet nicht eher ein, als bis euch Erlaubnis gegeben wurde. Und wenn zu euch gesprochen wird: «Kehret um», dann kehret um; das ist lauterer für euch. Und Allah weiß wohl, was ihr tut." (24: 28)


لَّيْسَ عَلَيْكُمْ جُنَاحٌ أَن تَدْخُلُوا بُيُوتًا غَيْرَ مَسْكُونَةٍ فِيهَا مَتَاعٌ لَّكُمْ ۚ وَاللَّـهُ يَعْلَمُ مَا تُبْدُونَ وَمَا تَكْتُمُونَ

„Es ist eurerseits (aber) keine Sünde, wenn ihr in unbewohnte Häuser tretet, worin sich eure Güter befinden. Allah weiß, was ihr offen und was ihr verheimlicht." (24: 29)


Diese Verse in der Sure Nur enthalten einige soziale Regeln des Islams in Bezug auf den Schutz der Privatssphäre. Es wird darin gefordert, dass niemand die Wohnung eines anderen unangemeldet betreten darf. Denn das bedeutet eine Verletzung der privaten und familiären Sphäre  und verstößt auch gegen die Wahrung des öffentlichen Schamgefühls und die Sicherheit in der Gesellschaft.  Wenn ein Haustür nicht verschlossen ist oder offensteht, soll das nicht bedeuten, dass wir eintreten dürfen, sondern wir müssen unbedingt erst fragen, ob uns das gestattet ist. Gemäß den islamischen Sittenregeln sind die Bewohner des Hauses nicht gezwungen, Eintritt zu gewähren. Wenn sie nicht vorbereitet sind, können sie dies sogar ablehnen.

Die Wohnung  ist für den Menschen ein Ort für Ruhe und Ungestörtheit. Es hat ein Recht darauf, sich in sein Haus zurückzuziehen und niemand darf dieses Recht verletzen.  Wenn jemand ihm nun den Eintritt erlaubt, dann gehört es sich gemäß dem Islam, zu grüßen und sich freundlich zu verhalten.

In den eben angeführten Versen wird unterstrichen, dass Gott  sowohl unsere Taten kennt als auch über das, was in unserem Inneren vor sich geht, Bescheid weiß.  Möglicherweise will Gott verhindern, dass jemand die Wohnung eines anderen betritt, um Privatgeheimnisse herauszufinden oder dass er bei einem Besuch herauszufinden versucht, was in einem Haus so alles vor sich geht.  Dieses neugierige Verhalten ist in jedem Fall verwerflich und moralisch nicht richtig  und sogar manchmal „haram", d.h. religionsrechtlich verboten.

Bei öffentlichen Gebäuden, in dem niemand wohnt, wie Kaufhäusern und ähnliches, deren Eingänge offen stehen, und in dem Leute ein- und auskehren, ist es natürlich etwas anderes und eine Erlaubnis ist nicht nötig.

Wir sehen:

Erstens: Keiner darf den Bewohnern eines Hauses die Ruhe und Sicherheit rauben, denn das Zuhause des Menschen ist der Ort, wo er sich ausruht und an den er sich zurückzieht.

Zweitens: Die Wohnung ist der private Hoheitsbereich für einen Menschen und niemand darf sie unerlaubt betreten. Sollten die Bewohner den Zutritt verwehren, haben sie das Recht dazu und wir dürfen nicht lästig werden.

Drittens: Es ist islamische Sitte bei einer Begegnung mit anderen zu grüßen.

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