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Freitag, 15 August 2014 09:12

Teil 604: Sure Nur (Licht) Verse 21- 23

Teil 604: Sure Nur (Licht) Verse 21- 23
In diesem Teil von „In Richtung Licht" werden drei weitere Verse aus der Sure Nur, Sure 24, besprochen. Im ersten, dem Vers 21 dieser Sure,  steht inhaltlich wie folgt:

(24: 21 – 23)


يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا لَا تَتَّبِعُوا خُطُوَاتِ الشَّيْطَانِ ۚ وَمَن يَتَّبِعْ خُطُوَاتِ الشَّيْطَانِ فَإِنَّهُ يَأْمُرُ بِالْفَحْشَاءِ وَالْمُنكَرِ ۚ وَلَوْلَا فَضْلُ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَتُهُ مَا زَكَىٰ مِنكُم مِّنْ أَحَدٍ أَبَدًا وَلَـٰكِنَّ اللَّـهَ يُزَكِّي مَن يَشَاءُ ۗ وَاللَّـهُ سَمِيعٌ عَلِيمٌ

„Ihr Gläubigen! Tretet nicht in die Fußstapfen des Satans. Wenn einer in die Fußstapfen des Satans tritt, befiehlt er (ihm zu tun), was abscheulich und verwerflich ist. Wäre nicht Allahs Huld und Barmherzigkeit über euch, so wäre keiner von euch jemals (von Sünden) rein geworden. Aber Allah erklärt für rein, wen er will. Allah hört und weiß (alles)." (24: 21)

Im Anschluss an die Verse, die sich auf die haltlose Lüge gegen  eine Gemahlin des Propheten beziehen,  führt der Vers 21 nun eine allgemeine Regel an. Die Gläubigen sollen sich nämlich vor Satan in Acht nehmen, der allmählich immer mehr  den Menschen zur Abweichung und zur Verkommenheit verleitet.

Der Begriff „chutuwat isch schaytan"  nämlich „Fußstapfen"  oder „Schritte Satans" kommt an vier Stellen im Koran vor und macht  den Menschen darauf aufmerksam, dass die Verführung durch Satan Schritt für Schritt geschieht. Jede Sünde verursacht eine Abweichung im Denken und in der Seele des Menschen und ihre Wiederholung liefert den Nährboden für größere Sünden, bis der Mensch schließlich ganz ins Verderben stürzt.

Der Koran hat konkrete Kriterien vorgelegt, mithilfe derer der Mensch die diabolischen Verführungen und Werke erkennen kann.  Die schlechten Taten erkennt ein Mensch mit gesundem Verstand aufgrund seiner Gott gegebenen natürlichen Anlage (Fitra);  Taten nämlich wie Verrat und Untreue, Verleumdung und Diebstahl, Mord usw.

Gott, der Allweise und Barmherzige, hat die Menschen  mit Mitteln ausgerüstet, mit denen sie  die Verführungen durch das eigene Ich und durch Satan unter ihre  Kontrolle bringen können.  Es sind Mittel im Menschen selber, nämlich  der Verstand und die Fitra, sowie äußere Mittel wie der Koran und der Prophet.  Durch sie wird der Mensch laufend gemahnt und wird ihm der richtige Lebensweg gezeigt.  Ohne diese Mittel würden das Ego von innen und die Verführungen Satans von außen  den Menschen ständig zu hässlichen, verwerflichen Taten verlocken und alle würden schließlich im Sumpf der Sünde und Verdorbenheit absacken.

Wir können uns dank dieses Verses wie folgt merken:

Erstens: Die Gläubigen sollten nicht stolz denken, sie wären bereits gerettet.  Der Mensch ist immer den Verlockungen Satans  und der Gefahr der Abweichung vom rechten Weg ausgesetzt.

Zweitens:  Satan dringt leise, allmählich und Schritt für Schritt in die Seele des Menschen vor. Wir sollten alle Wege, über die er Einfluss gewinnen kann, überwachen und Satan schon beim ersten Schritt den Zugang verwehren.

Im Vers 22 der Sure Nur, Sure 24, ist wie folgt nachzulesen:


وَلَا يَأْتَلِ أُولُو الْفَضْلِ مِنكُمْ وَالسَّعَةِ أَن يُؤْتُوا أُولِي الْقُرْبَىٰ وَالْمَسَاكِينَ وَالْمُهَاجِرِينَ فِي سَبِيلِ اللَّـهِ ۖ وَلْيَعْفُوا وَلْيَصْفَحُوا ۗ أَلَا تُحِبُّونَ أَن يَغْفِرَ اللَّـهُ لَكُمْ ۗ وَاللَّـهُ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

„Und die unter euch, die Reichtum im Überfluß besitzen, sollen nicht schwören, den Anverwandten und den Bedürftigen und den auf Allahs Weg Ausgewanderten nichts zu geben. Sie sollen (vielmehr) vergeben (wenn diese Fehler gemacht haben)  und verzeihen. Wünscht ihr nicht, dass Allah euch vergebe? Und Allah ist Allvergebend, Barmherzig." (24: 22)


In vorhergehenden Versen dieser Sure sind diejenigen, die die Ehefrau des Propheten verleumdet hatten,  heftig kritisiert worden und die Muslime wurden gerügt und gemahnt, weil sie diese Lüge für bare Münze genommen und das Gerücht verbreitet hatten.  Danach  fassten einige Begüterte den Entschluss, jegliche Hilfe an diejenigen Bedürftigen, die bei Verbreitung dieses Gerüchtes mitgewirkt hatten , einzustellen, selbst wenn es ihre Anverwandten sind. Aber Gott sandte den obigen Vers 22 der Sure Nur herab und mahnte sie, dies nicht zu tun.  Daraus ist zu entnehmen, dass es keine richtige Lösung ist, durch Einstellung von Hilfen an Bedürftigte diese für einen Fehler zu bestrafen.  Vielmehr ist durch Fortsetzung der Hilfe und Beibehaltung der sozialen Beziehung zu ihnen etwas zu unternehmen, damit sie ihren Fehler einsehen und die islamische Gemeinde ihnen verzeiht.

Gleichzeitig werden in dem Vers  22 die Begüterten, die die Bedürftigen auf diese Weise für einen Fehler bestrafen wollen,  auf ihre eigenen Fehler aufmerksam gemacht. Haben Sie denn selber keine Sünden und Fehler begangen? Und hoffen sie nicht darauf , dass Gott ihnen diese Sünden vergibt, und dass er ihnen eine Möglichkeit zur Reue einräumt, anstatt sie schnell zu bestrafen?

Wenn ihr also von Gott erwartet, dass Er euch vergibt, dann vergebt auch ihr denen, die einen Fehler begangen haben!

Wir lernen:

Erstens: Jemand, der die Sünden anderer verzeiht und außerdem ihnen aus seinem Eigentum etwas spendet, der kann auf Gottes Vergebung hoffen.

Zweitens: Bei dem Umgang mit jemanden, der Sünden begangen habt, darf man nicht zu hart sein und alle Türen für ihn verschließen.

Drittens:  Jemand, dem wir finanziell helfen und etwas spenden wollen, braucht nicht unbedingt rechtschaffen zu sein. Es genügt wenn er bedürftig ist.

Abschließend besprechen wir noch den Vers 23 der Sure Nur:


إِنَّ الَّذِينَ يَرْمُونَ الْمُحْصَنَاتِ الْغَافِلَاتِ الْمُؤْمِنَاتِ لُعِنُوا فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ وَلَهُمْ عَذَابٌ عَظِيمٌ

„Wahrlich! Diejenigen, welche die ehrbaren, nichts (Böses) ahnenden, gläubigen Frauen (der Unzucht) bezichtigen, sind im Diesseits und im Jenseits verflucht (und werden von der Göttlichen Barmherzigkeit ausgeschlossen). Ihnen wird eine schwere Strafe zuteil sein." (24: 23)


Die Verse in der Sure 24, die von der Verleumdung der Prophetengemahlin handeln, werden „Ayat-i Ifk" genannt, wobei „Ifk" soviel bedeutet wie „schwerste Lüge". 

Im Vers 23 wird nun die generelle Regel bekannt gegeben, die in Bezug auf alle anständigen, sittsamen Frauen gilt, nämlich:

Niemand ist berechtigt , eine gläubige Frau, die sich keine liederliche Tat  zuschulden gemacht hat, aus Argwohn oder aufgrund  von Gerüchten, Unkeuschheit und Unzucht vorzuwerfen und sie in Verruf zu bringen. Wer dies tut muss wissen, dass er sich mit Gott angelegt hat. Gott wird ihn hart bestrafen, um  die Unschudigen zu verteidigen. Er wird den Übeltäter  im Leben von seiner endlosen Barmherzigkeit ausschließen und ihn im Jenseits in das Inferno der Hölle verweisen.

Wir können uns merken:

Erstens:  Der Schutz von sittsamen Frauen gehört zum Konzept der Islamischen Lehre.

Zweitens: Die Frauen müssen sich in der Familie und Gesellschaft vor jeder Art von Verhalten in Acht nehmen, welches Verleumdungen fördert.

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