Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Donnerstag, 07 August 2014 09:10

Teil 603: Sure Nur (Licht) Verse 15- 20

Teil 603: Sure Nur (Licht) Verse 15- 20
Wir möchten unsere Erläuterungen zur Sure 24 bei den Versen 15 und 16 dieser Sure fortsetzen, und zwar ist an dieser Stelle wie folgt nachzulesen:

(24: 15- 20)


 إِذْ تَلَقَّوْنَهُ بِأَلْسِنَتِكُمْ وَتَقُولُونَ بِأَفْوَاهِكُم مَّا لَيْسَ لَكُم بِهِ عِلْمٌ وَتَحْسَبُونَهُ هَيِّنًا وَهُوَ عِندَ اللَّـهِ عَظِيمٌ

„Als ihr es (diese große Lüge) voneinander übernahmt und von Mund zu Mund weitergabt, wovon ihr keine Kenntnis hattet, da hieltet ihr es für eine geringe Sache, während es vor Allah schwerwiegt." (24: 15)



وَلَوْلَا إِذْ سَمِعْتُمُوهُ قُلْتُم مَّا يَكُونُ لَنَا أَن نَّتَكَلَّمَ بِهَـٰذَا سُبْحَانَكَ هَـٰذَا بُهْتَانٌ عَظِيمٌ

„Und warum sagtet ihr nicht, als ihr es hörtet: 'Es kommt uns nicht zu, darüber zu reden, (o Herr,) gepriesen seist Du! Dies ist eine arge Verleumdung!'?" (24: 16)


Sie erfuhren im letzten Teil, dass einige der Heuchler aus Medina  einer Gemahlin des Propheten den gewaltigen Vorwurf machte, mit einem fremden Mann eine Beziehung gehabt zu haben. Die Muslime hatten sich, anstatt den Verleumdern  gegenüber zu protestieren, die haltlose Behauptung angehört und das Gerücht weitererzählt. Der Prophet und seine Gemahlin litten sehr unter der Situation.

Gott tadelt die Muslime an dieser Stelle in der Sure Nur, dafür, dass sie etwas weitererzählt haben, von dem sie nicht wussten ob es stimmt. Warum sind sie leichtfertig mit dem Ansehen anderer umgegangen? Wissen sie denn nicht, dass man nicht einfach alles, was man über andere sagen hört, weitererzählen darf, dazu auch noch eine so große Lüge über zwei unbescholtene Personen, von denen eine  die Gemahlin des Propheten ist?

Aufgrund dieses Verses können wir  uns  zwei wichtige soziale Verpflichtungen vergegenwärtigen: Erstens, dass wir nicht jedes Gerede einfach ohne Nachweis glauben dürfen. Wenn wir diese soziale Verpflichtung einhalten, werden die Leute, die Lügen in der Gesellschaft verbreiten wollen, mit ihren Gerüchten nicht weiterkommen. Zweitens dürfen wir nicht alles weitererzählen, was wir hören und von dem wir keine Kenntnis haben. Oftmals  gerät dadurch das Ansehen  anderer in Gefahr . Ein solches Verhalten ist aus islamischer Sicht  außerordentlich verwerflich.

Wir lernen:

Erstens:  Man darf nicht alles,  wovon unter der Bevölkerung die Rede ist, einfach glauben und,  ohne es nachzuprüfen,  für richtig halten.

Zweitens: Es ist einfach, andere zu verleumden und  sie bei den Menschen in Verruf zu bringen. Aber vor Gott ist dies ein abscheuliches Verhalten und eine schwerwiegende Sünde.

Drittens: Es ist die Aufgabe aller in der Gesellschaft, den Ruf der anderen zu verteidigen. Anstatt ein Gerücht weiterzuverbreiten sollte man denjenigen, der es in die Welt setzt, eine passende Antwort geben.

In den Versen 17 und 18 der Sure Nur, Sure 24, richtet sich Gott weiter an die Gläubigen und sagt:



يَعِظُكُمُ اللَّـهُ أَن تَعُودُوا لِمِثْلِهِ أَبَدًا إِن كُنتُم مُّؤْمِنِينَ

„Allah ermahnt euch, nie wieder etwas Derartiges zu begehen, wenn ihr Gläubige seid." (24: 17)



 وَيُبَيِّنُ اللَّـهُ لَكُمُ الْآيَاتِ ۚ وَاللَّـهُ عَلِيمٌ حَكِيمٌ

„Und Allah erklärt euch die Gebote; denn Allah ist Allwissend, Allweise." (24: 18)

Die Verleumdung von anderen wiegt bei Gott schwer, insbesondere wenn der gute Ruf für Ehrbarkeit  und Sittsamkeit von Menschen in Gefahr gerät. Daher mahnt Gott die Gläubigen an dieser Stelle im Koran liebevoll , dass sie diesen Fehler nicht mehr wiederholen sollen. Ein solches Verhalten ist nämlich nicht mit dem Glauben vereinbar.  Sollten sie vorher aus Unwissenheit und Unachtsamkeit einen solchen Fehler begangen haben, so  wissen sie aber ab nun Bescheid, dass es nicht richtig ist, sich auf diese Weise zu verhalten. Sie sollten Reue üben und sich vornehmen, diesen Fehler in Zukunft auf alle Fälle zu vermeiden. Dabei soll ihnen bewusst sein, dass Gott über ihr Tun, ihr Denken und ihre Absichten im Bilde ist.

Wir sehen:

Erstens: Der Mensch braucht Ratschläge und Mahnung und der Koran ist der beste Ratgeber für ihn. Wir sollten in ihm lesen und uns durch seine Verse gut beraten lassen.

Zweitens:  Es zeugt für einen schwachen Glauben, wenn man aufgrund von Misstrauen und Argwohn anderen einen unberechtigten Vorwurf macht.

Drittens:  Der Rat zur reuevollen Abkehr von Sünden ist die beste Empfehlung für den Menschen, denn eine schlechte Vergangenheit wird dadurch gelöscht und die Wiederholung der Sünde in Zukunft verhindert.

Abschließend sehen wir uns noch die Verse 19 und 20 der Sure Nur an.



إِنَّ الَّذِينَ يُحِبُّونَ أَن تَشِيعَ الْفَاحِشَةُ فِي الَّذِينَ آمَنُوا لَهُمْ عَذَابٌ أَلِيمٌ فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ ۚ وَاللَّـهُ يَعْلَمُ وَأَنتُمْ لَا تَعْلَمُونَ

„Wahrlich, jenen, die wünschen, dass etwas Abscheuliches  (wie der Vorwurf der Unzucht) unter den Gläubigen allgemein bekannt wird, wird im Diesseits und im Jenseits eine schmerzliche Strafe zuteil sein. Und Allah weiß Bescheid, ihr aber nicht." (24: 19)



وَلَوْلَا فَضْلُ اللَّـهِ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَتُهُ وَأَنَّ اللَّـهَ رَءُوفٌ رَّحِيمٌ

„Und wäre nicht Allahs Huld und Seine Barmherzigkeit über euch, und wäre Allah nicht Gütig, Erbarmend... (, hättet ihr schon auf der Erde eine schwere Bestrafung erlebt)." (24: 20)

Aus dieser Koranstelle geht hervor, dass Gott die Verleumdung als abscheuliche Tat  betrachtet.  Nicht nur die Verleumdung von anderen und Verbreitung von üblen Gerüchten in der Gesellschaft sind schwere Sünden, sondern bereits der reine Wunsch, einen Gläubigen wegen Unzucht in Verruf zu bringen, wird verurteilt.

In der Islamischen Kultur gilt normalerweise der bloße Wunsch, eine bestimmte Sünde zu begehen, noch nicht als Sünde, aber zwei Fälle bilden eine Ausnahme:

Zum einen das Misstrauen gegenüber anderen , denn es heißt in der Sure 49: „mancher Argwohn ist Sünde!" und zum anderen  der  Wunsch, andere in Verruf zu bringen.

Natürlich weiß keiner außer Gott, welche Absichten die Menschen hegen und wir können nicht merken, wenn jemand für sich den Wunsch hegt,  Rufmord zu begehen. Gott durchschaut jedoch alle. Er ist aber so gütig und gewährt, den Übelgesinnten eine Frist, damit sie vielleicht reuevoll umkehren und sich bessern. Wer jedoch seine Absicht verwirklicht und die anderen in Verruf bringt, der wird im Diesseits und Jenseits bestraft. Die Tat  wird mit  80 Peitschenschlägen  geahndet und außerdem erwartet den Übeltäter im Jenseits eine Strafe, die weitaus schlimmer ist.

Wir sehen:

Erstens: Einer Sünde geht das Interesse an dieser Sünde voraus.  Andere zu verleumden und in Verruf zu bringen ist die einzige Untat, bei der alleine schon das Interesse daran sündig ist.

Zweitens:  Durch die Verbreitung von Unzucht und Hässlichem in der Islamischen Gesellschaft , ob nun durch Worte oder durch Taten, handelt sich der Mensch sowohl im Diesseits als auch im Jenseits Unheil ein.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren