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Samstag, 02 August 2014 09:00

Teil 601: Sure Nur (Licht) Verse 1- 5

Teil 601: Sure Nur (Licht) Verse 1- 5
Die Besprechung der Sure 23, Muminun ist abgeschlossen und wir wenden uns der nächsten Sure zu. Es ist die Sure 24, die Sure Nur (Licht) . Sie wird eingeleitet mit:

(24: 1- 5)


بِسْمِ اللَّـهِ الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ

„Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Gütigen"


Daraufhin heißt es im Vers 1 dieser Sure:



سُورَةٌ أَنزَلْنَاهَا وَفَرَضْنَاهَا وَأَنزَلْنَا فِيهَا آيَاتٍ بَيِّنَاتٍ لَّعَلَّكُمْ تَذَكَّرُونَ

„(Dies ist) eine Sure, die Wir hinabsandten und für verbindlich erklärt und in der Wir deutliche Zeichen offenbart haben, vielleicht würdet ihr euch ermahnen lassen." (24: 1)

Die Sure Nur, Sure 24, besteht aus 64 Versen. Sie wurde in Medina herabgesandt.  Sie wurde „Nur", nämlich „Das Licht" genannt, weil Gott sich im Vers 35 dieser Sure  das Licht der Himmel und der Erde nennt.  In den ersten 34 Versen  werden die Gläubigen zur Eheschließung und Gründung einer Familie angeregt und  zur  Abstinenz von unerlaubten Beziehungen sowie zur Beachtung der Sittsamkeit ermahnt. Die anderen 30 Verse  dienen der Gotteskunde und der Aufforderung, den Propheten zu folgen und eine Regierung der Rechtschaffenen zu gründen. Außerdem werden noch weitere Punkte geklärt.

Alle Suren im Koran sind natürlich von Gott herabgesandt worden. Wenn im ersten Vers der Sure Nur ausdrücklich hervorgehoben wird, dass diese Sure  von Gott kommt,  soll es ein Hinweis auf die Wichtigkeit des Inhalts sein, der sich  sowohl dem Ein-Gott-Prinzip als auch den Geboten für die Beziehungen von gläubigen Männern und Frauen und die Beziehungen in der Familie und Gesellschaft widmet.

Die Festigung des Glaubens an den Einen Gott und Seine Gebote ermöglicht die Kontrolle und Eindämmung  abwegiger Verwaltensweisen in der Gesellschaft und führt zu einem besseren Leben.

Wir lernen:

Erstens: Der Heilige Koran ist das Gesetzesbuch der Muslime und es ist ihre Pflicht, die Gebote und Anweisungen in diesem Buch zu befolgen.

Zweitens: Das Koranische Wissen zieht die Schleier der Oberflächlichkeit beiseite und ruft das, was in der Gott gegebenen natürlichen Anlage (Fitrah) des Menschen und im Verstand verankert ist, wach.

Wir setzen unsere Kurzexegese  mit den Versen 2 und 3 der Sure 24, Sure Nur, fort:


الزَّانِيَةُ وَالزَّانِي فَاجْلِدُوا كُلَّ وَاحِدٍ مِّنْهُمَا مِائَةَ جَلْدَةٍ ۖ وَلَا تَأْخُذْكُم بِهِمَا رَأْفَةٌ فِي دِينِ اللَّـهِ إِن كُنتُمْ تُؤْمِنُونَ بِاللَّـهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ ۖ وَلْيَشْهَدْ عَذَابَهُمَا طَائِفَةٌ مِّنَ الْمُؤْمِنِينَ

„Eine Frau und ein Mann, die Unzucht begehen:  geißelt beide mit einhundert Streichen. Und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Strafe beiwohnen." (24: 2)


الزَّانِي لَا يَنكِحُ إِلَّا زَانِيَةً أَوْ مُشْرِكَةً وَالزَّانِيَةُ لَا يَنكِحُهَا إِلَّا زَانٍ أَوْ مُشْرِكٌ ۚ وَحُرِّمَ ذَٰلِكَ عَلَى الْمُؤْمِنِينَ

„Ein Unzüchtiger darf nur eine Unzüchtige oder eine Götzendienerin heiraten, und eine Unzüchtige darf nur einen Unzüchtigen oder einen Götzendiener heiraten; den Gläubigen aber ist das verwehrt." (24: 3)

Die Hauptbelohnung und –bestrafung erfolgt gemäß Islam im Jenseits. Aber Gott hat, um die  Gesellschaft vor Abweichungen zu schützen, einige Gebote zur Bestrafung von Gesetzesbrechern herausgegeben. Auf diese Weise soll  Verdorbenheit und Unheil in der Gesellschaft vorgebeugt werden. Demselben Zweck dient zum  Beispiel das Todesurteil für einen Mörder.

Die obige Koranstelle warnt alle vor illegitimen Beziehungen. Männer und Frauen, die gegen das Verbot solcher Beziehungen verstoßen, erhalten die Hauptstrafe erst im Jenseits, aber Gott hat geboten, dass sie bereits im Diesseits öffentlich hart bestraft werden sollen, damit die anderen daraus eine Lehre ziehen. Dabei ist jedoch folgendes zu beachten:

Solange eine Sünde nicht offensichtlich wurde, ist  Gott nicht damit einverstanden, dass jemand versucht, sie aufzudecken und die Sündigen bloßzustellen. Erst wenn Leute schamlos und offen gegen die Moral verstoßen und keine illegitimen Beziehungen scheuen, werden sie bestraft.  Denn wenn sie  nicht bestraft würden, würden Verdorbenheit und Unzucht in der Gesellschaft zunehmen. Zum Schutz der Gesellschaft  hat Gott eine harte Strafe für sie angeordnet, damit erstens ihnen selber ein Denkzettel erteilt wird und zweitens auch die anderen daraus eine Lehre ziehen.

Im  nächsten Vers heißt es dann, dass ein züchtiger Mann keine unzüchtige Frau und eine züchtige Frau keinen unzüchtigen Mann heiraten darf.  Damit soll verhindert werden, dass die rechtschaffenen und anständigen Frauen und Männer durch den Umgang mit einem solchen Ehepartner verdorben werden. Außerdem wird verhütet, dass  Krankheiten, die  infolge von illegitimen Beziehungen übertragen werden, in der Gesellschaft um sich greifen.

Die 100 Hiebe, die hier als Körperstrafe  genannt werden, gelten für Männer und unverheiratete Frauen, die mit einer illegitimen Beziehung einverstanden sind. Wenn Männer und verheiratete Frauen Ehebruch begehen, wird dies sogar mit der Todesstrafe geächtet. Ebenso steht die Todesstrafe auf Vergewaltigung und auf Intimverkehr mit einer verwandten Person, mit der keine Ehe eingegangen werden darf.

Wir möchten mehrere Anmerkungen zu dieser Stelle in der Sure Nur machen:

Erstens: Gemäß Islam ist sexuelle Zügellosigkeit und sind illegitime Beziehungen  ein große Sünde und nicht zulässig.

Zweitens: Die Strafe derer, die Verdorbenheit und Unzucht in der Gesellschaft verbreiten, muss hart sein und abschrecken. Man darf sich nicht durch Gefühle von deren Durchführung abhalten lassen.

Drittens: Die Bestrafung des Gesetzesbrechers soll ihn züchtigen und in der Gesellschaft den allgemeinen Anstand bewahren.

Viertens: Unzucht ist fast so schlimm wie wenn jemand Gott einen Teilhaber zur Seite stellen würde. Diese Sünde ist ein Hemmschuh für den Glauben.

Fünftens: Bei der Wahl eines Ehepartners ist dessen Anständigkeit einer der wichtigsten Bedingungen, die er für die Heirat mitbringen muss.

Wir besprechen nun noch die Verse 4 und 5 der Sure Nur, Sure 24:


وَالَّذِينَ يَرْمُونَ الْمُحْصَنَاتِ ثُمَّ لَمْ يَأْتُوا بِأَرْبَعَةِ شُهَدَاءَ فَاجْلِدُوهُمْ ثَمَانِينَ جَلْدَةً وَلَا تَقْبَلُوا لَهُمْ شَهَادَةً أَبَدًا ۚ وَأُولَـٰئِكَ هُمُ الْفَاسِقُونَ

„Und denjenigen, die ehrbare und verheiratete Frauen (Unzucht) vorwerfen jedoch nicht vier Zeugen (dafür) beibringen, verabreicht achtzig Hiebe. Und lasst ihre Zeugenaussage niemals gelten; denn sie sind es, die Frevler sind," (24: 4)



إِلَّا الَّذِينَ تَابُوا مِن بَعْدِ ذَٰلِكَ وَأَصْلَحُوا فَإِنَّ اللَّـهَ غَفُورٌ رَّحِيمٌ

„außer denjenigen, die nach alledem bereuen und rechtschaffen werden, denn Allah ist Allvergebend und Barmherzig." (24: 5)

Die Strafe für unzüchtige Männer und Frauen könnte einigen als Ausrede dafür dienen, dass sie die Nase in das Privatleben anderer  stecken. Das könnte so weit gehen, dass sie aufgrund reiner Vermutung oder bloßem Verdacht  anständige Frauen und Männern verleumden, dass sie Unzucht begangen hätten.  Daher wird  diesen Leuten eine schwere Bestrafung angedroht, falls sie die Existenz dieser Strafbestimmung missbrauchen. Wer keine 4 gerechte Zeugen für seinen Vorwurf der Unzucht  beibringen kann, der erhält 80 Peitschenhiebe zur Bestrafung.

Außerdem gelten die Aussagen eines solchen Zeugen nicht mehr als zuverlässig und er darf in Zukunft in keiner Angelegenheit mehr zu Zeugenaussagen herangezogen werden, es sei denn, dass er von seinem hässlichen Tun ablässt, es bereut und Vergangenes wiedergutmacht.

Gemäß den Geschichtschroniken wurde Imam Sadiq (a) gefragt, warum für einen Mord zwei Zeugen genügen aber für Unzucht  4 Personen eine Zeugenaussage machen müssen. Da sagte der Imam:  „Der Zeuge eines Mordes macht eine Zeugenaussage, woraufhin eine Person bestraft wird, aber der Zeuge von Unzucht macht eine Aussage, welche die Bestrafung von zwei Personen (den sündigen Mann und die sündige Frau) zur Folge hat."

Wir können uns zu dieser Stelle in der Sure 23  merken:

Erstens: Wer verheiratete anständige Frauen verleumdet , wird hart bestraft.

Zweitens:  Die Strafe für die Verleumdung von anständigen Menschen beträgt 80  Peitschenhiebe und damit nur 20 Peitschenhiebe weniger als die Strafe für die Unzüchtigen selber.

Drittens:  Der gute Ruf der Menschen ist für Gott so wichtig, dass er nicht zulässt, dass eine schwere Sünde wie die Unzucht an den Tag kommt, solange es nur drei aber noch keine vier Zeugen dafür gibt. Er warnt nämlich diese drei Zeugen davor, dass sie bestraft werden, falls sie eine Aussage machen.  Sie kommen erst unbestraft davon, wenn sie insgesamt vier zuverlässige Zeugen sind.

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