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Donnerstag, 31 Juli 2014 11:41

Teil 600: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 112- 118

Teil 600: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 112- 118
Wir besprechen nun die letzten 7 Verse der Sure 23, Sure Muminun und beginnen bei den Versen 112 bis 114.

(23: 112- 118)


قَالَ كَمْ لَبِثْتُمْ فِي الْأَرْضِ عَدَدَ سِنِينَ

„(Gott) wird sprechen: «Wie viele Jahre habt ihr auf Erden verweilt?" (23: 112)



قَالُوا لَبِثْنَا يَوْمًا أَوْ بَعْضَ يَوْمٍ فَاسْأَلِ الْعَادِّينَ

„Sie werden sagen: „Wir verweilten einen Tag oder den Teil eines Tags, doch frage die Rechnungführenden.» (23: 113)



 قَالَ إِن لَّبِثْتُمْ إِلَّا قَلِيلًا ۖ لَّوْ أَنَّكُمْ كُنتُمْ تَعْلَمُونَ

„Er (Gott) wird sprechen: «Ihr habt nur ein wenig verweilt, wenn ihr doch nur wüsstet!" (23: 114)

In diesen Versen wird das Gespräch zwischen Gott und den Hölleninsassen fortgesetzt. Gott fragt sie, wie lange sie denn  auf der Erde gelebt haben und sie antworten, Er solle die Engel fragen, die damit beauftragt waren, über das Leben der Menschen Buch zu führen.  Sie selber können sich nicht mehr erinnern und haben das Gefühl, sie hätten gerade mal einen Tag oder noch weniger auf der Erde verbracht.

Damit geben sie  zu, dass das Leben außerordentlich kurz war. Das ist  ihnen aber erst  im Jenseits klar geworden. Gott bestätigt in diesem Vers, wie kurz das Leben gewesen ist.

Es wäre gut gewesen, wenn   sich diejenigen, die  laufend gegen Gottes Gebote verstießen, auf Erden klar gemacht hätten,  was sie im Jenseits erwartet. Ach wäre ihnen doch im Leben bewusst geworden, wie bedeutender das Jenseits im Vergleich zum irdischen Leben ist!

Wir können uns merken:

Erstens: Im Jenseits wird ein Teil der Menschen die Vergangenheit schwer bereuen. Diese Menschen haben sich nämlich die ewige Strafe im Jenseits eingehandelt, als sie sich mit ihren flüchtigen und zweifelhaften Vergnügungen  im Diesseits die Zeit vertrieben.

Zweitens: Die Welt ist wie eine Brücke, die wir in kurzer Zeit überqueren. Wir sollten achtgeben, dass uns die reizvolle Umgebung nicht das andere Ende der Brücke– nämlich das ewige Leben im Jenseits vergessen lässt.

Es folgt der Vers 115 der Sure 23, Sure Muminun:


أَفَحَسِبْتُمْ أَنَّمَا خَلَقْنَاكُمْ عَبَثًا وَأَنَّكُمْ إِلَيْنَا لَا تُرْجَعُونَ

„Meintet ihr denn, dass Wir euch ohne Zweck erschaffen hätten und dass ihr nicht zu Uns zurückgebracht würdet?" (23: 115)


In diesem Vers steckt indirekt die Wahrheit, dass das Leben ohne das Jenseits zwecklos wäre. Würde das Jenseits nicht existieren, so würde es doch genügen, dass die Menschen ein Leben wie die Tiere führen und nur ihre Bedürfnisse stillen. Es  bestände gar kein Bedarf  daran, dass sie einen Verstand und Entscheidungsfreiheit besitzen.

Weil Gott den Menschen ein besonderes Privileg verliehen hat und wollte, dass sie sich selber aufgrund von Vernunft und Einsicht frei für ein bestimmtes Verhalten entscheiden, sollen sie auch das Ergebnis ihrer Taten in Form von Lohn und Strafe  ernten.

Würden gute und schlechte Taten die gleichen Folgen nach sich ziehen und praktisch  gleich bewertet werden, hätte es zur Folge, dass es für die Menschen keine Rolle mehr spielt, ob sie Gutes oder Schlechtes tun. Das würde sich im Diesseits dadurch bemerkbar machen, dass   Sünde und Ungerechtigkeit überall Verbreitung fänden.

Es fragt sich außerdem: Kann die Vernunft die Annahme bestätigen, dass diese gewaltige Welt und der Mensch mit seinen hohen Potentialen von dem Einen Allwissenden und Allweisen Schöpfer erschaffen wurden, damit schließlich ihre Existenz  ohne jeglichen Grund wieder abgebrochen und vernichtet würde?

Wir  möchten noch Folgendes dazu sagen:

Erstens: Es ist nicht einleuchtend, dass die Erschaffung des Menschen, der  Teil dieser riesigen Welt ist, ziellos und ohne Zweck sei. Dies kann nur jemand denken, der nicht an Gott oder an Seine Allweisheit glaubt.

Zweitens: Das Endziel der Erschaffung des Menschen wird sich in der jenseitigen Welt zeigen. Die Vorstellung von einem Diesseits ohne das Jenseits beinhaltet eine fehlerhafte und verschwommene Vorstellung vom Menschen.

In den beiden nächsten Versen, Verse 116 und 117 der Sure 23 lesen wir wie folgt:


فَتَعَالَى اللَّـهُ الْمَلِكُ الْحَقُّ ۖ لَا إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْكَرِيمِ

„Darum ist Allah, der Wahre König, Hoch Erhaben (darüber dass ihr ohne Zweck erschaffen worden wäret) . Es ist kein Gott außer Ihm, dem Herrn des Würdigen Throns." (23: 116)



وَمَن يَدْعُ مَعَ اللَّـهِ إِلَـٰهًا آخَرَ لَا بُرْهَانَ لَهُ بِهِ فَإِنَّمَا حِسَابُهُ عِندَ رَبِّهِ ۚ إِنَّهُ لَا يُفْلِحُ الْكَافِرُونَ

„Und wer neben Allah einen anderen Gott anruft, für den er keinen Beweis hat, dessen Abrechnung liegt nur bei seinem Herrn. Gewiss, den Ungläubigen wird es nicht wohl ergehen." (23: 117)

Dieser Vers besagt, um indirekt die  behauptete Sinnlosigkeit der Daseinsordnung und Erschaffung des Menschen zu dementieren, dass Gott sowohl Schöpfer ist als auch der Herr über das Dasein.  Er ist Besitzer des Daseins und der Absolute Herrscher über alle Welten. Wie kann dieser Eine Gott  etwas erschaffen, ohne dass es einen Sinn hätte?! Er ist auf keine Weise unwissend und auf keine Weise schwach. Er ist Ursprung des Wissens und der Weisheit und er hat die Menschen gemahnt, nichts Sinnloses zu tun. Wie können wir daher annehmen, dass er selber Sinnloses tun würde?!

Hätte es einen Teilhaber gegeben, der bei der Schöpfung oder Verwaltung des Daseins mitgewirkt hätte, dann wäre die Entstehung von  Störungen und Fehlern in dieser Ordnung denkbar und würde auch das Ziel der Erschaffung des Menschen fraglich werden. Aber es liegt auf der Hand, dass diese Hypothese nicht zutreffen kann. Kein gesunder Menschenverstand wird akzeptieren, dass es jemanden wie oder ähnlich wie Gott geben kann, geschweige denn, dass jemand Sein Teilhaber sein könnte.

Wir können uns merken:

Erstens: Gottes Größe übersteigt unsere Vorstellungen. Unser Vorstellungsvermögen wird nie  ausreichen, um seine Größe zu erfassen.

Zweitens:  Das Dasein ist ständig der Planung und Verwaltung durch Gott unterworfen. Es wäre falsch zu denken, dass Gott nur das Dasein erschaffen hat und sich danach nicht mehr um es kümmert.

Wir betrachten nun noch den letzten Vers der Sure 23. Dieser 118. Vers lautet:


وَقُل رَّبِّ اغْفِرْ وَارْحَمْ وَأَنتَ خَيْرُ الرَّاحِمِينَ

„Und sag: Mein Herr, vergib und erbarme Dich, denn Du bist der Beste der Barmherzigen." (23: 118)


Zum Schluss der Sure Muminun – die Gläubigen – empfiehlt Gott dem Propheten und den Menschen, dass sie sich immer an Gott wenden und um seine Barmherzigkeit bitten sollen. Sie sollen wissen, dass niemand so barmherzig und gütig ist wie Gott.

Solange wir anderen gegenüber gut sind, mögen sie uns. Aber wenn wir ihnen Unrecht tun, geht ihre Zuneigung zurück und das kann sogar soweit gehen, dass sie ihre Beziehung zu uns völlig abbrechen.

Aber Gott, der Barmherzige, ist anders.  Er ruft die sündigen Menschen auf, sich Ihm zuzuwenden, denn Er liebt auch sie und ist bereit, ihnen zu vergeben und Güte zu erweisen.

Wir sehen:

Erstens: Es gibt niemanden, der nicht auf die Barmherzigkeit des Herrn angewiesen wäre . Selbst die Propheten bilden keine Ausnahme. Gläubige sollten Gott gegenüber bekennen, dass sie Ihn brauchen und Ihm dienen.

Zweitens: Wir sollten uns immer gewahr werden, dass wir Gott gegenüber etwas versäumt haben und zu Ihm beten, dass Er uns deshalb vergibt.

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