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Donnerstag, 31 Juli 2014 11:40

Teil 598: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 99- 104

Teil 598: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 99- 104
Wir grüßen den Propheten Gottes und die Edlen aus seinem Hause und setzen unsere Koranexegese bei den Versen 99 und 100 der Sure 23, Sure Muminun, fort. Dort heißt es:

(23: 99- 104)


حَتَّىٰ إِذَا جَاءَ أَحَدَهُمُ الْمَوْتُ قَالَ رَبِّ ارْجِعُونِ

„Wenn der Tod an einen von ihnen herantritt, sagt  er: 'Mein Herr, sende mich zurück, (23: 99)



لَعَلِّي أَعْمَلُ صَالِحًا فِيمَا تَرَكْتُ ۚ كَلَّا ۚ إِنَّهَا كَلِمَةٌ هُوَ قَائِلُهَا ۖ وَمِن وَرَائِهِم بَرْزَخٌ إِلَىٰ يَوْمِ يُبْعَثُونَ

„auf dass ich rechtschaffen handele  in dem, was ich zurückließ." Keineswegs, es sind nur (leere) Worte, die er sagt. Und hinter ihnen ist eine Schranke bis zum Tage, an dem sie auferweckt werden." (23: 100)

Diese Verse aus dem Koran beschreiben den Zustand der Polytheisten, Gottesleugner und Sünder beim Eintritt des Todes. In dem Moment wo sie sehen, dass sie diese Welt verlassen müssen und in eine andere übergehen, weichen die Schleier der Oberflächlichkeit vor ihren Augen und sie sehen das üble  Ende auf sich zukommen.  Sie sehen, dass sie ihr Leben verschwendet haben und die schlimmen Folgen ihrer Sünden auf sie warten. Da beginnen sie zu flehen, dass Gott sie in die Welt zurückkehren lässt, damit sie versäumte Pflichten nachholen und Schlechtes wieder gut machen und von dem, was sie an Eigentum angehäuft haben, für wohltätige Zwecke ausgeben.

Aber es bleibt bei der verbalen Äußerung eines Wunsches. Sie würden ihr Versprechen nicht einhalten, falls sie erneut auf die Erde zurückkehren könnten. Gott hat ihnen doch im Leben genug Gelegenheiten gegeben und ihnen oftmals eine Frist eingeräumt, damit sie reuevoll umkehren, aber sie haben keine der Gelegenheiten beachtet und sie alle aus der Hand gegeben!

Schließlich weist der Vers 100  zum Schluss auf die Todeszwischenphase hin, d.h. die Welt zwischen dem Diesseits und Jenseits.  Gemäß Koran und Überlieferungen, trennt sich die Seele nach dem Tod vom Körper des Menschen und tritt in die Todeszwischenphase ein (Barsach). Bei der Auferstehung am Jüngsten Tag wird  sie wieder mit dem Leib vereint.

In der Todeszwischenphase  erleben die Gläubigen  und Ungläubigen Manifestationen des Paradieses bzw. der Hölle, so dass sie Wonne bzw. Pein erfahren.  In den Überlieferungen des Propheten und der Imame  wird das Grab als ein Garten der Paradiesgärten oder auch als eine Grube der Höllengruben beschrieben.

Wir können uns merken:

Erstens: Wir sollten die Gelegenheiten, die uns zur Verfügung stehen, richtig nutzen. Denn wenn es zu spät ist, nützt Reumütigkeit nichts mehr. Die Zeit wird sich nicht zurückdrehen lassen.

Zweitens: Wer das Leben vergeudet, wird es beim Tod zutiefst bedauern. Der beste Proviant für das Leben nach dem Tod sind rechtschaffene Taten.

Wir sollten den nächsten Vers betrachten, nämlich  Vers 101 der Sure 23:


فَإِذَا نُفِخَ فِي الصُّورِ فَلَا أَنسَابَ بَيْنَهُمْ يَوْمَئِذٍ وَلَا يَتَسَاءَلُونَ

„Und wenn in die Posaune gestoßen wird, dann werden an jenem Tage keine Verwandtschaftsbande zwischen ihnen sein, noch werden sie einander befragen." (23: 101)


Wie aus Koran und Überlieferungen hervorgeht wird am Jüngsten Tag zweimal in die Posaune gestoßen.  Einmal beim Weltuntergang, bei dem alle Lebewesen sterben und dann bei der Auferstehung, wenn alle Toten wieder zum Leben erweckt werden und die Menschen das neue Leben im Jenseits beginnen.  Da es in dem vorherigen Vers um den Tod und das Eintreffen in der Todeszwischenphase ging, ist im Vers 101 der zweite Posaunenstoß gemeint, mit dem die Auferstehung beginnt.

Im irdischen Daseinssystem werden die Menschen von ihrer Mutter geboren und es existieren Verwandschaftsbeziehungen zwischen ihnen. Aber am Jüngsten Tag, wenn sie wieder lebendig werden, sind die irdischen Beziehungen unter ihnen beendet. Jeder wird für sich auferstehen und keiner ist mehr da, der ihn unterstützen kann. Der  Schrecken an diesem Tag ist so gewaltig, dass keiner sich mehr nach einem anderen erkundigt . Keiner bittet jemanden um Hilfe, weil er weiß, dass das überhaupt nichts nutzen wird und dass keiner im helfen kann.

Wir können zu diesem Vers sagen:

Erstens: Es ist am wichtigstes, Gott zufriedenzustellen, d.h.  es ist wichtiger, dass Gott mit uns zufrieden ist, als dass die anderen, und seien es die nächsten Familienangehörigen, mit uns zufrieden sind. Denn am Jüngsten Tag wird uns niemand helfen können außer Gott.

Zweitens :  Im Leben mag es manchmal von Vorteil sein,  sich auf seine Abstammung von einer angesehenen Familie zu berufen, aber im Jenseits nützt es überhaupt nichts.

Zum Schluss besprechen wir noch die Verse 102 bis 104 der Sure Muminun:


 فَمَن ثَقُلَتْ مَوَازِينُهُ فَأُولَـٰئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ

„Denen, deren gute Werke (in der Waagschale) gewichtig sind, wird es dann (am Jüngsten Tag) wohlergehen." (23: 102)



وَمَنْ خَفَّتْ مَوَازِينُهُ فَأُولَـٰئِكَ الَّذِينَ خَسِرُوا أَنفُسَهُمْ فِي جَهَنَّمَ خَالِدُونَ

„Jene aber, deren  gute Werke (in der Waagschale) leicht wiegen, werden die sein, die sich selbst Schaden zugefügt haben; in der Hölle müssen sie bleiben." (23: 103)



تَلْفَحُ وُجُوهَهُمُ النَّارُ وَهُمْ فِيهَا كَالِحُونَ

„Das Feuer wird ihre Gesichter verbrennen, und sie werden darin missgebildete und düstere Gesichter haben. (23: 104)


Die Toten werden am Jüngsten Tag erweckt, damit sie vor das Göttliche Gericht gestellt werden.  Die Taten des Menschen sind es, anhand derer  Gott über Strafe und Belohnung bestimmt. Unsere Taten werden bewertet und es stellt sich heraus, was mit jedem von uns geschieht.  Gute, wertvolle Werke werden von den hässlichen, wertlosen Taten getrennt und daraufhin erhält jeder sein Arbeitszeugnis.

Wer sein Leben vergeudet hat und den Irrweg ging, wird natürlich nichts Wertvolles, was ihm ins Paradies verhelfen könnte, in seinem Arbeitszeugnis stehen haben. Im Gegenteil werden ihn seine Sünden in die Hölle befördern.  Deshalb ist sein Gesicht verzerrt und finster.

Wir können uns merken:

Erstens: Unsere Taten im irdischen Leben haben Folgen , die bis ins Jenseits hineinreichen und dort unser endgültiges Schicksal bestimmen.

Zweitens: Der größte Verlust ist nicht ein finanzieller Verlust sondern ist die Verschwendung des Kapitals „Leben" und der Fähigkeiten und Möglichkeiten, die der Mensch zur Verfügung hat.

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