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Donnerstag, 31 Juli 2014 11:39

Teil 597: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 91- 98

Teil 597: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 91- 98
Wir setzen unseren Kurzkommentar bei den Versen 91 und 92 der Sure 23, Sure Muminun, fort: Dort heißt es:

(23: 91- 98)


مَا اتَّخَذَ اللَّـهُ مِن وَلَدٍ وَمَا كَانَ مَعَهُ مِنْ إِلَـٰهٍ ۚ إِذًا لَّذَهَبَ كُلُّ إِلَـٰهٍ بِمَا خَلَقَ وَلَعَلَا بَعْضُهُمْ عَلَىٰ بَعْضٍ ۚ سُبْحَانَ اللَّـهِ عَمَّا يَصِفُونَ

„Allah hat Sich keinen Sohn zugesellt, noch ist irgendein Gott neben Ihm: sonst würde jeder 'Gott' mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen, und die einen von ihnen hätten sich sicherlich gegen die anderen erhoben. Gepriesen sei Allah über all das, was sie behaupten!" (23: 91)



عَالِمِ الْغَيْبِ وَالشَّهَادَةِ فَتَعَالَىٰ عَمَّا يُشْرِكُونَ

„Der Kenner des Verborgenen und des Offenbaren! Erhaben ist Er darum über das, was sie Ihm (an anderen Göttern) beigesellen. (23: 92)


In den vorherigen Versen wurde gesagt, dass Gott der absolute Herrscher über das Dasein und sein alleiniger Besitzer ist.  Der Vers 91 deutet nun auf einige abergläubige Ansichten über Gott hin und weist sie zurück.  Unter den Anhängern anderer Religionen war  es üblich geworden, Gott ein Kind anzudichten. Die Christen betrachteten  Jesus als den Sohn Gottes und die Polytheisten von Mekka glaubten, die Engel seien Gottes Töchter.  Auch haben im Laufe der Geschichte viele Völker an mehrere Götter geglaubt und dachten, dass jeder von ihnen einen bestimmten Bereich des Daseins verwaltet.

Der Vers 91 nimmt zu diesen Ansichten Stellung  und erinnert daran, dass auf der Erde und in den Himmeln eine koordinierte einheitliche Ordnung herrscht. Nehmen wir an, es würden verschiedene Götter über die Welt herrschen,  so käme es automatisch zu unterschiedlichen Verwaltungsweisen und dadurch zu Störungen in der Gesamtordnung. Jeden Augenblick könnte einer der Götter, aus welchem Grund auch immer, auf den Bereich eines anderen übergreifen und versuchen den eigenen Herrschaftsbereich auszudehnen.

Selbst wenn wir annehmen würden, dass es vernünftige Götter wären und sie es nicht auf den Herrschaftsbereich der anderen abgesehen hätten, so würden sie jedenfalls untereinander Unterschiede aufweisen. Unterschiede aber schlagen sich im Handeln nieder, d.h.  diese Götter würden unterschiedlich vorgehen und dadurch würde die Welt aus dem Lot geraten.

Wir können uns anhand dieser Stelle im Koran merken :

Erstens: Ein Kind oder einen Teilhaber zu haben,  spricht dafür, dass ein Mangel oder ein Bedürfnis vorliegt. Dies von  Gott anzunehmen ist irreal, denn  Gott braucht nichts und niemanden und Mängel sind bei Ihm ausgeschlossen.

Zweitens: Der Koran lehrt, dass wir Gott als frei und rein von jeglicher falschen Vorstellung und jeder Art von Aberglauben betrachten sollen.

Es folgen die Verse 93 bis 95 der Sure 23:


قُل رَّبِّ إِمَّا تُرِيَنِّي مَا يُوعَدُونَ

„Sag: Mein Herr, wenn Du mich schauen lassen willst, was ihnen angedroht ward, (23: 93)



 رَبِّ فَلَا تَجْعَلْنِي فِي الْقَوْمِ الظَّالِمِينَ

„Dann, mein Herr, stelle mich nicht unter das Volk der Frevler." (23: 94)


وَإِنَّا عَلَىٰ أَن نُّرِيَكَ مَا نَعِدُهُمْ لَقَادِرُونَ

„Wir haben wahrlich die Macht, dich schauen zu lassen, was Wir ihnen androhen." (23: 95)


Nach Zurückweisung der falschen Vorstellung der Götzendiener, wird an dieser Stelle auf ihre harte Strafe hingewiesen. Der Prophet sucht bei Gott Zuflucht  davor, dass er die Götzendiener unterstützt, denn er weiß er wird niemals gegenüber der Missbilligung Gottes und seiner irdischen Strafe standhalten können, geschweige denn dass die Strafe im Jenseits ertragbar für ihn würde.

Die Niederlage, welche die Götzendiener von Mekka bei dem Badr-Gefecht mit den Muslimen hinnehmen musste,  ist ein gutes Beispiel für göttliche Bestrafung. Gott erteilte den Polytheisten dabei eine gute Lektion, die als lehrreiches Beispiel in die Geschichte einging, denn er   ließ eine  kleine Schar von Gläubigen gegen die Ungläubigen, die in der Überzahl waren, siegen.

Gott gibt jedoch den Ungläubigen und Götzendienern immer eine Frist, damit sie einerseits keine Entschuldigung mehr vorbringen und anderseits  den Weg, der ihnen  zur reuevollen Umkehr offensteht, einschlagen können.

Wir können uns noch Folgendes merken:

Erstens: Wer sich unter den Frevlern befindet und sie begleitet, geht das Risiko ein, auch von den Folgen ihres Frevels betroffen zu werden.

Zweitens: Wir sollten, falls wir selber nicht die Strafe und das Ende der Ungläubigen erleben, dennoch nicht an der Macht Gottes zweifeln.

Abschließend besprechen wir noch drei weitere Verse der Sure 23, nämlich die Verse 96 bis 98. Und zwar heißt es dort:


ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ السَّيِّئَةَ ۚ نَحْنُ أَعْلَمُ بِمَا يَصِفُونَ

„(O Prophet!) Erwidere das Böse (was sie tun)  auf eine Weise , die besser ist (vielleicht werden sie rechtgeleitet) . Wir wissen recht wohl, was für Dinge sie (über dich)  sagen. (23: 96)



وَقُل رَّبِّ أَعُوذُ بِكَ مِنْ هَمَزَاتِ الشَّيَاطِينِ

„Und sag: Mein Herr, ich nehme meine Zuflucht bei Dir vor den Einflüsterungen der Teufel." (23: 97)



وَأَعُوذُ بِكَ رَبِّ أَن يَحْضُرُونِ

„Und ich nehme meine Zuflucht bei Dir, mein Herr, dass sie (die Teufel) sich mir nicht nähern." (23: 98)

In diesen Versen wird dem Propheten gesagt, wie er mit den Polytheisten und Gottesleugnern umgehen soll: Auch wenn sie ihn beleidigen und ihn einen Dichter oder einen Magiker nennen, oder behaupten, er sei besessen oder wahnsinnig, und wenn sie  ihn schlecht behandeln  und  bei seiner Mission behindern,  soll er  nicht mit Gleichem reagieren und sich nicht wie sie schlecht verhalten und sie beschimpfen,  sondern durch ein gutes Verhalten die Möglichkeit schaffen, dass sie doch seiner Einladung zur Religion Gottes folgen und rechtgeleitet werden.

Er soll großzügig ihr schlechtes Verhalten übersehen und auf ihre Lügen logisch und mit klaren Argumenten antworten. Der Prophet soll es nicht eilig mit ihrem Glauben haben.  Gott sagt: Ich sehe alles, sowohl deren schlechtes, hässliches Verhalten als auch deine Geduld und Ausdauer.  So gibt acht, dass die Einflüsterungen der Teufel dich nicht verleiten. Sei auf der Hut, dass du dich nicht so verhältst wie sie.  Aber du sollst sie auch nicht  unterstützen, solange sie nicht gläubig geworden sind.

Wir sehen:

Erstens: Die beste Art, um Gegner für die Religion zu gewinnen, besteht darin, logisch auf Unlogisches zu antworten und mit gutem  auf schlechtes Verhalten zu reagieren.

Zweitens:  Wenn schon die Unfehlbaren Propheten bei Gott vor den Einflüsterungen des Teufels Zuflucht suchen sollen, dann müssen wir anderen, die wir schnell Fehler begehen , dies erst recht tun.

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