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Donnerstag, 31 Juli 2014 09:39

Teil 595: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 75- 80

Teil 595: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 75- 80
In diesem Teil möchten wir die Verse 75 bis 80 der Sure 23, Sure Muminun, einer Betrachtung unterziehen. Im Vers 75 begegnen wir folgender Aussage:

(23: 75 - 80)


وَلَوْ رَحِمْنَاهُمْ وَكَشَفْنَا مَا بِهِم مِّن ضُرٍّ لَّلَجُّوا فِي طُغْيَانِهِمْ يَعْمَهُونَ

„Und wenn Wir Uns ihrer erbarmen und sie aus ihrer Drangsal befreien, würden  sie dennoch in ihrer Widerspenstigkeit verharren  (nicht  aufwachen) und verblendet umherirren." (23: 75)


Wir haben schon mehrere Ausreden der Gegner des Propheten und die passenden Antworten dazu  angeführt. In diesem Vers heißt es nun: Selbst wenn Gott ihnen Gnade erweist und sie aus einer Not befreit, werden sie ihren falschen Weg fortsetzen und darauf bestehen. Sie werden sich nicht Gott zuwenden und sie werden nicht ihre vorherigen Sünden bereuen. Anstelle dessen bleiben sie auf dem Irrweg.

Ein Mensch, der schläft, wacht auf, wenn man ihn ein paar Mal ruft. Aber jemand der sich schlafend stellt, wird nicht die Augen öffnen, selbst wenn man ihn rüttelt.

Von denen, die sich auf dem Irrweg befinden, machen einige kehrt, falls sie die Stimme Gottes hören und lassen sich rechtleiten. Andere aber, die unbedingt auf dem Irrweg bleiben wollen, lassen sich nicht auf den rechten Weg zurückführen. Sie tun so, als ob sie die Worte Gottes nicht hören würden.

Wir sehen:

Erstens: Gleichgültige und sündige Menschen werden die Gelegenheiten, die Gott ihnen anbietet, nicht nutzen, sondern sie sogar missbrauchen.

Zweitens:  Das Schicksal des gegenüber der Wahrheit Aufsässigen wird damit enden, dass er blind umherrirrt.

In den  Versen 76 und 77 der Sure  23 steht als nächstes:


وَلَقَدْ أَخَذْنَاهُم بِالْعَذَابِ فَمَا اسْتَكَانُوا لِرَبِّهِمْ وَمَا يَتَضَرَّعُونَ

„Wir haben sie mit Strafe erfasst, doch weder unterwarfen sie sich ihrem Herrn noch flehten sie demütig." (23: 76)


 حَتَّىٰ إِذَا فَتَحْنَا عَلَيْهِم بَابًا ذَا عَذَابٍ شَدِيدٍ إِذَا هُمْ فِيهِ مُبْلِسُونَ

„Wenn Wir ihnen dann (nach dem Tod) ein Tor zu strenger Strafe öffnen, sind sie darüber sogleich ganz verzweifelt." (23: 77)

Es ist Gottes Tradition , dass Er Leuten, die gleichgültig sind und sich nicht durch  Seine barmherzigen Segnungen aufwecken lassen, im Leben die Strafe für ihre Sünden schickt und sie  in große Schwierigkeiten versetzt. Aber die Erfahrung zeigt, dass eigensinnige Leute auch dann nicht zu sich kommen und sich nicht Gott gegenüber ergeben zeigen.

Bei Engpässen und schwierigen Problemen wendet sich der Mensch wie von selber resigniert  und reumütig Gott zu. Er bittet Ihn um Verzeihung wegen seiner Sünden und fleht  inständig um eine Wende und einen guten Ausgang.  Aber manche Menschen sind so stolz und eigensinnig, dass sie sich selbst in der Not nicht an Gott wenden, um Ihn um Hilfe zu bitten.

Diese Leute behalten ihre  aufsässige und hochmütige Einstellung bis ans  Lebensende bei. Aber am Jüngsten Tag, wenn sie die gewaltige Strafe der Hölle  vor sich sehen, wird ihnen auf einmal klar, dass sie nichts tun können und es keinen Ausweg mehr gibt. Doch dann ist es längst zu spät für Reue.

Wir sehen:

Erstens:  Halsstarrige Gottesleugner und -verleumder finden weder durch göttliche Segnungen und Barmherzigkeit auf den rechten Weg noch kann sie die göttliche Strafe auf Erden wachrütteln.

Zweitens: Die  Strafen auf Erden sind eine Art  Maßregeln zur Erziehung und Veredlung des Menschen. Sie sollen den Menschen wachrütteln.Wenn er jedoch dadurch nicht zu sich kommt, erwarten ihn im Jenseits die Konsequenzen.

Es sind in diesem Teil nun noch die Verse 78 bis 80 zu besprechen und zwar beinhalten sie Folgendes:

وَهُوَ الَّذِي أَنشَأَ لَكُمُ السَّمْعَ وَالْأَبْصَارَ وَالْأَفْئِدَةَ ۚ قَلِيلًا مَّا تَشْكُرُونَ

„Er ist es, der euch Gehör, Augenlicht und Herzen hat enstehen lassen. Wie wenig dankbar ihr seid!" (23: 78)


وَهُوَ الَّذِي ذَرَأَكُمْ فِي الْأَرْضِ وَإِلَيْهِ تُحْشَرُونَ

„Und Er ist es, der euch auf der Erde gemehrt hat, und zu Ihm werdet ihr versammelt werden." (23: 79)

وَهُوَ الَّذِي يُحْيِي وَيُمِيتُ وَلَهُ اخْتِلَافُ اللَّيْلِ وَالنَّهَارِ ۚ أَفَلَا تَعْقِلُونَ 

„Und Er ist es, der lebendig macht und sterben lässt; und auf Ihn geht der Unterschied von Nacht und Tag zurück. Begreift ihr denn nicht?" (23: 80)

Dieser Vers nennt eine Reihe von Segensgaben des Herrn und regt den Menschen dazu an, dankbar zu sein.  Es sind Segnungen, die der Mensch bei sich selber und in der Welt um sich  herum erkennen kann und die sich nicht leugnen lassen.

Von den Dingen, die zum Körper des Menschen gehören, genießen die Mittel der Erkenntnis einen besonderen Rang, nämlich Augen, Ohren und Verstand. Deshalb wird in der ersten dieser drei Verse auf diese hingewiesen, wobei der Verstand als Teil des Herzens zu verstehen ist.

In dem nächsten Vers wird daran erinnert, dass der Mensch aus Erde erschaffen wurde und sich auf der Erde vermehren konnte. Gott stellte ihm die Möglichkeit zur Verfügung,  tausende Nächte und Tage das irdische Dasein zu nutzen. Allerdings geht sein Leben  schließlich durch den Tod zu Ende und er und alle anderen Menschen kehren zu dem Herrn der Welten zurück.

In dem Vers 78 werden Auge, Ohren und Herz als Segensgaben angeführt, aber die Zunge und damit eine der wichtigen Voraussetzungen zum Sprechen, wird hier nicht ausdrücklich genannt. Woran kann das liegen?

Die Möglichkeit, sprechen zu können ist ein großes Gottesgeschenk. Dass sie nicht im Vers 78 genannt wird kann daran liegen, dass die Gabe des Hörens auch die Gabe des Sprechens miteinschließt, weil ja die richtige Nutzung des Sprechwerkzeuges „Zunge" die Funktionstüchtigkeit des Gehörs, die normalerweise gegeben ist,  voraussetzt.   Ein Mensch der taub auf die Welt kommt, kann trotz gesunder Sprechorgane nicht richtig sprechen lernen, weil er nichts hört.

Es ist schon traurig, dass die meisten Menschen trotz all dieser göttlichen Geschenke, undankbar sind und nur wenige wirklich Dankbarkeit gegenüber diesen Segnungen des Herrn zeigen.  Richtige Dankbarkeit ist nicht nur eine verbale Dankbarkeitserklärung wie Hamdullilah (Preis und Dank sei Gott). Richtige Dankbarkeit  bedeutet, die Gaben Gottes redlich und angemessen zu nutzen.  Deshalb heißt es am Ende dieser Koranstelle in einem mahnenden Ton:  „Begreift ihr denn nicht?"

Hat Gott den Menschen mitgegeben nicht alle Mittel, um an Erkenntnis zu gelangen? Warum dann nutzen sie diese Werkzeuge nicht, um Erkenntnis über die Wahrheit des Daseins zu gewinnen? Warum denken sie nicht über sich selber und die Welt nach?

Wir können uns merken:

Erstens: Mensch und Tier haben Seh- und Hörorgane und beide setzen sie zum Erkennen von sinnlich wahrnehmbaren Dingen  ein. Aber nur der Mensch ist mit dem Verstand versehen worden.  Deshalb wird er nicht nur das mit den Sinnen Erfassbare sondern auch nicht sinnlich erfassbare Dinge gewahr.

Zweitens: Mit dem Tod geht es nicht mit den Menschen zu Ende. Der Tod ist die Pforte zu einer größeren Welt und das Endziel der Erschaffung des Menschen wird erst in jener anderen größeren Welt verwirklicht.

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