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Mittwoch, 30 Juli 2014 09:31

Teil 592: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 57- 62

Teil 592: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 57- 62
Wir haben die Sure 23, Sure Muminun bis zum Vers 56 besprochen und beginnen daher nun beim Vers 57 dieser Sure. Im Vers 57 und den beiden darauffolgenden Versen 58 und 59 heißt es:

(23: 57 - 62)


إِنَّ الَّذِينَ هُم مِّنْ خَشْيَةِ رَبِّهِم مُّشْفِقُونَ

„Wahrlich, jene, die erbeben in Ehrfurcht vor ihrem Herrn," (23: 57)


وَالَّذِينَ هُم بِآيَاتِ رَبِّهِمْ يُؤْمِنُونَ

„Und jene, die an die Zeichen ihres Herrn glauben, (23: 58)


وَالَّذِينَ هُم بِرَبِّهِمْ لَا يُشْرِكُونَ

„Und jene, die ihrem Herrn nicht Götter zur Seite stellen," (23: 59)

Im letzten Beitrag war der Zustand der Menschen beschrieben worden,   für die das größte Glück im Leben Reichtum, Kinder und materieller Wohlstand sind und die nur nach diesen Dingen streben. Aber in den obigen Versen  werden nun besondere Eigenschaften der aufrichtig Gläubigen, der Muminun nämlich, genannt. Für sie bedeutet Glück , dass sie gute Werke tun und wohltätig sind.

Als erstes zeichnet sich der aufrichtig Gläubige durch die Ehrfurcht aus, die er gegenüber der Herrlichkeit seines Herrn empfindet und die sein ganzes Sein erfüllt. Die Gläubigen wahren die Heiligkeit Gottes. Sie empfinden Scham und Ehrfurcht gegenüber Gott, weil sie Gotterkenntnis besitzen. Aufgrund dieser Ehrfurcht und dieses Bewusstseins stellen sie niemanden Gott als Teilhaber zur Seite und sind nur von Seinen Geboten überzeugt.

Im Arabischen des Verses 57 kommt das Wort „Chaschiat" vor, das hier mit Ehrfurcht übersetzt wurde. „Chaschiat" bedeutet Angst, aber nicht im Sinne einer Angst, die der Mensch auf natürliche Weise vor gefährlichen Dingen verspürt, sondern es ist die Furcht davor, sich unwürdig gegenüber jemandem zu verhalten, der mächtig und von großer Bedeutung ist. Gibt es aber nun jemanden auf der Welt, der größer und mächtiger sein  könnte als der Erschaffer dieses Daseins?

Wir sehen:

Erstens: Eine Angst ist nützlich, die zur Folge hat, dass sich der Mensch  vor dem Verstoß gegen die Gebote Gottes hütet und sich anstrengt, den  geraden Weg zu gehen. Diese Angst ist positiv und führt zur Vervollkommnung des Menschen.

Zweitens: Der Glauben ist wertvoll, wenn er vollendet und unvermischt ist. Der Mensch kann nicht beim Beten Gottes Diener sein, aber in anderen Bereichen des Lebens wie Wirtschaft und Politik Anschauungen folgen, die nicht mit Gottes Religion vereinbar sind.

Wir betrachten als nächstes die Verse 60 und 61 der Sure 23:

وَالَّذِينَ يُؤْتُونَ مَا آتَوا وَّقُلُوبُهُمْ وَجِلَةٌ أَنَّهُمْ إِلَىٰ رَبِّهِمْ رَاجِعُونَ

„Und jene, die da (Gott zuliebe) spenden , was zu spenden ist; und ihre Herzen beben, weil sie (wissen, dass sie letztendlich)  zu ihrem Herrn zurückkehren werden - (23: 60)


أُولَـٰئِكَ يُسَارِعُونَ فِي الْخَيْرَاتِ وَهُمْ لَهَا سَابِقُونَ

„Sie sind es, die sich beeilen in guten Werken und bestrebt sind, dabei zuvorzukommen." (23: 61)

In Fortsetzung der Beschreibung der Gläubigen in den Versen 57 bis 59 werden nun weitere Eigenschaften genannt, die sie besitzen, und zwar haben sie es eilig, gute Werke zu tun und sind den anderen in der Wohltätigkeit voraus. Sie betrachten es als ihre Pflicht, auf dem Wege Gottes zu spenden und sind besorgt: Nicht dass Gott ihre Taten ablehnt, weil sie eventuell  nicht ehrlich und nicht aus reiner Gottesliebe geschahen!  Sie sind nicht mit ihren Taten zufrieden und nicht stolz darauf. Daher stellen sie auch keine Erwartungen an Gott oder an die anderen.

Wir können  uns aufgrund dieser Koranstelle in der Sure 23, Mumimun,  merken:

Erstens:  Die Menschen, die das Weltliche lieben, wetteifern miteinander um die Anhäufung von Vermögen, aber die Menschen, die an Gott glauben und ihren Glauben praktizieren, wetteifern miteinander um Nächstenwerke  und überrunden sich dabei gegenseitig.

Zweitens: Die Eile und das Wetteifern auf Erden bergen Gefahren in sich, es sei denn es geht um Dinge, die  im Jenseits etwas nützen. Das eilige Wetteifern um gute Werke ist daher lobenswert und es ist sogar  für das Jenseits notwendig.

Wir besprechen abschließend noch den Vers 62 der Sure Muminun und zwar heißt es dort:

وَلَا نُكَلِّفُ نَفْسًا إِلَّا وُسْعَهَا ۖ وَلَدَيْنَا كِتَابٌ يَنطِقُ بِالْحَقِّ ۚ وَهُمْ لَا يُظْلَمُونَ

„Wir erlegen keinem mehr auf, als er zu leisten vermag. Und  bei Uns ist ein Buch, das die Wahrheit (über die Taten der Menschen) spricht, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt." (23: 62)

Während vorher betont wird, dass die Gläubigen miteinander um gute Werke wetteifern sollen und dies eines ihrer klaren Merkmale ist, heißt  es schließlich im Vers 62, dass Gott von niemandem etwas erwartet, was seine Kräfte übersteigt.

Nicht alle Menschen haben die gleichen Möglichkeiten. Sie sind unterschiedlich erschaffen. Jeder trägt nur entsprechend seiner körperlichen und geistigen Kräfte eine Verantwortung  und nicht mehr.  Was er von der Wahrheit begreift,  soll er anerkennen und an Taten soll er soviel tun, wie  seine körperlichen Kräfte und seine finanziellen Möglichkeiten es erlauben.

Die Kräfte, Möglichkeiten und Position der Mitglieder einer Gesellschaft sind unterschiedlich. Wegen dieser Unterschiede hat Gott nicht alle in gleichem Maße verpflichtet.  Gott ist gerecht, und auf Gerechtikgeit beruht das, was er von den Menschen erwartet. Am Jüngsten Tag werden die gottesdienstlichen Taten der Menschen an dem gemessen, was ihnen möglich war.  Der Reiche und der Arme tragen Gott gegenüber nicht dieselben Verpflichtungen. Die Verpflichtungen der Wohlhabenden hinsichtlich der Wohltätigkeit ist weitaus größer. Auch tragen die  Gelehrten im Vergleich zu den ungebildeten sehr viele größere Verantwortung gegenüber Gott.

Wir können uns in diesem Zusammenhang merken:

Erstens:  Die geistigen, körperlichen und finanziellen Kapazitäten des Einzelnen sind für Gott Maßstab für den Umfang seiner Pflichten und für die Strafe und die Belohnung im Jenseits.

Zweitens:  Niemand wird es bereuen, sich Gott zuliebe angestrengt zu haben. Gott hat jeden in dem Umfange verpflichtet, wie  er etwas zu leisten vermag.  Wenn jemand sich nun anstrengt, ohne Erfolg zu haben, ist es dennoch nicht umsonst gewesen. Gott macht die Belohnung nicht davon abhängig, dass der Mensch ein gutes Vorhaben erfolgreich durchführen konnte. Es geht darum, dass er sich angestrengt hat, es zu verwirklichen.

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