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Mittwoch, 30 Juli 2014 09:25

Teil 591: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 52- 56

Teil 591: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 52- 56
Wir besprechen in diesem Teil die Verse 52 bis 56 der Sure Muminun. Als erstes bringen wir den Vers 52 dieser Sure , die als 23. Sure im Koran angeführt wird:

(23: 52- 56)


وَإِنَّ هَـٰذِهِ أُمَّتُكُمْ أُمَّةً وَاحِدَةً وَأَنَا رَبُّكُمْ فَاتَّقُونِ

„Diese eure Gemeinschaft ist die einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr. Mich alleine sollt ihr fürchten! " (23: 52)


Wir sagten, dass Gott die Propheten zu guten Taten angespornt hat und ihre Anhänger aufforderte, das gleiche zu tun. Sie waren angehalten, sich vor Hässlichem zu hüten und nur erlaubte Nahrung zu sich zu nehmen.

Der Vers 52 richtet sich mit einem indirekten Aufruf zur Einheit an die Allgemeinheit und es heißt: Ihr seid eine einzige Gemeinschaft und befolgt dieselbe Lehre, nämlich die Lehre von der Anbetung des Einen Gottes.  Alle Propheten sind von dem Einen Herrn ausgesandt worden und sie alle haben die Menschen eingeladen, nur dem Einen Gott zu dienen und gottesfürchtig zu sein.  Wenn es verschiedene Propheten gegeben hat, so ist dies kein Grund dafür, dass es mehrere Schöpfer gäbe. Die Lehren  der Propheten gehen alle in eine Richtung und haben das gleiche Ziel. Die Propheten sind wie die Lehrer in einem Bildungssystem. Einige Lehrer unterrichten an der Grundschule, einige  am Gymnasium und andere an den Hochschulen. Sie alle streben das gleiche Gesamtziel an. Nur wird entsprechend der Kapazität der  Schüler und Lernenden in diesem Lehrsystem das  Niveau der Lehrstufe und –Programme und Aufgaben für die Lernenden zunehmend  angehoben.

Wir können uns merken:

Erstens: Der Eine Gott hat alle Menschen zur Einheit und zur Befolgung der einen monotheistischen Lehre aufgerufen.

Zweitens:  Die Grundsätze , welche die göttlichen Propheten lehrten, sind alle dieselben, denn auch die von Gott verliehene natürlichen Anlage der Menschen (Fitrah, Slengrund) ist diesselbe.

Es folgen die Verse 53 und 54 der Sure 23:


فَتَقَطَّعُوا أَمْرَهُم بَيْنَهُمْ زُبُرًا ۖ كُلُّ حِزْبٍ بِمَا لَدَيْهِمْ فَرِحُونَ

„Aber sie (die Menschen) wurden uneinig untereinander und spalteten sich (hinsichtlich der Religion) in Gruppen, und jede Gruppe freute sich über das, was sie selbst hatte." (23: 53)

فَذَرْهُمْ فِي غَمْرَتِهِمْ حَتَّىٰ حِينٍ

„Darum überlasse sie eine Zeitlang ihrer Unwissenheit." (23: 54)


Im Vers 52 hieß es, dass alle Menschen eine Gemeinschaft sind und im Vers 53 wird in Erinnerung gebracht, dass sie sich spalteten. In Vers 53  heißt es, dass die verschiedenen Gruppen nur ihrem eigenen Propheten und dessen Schrift folgten und sich von den anderen trennten, obwohl doch alle Propheten und alle Himmelsbücher von dem Einen Gott sind und alle Propheten die Menschen zu dem Einen Gott und der Religion Gottes eingeladen haben.

Es liegt an dem unbegründeten blinden Festhalten an der eigenen Meinung, dass es zur Spaltung unter den Menschen gekommen ist und verschiedene Sekten und Rechtsschulen entstanden. Es liegt daran,  dass man nicht bereit war, die Lehre der anderen anzuhören.  Unterdessen gebietet der gesunde Menschenverstand,  dass wenn ein neuer Prophet kam und ein neues Himmelsbuch offenbart wurde, die Anhänger seines Vorgängers an ihn hätten glauben und sich vor blindem Eifer hätten hüten müssen.

Dieser unangebrachte Religionseifer hat nichts mit den echten Lehren Gottes  sondern mit Eigensinn und falschem Stolz der Menschen zu tun.

Im Vers 54 der Sure Muminun  wird daher dem Propheten des Islams (s) gesagt:  Nun, da deine Gegner nicht die Wahrheit wissen und akzeptieren wollen, sondern an ihrer eigenen Anschauung festhalten, überlass sie einfach sich selber. Sie können in ihrer Ignoranz und in ihrem Irrtum verbleiben, bis sie diese entweder doch aufgeben oder die Welt verlassen.

Wir können uns merken:

Erstens:  Die Spaltung zwischen den Anhängern der Religionen und die Entstehung von Sekten und Gruppen unter den Juden, Christen und  Muslime, entsprechen nicht dem Wunsch der großen Propheten wie Moses, Jesus und Mohammad (s).

Zweitens: Die Mitgliedschaft oder Anhängerschaft einer Partei oder einer Gruppe muss auf einer vernünftigen und religiösen Grundlage beruhen, und nicht auf egoistischen Gründen und persönlichen Vorlieben oder Komplexen.

Als letztes  möchten wir die Verse 55 und 56 der Sure 23 betrachten.

In diesen beiden Versen heißt es:


أَيَحْسَبُونَ أَنَّمَا نُمِدُّهُم بِهِ مِن مَّالٍ وَبَنِينَ

„Meinen sie denn, indem Wir sie reichlich mit Vermögen und Söhnen versorgen," (23: 55)



نُسَارِعُ لَهُمْ فِي الْخَيْرَاتِ ۚ بَل لَّا يَشْعُرُونَ

„würden Wir Uns bilen, ihnen Gutes zu tun? Nein, (das ist überhaupt nicht so, aber) sie verstehen nicht." (23: 56)

In diesen beiden Versen wird auf einen üblichen Fehlschluss hingewiesen, nämlich dass einige meinen es sei ein Zeichen von Gottes Gnade, wenn er den Ungläubigen ein gutes Leben beschert und sie materiell versorgt.  Gott schickte ihnen gute Dingen , so wie er gemäß Koran dem Qarun ein großes Vermögen gewährte, woraufhin einige neidisch wurden und wünschten auch Gott hätte sie mit diesen Dingen bedacht.

Aber  erstens macht Gott bei der Verleihung von irdischen Gütern keinen Unterschied zwischen Gläubigen und Ungläubigen und lässt jedem, der sich anstrengt davon zukommen.Und zweitens wird jeder der Eigentum und Vermögen besitzt, ob er gläubig oder ungläubig ist, damit auf die Probe gestellt. Irdische Güter sind  also  nicht automatisch ein Zeichen für die göttliche Huld und Barmherzigkeit gegenüber ihrem Besitzer.

Wir lernen:

Erstens: Wir sollten nicht stolz auf Eigentum, Kinder und Möglichkeiten, die wir besitzen, werden. Keines von diesen Dingen rettet den Menschen und führt zu seiner Seligkeit.

Zweitens: Bei der Betrachtung und Deutung des Lebens der Ungläubigen, sollten wir nicht falsch und oberflächlich urteilen. Sollte es ihnen äußerlich gut gehen, dürfen wir nicht denken,  dass sie Glück haben.

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