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Mittwoch, 30 Juli 2014 09:21

Teil 590: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 47- 51

Teil 590: Sure Mu'minun (Die Gläubigen) Verse 47- 51
Wie Sie wissen besprechen wir zur Zeit die Sure 23, Sure Muminun. Wir setzen unseren Kurzkommentar bei den Versen 47 bis 49 dieser Sure fort. An dieser Stelle steht im Koran wie folgt:

(23: 47 – 51)


فَقَالُوا أَنُؤْمِنُ لِبَشَرَيْنِ مِثْلِنَا وَقَوْمُهُمَا لَنَا عَابِدُونَ

„Sie (die Vornehmen des Pharaos)  sprachen: «Sollen wir an zwei Menschen gleich uns glauben, wo ihr Volk uns untertänig ist?" (23: 47)


فَكَذَّبُوهُمَا فَكَانُوا مِنَ الْمُهْلَكِينَ

„So bezichtigten sie beide der Lüge  und sie gehörten zu denen, die vernichtet wurden." (23: 48)



وَلَقَدْ آتَيْنَا مُوسَى الْكِتَابَ لَعَلَّهُمْ يَهْتَدُونَ

„Wir gaben Moses das Buch, dass sie (die Kinder Israels) dem rechten Weg folgen möchten." (23: 49)

Im letzten Beitrag sprachen wir davon, dass  Musa (Moses) zusammen mit seinem Bruder Harun (Aaron) gemäß Koran zu Pharao und seinen Vornehmen geschickt worden waren, damit sie diese zum Glauben an den Einen Gott aufrufen. Doch der Pharao und seine Leute weigerten sich aus Arroganz.  Der obigen Koranstelle ist zu unternehmen, wie hochmütig sie waren. Erstens sagten sie: Moses  und Aaron sind genauso wie wir Menschen, und außerdem ist ihr Volk uns untertan. Sie alle sind unsere Skalven. Also sind Moses und Aaron, ebensowenig wie ihre Leute,  besser als wir  und uns überlegen. Nein wir stehen über ihnen! Wie können sie bloß erwarten, dass wir Adeligen und Vornehmen auf sie hören und ihnen gehorchen?!

Es ist interessant, dass der Pharao und seine Leute den Propheten Gottes vorwerfen, dass sie nach Überlegenheit streben, während sie selber das Volk der Israeliten als ihre Skalven betrachteten und gewaltsam mit ihnen umgingen.

Diese Starrköpfigkeit und Arroganz haben allerdings schließlich, wie im Vers 48 steht, die Vernichtung des Pharaos und seines Hofstaates zur Folge gehabt. Sie ertranken im Nil. Und so wurden die Kinder Israels aus der Gewalt dieser Tyrannen befreit.

Daraufhin wird im Vers 49 auf die Offenbarung der Thora an Prophet Moses hingewiesen. Gott sandte Moses Sein Buch, damit er die Israeliten rechtleitet und damit diese nicht die Sünden begehen, welche Pharao und seine Leute begangen haben, sondern auf den geraden Weg Gottes geführt werden.

Wir lernen also:

Erstens: In einem System wie dem des Pharaos wird kein Wert auf logisches Denken gelegt, sondern für die Gültigkeit von Aussagen ist anstelle der Logik nur die Position von einigen Mächtigen in der Gesellschaft ausschlaggebend.

Zweitens: Mustakbirin, d.h. arrogante Gewaltmenschen – und -mächte, welche die Völker verknechten, werden schließlich  - sobald Gott das will - vernichtet.

Es folgt der Vers 50 der Sure 23 mit seinem Inhalt:


 وَجَعَلْنَا ابْنَ مَرْيَمَ وَأُمَّهُ آيَةً وَآوَيْنَاهُمَا إِلَىٰ رَبْوَةٍ ذَاتِ قَرَارٍ وَمَعِينٍ

„ Und Wir machten den Sohn der Maria und seine Mutter zu einem Zeichen und gaben ihnen Zuflucht zu einem Hügel mit einer grünen Fläche und einem fließenden Quell." (23: 50)


Der nächste große Prophet der Israeliten , der nach  Prophet Moses unter die Menschen geschickte wurde , ist Jesus.  Schon seine Existenz ist ein großer Wunder, denn Gott wollte, dass  die Jungfrau  Maryam (Maria) (s)  ihn auf die Welt bringt. Es ist eines der großen Zeichen für die Allmacht Gottes,  dass Maryam, ohne dass sie ein Mann berührt hätten,schwanger wurde.

Wir sehen an dieser Koranstelle:

Erstens: Jesus, ist der Sohn der Maria, aber nicht der Sohn Gottes. Er ist ein Zeichen Gottes, aber natürlich selber nicht Gott.

Zweitens: Gott hat Jesus und seine Mutter vor dem Übel der Feinde beschützt. Er gab ihnen an einem stillen, geschützten Ort Zuflucht.

Abschließend besprechen wir noch den Vers 21 der Sure Muminun, in dem es heißt:


يَا أَيُّهَا الرُّسُلُ كُلُوا مِنَ الطَّيِّبَاتِ وَاعْمَلُوا صَالِحًا ۖ إِنِّي بِمَا تَعْمَلُونَ عَلِيمٌ

„O ihr Gesandten, esset von den reinen Dingen und tut Gutes. Wahrlich, Ich weiß recht wohl, was ihr tut." (23: 51)


Im Anschluss an die ersten 50 Verse der Sure 23, die Gläubigen,  in denen kurz über das Leben der Gesandten Gottes gesprochen wurde, ist der Inhalt des Verses 51  nochmals indirekt eine Antwort auf die Prophetengegner die  den Einwand brachten, warum denn die Propheten genauso wie sie Menschen sind.

Gott hebt mit seiner Aufforderung an die Propheten , reine Dinge zu essen, noch einmal indirekt hervor, dass die Propheten wie die anderen Menschen Nahrung brauchen.

Aber sie unterscheiden sich von den anderen durch zwei Dinge: einmal dadurch, dass sie strikt keine Speisen und Getränke zu sich nehmen, die Gott verboten hat,  denn solche haram-Nahrung fördert die tierische Seite im Menschen. Zweitens zeichnen sich die Propheten dadurch aus, dass sie die Energie,  die sie durch erlaubte Nahrung gewonnen haben,  nur für nützliche und gute Taten verbrauchen.

Nahrung ist also für die Propheten ein Mittel zum Zweck und Zweck  ist die Bemühung um  Vervollkommnung.  Deshalb nehmen sie nur erlaubte und reine Speisen zu sich.

Aber Leute, für die das Essen die Hauptrolle spielt, halten  sich nicht an diesen Grundsatz sondern streben nach Dingen, welche ihr tierisches Verlangen stillen, ob es sich um gute oder schlechte Dinge handelt.

Auch in anderen Koranversen folgt der Anweisung „Kulu", nämlich"esst",  auch noch ein weiteres Gebot, was ein Zeichen dafür ist, dass Essen und Trinken nicht selber das Ziel sind,  sondern ein Mittel für den Menschen darstellen um an Vervollkommnung zu gelangen.

Zum Beispiel heißt es: Esst und seid dankbar!

Esst und gebt den Bedürftigen zu essen!

Esst und verschwendet nicht!

Wir sehen:

Erstens: Die Gesandten Gottes sind mit den üblichen Gaben des irdischen Lebens zu den hohen Stufen der Vervollkommnung und Spiritualität gelangt.

Zweitens:  Diese Gottesfreunde waren keine Mönche oder Asketen,  sondern sie nutzten die natürlichen Gaben auf Erden und führten ein normales Leben.

Drittens: Ein rechtschaffenes Handeln erfordert eine Nahrung, die halal (von Gott erlaubt) ist. Verbotene Bissen halten den Menschen von guten Werken zurück.

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