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Freitag, 14 März 2014 06:19

Freiburger Experte für seltene Krankheiten auf Forschungsreise im Iran

Kurt-Wilhelm Stahl Kurt-Wilhelm Stahl
Written by:  lavassani
Als Kurt-Wilhelm Stahl im vorigen Monat Freiburgs iranische Partnerstadt Isfahan besuchte, wurde er dort offiziell im Rathaus empfangen. Er sei überrascht gewesen, wie reichlich er beschenkt wurde: "Es war ein sehr herzlicher Empfang." Die Menschen in Isfahan seien sehr interessiert an Freiburg, hat er wahrgenommen.
"Gastfreundschaft wird im Iran groß geschrieben." Stahl selbst übergab dem stellvertretenden Bürgermeister von Isfahan ein Trikot des SC Freiburg.

Der 75-Jährige Biochemiker und Mediziner, ehemals Professor an Hochschulen in Hannover, Paris und Straßburg und in der Pharmaindustrie beschäftigt, lebt in Freiburg und ist Vorsitzender des Vereins Waisenmedizin. Dieser kümmert sich um seltene genetisch bedingte und von der Pharmaindustrie in der Dritten Welt vernachlässigte infektiöse Erkrankungen. Vernachlässigt werden diese, weil die Pharmaindustrie mangels Rentabilität nicht bereit ist, für ihre Erforschung und Medikamentenentwicklung Geld auszugeben. Dazu gehört auch die hier wenig bekannte Tropenkrankheit Hautleishmaniose, die vor allem im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und Afrika vorkommt.

Leishmaniose war auch der Anlass für Stahls Reise in den Iran. Es handelt sich um eine Parasitenerkrankung, die durch die Sandfliege übertragen wird. Durch den Stich entsteht eine Wunde, in die Keime eindringen können. Die Folge sind schlimme Entstellungen. Sie treten häufig auch im Gesicht auf, da dieses nicht durch Kleidung geschützt ist. Die herkömmliche Medizin – in der Regel Chemotherapie – helfe oft nicht mehr weiter, erklärt Stahl. Hatte er früher Leishmaniose-Patienten in Afghanistan mit dem von ihm mitentwickelten Arzneistoff Natriumchlorosum behandelt, suchte er nun auch ähnlich Erkrankte im Iran. Dort fand er 17 Leishmaniose-Patienten, bei denen herkömmliche Therapien nicht mehr anschlugen. Stahl wendete bei ihnen dieselbe Methode an, die bereits in vier Fällen im afghanischen Masar-i-Sharif hervorragende Ergebnisse erzielt hatte. Zudem knüpfte er Kontakte zu Wissenschaftlern, die er gerne nach Freiburg vermitteln würde – als Referenten für das Fach Global Health am Institut für Umwelt- und Krankenhaushygiene der Albert-Ludwigs-Universität.

5000 Kilometer hat Kurt-Wilhelm Stahl im Iran in 14 Tagen zurückgelegt, als Gast der Universität Teheran besuchte er Leishmaniosezentren in Mashad, Isfahan, Kerman und Bam. In Isfahan nahm er zudem an einem Hautärztekongress teil. Seine Forschungsreise wurde von den Hilfsorganisationen Caritas International und Misereor finanziert. 
(Quelle: Badische Zeitung)

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