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Samstag, 17 Mai 2014 08:44

Teil 531: Sure Taha (Ein verschlüsselter Name des Propheten) Verse 72- 76

Teil 531: Sure Taha (Ein verschlüsselter Name des Propheten) Verse 72- 76
Wir besprechen in diesem Teil „In Richtung Licht" die Verse 72 bis 76 der Sure Taha, Sure 20: In den Versen 72 und 73 heißt es:

(20: 72- 76)

قَالُوا لَن نُّؤْثِرَكَ عَلَىٰ مَا جَاءَنَا مِنَ الْبَيِّنَاتِ وَالَّذِي فَطَرَنَا ۖ فَاقْضِ مَا أَنتَ قَاضٍ ۖ إِنَّمَا تَقْضِي هَـٰذِهِ الْحَيَاةَ الدُّنْيَا 

„Sie (die Zauberer) sagten (zum Pharao): ‚Wir werden dich den klaren Zeichen,  die zu uns gekommen sind, und unserem Schöpfer nicht vorziehen. Gebiete, was du gebieten magst: du kannst ja doch nur für dieses irdische Leben gebieten." (20: 72)


إِنَّا آمَنَّا بِرَبِّنَا لِيَغْفِرَ لَنَا خَطَايَانَا وَمَا أَكْرَهْتَنَا عَلَيْهِ مِنَ السِّحْرِ ۗ وَاللَّـهُ خَيْرٌ وَأَبْقَىٰ
„Wir haben uns doch zu  unserem Herrn bekannt, damit  Er uns unsere Sünden und die Zauberei, zu der du uns gezwungen hast, vergebe. Gott ist der Beste und der Beständigste.' " (20: 73)

Wir sagten im letzten Beitrag, dass die Zauberer sofort erkannten, dass es sich bei dem  Wunder, das Moses überbracht hatte, nicht um Zauberkünste handelt, sondern dass eine verborgene Macht den Stab des Moses in eine  lebendige Schlange verwandelt hatte. Deshalb bekannten sie sich alle zu Moses und warfen sich in Gegenwart der Menschenmenge und dem Pharao in Ehrfurcht vor Gott nieder. Sie gaben offen ihren Glauben an den Gott des Moses kund, weshalb ihnen der Pharao mit der schwersten Folter drohte. Aber aus dem Vers 72 der Sure Taha geht hervor wie die Zauberer, die allesamt auf einen Schlag Gottgläubige geworden waren, auf die Drohungen des Pharaos  reagierten. Sie ließen sich dadurch nicht einschüchtern und rückten nicht von ihrem Standpunkt ab, sondern gaben eine feste Antwort. Die Zauberer erklärten, dass sie den Pharao nicht vor ihren Gott, den Schöpfer aller Welten, stellen und die eindeutigen Wunder die sie erlebt hatten, nicht leugnen werden.

Sie sagten dem Pharao:  Mach was du willst. Wenn du etwas gegen uns unternehmen kannst, dann nur in diesem kurzen Leben auf Erden. Aber uns wird ein gutes Leben im Jenseits beschert, denn wir können darauf hoffen, dass Gott uns verzeiht. Wir können darauf hoffen, dass Er uns vergibt, dass wir dir bei dem Komplott gegen Seinen Propheten, durch den du Moses bloßstellen wolltest, mitgeholfen haben. Du hast uns dazu gezwungen.

Wir lernen hieraus:

Erstens:  Wie wertvoll ein Mensch ist, hat mit seiner Denkweise zu tun. Wenn Menschen einen festen Glauben haben, lassen sie sich nicht durch Versprechungen oder Drohungen davon abbringen.

Zweitens: Der wahre Glaube zeigt sich an der Bereitschaft, sein Leben für die Verteidigung der religiösen Werte herzugeben.

Drittens: Die weltlichen Mächte  sind gegenüber Gott und Seiner grenzenlosen Macht sehr schwach und geringfügig. Wer zu Gott gefunden hat, der fürchtet sich vor keiner Macht mehr.

Wir besprechen als zweites die Verse 74 bis 76 der Sure 20. Dort heißt es:


إِنَّهُ مَن يَأْتِ رَبَّهُ مُجْرِمًا فَإِنَّ لَهُ جَهَنَّمَ لَا يَمُوتُ فِيهَا وَلَا يَحْيَىٰ

„Fürwahr, wer im Zustande der Sündigkeit zu seinem Herrn kommt, für den ist die Hölle; darin soll er weder sterben noch leben." (20: 74)


وَمَن يَأْتِهِ مُؤْمِنًا قَدْ عَمِلَ الصَّالِحَاتِ فَأُولَـٰئِكَ لَهُمُ الدَّرَجَاتُ الْعُلَىٰ 
„Die aber als Gläubige zu Ihm kommen und gute Taten vollbracht haben, ihnen sollen die höchsten Rangstufen zuteil werden," (20: 75)


جَنَّاتُ عَدْنٍ تَجْرِي مِن تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا ۚ وَذَٰلِكَ جَزَاءُ مَن تَزَكَّىٰ
„Gärten der Ewigkeit, von Strömen durchflossen, darin werden sie immer bleiben. Das ist der Lohn derer, die sich läutern." (20: 76)

Diese Verse werden den Drohungen des Pharaos entgegen gesetzt. Der Pharao hatte die Zauberer angespornt, dass er ihnen einen hohen Rang verleiht,  wenn sie Moses mit ihrer Zauberkunst besiegen und blamieren.

In den Versen 75 und 76 der Sure Taha, aber verheißt Gott die  höchsten Ränge denjenigen, die gläubig werden und gläubig handeln, und verspricht ihnen die ewigen Freuden im Paradies.

Der Pharao hatte den Zauberern gedroht, ihnen Hände und Füßen wechselseitig abzuschlagen und sie  aufzuhängen, um ihrem Leben auf schlimmste Weise ein Ende zu bereiten. Aber im Vers 74 ist von einem anderen schlimmen Ende die Rede nämlich das endgültige Ende in der Hölle. Es heißt, dass  ihre Insassen weder leben noch sterben. Denn es gibt dort kein bisschen Freude am Leben aber auch nicht den Tod, so dass jemand von dieser Qual erlöst würde.

Die Korankommentatoren sind sich nicht darüber einig, ob die 3 Koranverse 74 bis 76 die Fortsetzung der Worte der Zauberer sind oder  ob  es sich hier um direkte Aussagen Gottes handelt.   Wahrscheinlich trifft letzteres zu, denn die Zauberer konnten ja nicht so rasch über das Ende der Gläubigen und der Sünder im Jenseits erfahren haben und derartig die Situation im Paradies und in der Verdammnis beschreiben, es sei denn Gott hätte ihnen diese Worte auf einen Schlag eingegeben.

Das wichtigste an dieser Geschichte ist der innere revolutionsartige Wandel, welcher den Zauberern zum Glauben verhalf. Es ist ein Beispiel dafür, dass der Mensch das Potential besitzt, sein Denken und Handeln  grundlegend zu ändern.

Die Geschichte von dem Bekenntnis der Zauberer widerlegt die Ansicht von Leuten, die glauben der Mensch hänge von seiner Umwelt und seiner Gesellschaft ab, und ist gezwungen so zu leben, wie ihn seine Familie und die Gesellschaft erzogen haben.

Wir lernen:

Erstens: Der Mensch besitzt einen Willen. Er kann von einem Augenblick auf den anderen den Unglauben hinter sich lassen und glauben. Allerdings ist auch das Gegenteil davon möglich:  Nämlich der plötzliche Wechsel vom Glauben zum Unglauben.

Zweitens:  Entscheidend ist das letztendliche Schicksal des Menschen.  Es gibt nicht wenige, die ein Leben lang ungläubig waren aber am Ende als Gläubige die Welt verlassen. Und wie viele gibt es, die ein Leben lang gottesdienstliche Werke vollbrachten, aber mit Unglauben und als Polytheisten sterben.

Drittens: Gottesfürchtigkeit und Läuterung der Seele führen zu Wohl und Glück in dieser Welt und im Jenseits.  Die Reinheit des Herzens, des Blickes und der Zunge, schützt den Menschen vor jeder Abweichung und bringt ihn heil ins göttliche Paradies.

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