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Sonntag, 07 September 2008 09:59

Teil 190: Sure Al An'am (das Vieh) Verse 66- 70

Teil 190: Sure Al An'am (das Vieh) Verse 66- 70
Dieser Teil der Koraninterpretation beginnt nun mit der Übersetzung der Verse 66 und 67 der Sure Al An'am:
(6: 66- 70)

وَكَذَّبَ بِهِ قَوْمُكَ وَهُوَ الْحَقُّ ۚ قُل لَّسْتُ عَلَيْكُم بِوَكِيلٍ
„Aber dein Volk erklärt es für Lüge, wo es doch die Wahrheit ist. Sag: Ich bin nicht euer Sachverwalter." (6: 66)

لِّكُلِّ نَبَإٍ مُّسْتَقَرٌّ ۚ وَسَوْفَ تَعْلَمُونَ 
„Jede Vorankündigung (der Propheten) hat ihre festgelegte Zeit. Ihr werdet es bald wissen!" (6: 67)

In der Auslegung der vorhergehenden Koranverse hieß es, dass der Prophet die Menschen mahnte, nicht von den Geboten Gottes abzuweichen, und sie vor den entsprechenden Folgen einer Abweichung im Leben und in der Ewigkeit warnte. In diesem Vers nun sagt Gott zu seinem Propheten: Dein Volk, das Volk der Qureisch, akzeptiert nicht was du sagst. Es leugnet die Auferstehung und das Jüngste Gericht, obwohl das Jüngste Gericht kommen wird und der Koran sie ständig darauf hinweist. Erkläre ihnen, dass du aber nur für die Mitteilung der göttlichen Offenbarung verantwortlich bist und nicht die Aufgabe hast, sie zum Glauben zu bringen. Sie müssen selber einen Entschluss treffen. Entweder entscheiden sie sich für das Wort Gottes oder sie lehnen es ab. Die Verantwortung für ihre Entscheidung tragen sie selber.
Dieser Koranvers weißt auch daraufhin, dass jede Verheißung Gottes, die durch die Propheten verkündet wird, zum festgelegten Zeitpunkt Wirklichkeit wird. Es heißt: Ihr werdet die Strafe bald zu spüren bekommen. Deshalb habt es nicht so eilig damit. Glaubt nicht, sofort nachdem ihr die Wahrheit Gottes leugnet, kommt die göttliche Strafe auf euch herab. Gott gibt seinen Dienern immer eine Frist zur Umkehr.

Wir entnehmen dieser Stelle im Koran:
Erstens: Wer leugnet, dass die Worte des Propheten wahr sind, obwohl er erkennt dass sie Rechtmäßigkeit beisitzen, sollte mit den unangenehmen Folgen rechnen.
Zweitens: Die Rechtmäßigkeit des Korans leidet nicht darunter, dass seine Gegner sie leugnen, auch dann nicht wenn die Zahl der Leugner groß ist.

Nun heißt es im Vers 68 der Sure 6:

وَإِذَا رَأَيْتَ الَّذِينَ يَخُوضُونَ فِي آيَاتِنَا فَأَعْرِضْ عَنْهُمْ حَتَّىٰ يَخُوضُوا فِي حَدِيثٍ غَيْرِهِ ۚ وَإِمَّا يُنسِيَنَّكَ الشَّيْطَانُ فَلَا تَقْعُدْ بَعْدَ الذِّكْرَىٰ مَعَ الْقَوْمِ الظَّالِمِينَ
„Und wenn du diejenigen siehst, die (zur Belustigung) über Unsere Zeichen plaudern, dann wende dich von ihnen ab, bis sie über etwas anderes plaudern. Und wenn dich der Satan vergessen lässt, dann sitze nach dem es dir bewusst wurde, nicht (länger mehr) mit dem Volk der Frevler zusammen!" (6: 68)

Dieser Vers richtet sich zwar direkt an den Propheten, aber er ist indirekt auch eine Empfehlung an alle seine Anhänger und die Muslime. Und zwar rät Gott: Wenn ihr euch zu Leuten gesellt, die über die Koranverse und die himmlischen Gebote spotten, so versucht auf ein anderes Thema abzulenken. Wenn das nicht möglich ist, so verlasst diese Leute und erlaubt nicht, dass sie in eurer Gegenwart über die Religion Gottes spotten. Solltet ihr nicht dran denken und euch zu solchen Leuten setzen, dann steht sofort auf und geht weg, wenn es euch bewusst wird. Sagt nicht: Nein, es ist nicht richtig, mitten im Gespräch aufzustehen und wegzugehen!
Auch wenn es Verwandte und Bekannte sind, sollt ihr auf diese Weise protestieren.

Wir sehen also:
Erstens: Wir sollten unsere Empfindsamkeit und unser Engagement in Bezug auf religiöse Heiligkeiten zum Ausdruck bringen und nicht zulassen dass die Feinde etwas lächerlich machen, was uns heilig ist.
Zweitens: Ein Weg das Schlechte zu verwehren besteht darin, gegen Zusammenkünfte und Treffen, bei denen gesündigt wird, durch Nichtteilnahme oder Abbruch der Teilnahme zu protestieren.

In der Übersetzung des folgenden Verses, Vers 69, Sure Al An'am lesen wir:

وَمَا عَلَى الَّذِينَ يَتَّقُونَ مِنْ حِسَابِهِم مِّن شَيْءٍ وَلَـٰكِن ذِكْرَىٰ لَعَلَّهُمْ يَتَّقُونَ 
„Und diejenigen, die gottesfürchtig sind, werden wegen der Sünde der Frevler nicht zur Rechenschaft gezogen. Aber sie müssen sie mahnen, damit sie vielleicht doch gottesfürchtig werden." (6: 69)

In Fortsetzung des Verses 68, der zum Protest an Treffen bei denen die Heiligkeiten der Religion verspottet werden aufruft, heißt es nun in Vers 69: Diejenigen, die an solchen Versammlungen teilnehmen, um die anderen zu mahnen, haben nicht an deren Sünde teil, und machen sich nicht mitschuldig.
Es sollte aber nur derjenige teilnehmen, der so gottesfürchtig und fest im Glauben ist, dass das Tun der anderen ihn nicht beeinflusst.

Anhand dieses Koranabschnittes können wir uns merken:
Erstens: Wir sollten vermeiden uns zu Leuten zu setzen die Schlechtes und Unrechtes reden. Dieses gottesfürchtige Verhalten schützt uns vor Sünden.
Zweitens: Es sollten jedoch auch Rechtschaffene an den Treffen derer die vom Weg abgeirrt sind teilnehmen, um ihrem Gerede klare Antworten entgegenzusetzen.

Im Vers 70 der Sure Al An'am heißt es nun weiter:

وَذَرِ الَّذِينَ اتَّخَذُوا دِينَهُمْ لَعِبًا وَلَهْوًا وَغَرَّتْهُمُ الْحَيَاةُ الدُّنْيَا ۚ وَذَكِّرْ بِهِ أَن تُبْسَلَ نَفْسٌ بِمَا كَسَبَتْ لَيْسَ لَهَا مِن دُونِ اللَّـهِ وَلِيٌّ وَلَا شَفِيعٌ وَإِن تَعْدِلْ كُلَّ عَدْلٍ لَّا يُؤْخَذْ مِنْهَا ۗ أُولَـٰئِكَ الَّذِينَ أُبْسِلُوا بِمَا كَسَبُوا ۖ لَهُمْ شَرَابٌ مِّنْ حَمِيمٍ وَعَذَابٌ أَلِيمٌ بِمَا كَانُوا يَكْفُرُونَ
„Und lass diejenigen, die mit ihrer Religion ihr Spiel treiben und sie als Zerstreuung betrachten und die vom diesseitigen Leben betört sind! Und verweis auf ihn (den Koran), damit sie nicht wegen der Strafe, die sie sich verdienten, der Vernichtung anheim fallen. Sie haben (nämlich an jenem Tag) außer Gott weder Freund noch Fürsprecher. Von keinem wird (an jenem Tag) ein Lösegeld (zum Freikauf von der Strafe) angenommen, soviel er auch davon beibringt. Das sind die, die ins Unglück stürzen, für das, was sie begangen haben. Sie erhalten heißes Wasser zu trinken und haben eine schmerzhafte Strafe zu erwarten dafür, dass sie ungläubig waren." (6: 70)

In den vorherigen Versen wurden die Gläubigen gemahnt sich vor denen zu hüten, die vom Wege abgeraten sind und deren Zusammenkünfte zu meiden. Dieser Vers richtet sich an den Propheten und gebietet ihm: Brich die Verbindung zu ihnen ab. Sag klar, dass du ihr Tun verabscheust und verurteilst, nachdem du ihnen vorher - im erforderlichen Rahmen - die Wahrheit dargelegt hast. Wenn sie dann weiter eigensinnig bleiben und nicht von ihrem hässlichen Tun ablassen, lass sie gehen.

Der Vers 70 macht uns auf einen interessanten Punkt aufmerksam: Während für religiöse Menschen die Liebe zum Weltlichen nicht mehr Bedeutung als Spiel und Unterhaltung hat, sehen diejenigen die das Weltliche vergöttern umgekehrt in der Religion einen Gegenstand der Unterhaltung und treiben ihr Spiel mit ihr. Sie nehmen die Zeichen Gottes und die Worte der Propheten nicht ernst und machen sich darüber lustig, ohne sich vor den schweren Folgen in Acht zu nehmen.

Über die Bedeutung dieses Koranverses sagen andere Koranausleger, dass die Worte: „diejenigen die mit ihrer Religion ihr Spiel treiben", darauf verweisen, dass die Götzendiener zur Zeit des Propheten ihre Unterhaltung und ihr Spiel, zu ihrer Religion und Lehre gemacht hatten, sich darauf etwas einbildeten und die göttlichen Offenbarungen durch den Propheten nicht hören wollten.

Der Vers 70 lehrt uns:
Erstens: In einer muslimischen Gesellschaft müssen Leute, die die Religion verspotten, boykottiert und isoliert werden, um die Verbreitung ihres abwegigen Denkens zu verhüten.
Zweitens: Die Liebe zum Weltlichen führt dazu, dass der Mensch die Religion und ihre Gebote nicht mehr ernst nimmt.

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